Unfall-Kommando Klettern

SEK Alpin der Polizei

Auch abseits der Kletterhallen ist die Polizei für Berg- und Kletterunfälle zuständig. Die Sondereinheiten der Polizei für Berg- und Alpinsport.

In den alpennahen und alpinen Regionen Bayerns verfügt die bayerische Polizei über diverse alpine Einsatzgruppen. Deren Aufgabe ist nicht nur die Unfallaufnahme bei schweren Bergunfällen aller Art (Klettern, Wandern, Ski, Mountainbike), sondern auch die Verfolgung oder Festnahme von Straftätern im alpinen Gelände und die Beweissicherstellung in schwierigem Gelände (zum Beispiel auch auf Dächern oder an anderen Stellen, die nur mit Seiltechniken erreichbar sind).

Daneben laufen alle Vermisstensuchen und Totenbergungen bei der Polizei auf, die dann in Kooperation mit der Bergwacht aktiv wird. Dazu verfügt die Polizei über die entsprechende Infrastruktur wie Hubschrauber oder alpine Hundeführer. So bergen die Beamten jedes Jahr rund 50 bis 60 tödlich verunglückte Berggeher, hinzu kommen im Winter die Skiunfälle.

Polizei-Bergführer

45 staatlich geprüfte Polizeiberg- und Skiführer sind in Bayern im Dienst. Es sind Polizisten mit einer sehr weitgehenden Zusatzqualifikation. Die Ausbildung zum Polizeibergführer umfasst 17 Ausbildungswochen, die über drei Jahre verteilt sind. Voraussetzung ist außer gutem Kletterkönnen in alpinem Gelände auch die Beherrschung der Ski in jedem Terrain.

Neben den oben bereits genannten Aufgaben gehört die Ausbildung von Polizeikollegen aus den Sondereinsatzkommandos, aber auch aus den Verkehrsunfallinspektionen wie in München zum Tätigkeitsfeld. Regelmäßige Fortbildungen stellen sicher, dass die alpinen Beamten immer auf dem aktuellen Wissensstand sind. Diese Qualifikationen erhalten die Beamten im Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring (nahe der österreichischen Grenze bei Salzburg).

Sachbearbeiter für Kletterunfälle in Kletterhallen

Die „Sachbearbeiter für Kletterunfälle in künstlichen Kletterhallen“ durchlaufen ebenfalls in Ainring eine insgesamt vierwöchige Ausbildung mit Zwischen- und Abschlussprüfung. Wie die Polizeibergführer auch müssen die Aspiranten bereits vorher eine entsprechende Eignung nachweisen, sprich selbst schon eine Weile Kletterer sein.

Die Ausbildung vertieft dann insbesondere alle sicherheitsrelevanten Aspekte des Hallenkletterns (Ausrüstung, Sicherungstechniken, Hallenausstattung, Normen und vieles mehr) und geht hier teils tief ins Detail. Schließlich müssen die Beamten beurteilen können, was sie bei einem Kletterunfall in der Halle antreffen. Auch für die Sachbearbeiter besteht eine regelmäßige Fortbildungs- und Trainingspflicht.

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08.04.2015
Autor: Ralph Stöhr
© RoadBIKE
Ausgabe 02/2015