Knowhow Chalk

Fest, flüssig, staubig: Der große Chalk-Überblick

Foto: Ralph Stöhr
Chalk kommt in unterschiedlichen Darreichungsformen zum Kletterer. Wir sorgen für Durchblick im Magnesia-Dschungel. Ein Serviervorschlag.

Chalk gibt es in verschiedenen Varianten; hier stellen wir die gebräuchlichsten vor. Plus: Ein paar Kuriositäten wie Eco Chalk und After Chalk-Creme.

Klassisch: Der Würfel (Bild oben links)
In Würfel gepresstes Chalk ist der Klassiker unter den Chalkformen und meist sehr preiswert. Für den Hersteller hat es unter anderem den Vorteil, dass es gut stapelbar und damit beim Transport platzsparend ist. Damit es die Würfelform beibehält, wird allerdings ein Bindemittel beigemischt, meist Seifenpulver. In den Chalkbag kommt es in Bruchstücken, die dann je nach Belieben weiter zerkleinert werden (zum Beispiel, indem man auf den Chalkbag steht – bitte vorher schließen!). Wenn man den Block im Chalkbag nicht gänzlich zerreibt, staubt das Würfel-Chalk etwas weniger als offenes Chalk.

Indoor-Päckchen: Ein- und Mehrweg-Bälle (ohne Bild)
Bei den Chalk-Balls wird das Chalk in einer Art Socke geliefert. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Chalkbälle kommen mit Füllungen zwischen circa 30 und 60 Gramm. Es gibt sie als Einwegbälle und mit Verschluss zum Wiederbefüllen mit offenem Chalk. Bei manchen Herstellern ist das Chalk im Ball extra fein, damit es besser durch das umgebende Textil dringen kann. Beim Wiederbefüllen mit gröberem Chalk kann allerdings die Funktion leiden. Durch die umgebende Socke ist die bei jedem Chalk-Vorgang abgegebene Chalkspende dosiert. Das Abblasen der Finger entfällt, außerdem fällt weniger Chalk zu Boden. Deshalb schränken viele Hallenbetreiber die Chalknutzung auf solche Bälle ein. Ob das feine Chalk aus den Bällen in Sachen Staubbelastung der Hallenluft allerdings viel besser ist, bleibt zu überprüfen. Zudem ist das Nachchalken mit Bällen etwas gewöhnungsbedürftig.

Staubig und stark: Die offene Variante (Bild oben mittig)
Sei es, dass man gerne richtig tief im Chalk badet oder einen der großen Boulderbags bis zum Rand füllen will: Wer Chalk in größeren Gebinden braucht, greift zur offenen Variante. Die kommt mehr oder weniger grobkörnig daher und wird von allen Chalkherstellern angeboten. Rechnet man die Preise auf 100 Gramm Chalk um, liegt offenes Chalk mit Preisen ab 2,30 € preislich deutlich unter den Chalkballs, bei denen auf 100 Gramm gerechnet rund das Doppelte fällig wird. Kein Wunder, kosten bei den Chalkballs doch der Beutel und das Befüllen extra. Allerdings ist bei Bällen durch die dosierte, feine Abgabe auch der Chalkverbrauch und der wortwörtliche Streuverlust geringer.

Flüssig: Grip aus der Flasche (Bild unten links)
Flüssig-Chalk ist mittlerweile von vielen Herstellern zu haben. Dabei wird Chalk in schnell verdunstendem Reinigungsalkohol (wie Isopropylalkohol) gelöst – nur zur externen Anwendung, versteht sich. Teilweise mischen die Firmen noch andere Bestandteile (wie Trocknungsmittel) dazu. Die Flüssigkeit wird auf die Haut aufgetragen und hinterlässt nach dem Trocknen einen dünnen Chalkfilm, der für einige Klettermeter ausreicht. Häufig wird es auch in Kombination mit normalem Chalk eingesetzt, von dem man dann weniger braucht, weil die Hände nach der Behandlung mit dem Flüssig-Chalk länger trocken bleiben als sonst. Nachchalken beim Klettern geht mit Flüssig-Chalk natürlich nicht, wobei diese Einschränkung beim Bouldern keine Rolle spielt. 100 Milliliter kosten zwischen rund 4,00 Euro und 7,20 Euro.

Spezialisten: Eco-Chalks (Bild unten mittig)
Wer auf Chalk wegen der Optik oder empfindlicher Haut gereizt reagiert, dem versprechen zwei Eco-Produkte Linderung. Der große Eco Ball von Metolius enthält kein Magesiumkarbonat, sondern ein fast farbloses Trocknungsmittel („Carbosil“), das Metolius auch seinem Super Chalk beimischt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber es hält die Haut anhaltend sehr trocken. Das Eco Grip Gel ist eine Art Chalk-haltige Creme, bei der die tragende Creme nach dem Auftragen auf die Haut verdunstet und einen leichten Chalk-Film zurücklässt. Im Gegensatz zu den Liquid-Chalks kommt dieses Gel ganz ohne Alkohol aus.

Interessant: After-Chalk (Bild oben rechts)
Trockene Haut nach dem Magnesia-Einsatz soll die Handcreme Revive von Rock Technologies wieder mit Feuchtigkeit versorgen. Auch die Heilung von Rissen und Abschürfungen soll Revive beschleunigen. In der stark parfümierten Creme ist vieles drin, was sich zum Teil auch in anderen Hautcremes findet.

Erprobt: Die Bürste (Bild unten rechts)
Es wirkt vielleicht ein bisschen albern, wenn muskelbepackte Erwachsene wie wild mit einer lilablassblauen Bürste die Griffe bearbeiten. Aber: Es hilft.

26.10.2011
Autor: Ralph Stöhr
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