KL Kletterhalle Waldau Klettern 17 Fragen teaser Ralph Stöhr

17 dumme Fragen zum Klettern (plus: Antworten)

Was ihr übers Klettern schon immer mal wissen wolltet

Sind Klimmzüge gutes Training fürs Klettern? Woher wissen die Routenbauer, wie sie die Routen entwerfen sollen? Was hilft gegen dicke Arme?

Der Klettersport ist vielfältig, und zwischen Boulder und Berg liegen einige Fragezeichen. Woher zum Beispiel wissen eigentlich die Routenbauer, die in der Kletterhalle Boulder und Routen in die Wand setzen, was sie tun? Woran erkennt man, ob die Kletterschuhe passen?

Wer sich immer schon einmal gefragt hat, wie man am besten fürs Klettern trainiert oder wie genau "gute Fußtechnik" nun aussehen soll (und wo, zur Hölle, man sie eigentlich herbekommt), lese unsere Antworten auf unsere gesammelten "dummen" Fragen rund ums Klettern, um dann vielleicht noch bessere Antworten unten ins Kommentarfeld zu packen.

Rock on.

Welche Eigenschaft zeichnet gute Kletterer aus?

Ist es Körperkontrolle oder Kompetenz im Kuchenessen?

Vielleicht. Doch die alles überragende Eigenschaft von guten Kletterern ist Begeisterungsfähigkeit.

Denn ohne Begeisterung und Motivation kommt man gar nicht erst auf die Idee, ausdauernd, diszipliniert, mit Leidenschaft und vielleicht sogar sturköpfig viel zu klettern. Regelmäßig mit Vollgas zu trainieren. Oder gewisse Routen / Boulder / Züge immer wieder zu probieren. Sich mental zusammen zu reißen, Angst und Zweifel (und damit sich selbst) zu überwinden. Nicht aufzugeben. Locker zu bleiben, wenn es anstrengend oder haarig wird. Rückschläge zu ertragen, sich selbst kritisch zu hinterfragen, komplexe Sachverhalte richtig einzuschätzen und sich nicht entmutigen zu lassen.

Wir nennen es Motivation oder Psyche (Syke, Dude!), Biss, Spass - wie auch immer, je mehr davon, desto besser.

Sind Klimmzüge gutes Training fürs Klettern?

Klare Antwort: Jein!

Wenn Du noch nicht so lang kletterst und es in Sachen effiziente Bewegung viel zu lernen gibt, ist umfangreiches Klimmzugtraining nicht sehr sinnvoll. Denn: Wer viel Kraft hat, braucht weniger Klettertechnik. Anders herum gilt: Mit wenig Kraft sind wir gefordert, zu tricksen und zu denken - beste Ansätze, um die Klettertechnik und das Bewegungsrepertoire zu verbessern.

Regelmäßiges "Klimmziehen" beschert dem Körper zwar Kraft, aber diese hilft bei vielen Kletterbewegungen bis zum siebten Grad gar nicht so viel. Klettertechnik, also saubere und effiziente Bewegungsausführung wiederum lernt man schneller, wenn man nicht (zu) stark ist.

Wenn Du schon länger kletterst, den siebten Grad beherrschst, und sich aber nichts mehr tut in Sachen Leistungssteigerung, dann sind Klimmzüge oder auch andere Kraftübungen eine sinnvolle Ergänzung zum Bouldern und regelmäßigen Klettern.

Wie eng müssen Kletterschuhe sitzen?

Eng.

Wie eng genau, hängt davon ab,

1) wen man fragt
2) wie schmerzresistent der Gefragte ist
3) auf welcher Art von Tritten man stehen möchte.

Generell sollten die Kletterschuhe den Fuß satt umschließen, ohne Luft zwischen Fuß und Schuh zu lassen. Manche Kletterschuh-Modelle sehen vor, dass die Zehen aufgestellt sind, andere sehen nahezu ausgestreckte Zehen vor. Grundsätzlich stoßen die Zehen vorne an.

Es gibt keine universale Empfehlung, außer: Der Schuh darf keine Schmerzen verursachen und sollte der eigenen Fußform gut angepasst sein. Alles andere muss man im persönlichen Versuch ausprobieren, entweder mit Leih-Schuhen in der Kletterhalle oder beim Anprobieren im Fachhandel.

KL Ausrüstung zum Klettern
Szene

Und was ist, wenn man runterfällt? Ist das nicht gefährlich?

Stürzen beim Klettern ist gemeinhin weniger gefährlich, als Außenstehende annehmen. Dennoch gibt es mehr oder weniger riskante Stürze.

Gemeinhin stürzen sollte man nicht:
1) im plattigen oder verblockten Gelände, in sehr leichten Routen mit großen Haken-Abständen und über großen, aus der Wand herausragenden Strukturen (wie zum Beispiel Absätze oder Vorsprünge) - an denen kann man sich verletzen, wenn man darauffällt oder ungünstig "einschlägt".
2) Vor dem ersten Haken; zwar sind die Stürze meist nicht sehr hoch, aber auch aus geringer Höhe kann man sich dabei Verletzungen zuziehen.
3) Beim Tradklettern, Alpinklettern oder im Elbsandstein; sowie bei alten und wenig verlässlichen Sicherungspunkten.

Weniger gefährlich und prinzipiell einkalkuliert sind Stürze
- in der Kletterhalle;
- beim Sportklettern; meist gibt es sichere Bohrhaken in zivilen Abständen, die einen Sturz sicher abfangen und ungefährlich machen.
- beim Bouldern; mit Spotter und Crashpad lassen sich Gefahren wie Umknicken und das unkontrollierte Stürzen auf Wurzeln oder Steine entschärfen.

Generell gehört Stürzen und Runterfallen beim "modernen" Klettern dazu. Denn wer sich nicht aus der Komfortzone heraus und an die sogenannte Sturzgrenze heranwagt, wird auch die eigene Leistungsgrenze nicht erreichen. Oder gar verschieben...

KL Ein bisschen Angst
Training
KL Falsches Flugverhalten
Sicherheit

Was ist der ideale Körperbau fürs Klettern?

A.K.A.: Bin ich nicht viel zu schwer / zu klein / zu ungelenkig zum Klettern?

Klar, wer viel Kraft und wenig Körpermasse hat, ist (etwas) im Vorteil. Auch eine gewisse Gelenkigkeit hilft, den Schwerpunkt optimal an der Wand zu positionieren, weil man einfach mehr Möglichkeiten für verschiedene Kletter-Bewegungen hat. Große Kletterer können zwar so manchen "Längenzug" easy machen, bekommen aber an Dachkanten oder bei hohen Tritten dafür Probleme. Außerdem sind bei ihnen die Hebelverhältnisse nicht optimal. Kleine Kletterer sind bei weiten Zügen zwar im Nachteil, können sich dafür aber oft besser "zusammenfalten" und punkten mit weniger Gewicht, das sie die Wand hinauftransportieren müssen.

Doch beweisen viele starke Kletterer, dass man keineswegs mittelgroß und superdünn sein muss, um stark und gut zu klettern. Helmut 'Heli' Kotter zum Beispiel hat deutlich mehr Muskelmasse, als das angenommene optimale Kraft-Gewichts-Verhältnis für Kletterer erlaubt. Michael 'Much' Mayr mit seinen über 190cm Länge ist deutlich größer als der Durchschnittstopkletterer (beide sind locker im elften Grad unterwegs); Hazel Findlay und Petra Klingler zeigen, dass man nicht ungesund dürr sein muss, um auf Weltklasse-Niveau zu klettern. Wenn man allerdings aus der Statur vieler Topkletterer Rückschlüsse ziehen darf, dann ist die ideale Figur drahtig, schmal und muskulös und circa 160 bis 175cm groß.

Was heißt das denn nun?
Stimmt, leichter sein hilft. Aber doch nicht so viel, als dass es im Vergleich zum Kletterkönnen arg viel ausmacht.

Was heißt eigentlich "gute Fußtechnik"?

"Gute Fußtechnik" ist vielleicht ein irreführender Begriff - denn oft ist damit gemeint, dass die jeweilige Person es schafft, viel Gewicht mit den Füßen und Beinen an der Wand zu halten, und nicht mit den Armen. Dabei helfen die Arme aber durchaus mit.

Außerdem gehört auch dazu, zu erkennen, wann welche Bewegung gefragt ist: Gute Kletterer "lesen" die Route, machen sich schon vor dem Einsteigen einen "Plan", und versuchen zu antizipieren, welche Griffe und Tritte sie in welcher Abfolge nutzen wollen.

Woran erkennt man gute Fußtechnik?
Die Bewegungen des Kletterers sind leise, flüssig und entspannt. Die Füße machen kein Geräusch beim Auf-den-Tritt-setzen, die Füße rutschen nicht vom Tritt, die Bewegungen sind präzise und strahlen Leichtigkeit und Eleganz aus.

Und woher bekommt man sie?
Durch viel Klettern. Vom Bouldern. Beim Spielen mit unterschiedlichen Bewegungen. Durch Abgucken bei guten Kletterern. Und: ja, Gelenkigkeit hilft.

KL_Sparsam_TEaser24x16 (jpg)
Training
KL Kletter-Technik - Miri klettert an der Kunstwand
Training
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Training

Wie unterscheidet sich das Klettern in der Kletterhalle vom Klettern am Fels?

In der Kletterhalle ist alles aufs Klettern, also das Erklimmen einer Route bei größtmöglicher Sicherheit, ausgelegt. Draußen ist das Gegenteil der Fall.

In der Kletterhalle gibt es genormte Zwischensicherungen, Mattenboden, Griffe in Form von bunten Wegweisern und hoffentlich ausgezeichneten Cappucino. Und ein Klo mit Wasserspülung. Und Mülleimer.

Draußen gilt es, den Fels zu finden, beim Parken nicht die Anwohner zu verärgern, Routen oder Boulderblöcke ausfindig zu machen, mit widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen, und dann auch noch Griffe und Tritte - soweit man sie denn findet - in die richtige Reihenfolge zu sortieren.

Außerdem sind Griffe und Tritte gemeinhin kleiner und verstecken sich gern: Getarnt als minimale Unebenheit im Fels wollen Tritte sich oft einfach nicht erkennen lassen. Dass die Haken grundsätzlich deutlich weiter auseinander sind als in der Kletterhalle, ist noch ein relevanter Faktor. Außerdem gibt's am Fels meist weder Cappucino noch Klo...

KL Sportklettern bei Chamonix Sarah Burmester
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KL Klopapier im Wald
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Welche Verletzungen treten beim Klettern am häufigsten auf?

Vielleicht ein geknicktes Ego?

Auf den Körper bezogen lassen sich die meisten Verletzungen im Klettersport auf Überlastung zurückführen.

Die Hitparade der Verletzungen beim Klettern (laut einer britischen Studie):

40 Prozent Fingerverletzungen
16 Prozent Schulterverletzungen
12 Prozent Ellbogen-Beschwerden
5 Prozent Knie-Probleme
5 Prozent Rückenbeschwerden
4 Prozent Handgelenksbeschwerden

Auch das Karpaltunnelsyndrom in leichter Ausprägung taucht bei vielen Kletterern auf (rund 25 Prozent). Dabei drückt die durchs Klettern verdickte Beugesehne in der engen Bindegewebsröhre am Handgelenk ("Karpaltunnel") auf den Mittelarmnerv. Symptome sind "eingeschlafene" Finger und Hände.

KL Finger Tapen fürs Klettern - teaser
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Worauf kommt es beim Klettern am meisten an?

Natürlich darauf, möglichst viele Anwesende zu beeindrucken!

Spaß beiseite: Gemeinhin wird angenommen, dass vor allem starke Arme und ein dicker starker Bizeps vonnöten sind, um zu klettern. Wer Zehner klettern möchte, sollte auch tunlichst kraftvolle Arme und einen starken Oberkörper mitbringen.

Doch beim genaueren Hinsehen spielen beim Klettern auf jedem Niveau viele Faktoren mit: Die Fingerkraft ist nicht zu unterschätzen und vor allem die Fähigkeit, die dem Körper zur Verfügung stehende Kraft auch an die Wand zu bringen. Dafür wiederum braucht es Klettertechnik, Taktik und auch Sekundärtugenden wie Durchhaltevermögen, Kreativität und Entschlossenheit. Um Wolfgang Güllich zu zitieren: "Das Gehirn ist der wichtigste Muskel beim Klettern."

Und schließlich gibt es noch eine weitere Antwort: Spaß!

Woher wissen die Routenbauer, wie sie die Routen entwerfen sollen?

Welcher Griff wohin kommt und wie die passenden Tritte dazu aussehen, befinden Routenbauer anhand von Erfahrung und Vorstellungsvermögen. Es gibt kein Patentrezept und keine Blaupause für Boulder oder Routen in der Kletterhalle.

Daher müssen gute Routensetzer ein ausgeprägtes Bewegungsgefühl und langjährige Kletter-Erfahrung haben; und natürlich Fantasie und handwerkliches Geschick. Oftmals ergeben sich aus der Wandneigung, den vorhandenen Griffen und der geforderten Schwierigkeit viele Möglichkeiten, aus denen die Routenbauer etwas machen müssen.

Es gibt Fortbildungsseminare für Routensetzer im Kletterhallenbetrieb (zum Beispiel unter www.routensetzer.de oder über das Ausbildungsprogramm des Alpenvereins, DAV) und Lehrgänge für Wettkampf-Schrauber beim DAV.

Bei Wettkämpfen werden eher "undankbare" Kombinationen geschraubt, da die Kletter-Sequenzen ja die fähigsten Kletterer selektieren sollen; im normalen Kletterhallen-Betrieb geht es vor allem darum, für alle unterschiedlichen Körperproportionen machbare und interessante Bewegungsabfolgen zu kreieren.

Wie kommen die Bohrhaken in die Wand?

Überall auf der Welt (oder fast überall) stecken in den schönsten Felsen und Linien Bohrhaken und ermöglichen den herumreisenden Kletterern, mit Hilfe von Topo-Führern und Empfehlungen, einfach den Fels zu beklettern. (Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel beim Alpinklettern und auf den britischen Inseln sind Bohrhaken nicht verbreitet, hier muss mit mobilen Sicherungsgeräten gearbeitet werden.)

Jede Route mit Bohrhaken wurde eingerichtet oder auch "eingebohrt". Das heißt, jemand hat sich die Mühe gemacht, mit Bohrmaschine entweder Ground-up (von unten) oder aus dem Abseilen (von oben) Bohrhaken in der Route zu platzieren. Meist hat diese Person die Route auch geputzt (Dreck, Sand und loses Gestein entfernt) und oft auch erstbegangen.

Es ist ein Privileg, an den Felsen zu kommen und dort Bohrhaken vorzufinden, die das relativ sichere Vergnügen des Kletterns möglich machen. Unsere Dankbarkeit gilt daher den Erschließern der unzähligen Routen auf dieser Welt, die in mühevoller Arbeit ihre Energie und ihr Geld investiert haben, um uns das verhältnismäßig sichere Begehen von Routen zu ermöglichen.

Kann man auch in den Alpen höhenkrank werden?

Ja. Denn die Alpen weisen Höhen über 2500 Meter auf. Ab dieser Höhe nehmen Luftdruck und Sauerstoffgehalt so weit ab, dass es zu Kopfschmerzen und Schwindelgefühl kommen kann. Dies sind erste Anzeichen der Höhenkrankheit.

Wann Symptome von Höhenkrankheit einsetzen, ist individuell unterschiedlich. Plant man Besuche hoher Gipfel, ist es sinnvoll, sich auf mindestens 2000 Metern einzurichten und sich mit einer verhältnismäßig leichten Tour einzugewöhnen ("Akklimatisation").

Kritisch wird es in der Regel bei Höhen ab 3500 Metern. Fühlt man sich schlecht, unbedingt pausieren und zur Not abbrechen und ins Tal absteigen.

Wie trainiert man am besten fürs Klettern?

Klettern lernt man am besten durch Klettern. Klettern trainiert man auch gut mit viel Klettern. Ideal ist Bouldern und das Probieren von schweren Zügen, dabei kann man kletter-spezifisch trainieren.

Es gibt auch eine Reihe von Kraft-Übungen, die helfen, die fürs Klettern nötige Kraft zu vergrößern. Je näher der Bewegungsablauf einer Übung dabei dem Klettern kommt, desto besser. Daher eignen sich ab einem gewissen Kletterlevel Klimmzüge, Bauch-Aufzüge und das Campusboard fürs Klettertraining. Ergänzend sind auch Übungen für die Rumpfkraft sinnvoll.

Allerdings verheißt viel Kraft nicht notwendigerweise gutes Kletterkönnen. Daher raten Klettertrainer grundsätzlich, in erster Linie Trainingsreize beim Klettern und Bouldern zu setzen - etwa durch das Probieren von Zügen über dem eigentlichen Limit und eine Steigerung des Umfangs - und erst anschließend noch allgemeine Kraft-Übungen zu machen.

Fingerkraft lässt sich auch am Griffbrett trainieren. Allerding sind diese Geräte (ähnlich wie das von Wolfgang Güllich entwickelte Campusboard) mit einem hohen Verletzungsrisiko behaftet und daher eher für geübte Kletterer und Trainingsprofis geeignet.

KL Ausgleichstraining Patrick Matros old school
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Was heißt "weich sichern" und wie geht das?

Wenn ein Vorstiegssturz abrupt gebremst wird, also die sichernde Person sofort und hart "zu macht", dann fällt die kletternde (hier: fallende) Person mit recht viel Wucht in die Wand. Im überhändenden Gelände ist das weniger problematisch, aber im geneigten, senkrechten und nur leicht überhängenden Kletter-Gelände birgt der "Einschlag" des Kletterers in die Wand einiges Verletzungsrisiko.

Tatsächlich berichtet der Alpenverein, dass die meisten Unfälle passierten, weil die Kletterer mit zuviel Energie in die Wand prallen.

Gegenmittel ist das "weiche" Sichern. Ist die sichernde Person deutlich leichter als die kletternde, passiert dies sozusagen automatisch. Gerade beim umgekehrten Fall jedoch ist weich Sichern sinnvoll.

Weich sichern bedeutet, den Sturz sanft abzufangen. Dies erreicht man, indem man entweder
1) sich dem ersten Sicherungspunkt nähert, zum Beispiel leicht hochspringt, im exakten Moment, wenn der Seilzug sich strafft; oder
2) kontrolliert etwas Seil durchs Sicherungsgerät hindurchgibt, also nur sanft bremst zum "zu machen".
Beides muss zeitlich perfekt abgestimmt sein - zu frühes Seilgeben verlängert nur den Sturz (aber verringert nicht die Aufprall-Energie), zu spätes kann den Kletterer kopfüber an die Wand schleudern, wenn die Füße schon an der Wand waren (und aber noch Seil nachgegeben wird).

Achtung: Beide Methoden erfordern Übung, Augenmaß und Koordination! Daher sollten sie unter fachkundiger Anleitung erlernt werden.

Wie kommen die Gehzeiten auf den Wegweisern zustande?

In Deutschland wird nach Norm gegangen, und zwar nach "DIN 33466 Wegweiser für Wanderwege". Danach schafft man pro Stunde 300 Höhenmeter bergauf, 500 bergab und vier Kilometer in der Ebene.

(In der Schweiz rechnen sie aber knapper, oder? Die Kollegen vom outdoor-Magazin haben bei "Schweizer Wanderwege" einen Vergleich durchführen lassen - die Institution ist in der Schweiz für die Berechnung von Gehzeiten zuständig. Ergebnis: Für die Beispielroute von der Riffelalp zum Gornergrat benötigt man nach deutscher Formel 3 h 39 min, nach Schweizer Rechnung aber nur 2 h 35 min.)

Wie und wo lernt man das Klettern am besten?

Mittlerweile gibt es fast in jeder größeren Stadt Kletterhallen, die Kurse anbieten. Einer der größten Anbieter sind die Sektionen des DAV, bei denen Klettern und Sichern erlernt werden kann.

Die meisten Kletterhallen bieten neben Einsteiger-Kursen auch Training für Fortgeschrittene und spezielle Techniktrainings an.

Der allerbeste Ort indes, um das Klettern zu erlernen, ist der Fels. Denn kein Trainer bietet so viele unterschiedliche Herausforderungen wie natürlicher Fels, an denen man sich als Kletterer versuchen kann. Je mehr verschiedene Klettergebiete und Gesteinsarten ein Kletterer kennt und meistert, desto kompletter wird die Klettertechnik.

Was mache ich gegen dicke Arme?

Bouldern. Dabei bekommt man selten dicke Arme.

Im Ernst: Wer aber doch Längeres klettern möchte, versuche es mit:
Pause. Schütteln. Atmen.

Es ist sinnvoll, sich langsam und gründlich aufzuwärmen, denn wer zu früh zu fest zupackt, kann mit dem gefürchteten "Kaltpump" rechnen, der dafür bekannt ist, dass er schon einmal den gesamten Klettertag zerstört, weil man sich davon so schlecht erholt.

In gewissem Rahmen ist auch allgemein Grundlagenausdauer hilfreich, sprich: joggen oder anderer Ausdauersport.

Und sonst hilft: trainieren. Also das regelmäßige Kämpfen gegen dicke Arme. Und dabei hilft natürlich... siehe Antwort auf Frage 1.

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