Teil des
Annapurna look to Dhaulagiri Humar

Neue Route an der Annapurna

Am 28. Oktober bestieg der Slowene Tomaz Humar eine neue Route im rechten Teil der Annapurna–Südwand. Er tat dies solo und in reinem Alpinstil.


Nachtrag
Nach Angaben des Magazins Alpinist war die Route von Tomaz Humar keine neue, sondern folgt ziemlich genau der Linie, die die Polen Hajzer und Kukuczka genommen haben. Auch sollen im Jahr 2000 drei Alpinisten die ca. 1500 Meter lange Linie rechts der Polnischen Route geklettert sein. Indessen ist die Debatte noch nicht beendet, sobald die Lage geklärt ist, werden wir darüber informieren.

Nichtsdestoweniger hat Humar eine eindrucksvolle Leistung bewiesen.

Die Route von Tomaz Humar folgt dem Ostgrat bis zum Ostgipfel (8047 Meter) hinauf. Erst ein Mal ist diese Wand von Menschen erobert worden: Ein Team mit den Polen Jerzy Kukuczka und Artur Hajzer erreichte 1988 den Ostgipfel. Die damalige Route und Humars neue Linie kreuzen sich an einem Punkt: auf der Eisplattform auf 5800 Metern, wo Humar sein Biwak aufgeschlagen hat.

Wenig Ausrüstung, voller Einsatz
Am 24. Oktober brechen Tomaz Humar und sein Freund Jagat Limbu auf. Auf 5800 Metern errichten sie ihr erstes Biwak. Zum weiteren Akklimatisieren und wegen des starken Sturms entscheiden sie, noch einen weiteren Tag im Biwak zu bleiben. Am 26. Oktober um 6 Uhr geht Tomaz dann los, ohne Helm, ohne Seil, ohne Gurt – nur mit Biwakausrüstung, etwas Nahrung und Gas. Gegen 15 Uhr gräbt er sich auf 7200 Metern Höhe ein Loch ins Eis, sein zweites Biwak.

Biwak 7200
Tomaz Humar
Der Ausblick aus dem Biwak auf 7200 Metern Höhe


Am 27. Oktober bleibt Tomaz den ganzen Tag in dem Eisloch, um sich noch weiter zu akklimatisieren. Er hatte nur den Tharpu Chuli (5690 Meter) zum Akklimatisieren geklettert und noch nicht höher als auf 5300 Metern übernachtet. Der Sturm erreicht Geschwindigkeiten von über 100 km/h.

Am 28. Oktober um 6 Uhr ist der Himmel klar – Tomaz geht los. Nach zwei Stunden erreicht er den Ostgrat auf 7500 Metern. Bei starkem Sturm setzt Tomaz seinen Weg zum Ostgipfel fort. Gegen 10 Uhr hat er den Großteil den Ostgrats hinter sich und nähert sich dem Gipfel. Mit zunehmender Höhe werden der Sturm und Schneefall immer stärker.

Annapurna Routenverlauf
Tomaz Humar
Die rote Linie zeigt Tomaz Humars Route, die orangefarbene Linie zeigt den Routenverlauf der polnischen Expedition von 1988

Kurz vor 15 Uhr erreicht Tomaz Humar den Ostgipfel (8047 Meter). Weil er schon 1995 auf dem Hauptgipfel (8091 Meter) war, beginnt er sofort den Abstieg. Zum Einbruch der Nacht erreicht er den Ostgrat. Tomaz ist erschöpft, es ist dunkel, und er kann seine Spur nicht sehen. Seine Stirnlampe versagt ob der Kälte. Er muss den Mond abwarten, um weiterzukommen. Völlig ausgelaugt erreicht er um 20:30 Uhr sein Biwak auf 7200 Metern Höhe. Er schreibt eine SMS, bereitet einen Tee und begibt sich in Meditation.

Am 29. Oktober um 8 Uhr beginnt er den Abstieg zum ersten Biwak auf 5800 Metern. 1400 Höhenmeter Abstieg und 4 Stunden später trifft er hier auf Jagat. Sie tätigen einige Anrufe und setzen den Abstieg fort. Um 20:30 Uhr erreichen sie das Basislager auf 4150 Metern.

Am 30. Oktober, nach ausführlicher Schilderung ihrer Besteigung, helfen sie noch bei der Rettung von drei Teilnehmern einer koreanischen Expedition zur Annapurna Fang (7647 Meter).

Am 7. November ist Tomaz Humar zurück in Slowenien.

Mehr zum Thema:

Meldung vom 12. November auf www.alpinist.com (englisch)

Meldung vom 23. November auf www.alpinist.com

Weitere Artikel:

Zwei junge Alpinisten in der Eiger Nordwand

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