Teil des
KL Europameisterschaft Klettern TEaser Sarah Burmester

Wettkampfklettern

Um die Wette klettern

Kletterwettkämpfe - wann finden wo welche statt, und wie funktionieren sie überhaupt? Und wer darf mitmachen? Hier gibt es den großen Überblick.

Das Wettkampfklettern in Deutschland wird maßgeblich von den Vorgaben der International Federation of Sport Climbing (IFSC), dem internationalen Verband fürs Wettkampfklettern, bestimmt. Angelehnt ans internationale Reglement hat der Deutsche Alpenverein (DAV) als nationaler Wettkampfverband in Deutschland die Disziplinen, Regeln und Punkte festgelegt.

Die Disziplinen

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Sarah Burmester
Wettkampfrouten werden nach oben hin immer schwerer - wie auch die Finalroute der Damen bei der Europameisterschaft 2010 (Kletterin: Johanna Ernst).
  • Lead (Schwierigkeitsklettern im Vorstieg)

Geklettert wird mit Seil an bis zu 18 Meter hohen Wänden. Ziel ist es, eine Route sturzfrei im Vorstieg (englisch: Lead) zu durchsteigen und dabei jede Zwischensicherung einzuhängen. Derjenige, der am höchsten klettert, ist der Sieger.

Kommen mehrere Kletterer gleich weit oder gar bis zum Top, werden die Ergebnisse der Vorrunden (Halbfinale oder gegebenenfalls Qualifikation) herangezogen. Besteht dann immer noch Gleichstand, steht ein Superfinale an - das kann entweder in einer neu geschraubten Route oder in einer bestehenden Route auf Zeit durchgeführt werden.

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ÖWK
Juliane Wurm auf dem Weg zum Titel: Vize-Europameisterin.
  • Bouldern

Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe - nicht das Seil, sondern Weichbodenmatten fangen dabei Stürze ab. Wer die meisten der vorgegebenen Boulder mit den wenigsten Versuchen klettert, hat gewonnen. Jeder Boulder beginnt an markierten Startgriffen und -tritten und endet an einem markierten Topgriff. Dazwischen gibt es einen ebenfalls markierten Bonusgriff, für den es ebenfalls eine Wertung gibt. In der Qualifikation müssen fünf Boulder geklettert werden und für jeden Boulder bekommen die Kletterer fünf Minuten Zeit, in denen sie beliebig oft einsteigen dürfen. Im Finale warten dann vier Boulder mit nur noch vier Minuten Zeit pro Problem.

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ÖWK
Eilen mit Seilen: Beim Speed geht's im Toprope um die Wurst.
  • Speed (Klettern auf Zeit)

Wer als erster oben ankommt, gewinnt. Die Speedrouten sind technisch nicht allzu schwierig, sie erreichen in der Regel maximal den siebten Grad. Geklettert wird im Toprope (mit Seilsicherung von oben). Seit einigen Jahren gibt es national und international Zehn- und 15-Meter-Norm-Speedrouten mit festgelegter Griffabfolge, auf denen auch offizielle Rekorde möglich sind, da sie sich vergleichen lassen. Die deutschen Rekorde an der 10-Meter-Wand liegen bei den Herren bei 5,66 Sekunden, bei den Damen bei 8,58 Sekunden.

Auf den nächsten Seiten: Die Kaderathleten und ihre Betreuer sowie alle nationalen Wettkampftermine

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Nationalteams 2011 - die Kader

Als „schlafenden Riese des Wettkampfkletterns“ hat Udo Neumann vor einem Jahr noch das deutsche Team bezeichnet: Viele Hallen, gute Trainingsmöglichkeiten, zahlreiche Wettkämpfe auf allen Ebenen und im Vergleich mit anderen Ländern gute Förderstrukturen vom DAV. Und langsam wacht der Riese offenbar auf: Die Kletterer der deutschen Nationalmannschaft konnten 2010 zulegen und gehören nun zu den stärksten Kletternationen.

Die Favoriten

KL SEbastian Halenke
DAV/Jorgos Megos
Sebastian Halenke ist 2010 Jugend-Weltmeister und Europameister geworden.

Vor allem bei der Jugend gab es regelmäßig die schwarz-rot-goldene Fahne über dem Podium zu sehen. Bei der Jugendweltmeisterschaft gleich zweimal über der Nummer eins – Sebastian Halenke und Thomas Tauporn holten hier die begehrten Titel. Ganz knapp daran vorbei schlitterten Alexander Megos mit Silber und David Firnenburg mit Bronze in ihren Altersklassen. Sebastian Halenke schaffte das Kunststück und wurde Jugend-Weltmeister und Jugend-Europameister in einer Saison. Mit diesen Resultaten ist das deutsche Nachwuchsteam hinter Österreich nun zweitstärkste Nation bei den Jugendwettkämpfen.

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ÖWK
Juliane Wurm im Finale bei der EM 2010.

Auch bei den Erwachsenen gab es mehrfach Grund zur Freude: Den größten Jubel verursachte Juliane Wurm, die mit dem Vize-Europameistertitel im Bouldern, dem zweiten Platz beim Weltcup in Eindhoven sowie dem dritten Platz in Vail drei herausragende Ergebnisse vorlegte und sich über die ganze Saison mit regelmäßigen Finalplatzierungen in der Weltspitze etablieren konnte. Der 5. Platz in der abschließenden Weltcup-Gesamtwertung war der verdiente Lohn dafür – und dies in Julianes erster kompletter Weltcup-Saison bei den Boulderern!

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Sarah Burmester
Zuschauer bei der EM in Imst.

Thomas Tauporn hingegen weiß schon länger, wie es sich an der Weltspitze anfühlt. Platz drei beim Weltcup in Huaji und weitere Top-10-Resultate bescherten „Shorty“ mit Rang Neun erneut einen Platz unter den besten Zehn Kletterern im Gesamtweltcup. In dieser Saison werden nun auch Sebastian Halenke und Alexander Megos verstärkt in den Senioren-Weltcup einsteigen. Auch Jonas Baumann ist nach überstandener Schulter-Verletzung wieder mit vollem Einsatz im Boulderweltcup am Start. Der Riese könnte 2011 also noch ein bisschen größer werden – und zum Schlafen wird er diese Saison wohl nicht mehr kommen.

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Wettkampf-Termine Deutschland

Wettkampftermine Deutschland

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Deutscher Sportklettercup:
9. April, Scheidegg
4. Juni, Regensburg
24. September, Darmstadt

Deutscher Bouldercup:
5. Februar, München
29. April, Kitzbühel
11. Juni, Frankfurt
9. Juli, Überlingen

Deutsche Meisterschaft Lead:
3. Dezember, Wuppertal

Internationale Wettkampftermine gibt es in unserem Kalender - der wichtigste kommt zweifellos in Arco: dort findet vom 15. bis 24. Juli die Kletterweltmeisterschaft statt.

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