Klettern in der Tarnschlucht

Tarnschlucht: Info rund ums Klettern in der Tarnschlucht

Wo ist's genau, wie kommt man hin, wann lohnt es sich am meisten? Alle wichtigen Informationen rund ums Klettern in der Tarnschlucht findet ihr hier.

Die Gorges du Tarn befindet sich zwischen den Städten Millau und Mende rund 100 Kilometer Luftlinie nordwestlich von Montpellier. Der nächstgelegene Ort zu den Klettergebieten ist Les Vignes. Derzeit existieren rund 700 Routen.

In der Regel spielt sich die Kletterei an scharfkantigen Löchern ab. In manchen Sektoren sind zur Abwechslung aber auch mal Leisten oder Aufleger zu halten. Geneigte Platten sucht man vergeblich. Geklettert wird meist in der Senkrechten oder jenseits davon – von leicht abdrängend bis brachial überhängend ist alles geboten.

Anreise:
Von Deutschland am besten auf der A36 über Besançon, bis bei Beaune die A6 kreuzt. Weiter auf dieser nach Süden bis zur Ausfahrt Chalonsur- Saône Sud. Nun erst auf der N80, dann auf der N70, N79 und N1079 über Montceau-les-Mines Richtung Moulins, bis südlich der Stadt die N9 kreuzt (alles größtenteils drei- und vierspurig ausgebaut). Nun auf dieser Richtung Süden nach Gannat und hier auf die A719, die in die A71 mündet. Auf dieser über Clermont-Ferrand bis zur Ausfahrt 42 „Sevérac-le-Château“. Von hier über Le Massegros nach Les Vignes. Von der Schweiz über Lyon und St.-Etienne nach Clermont-Ferrand und weiter wie oben.

Übernachtung:
Camping Le Beldoire, direkt südlich der Klettersektoren zwischen Les Vignes und dem Pas de Soucy: www.camping-beldoire.com. Camping La Blaquière (Spielplatz, kinderfreundlicher Strand), flussaufwärts zwischen den Klettergebieten und La Malène: www.campinggorgesdutarn.fr. Camping Terrados in Les Vignes: www.campingleterrados.fr. Camping Municipal de Brouillet in Le Rozier am Zusammenfluss von Tarn und Jonte (sinnvoll, wenn man auch in der Jonte- und der Dourbie-Schlucht klettert), www.camping-lerozier.com. Die Campingplätze sind meist von Ostern bis Mitte/Ende September geöffnet. Im Umkreis gibt es auch mehrere Gîtes (www.gites-de-france.fr). Oder: Gästehaus von Ruth & Jürgen Dewess in Cabrières, im Frühjahr ab Mitte April und im Herbst bis Anfang November geöffnet; Übernachtung ab 16 €/Person/Tag: www.cabrieres.net. Weitere Infos unter www.office detourisme-gorgesdutarn.com, www.gorgesdutarn-sauveterre.com oder www.lozeretourisme.com

Verpflegung:
Kleinere Läden gibt es in Les Vignes, La Malène und Le Rozier, größere Supermärkte und einen Kletterladen („Horizon“, 6 Place Lucien Grégoire – Place Foch, www.horizon-millau.com) finden sich im knapp 40 Kilometer entfernten Millau, dessen Altstadt außerdem zum Bummeln einlädt.

Material:
Da viele Routen 30 Meter oder länger sind, ist ein 70-Meter-Seil Pflicht. Teilweise ist sogar ein 80- oder 100-Meter- Seil erforderlich. Für manche der bis zu 70 Meter langen Routen benötigt man um die 20 Exen.

Absicherung:
Seit der Sanierung ausnahmslos mit guten Bohrhaken oder Bühlern. Die Hakenabstände werden allerdings in der Regel mit zunehmender Höhe immer größer – das heißt: zu Beginn der Routen gewohnt südfranzösisch, zum Umlenker hin sind Runouts von fünf oder mehr Metern nicht ungewöhnlich.

Tipp:
Da die Parkmöglichkeiten bei manchen Sektoren sehr begrenzt sind, empfiehlt es sich, ein Fahrrad dabei zu haben. Vom Camping Beldoire sind es weniger als vier Kilometer zum am weitesten entfernten Sektor!

Beste Jahreszeit:
Ende April bis Mitte Juni sowie September bis Mitte Oktober. An Ostern respektive im Spätherbst kann man Glück haben, es kann aber auch recht kühl sein. Im Sommer wird es in der Regel zu heiß.

Und sonst? Benachbarte Klettergebiete:

Gorges de la Jonte
Das kleine Flüsschen Jonte hat ebenso wie der Tarn eine tiefe Schlucht in die Hochebene der Causses gegraben. Die Felsen am Nordufer, die wegen ihrer Höhe und beeindruckenden Formen als erste der Region beklettert wurden, sind heute weniger besucht. Zu Unrecht, den die Routen mit bis zu sieben Seillängen bieten Kletterei der Extraklasse und spektakuläre Tiefblicke. Für Genusskletterer ist die Gorges de la Jonte ein Paradies, denn vor allem die leichten und mittelschweren Routen suchen ihresgleichen. Die Wände werden von Le Rozier aus erreicht und bieten rund 400 Routen, die die etwas längeren Zustiege definitiv lohnen.

Gorges de la Dourbie
Die dritte im Bunde ist die südlichste der Trois Vallées des Kletterns. Mit „Le Boffi“ und „Cantobre“ sind in der Gorges de la Dourbie derzeit zwei recht unterschiedliche Klettergebiete erschlossen. Cantobre ist den Hardmovern vorbehalten und bietet rund 80 Routen, vorwiegend in Schwierigkeitsgraden ab 7a aufwärts. Ganz anders Le Boffi. Das am Schluchtende gelegene Gebiet beherbergt über 200 Routen von 4b bis in den neunten Franzosengrad, darunter viele lohnende Klettereien von 5 bis 6b. Die längsten davon, wie etwa Retour au Source (5c) sind bis zu drei Seillängen lang.

Alternativen für Ruhetage

Die Tarnschlucht ist auch ein Paddelparadies, Kanus gibt‘s an jeder Ecke zu leihen. Die üblichen Strecken reichen dabei entweder von La Malène bis kurz vor den unbefahrbaren Pas de Soucy oder von Les Vignes weiter flussabwärts.

Auch unter der Erde hat die Gegend viel zu bieten. Die gewaltigen Tropfsteinhöhlen unter den Karsthochflächen der Causses sind schon fast Pflicht. Zu den schönsten gehören die Grotte de Dargilan (www.grotte-dargilan.com) und die Grotte de l‘Aven Armand (www.aven-armand.com)

Wer Geier einmal aus nächster Nähe sehen will, kann dies in der Gorges de la Jonte tun, wo sie beim Klettern ständig über einem Kreisen. Ein Besucherzentrum und ein Aussichtsspunkt laden dazu ein (www.vautours-lozere.com

So ganz nebenbei eignet sich die Gegend auch noch hervorragend zum Wandern und Radfahren. Ob mit Rennrad oder Mountainbike, ob über die einsamen Hochflächen oder durch die Schluchten bleibt dabei jedem selbst überlassen.

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03.04.2014
Autor: Olivier Obin
© klettern
Ausgabe 02+03/2014