Ausrüstung 2014 im klettern-Praxistest

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Foto: DMM Karabinerhaken Shadows New Gates von DMM

Express-Schlingen Shadows von DMM

In dieser Fotostrecke haben wir alle Ausrüstungsteile versammelt, die wir 2014 einzeln getestet haben. Die unter der Rubrik "Testival" im klettern-Magazin vorgestellten Produkte wurden von uns im Kletter-Alltag auf Herz und Nieren geprüft; hier berichten wir, wie sich das Equipment geschlagen hat.

Die Shadows von DMM gehören ohne Zweifel zu den besten Express-Sets am Markt. Kürzlich hat der walisische Hersteller seinen Sportkletter-„Exen“ stärker gebogene Schnapper an den seilseitigen Karabinern spendiert – jetzt lässt sich das Seil noch leichter klippen. Und sonst? Die Verbindungsbandschlinge ist breit genug, um in dringenden Fällen auch einmal „hinein“ zu greifen; somit erhalten die Shadows von uns ein eindeutiges Bravissimo!

Zustiegsschuh Monte EV von Dachstein

Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Denn durch den im Frontbereich, vor allem am Außenrist, sehr schlank ausfallenden und nach innen gezogenen Leisten wird man auch mit schlanken Füßen erstmal ei­ne gewisse Enge beklagen. Beim Anprobieren im Laden sollte man deshalb unbedingt die Schnürung bis ganz vorn lockern. Sitzt der Schuh dann seitlich sehr satt, so knapp vor einem unbequemen Drücken, ist er ge­nau richtig. Denn im Gebrauch weiter er sich noch ein bisschen und dann spielt er seine Stärken voll aus. Selten hat ein Zu­stiegsschuh eine derart stimmige Kombi­nation aus Gehkomfort, Halt und Klettertauglichkeit geboten. Sechs Wochen war der Monte EV von Dachstein beim Bouldern und Wandern im Himalaya im Einsatz, auf rutschigen Gras­hängen, in Blockfeldern und schließlich auch auf Schnee. Die relativ steife Sohlenkonstruk­tion bietet eine ordentliche Dämpfung, die Profilierung gibt auf jedem Untergrund eine gute Figur ab, und am Fels ist der Monte EV schlicht eine Wucht. Mit diesem Schuh kann man wirklich problem­los Vierer klettern. Hier kommt der enge, fast kletterschuhartige Schnitt voll zur Gel­tung. Für Nässeschutz sorgt eine eVent­ Membran, und das Obermaterial aus Ve­loursleder erwies sich auch auf rauem Granit als sehr abriebfest.

Fazit: Ein Hausschuh ist der Monte EV nicht, dafür der perfekte Zustiegsschuh für anspruchsvolles Gelände.

Positiv: Sehr gute Kletterperformance, perfekter Halt, gute Schnürung, prima Grip auf jedem Untergrund, wasserdicht.
Negativ: Die Dämpfung könnte etwas weicher ausfallen.
Material: Veloursleder, Synthetik-Mesh, gummierte Zonen an Spitze und Ferse
Membran: eVent
Sohle: Vibram New Runner mit Kletter-Zone an der Spitze
Gewicht (Paar): 830 gr (UK 8)
Preis: 149,95 Euro

GPS-Uhr Ambit 2 von Suunto

Die neue GPS-Uhr Ambit 2 von Suunto führt nicht nur Bergsteiger und Wanderer zum Ziel, sondern taugt dank zahlreicher Trainingsfunktionen auch für Sportler aller Art. Die Uhr ermöglicht eine einfache GPS-Navigation (GoTo, Route und Trackback) und ist zusätzlich noch mit Kompass und Höhenmesser ausgestattet. Über kostenlose Apps lässt sich die Ambit 2 mit weiteren Funktionen, vom Trainingsplan bis zur Sturmwarnung, aufrüsten.

Nachteil: Tracks aus dem Internet können nicht aufgespielt werden.
Preis: 450,00 €

Gore-Tex-Jacke Middle Tripple Jacket von The North Face

Als alpine Bergsteigerjacke preist The North Face die Jacke aus Gore-Tex Pro Shell. Mit schlankem Schnitt und langen Ärmeln sitzt sie beim Klettern sehr gut. Drei auch mit Gurt zugängliche Taschen bringen Stauraum und zusätzliche Belüftung. Wobei die kaum nötig ist, denn die neue Gore-Membran ist sehr atmungsaktiv. Der Wetterschutz ist prima, die Kapuze passt mit und ohne Helm sauber.

Fazit: Nicht billig, aber gut.
Preis: 420,00 €

Kletter-Helm Rock Rider von Mammut

Leicht und bequem, aber im Ernstfall stabil, so soll der optimale Helm aussehen. Diese Punkte erfüllt Mammuts Rock Rider ganz easy. Die Einstellung mit dem gerasterten Headband funktioniert zwar nicht ganz so leicht wie mit Drehrad, dafür verstellt sich hier nichts unbeabsichtigt. Einmal eingestellt sitzt der Rock Rider fest und bequem, die Riemen lassen den Ohren genug Platz, das Kinnband drückt nicht und die Schnalle am Kinnband lässt sich gut bedienen. Und für die Stabilität sorgt die Helmnorm EN 12492, die der Helm natürlich erfüllt.

Fazit: Leichter Helm, der sauber sitzt. Eine dünne Fleecemütze geht im Winter auch noch drunter.

Positiv: Leichter Helm, sauber einstellbar, Helm und Riemen drücken oder reiben nirgends, gute Bedienbarkeit, zahlreiche Belüftungsöffnungen, komplette Ausstattung
Negativ: Einstellung Kopfumfang könnte leichter gehen
Ausstattung: Inmolding-Helm, 16 Belüftungsöffnungen, Headband mit Schnelleinstellung, 4 Clips für Stirnlampen
Größen: 52 – 57 cm; 56 – 61 cm
Gewicht: ca. 250 Gramm (L)
Preis: 80,00 Euro

Daunen-Jacke Cerium LT Jacket von Arc`teryx

Sie wiegt fast nichts, im Rucksack nimmt sie kaum Platz weg – und trotzdem sorgt das Cerium LT Jacket von Arc'teryx für wohlige Wärme. Dafür sorgen europäische Gänsedaunen und an Stellen erhöhter Schwitz-Wahrscheinlichkeit (Kragen, Achseln, Ärmelbündchen und Saum) eine Coreloft-Kunstfaserisolierung. Die hauchdünne Außenhaut macht erstmal nicht den robustesten Eindruck. Dies schien sich im Test zu bestätigen: Relativ schnell hatte die Jacke zwei Löcher – für die sie allerdings wenig konnte. Der Holzofen hätte auch eine LKW-Plane geschmolzen, und den für das zweite Loch verantwortlichen Dorn hätte man fast als Mordinstrument verwenden können. Danach musste die Jacke noch einige Wochen allerlei Torturen überstehen, die sie schadlos wegsteckte. Vor allem die Abriebfestigkeit gegenüber rauem Granit finden wir erstaunlich.

Fazit: eine puristische, leichte Daunenjacke – ob für die Gipfelrast, das Notbiwak oder auch für einen herbstlichen Bouldertag. Durch den guten, körpernahen Schnitt eignet sie sich auch prima als Zwischenschicht.

Positiv: Gutes Wärme- zu Gewichtsverhältnis, leichtes, dennoch abriebfestes Außenmaterial, guter Schnitt
Negativ: Bei diesem Modell hat uns die Kapuze gefehlt - ist aber mit Kapuze erhältlich; Packsack in Jackentasche etwas fummelig zu bedienen
Ausstattung: 2 isolierte Außentaschen mit Reißverschluss, elastische Ärmelbündchen, vorgeformte Ärmel, Kordelzug, Packbeutel in Jackentasche
Füllung: Gänsedaune (850 cuin), Coreloft Kunstfasern
Gewicht: 240 Gramm (M)
Preis: 320,00 Euro

Foto-Rucksack Loka + Pro Series ICU Large von F-Stop

Bekannte Kletter- und Sportfotografen wie Tim Kemple, Ray Demsky und Dan Patitucci schwören schon lang auf die Produkte der Amerikaner. Verständlich! Denn F-Stop bietet ambitionierten Vertikal-Knipsern mit der Mountain Series ein modulares System, das bis ins Detail durchdacht ist. Außen ein hochwertiger Rucksack, innen findet die Kamerausrüstung in einer separaten „Internal Camera Unit“ (ICU) Platz und Schutz. Je nach Kombination von Rucksackmodell und ICU hat man noch mehr oder weniger Platz für Kletter-Gear und Verpflegung – nimmt man die ICU heraus, einen „normalen“ Alpinrucksack mit besten Materialien und top Verarbeitung. Fünf Modelle von 25 bis 62 Liter stehen zur Verfügung, der Loka mit 37 Litern ist ideal für Tagestouren an Berge und Blöcke. Von Ski-, Snowboard- und Eisgerätehalterungen über viele Fächer bis zum tollen Tragesystem ist alles vorhanden. Der Zugriff zur Fotoausrüstung erfolgt über den Rücken, alles andere erreicht man von oben. Zwei Monate war unser Test-Loka mit Pro ICU Large an Bergen, Blöcken und auf den Straßen Indiens im Einsatz – und machte ausnahmslos eine prima Figur. Wer mehr Klettermaterial mitnehmen möchte, sollte zum Tilopa BC (48 Liter) greifen oder – bei kleinerer Fotoausrüstung – den Loka mit einer Slope ICU Medium kombinieren. Erhältlich sind die guten Stücke bislang bei Globetrotter, bergfreunde.de und einigen Fotohändlern.

Fazit: Geniale, robuste und variable Kombilösung für kletternde Fotografen.

Positiv: Sehr guter Tragekomfort; robuste Materialien und Verarbeitung; Rucksack und ICU separat nutzbar; viele sinnvolle Taschen; und Befestigungsmöglichkeiten; alpintauglich.
Negativ: kein Schnellzugriff.
Material Loka: 330d Double Ripstop Nylon, 1500-mm-DWRBeschichtung; Hypalon-Verstärkungen; Duraflex-Schnallen
Volumen: 37 Liter
Gewicht: Loka: 1560 Gramm; Pro ICU Large: 760 Gramm
Preis: Loka: 259 Euro; Pro Series ICU Large: 93 Euro; Slope ICU Medium 83 Euro

Daunen-Schlafsack Glacier 500 von Mountain Equipment

Es wurde kälter als erwartet, aber selbst bei -10° Celsius sorgten die 500 Gramm 90/10 Entendaune noch für komfortablen Schlaf – obwohl der Norm-Limit-Bereich mit -5° Celsius angegeben ist. Sinnvolle Schnitte und Konstruktionen von der Kapuze bis zum Fußbereich machen‘s möglich. Und wenn es weniger kalt, dafür zugig und feucht ist, schützt das Drilite Loft II Außenmaterial. Ein robuster Allrounder für 349,90 Euro (Größe Small, Regular und Damenmodell).

Kletterseil Serenity 8.7 von Mammut

Ein Spezialseil für höchste Ansprüche ist das Mammut Serenity 8.7 mit Dreifachzertifizierung als Halb-, Zwillings- und Einfachseil. Gedacht ist es als Highend-Kletterseil für den hochversierten Onsight- und Rotpunktkletterer, der gewichtsoptimiert sein Projekt angeht. Tatsächlich macht aber ein verhältnismäßig starker Mantelanteil das Serenity 8.7 durchaus geeignet fürs reguläre Klettern – nur fürs erbitterte Projektieren und ständige Stürzen ist es ungeeignet. Zwar lässt es sich erstaunlich gut festhalten, doch ist bei nicht-blockierenden Sicherungsgeräten viel Handkraft oder ein zweiter Sicherungskarabiner nötig. Achtung: nicht Grigri-tauglich, auch nicht mit dem Grigri 2!

Positiv: Enorm leicht, angenehm im Handling, verhältnismäßig robust, ausgezeichnetes Verhalten im Einsatz, gute Haptik
Negativ: Extrem dünn, starke Handkraft erforderlich, dynamisch Sichern anspruchsvoll
Normstürze: 5; 17 bis 18; 20*
Fangstoß: 8,4; 6,3; 9,7 kN*
Gebrauchsdehnung: 9,1 %
Mantelanteil: 38 Prozent
Gewicht pro Meter: 51 Gramm
Erhältlich: 50, 60, 70 oder 80 Meter Länge
Preis: 220,00 Euro (70 m)

*einsetzbar als Einfach-, Halb- oder Zwillingsseil

Klettergurt weBee von Ocun

Luftig und leicht, so preist der tschechische Hersteller seine jüngste Innovation: Beim Klettergurt weBee von Ocun kommt statt Bandmaterial erstmals ein wabenförmig perforierter "3D-Schaumstoff" (aus PE) für Hüftgurt und Beinschlaufen zum Einsatz, der sogar waschbar ist. Eingefasst wird er von dem grün-blauen Bandmaterial, das die tragende Funktion übernimmt. Diese Konstruktion bringt wirklich etwas: Trotz verstellbarer Beinschlaufen wiegt der Gurt in Größe L deutlich unter 400 Gramm. Der Schaumstoff ist relativ weich und passt sich gut an, Trage- und Hängekomfort gehen absolut in Ordnung. Über die Langzeitbeständigkeit des neuen Materials können wir noch nicht urteilen, nach etlichen Wochen intensiven Kletterns zeigt es aber bisher keinerlei Abnutzungsspuren. Die Belüftung ist gut, aber auch unter diesem Schaumstoff schwitzt man gelegentlich. Die runden Materialschlaufen fassen locker bis zu 8 Expressen, darüber wird‘s eng.

Fazit: Der weBee bringt mehr als interessante Optik. Der 3D-Schaumstoff trägt sich bequem, und trotz Vollausstattung ist der Gurt sehr leicht – und günstig.

Positiv: Sehr leichter Gurt, bequem zu tragen, guter Hängekomfort, gut einstellbar
Negativ: Runde Materialschlaufen beim Transport vieler Exen etwas fummelig
Ausstattung: Drei-Schnallen-Gurt mit verstellbaren Beinschlaufen (hinten abnehmbar), Slide-Lock-Schnallen aus rostfreiem Stahl, 4 Materialschlaufen, Chalkbag-Schlaufe
Größen: S - XL, decken Hüftumfang von 68 bis 100 Zentimeter ab
Gewicht: 378 Gramm (L)
Preis: 49,95 Euro

Primaloft-Jacke Stance Belay Hoody von Black Diamond

Aus der fünf Modelle umfassenden „Primaloft-Reihe“ haben wir mit dem Stance Belay Hoody die wohl am universellsten einsetzbare Kunstfaser-Jacke herausgegriffen. Die Jacke ist seit Herbst im Handel und steht den anderen Modellen aus unserem Test in nichts nach. Das Stance Belay Hoody von Black Diamond glänzt mit ausgezeichneter Wärmeleistung und sehr gutem Tragekomfort. Die Kapuze und der angenehm gefütterte Kragen lassen sich exakt anpassen. Was sich allerdings durch die innen im Kragen liegenden Züge etwas umständlich gestaltet. Die Kapuze ist gut helmtauglich, nur mit ganz großen Helmen wird es unter der Haube etwas eng. Die elastischen Ärmelbündchen liegen eng an und rutschen so sehr gut in die Manschetten von Handschuhen. Der Schnitt der Jacke ist körpernah, aber nicht zu eng, so dass auch noch eine dickere Midlayer darunter passt. Auch die Bewegungsfreiheit überzeugt. Beim Klettern kneift und zwickt nichts. Die Imprägnierung ist gut, und so übersteht das Stance Belay Hoody auch leichte Regenschauer.

Fazit: Eine sinnvoll ausgestattete Jacke mit sehr gutem Wärme-Gewichts-Verhältnis.

Positiv: Sehr gute Wärmeleistung, Kragen und Kapuze präzise anpassbar, sehr guter Tragekomfort, guter Wetterschutz, gute Bewegungsfreiheit
Negativ: Anpassung von Kapuze und Kragen etwas umständlich, kein 2-Wege-RV
Ausstattung: 2 doppelt isolierte RV-Außen- und eine Brusttasche mit Medieneinsatz, 2 Einschubtaschen innen, elastische Ärmelbündchen, verstellbare, helmtaugliche Kapuze
Gewicht: 510 Gramm
Füllung: PrimaLoft Synergy + PrimaLoft One
Preis: 229,00 Euro

Uhr Pro Trek PWR-2500 ER von Casio

Ein mit vielen nützlichen Funktionen ausgestatter Zeitmesser kommt von Casio. Die Uhr lässt sich einfach bedienen und informiert über Temperatur, aktuelle Höhe, Himmelsrichtung und Luftdruck. Letzteren zeigt sie leider nur absolut und nicht auf Meereshöhe umgerechnet an. Funkgesteuert stimmt die Uhrzeit immer, auch beim Wechsel in eine andere Zeitzone. Dank Solarzellen und einem eingebauten Akku entfallen Batteriewechsel.

Gewicht: 85 Gramm
Preis: 299,00 €

Express-Set Kestrel Set von Ocùn

Mit gerade mal 56 Gramm gehören die Kestrel Expressen des tschechischen Herstellers Ocùn zu den leichtesten am Markt. Die relativ kleinen Karabiner lassen sich dank Drahtschnapper und einer Schnapperöffnung von 20 Millimetern noch sehr gut bedienen. Nur mit der ganzen Hand in den Karabiner greifen ist natürlich nicht drin. Die 8-mm-Dyneemaschlinge ist 15 Zentimeter lang. Der praktische Sixpack für alle, die Gewicht sparen wollen, kostet 74,95 Euro.

Rucksack Alpha FL 45 von Arc`teryx

Die Detail-Verliebtheit der Kanadier kennt keine Grenzen. Abgerundete Kanten an den Schulterträgern, aufwendig verschweißte Materialschlaufen an der Außenseite und akkurat verklebte 15-Millimeter-Tapes an den wenigen Nähten – beim Alpha FL 45 von Arc'teryx wurde wirklich auf jede Kleinigkeit Wert gelegt. Das beidseitig beschichtete Außenmaterial ist leicht und wirkt dennoch unzerstörbar. Auf einen Deckel wurde verzichtet, ein Auszug mit Rollverschluss (der bei Bedarf mehr als 47 Liter Zuladung ermöglicht) sorgt dafür, dass wirklich kein Wasser eindringen kann. Ein steifer Schaumstoff am Rücken gewährleistet, dass Gewicht auf den ungepolsterten Hüftgurt übertragen wird und Eisenwaren nicht allzu sehr drücken. Der Klimakomfort ist trotz Vollkontakt am Rücken akzeptabel. Die Schultergurte sind perfekt fürs Klettern konturiert, alle Halterungen funktionieren prima und sind auch mit Handschuhen gut zu bedienen.

Fazit: Pure Funktionalität, minimales Gewicht, trotzdem super robust – der Alpha FL 45 vereint alle alpinen Tugenden.

Positiv: Super leicht, trotzdem äußerst robust; Halterungen simpel und sehr funktionell
Negativ: Mit unter 30 Liter Ladung schlecht zu komprimieren
Material: Beidseitig beschichtetes N400r-AC² Ripstop Nylon
Ausstattung: Eisgeräte- und Steigeisenhalterung; Seilfixierung; Haul-Loops; Fronttasche
Volumen: 47 Liter
Gewicht: 650 Gramm
Preis: 170 Euro

Kletter-Hose Solution Pants und Chironico Sport von La Sportiva

Seit März 2014 gibt es von La Sportiva nicht mehr nur Kletterschuhe und Bergstiefel, sondern auch eine ganze Bekleidungslinie für Kletterer. Dabei geht es nicht nur um Fashion, sondern auch um Funktion. So wie bei den beiden Kletterhosen Solution und Chironico: Erstere ist eine lange Hose, die unter anderem in lebensfrohem Gelb erhältlich ist, letztere eine kurze Kletterhose. Beiden gemein ist das Basismaterial, eine Mischung aus Cordura und Elastan, die sehr gut stretcht und jede Bewegung mitmacht. Dazu trägt auch die spezielle Zwickelkonstruktion im Schritt bei. Das dünne Material ist sehr widerstandsfähig, lässt sich leicht waschen und trocknet extrem schnell. Und trägt sich auch an heißen Tagen luftig und bequem.

Fazit: Nicht wirklich günstig, aber ziemlich gut.

Positiv: Leicht, durchdachte Details, sehr atmungsaktiv und dehnbar
Negativ: An einer Hose löste sich ein kurzes Stück Faden an einer Naht
Material: Cordura/Elastan-Gemisch, Innentaschen aus Baumwolle
Ausstattung: je 2 Front- und Gesäßtaschen, Zahnbürstentasche, 1 Seitentasche (nur Solution Pants)
Gewicht: 451 g (Solution Pants, L), 318 g (Chironico Shorts, L)
Preis: 129,95 € (Solution Pants), 94,95 € (Chironico Shorts)

Alpinrucksack Mutant 38 von Osprey

Alles dran, alles drin, und das Ganze bei einem extrem geringen Gewicht, das durch Entfernen der Deckeltasche und der Rückenplatte auch noch um 350 Gramm verringert werden kann. Die neueste Version des Osprey-Rucksacks Mutant 38 glänzt zudem mit einer ganzen Reihe cleverer Details. So bleibt ohne Deckeltasche noch ein Flap mit einer kleinen Innentasche, mit dem der Rucksack geschlossen werden kann. Der mit Materialschlaufen und Halterungen für Eisschraubenclips ausgestattete Hüftgurt kann zwar nicht abgenommen werden, das Hüftband lässt sich aber ausfädeln. Dann können die Hüftflossen nach hinten geklappt und fixiert werden. So kommen sie dem Material am Klettergurt nicht in die Quere. Der Mutant 38 ist in zwei Rückenlängen erhältlich. Trotz des einfach gehaltenen Rückensystems (gebogene Platte mit Alustrebe) sitzt der Rucksack sehr gut und trägt sich mit bis zu 15 Kilogramm beladen sehr bequem. Das Meshmaterial am Rücken und an den Schultergurten lässt genügend Luft zirkulieren. Der Mutant lässt sich effektiv komprimieren. Halterungen für Ski und Eisgeräte machen die Ausstattung komplett.

Fazit: Geringes Gewicht und sinnvolle Details: Der Mutant 38 ist ein alpiner Allrounder, mit dem auch eine umfangreichere Ausrüstung locker geschultert werden kann.

Positiv: Sehr leicht, bequem am Rücken, viele clevere und funktionelle Details
Negativ: Hüftgurt nicht abnehmbar
Ausstattung: Abnehmbare Deckeltasche mit Helmhalterung; Eisgeräte- und Skihalterung; Seilfixierung; Kompressionsriemen; Innenfach für Trinksystem; Materialschlaufen am Hüftgurt; herausnehmbare Rückenplatte und Alustrebe
Volumen: 40 Liter
Gewicht: 1190 Gramm
Preis: 120,00 Euro

Sicherungsgerät & Verschlusskarabiner Unireverso von Petzl

In der neuen Version verbindet Petzl einen Atache-Karabiner mit dem neuen Reverso. Der clevere Sicherungskombi eignet sich nun auch zum Nachsichern über den Stand und hat die Vorteile, dass sich das Reverso nicht drehen und verkanten kann; außerdem ist der Karabiner vor Querbelastungen geschützt. Petzl empfiehlt das Gerät für Einfach- (ab 8,9 mm), Halb- (ab 8 mm) und Zwillingsseile (ab 7,5 mm). Das Handling des Unireverso ist ausgezeichnet. Mit alten Seilen über 10 mm Dicke wird es allerdings zäh.

Preis: 49,95 €

Kletterseil Opposite TRX 9/10 von Millet

Die eine Seite zum Ausbouldern, die andere für den Durchstieg: Von Millet kommt mit dem Opposite TRX 9/10 ein Seil mit zwei verschiedenen Durchmessern, wobei etwa 40 Prozent der Länge einen Durchmesser von 10 mm (9 Normstürze) aufweisen. Der Rest ist 9 mm (6 Normstürze) dick. Das Seil hat einen aus drei Einzelsträngen aufgebauten Kern (Triaxiale Construction) und lässt sich sehr gut handhaben. Mit lieferbaren Längen von 80 und 100 m ist es für lange Sportkletterrouten, wie etwa in der Tarnschlucht, ausgelegt.

Preis: ab 241,90 €.

Gore-Tex-Softshell Alpha Comp Hoody von Arc`teryx

Clever, die Kanadier: Kombinieren eine Softshell mit einem Gore-Tex-Wetterschutz, und heraus kommt eine sehr leichte und bequeme Jacke, die die besten Eigenschaften von beidem mitbekommen hat. Bei unserer Testjacke (andere Farben erhältlich) bestehen die dunkelgrünen Partien aus einem dreilagigen Gore-Laminat und schützen Schulter, die Oberseiten der Arme und den Hüftbereich, wo der Klettergurt anliegt, sicher gegen Nässe. Die hellgrünen Partien (die sich auf der Rückseite fortsetzen) sind aus einem extrem atmungsaktiven und dehnbaren Stretchgewebe namens Fortius. Die gesamte Jacke ist wasserabweisend, Arc‘teryx bezeichnet sie aber – obwohl auch alle Nähte getaped sind – nicht als wasserdicht. Im Test hielt sie aber selbst intensivem Regen sehr gut stand. Und überzeugte sonst vor allem durch den perfekten Schnitt, die tolle Bewegungsfreiheit und dadurch, dass sie extrem atmungsaktiv ist.

Fazit: Tolle Jacke, die mit prima Tragegefühl und Bewegungsfreiheit überzeugt.

Positiv: Leicht und weich; guter Wetterschutz; hoher Tragekomfort; helmtaugliche, gut bedienbare Kapuze; schmale Ärmelbündchen; vom Schnitt und Stretch her absolut klettertauglich
Material: N40p Gore-Laminat, Fortius 1.0-Stretchgewebe
Ausstattung: Nähte getaped, Storm-Hood-Kapuze, 2 Seitentaschen, 1 Brusttasche, verlängerter Rücken, wasserabweisende RVs
Gewicht: 420 Gramm (L)
Preis: 350,00 Euro

Klettergurt Ozone von Black Diamond

Der überarbeitete Sportklettergurt Ozone von Black Diamond überzeugt mit perfekte Sitz und großem Materialfassungsvermögen. Selbst mit zwei Sätzen Keilen, einigen Klemmgeräten und vielen Exen zum Trad-Klettern beladen, rutscht nichts und der Gurt bleibt dort, wo er sein soll. Für die vier steifen Materialschlaufen ist so eine Menge Material auch kein Problem. Die laminierte Kinetic-Core-Konstruktion von Hüftgurt und Beinschlaufen verteilt die Last gleichmäßig auf die gesamte Breite der Bänder. Die sind angenehm weich und behalten ihre Form bei. Auch längere Hängepartien lassen sich dadurch bequem überstehen. Manch einer wird eine Schlaufe für den Chalkbag vermissen. Das ist aber Geschmacksache.

Fazit: Ein perfekt sitzender, leichter und bequemer Sportklettergurt.

Positiv: Sehr leichter Klettergurt, funktionelle Materialschlaufen, Schnalle am Hüftgurt mit sehr gutem Handling
Negativ: Keine Schlaufe für Chalkbag
Ausstattung: Vier steife Materialschlaufen, geschmiedete Speed-Adjust-Schnalle, Beinschlaufen hinten abnehmbar
Größen: vier Größen (S - XL) decken einen Hüftumfang von 69 bis 99 cm ab
Gewicht: 324 Gramm (L)
Preis: 89,90 Euro

Kletterschuh Tarifa von Tenaya

Allrounder und Highend-Schuh, Komfort und extreme Performance – passt das alles zusammen? Tenaya verspricht beim Tarifa von Tenaya genau das und kombiniert dazu eine ganze Reihe verschiedener Technologien. Die firmeneigenen Bezeichnungen dafür lauten RB Range System, SXR Dynamic und Free Toe. Auf Deutsch stellen wir fest: Der Tarifa ist ein ziemlich weicher Schuh, der aber auch auf kleinen Kanten sehr sicher und präzise steht. Und auf Reibung ebenso. Er kommt zwar durchaus asymmetrisch und mit agressivem Downturn daher, sitzt aber am Fuß sehr bequem. Der von Alex Megos getragene Kletterschuh Tarifa nutzt eine Reihe unterschiedlicher Gummis (Sohle, Randgummi, Ferse, Toepad) sowie eine Kombination aus Stretchzunge und Schnellschnürung, um den Schuh sicher am Fuß zu halten und gleichzeitig ausreichend Flexibilität für alle Steh-, Hook- und Ziehtechniken zu bieten.

Fazit: Bouldern, steile Wände, gemütliche Platten: Der Tarifa macht in jedem Gelände eine gute Figur.

Positiv: Komfortabel, dennoch präzise und sehr sensibel; Schnellschnürung läuft gut und fixiert gut; in extrem steilem Gelände ebenso einsetzbar wie auf Reibung
Negativ: Kleine Tritte brauchen eine gute Portion Zehenkraft
Ausstattung: Synthetisches, perforiertes Obermaterial, Baumwollfutter, Stretchzunge mit Lycra, Schnellschnürung
Sohle: Vibram XS Grip, 3,5 mm
Größen: 33 - 48,5 EUR
Preis: 129,95 Euro

Stirnlampe Tikka RXP von Petzl

Der Klassiker unter den kompakten Stirnlampen kommt jetzt mit der Petzl eigenen Reactive Lighting Technologie. Dabei passen sich Leuchtkraft und Leuchtweite (Form des Lichtkegels) automatisch dem Einsatz an – etwa ob man liest oder in die Ferne schaut. Für eine rein akkubetriebene Lampe strahlt die RXP ausdauernd (beim Wandern etwa 5 Stunden, Lesen 15 Stunden) und extrem weit (bis 110 m). Zur Ausstattung gehören Rotlicht, Anzeige der Akkuleistung und Einschaltsperre.

Gewicht: 110 Gramm
Preis: 99,95 €

Verschlusskarabiner Mega K6G von Grivel

2014 präsentierte die italienische Hardware-Schmiede Grivel einen völlig neuen Mechanismus für Verschlusskarabiner: Zwei gegenläufige Schnapper machen dabei ein versehentliches Öffnen unmöglich. Mit dem Verschlusskarabiner Mega K6G ist nun das erste Modell auf mit Doppelschnapper auf dem Markt. Die Bedienung des ungewöhnlichen Mechanismus' erfordert allerdings etwas Übung, vor allem beim Einhängen in einen Haken oder ins Seil.

Gewicht: 82 g
Preis: 12,95 €.

Jacke Trango von Tilak

Aus der Tschechischen Republik kommt eine Softshelljacke, die dank ihres sehr elastischen Materials jede Bewegung mitmacht. Das Material der köpernah geschnitten Trango von Tilak kommt ohne Membran daher. Dadurch ist die Jacke zwar nicht komplett winddicht, lässt aber bei schweißtreibenden Zustiegen jede Menge Dampf durch. Ärmelbündchen und Kragen liegen gut an. Die Nähte sind Ultraschall-verschweißt und getapet. Zusammen mit der guten Imprägnierung hält die Trango so auch kleineren Schauern oder Nieselregen stand. Kleines Manko: Die tief sitzenden Seitentaschen werden vom Klettergurt überdeckt.

Fazit: Robuste, gut geschnittene Jacke, die mit viel Beweglichkeit und Atmungsaktivität überzeugt.

Positiv: Robustes, geschmeidiges und elastisches Material, sehr gute Bewegungsfreiheit, gute Imprägnierung
Negativ: Seitentaschen mit Klettergurt nicht zugänglich
Ausstattung: 3 Außentaschen mit Netzinnenfutter, 2 Innentaschen, verlängerter Rücken, Zwei-Wege-RV, elastische Ärmelbündchen mit Daumenschlaufen, Kordelzug im Bund, Nähte getapet
Gewicht: 440 Gramm (L)
Preis: 339,90 Euro

Expeditions-Zelt Stronghold von Mountain Hardwear

Das Stronghold von Mountain Hardwear ist definitiv kein Zelt für jedermann, was allein schon am Preis liegt. So beeindruckend wie dieser sind auch die Eigenschaften des Zeltes. Mit zwei Metern Innenhöhe und 4,5 Metern Durchmesser finden darin bequem zehn Leute mit Stühlen und Tischen Platz. Als Sturmböen und Regen mit über 80 Kilometer pro Stunde über den Platz pfiffen, ging das eine oder andere benachbarte Zelt schon bedenklich in die Knie und zerrte gewaltig an den Abspannleinen. Beim Stronghold hatten wir die noch nicht mal ausgepackt. Den Aufbau des typischen Basislagerzeltes mit seinen 15 Gestängebögen sollte man aber vorher bei gutem Wetter üben. Wenn mindestens drei Personen mit anpacken, steht die Hütte dann auch unter widrigen Bedingungen recht flott.

Fazit: Der Name ist Programm. Wenn das Gelingen einer Expedition oder die eigene Gesundheit von einem stabilen Zelt abhängt, wird man auch den Preis nicht scheuen.

Positiv: Sehr geräumig, extrem windstabil, sehr gute Verarbeitung, viele Belüftungsmöglichkeiten
Negativ: relativ kleine Eingänge, stolzer Preis
Ausstattung: 15 Gestänge aus Aluminium, 2 Eingänge, Snowflaps, zahlreiche Belüftungsöffnungen, 5 Fenster, Netz-Innentaschen, Zeltnägel, Abspannleinen, Dufflebag, Zeltboden zusätzlich lieferbar.
Maße: 4,50 x 4,50 x 2,26 m (außen)
Gewicht: 20 Kilogramm
Preis: 4000,00 Euro
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