Knowhow Chalk

"Es gibt große Unterschiede" - Stefan Donner über Chalk

Interview mit Stefan Donner, 37, kletternder Diplom-Betriebswirt aus Franken. Mit seiner Handels­agentur Triple X vertreibt er die Marken Metolius, E9 und A‘Gaudi.
Foto: Ralph Stöhr Stefan Donner

Stefan Donner

Stefan, du hast mit A‘Gaudi eine eigene Chalkmarke am Start. Wie kam es dazu?
Ich bin seit dem Abschluss des Studiums im Vertrieb von Klettersportartikeln tätig. 1999 haben wir erstmals einen Chalktest gemacht. Bis dahin kannten wir fast nur das Chalk, das wir aus Arco mitgebracht hatten, das war ziemlich schmierig. Wir haben dann festgestellt, dass es große Unterschiede gibt.

Worauf kommt es denn an?
Ursprünglich kommt das Chalk ja aus dem Turnen, und dort ist dem Chalk noch Talkum beigemischt, es wird also rutschfähig gemacht. Das geht beim Klettern natürlich gar nicht, da muss das Chalk sehr rein sein. Es sollte außerdem nicht zu fein sind, wobei über die Körnigkeit und Qualität des Chalks vor allem die Kombination aus Wärme und Zeit beim Trocknen entscheidet. Ansonsten ist die Bewertung von Chalk aber sehr subjektiv, auch weil der pH-Wert der Haut von Kletterer zu Kletterer etwas anders ist.

Was hältst du von Flüssig- und von Eco-Chalks?
Das Flüssig-Chalk eignet sich vor allem zum Bouldern sehr gut. Dass man damit, wie manche Hersteller behaupten, damit zwei Seillängen ohne Nachchalken klettern kann, bezweifle ich aber stark. Ich würde sagen, dass sein Nutzen beim Routenklettern begrenzt ist. Bei den Eco-Chalks kenne ich nur das von Metolius, weil ich selbst den Metolius-Vertrieb in Deutschland mache. Beim Eco Ball ist kein Magnesiumkarbonat drin, sondern nur Carbosil, ein Mittel, das extrem trocknet, aber keine Spuren hinterlässt. Es gibt Hallen wie das Magic Mountain in Berlin oder das Edelweiß in Wien, in denen fast ausschließlich diese Eco Balls verwendet werden.

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26.10.2011
Autor: Ralph Stöhr
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