Pan-Amerikanische Meisterschaften Combined 2020 Daniel Gajda IFSC
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Klettern & Olympia

Olympia Update

Olympia Update: Wegen des Corona-Virus werden die für Tokio 2020 geplanten Olympischen Spiele verschoben. Trotzdem: Wissenswertes zum Klettern als olympische Disziplin.

In diesem Artikel:

Update: Corona verschiebt Olympia + So wird Sport Climbing in Tokio funktionieren + Die Wettkampfstätte + Die Wettkampfzeiten + Die Teilnehmer + Der Modus + Die Einzeldisziplinen im Combined +

Klettern als olympische Disziplin (älterer Beitrag)

Video: Panamerikanische Meisterschaften Combined 2020 Finale Herren

Update: Corona verschiebt Olympia (Stand 26. März)

Wegen den Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus wurden seit März drastische Einschränkungen verhängt, teils konnten die Athleten kaum mehr trainieren. Nachdem Norwegen und Kanada verkündet hatten, keine Athleten nach Tokio zu schicken, lenkte das IOC ein und verkündete die Verschiebung der Olympischen Spiele, die für den Sommer in Tokio geplant waren. Wann und wie diese Spiele stattfinden werden, ist noch unklar.

So wird Sport Climbing in Tokio funktionieren

Die Wettkampfstätte

Die Kletterwettkämpfe in Tokio finden im Aomi Urban Sports Park statt. Das Gelände liegt im Süden des Stadtzentrums am Rand der Tokyo Bay und bietet große, asphaltierte Flächen. Der Wettkampf wird im Freien an einer von der französischen Firma Entre-Prises noch zu erstellenden Struktur abgehalten. Die Wand ist dreigeteilt: Links die Lead-Wand, in der Mitte die Boulderwand, rechts die Speedwand. Über der Boulderwand und damit zentral für die Zuschauer wird ein großer Video-Bildschirm für die Live-Ansichten während des Wettkampfs hängen. Die Kletterwände sind überdacht. Das Gelände wird für 8400 Zuschauer bestuhlt sein, aber ohne Überdachung.

Die IFSC hat bereits eine Liste der zulässigen Griffe, Tritte und Volumen für Tokio aufgestellt. Die Routenbauer können aus mehreren Hundert Griffen und Tritten sowie rund 240 Kunststoff- und Holzvolumen wählen.

Die Wettkampfzeiten

Sport Climbing steht vom 4. bis 7. August 2020 auf dem olympischen Zeitplan. Im Detail sieht das so aus:

Qualifikation Männer: 4. August, 17:00 bis 22:40 Uhr

Qualifikation Frauen: 5. August, 17:00 bis 22:40 Uhr

Finale Männer :6. August, 17:30 bis 22:20 Uhr

Finale Frauen: 7. August, 17:30 bis 22:20 Uhr

Die Zeitangaben sind in JST (Japan Standard Time). In Mitteleuropa bedeutet das acht Stunden früher, die Wettkämpfe finden also von rund 9:00 bis 14:00 Uhr unserer Zeit statt. In den Zeiten für die Finals ist die Siegerehrung jeweils inbegriffen.

Die Teilnehmer

Es werden je 20 Männer und 20 Frauen in Tokio im Sport Climbing antreten. 14 Teilnehmer haben sich derzeit schon qualifiziert, fünf weitere werden von März bis Mai 2020 über die fünf Kontinentalmeisterschaften ermittelt. Die Vergabe des letzten Platzes ist noch offen.

Update: Da die Asia-Meisterschaften wegen des Corona-Virus abgesagt wurden, erhielten nun die Koreaner Jongwon Chon und Chaehyun Seo die Qualifikation aufgrund ihrer Leistungen bei der WM in Hachioji 2019. Die offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Diese Kletterer haben sich bereits für die olympischen Spiele in Tokio qualifiziert (Stand Anfang März 2020):

Diese Kletterer haben sich für die Olympischen Spiele 2020 qualifiziert

Frauen Männer
Janja Garnbret (SLO) Tomoa Narasaki (JPN)
Akiyo Noguchi (JPN) Jakob Schubert (AUT)
Shauna Coxsey (GBR) Rishat Khaibullin (KAZ)
Aleksandra Miroslaw (POL) Kai Harada (JPN)
Miho Nonaka (JPN) Mickael Mawem (FRA)
Petra Klingler (SUI) Alexander Megos (GER)
Brooke Raboutou (USA) Ludovico Fossali (ITA)
Jessica Pilz (AUT) Sean McColl (CAN)
Julia Chanourdie (FRA) Adam Ondra (CZE)
Mia Krampl (SLO) Bassa Mawem (FRA)
Juliia Kaplina (RUS) Jan Hojer (GER)
Kyra Condie (USA) YuFei Pan (CHN)
Laura Rogora (ITA) Alberto Gines Lopez (ESP)
YiLing Song (CHN) Nathaniel Coleman (USA)
Alannah Yip (CAN) Colin Duffy (USA)

Video: Panamerikanische Meisterschaften Combined 2020 Finale Damen

Der Modus

Wie mehrfach berichtet, wird Sport Climbing bei den Olympischen Spielen 2020 ein Kombinationswettkampf aus Speed, Bouldern und Lead sein, das Format wird derzeit Olympic Combined genannt. Es wird in Tokio nur zwei Runden geben: eine Qualifikationsrunde und eine Finalrunde, in die die besten Acht aus der Qualifikation einziehen. Die Ergebnisermittlung erfolgt über die Multiplikation des Rankings in den Einzeldisziplinen.

Beispiel: Kletterer xy hat folgende Rankings erreicht: Speed: 3. Platz, Bouldern: 5. Platz und Lead: 2. Platz – das ergibt 3 x 5 x 2 = 30 Punkte. Je weniger Punkte, desto besser das Ranking im Gesamtergebnis.

Das Testevent

Vom 6. bis 8. März 2020 wird auf dem Wettkampfgelände in Tokio an der "Olympia-Wand" ein Testevent stattfinden, bei dem der gesamte Ablauf noch einmal erprobt und die Organisation optimiert werden soll.

Wie sich die Einzeldisziplinen zum Combined zusammensetzen

Die Wettkampfregeln der IFSC umfassen rund 90 Seiten. Hier daher nur ein kleiner Überblick, wie Sport Climbing bei den Olympischen Spielen ablaufen wird.

Speed

Der Wettkampf startet in der Qualifikation mit Speed. In der Qualifikation treten die Athleten jeweils paarweise an, gewertet wird nach den schnellsten erreichten Zeiten. Fehlstarts in der Qualifikation führen dazu, dass für den Starter keine Zeit mehr gewertet wird. Zwei Tage später beginnt das Finale wieder mit dem Speedwettbewerb. Auch hier treten die Starter und Starterinnen wieder paarweise an, dieses Mal allerdings nach dem K.O.-Prinzip: Wer zuerst am Buzzer anschlägt, ist eine Runde weiter. Fehlstarts im Finale führen dazu, dass der Kontrahent diesen Lauf gewinnt.

Bouldern

Der zweite Wettkampf ist jeweils das Bouldern. Zwischen Speed und Bouldern muss jedem Teilnehmer in der Qualifikation eine Pause von mindestens 120 Minuten, im Finale von mindestens 15 Minuten zur Verfügung stehen. In der Qualifikation haben die Athleten für die vier Boulder jeweils 5 Minuten Zeit, in denen sie soviele Versuche starten können, wie sie wollen. Gewertet wird das Erreichen und beidhändige Halten des Topgriffes sowie das kontrollierte Halten des Zonengriffs sowie die Anzahl der dafür jeweils benötigten Versuche. Im Finale reduziert sich die Zahl der Boulder auf drei, die Zeit für Versuche auf vier Minuten. Jeder Versuch in einem Boulder muss an den gekennzeichneten Startgriffen und -tritten beginnen. Es ist nicht erlaubt, Teilstrecken des Boulders auszuchecken. Die Athleten warten in der Isolationszone und können ihre Konkurrenten nicht beim Bouldern beobachten.

Lead

Das Leadklettern findet in der Qualifikation und im Finale nach den üblichen internationalen Regeln statt. Die Athleten haben für ihre Route jeweils sechs Minuten Zeit, um so hoch wie möglich zu klettern. Geklettert wird im Onsight-Modus. Die Athleten haben vor Beginn des Wettkampfs sechs Minuten Zeit, die Route gemeinsam zu betrachten, danach verschwinden sie in der Isolation und können ihre Konkurrenten beim Klettern nicht beobachten.

Älterer Beitrag: Klettern als olympische Disziplin

Bei den Sommerspielen in Tokio werden 2020 auch Kletterer um olympische Medaillen kämpfen. Wissenswertes zum Klettern als olympische Disziplin.

KL Olympia dabei sein TEaser
DAV Nils Nöll

Am 3. August 2016 stimmte die Vollversammlung des IOC, des Internationalen Olympischen Komitees, in Rio de Janeiro für die Aufnahme von fünf neuen Sportarten für die olympischen Spiele in Tokio 2020. Neben Baseball/Softball, Karate, Skateboarding und Surfen kam so auch "Sport Climbing" in den Genuss olympischer Weihen.

Zum ersten Mal werden damit im Jahr 2020 olympische Medaillen im Sportklettern vergeben. Dafür wurde das neue Wettkampfformat "Olympic Combined" geschaffen, und insgesamt 40 Athleten (20 Frauen und 20 Männer) für Tokio 2020 zugelassen. Das IOC setzte mit seinem Beschluss einen Zug aufs Gleis, der seither an Fahrt aufnimmt und in dem viele begeistert mitreisen, während andere ihn immer noch für einen Geisterzug halten.

Mehr Förderung für den Klettersport

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IFSC Eddie Fowke
Stark beim Bouldern, schnell beim Speed: Jan Hojer gehört zu den heißen deutschen Kandidaten für Olympia.

Der Entscheidung des IOC vorausgegangen waren fast zehn Jahre Lobbyarbeit der International Federation of Sport Climbing, kurz IFSC. Die wurde 2007 aus der UIAA, dem internationalen Verband der Alpenvereine, ausgegliedert und kümmert sich seitdem um die Organisation der internationalen Wettkämpfe in den drei Disziplinen des Kletterns: Lead, Speed und Bouldern. Zudem etablierte sie die Paraclimbing-Wettkämpfe auf internationaler Ebene. Für die IFSC und ihren Präsidenten Marco Scolaris wurde mit der Aufnahme ins olympische Programm ein bereits bei der Gründung der IFSC beschlossenes Ziel Wirklichkeit.

Von der Teilnahme an Olympia versprechen sich die Befürworter mehr Anerkennung für den Klettersport, glückliche Olympiateilnehmer und den Zugang zu den Fördertöpfen der staatlichen Sportförderung. So bekommt das Ressort Leistungssport beim Deutschen Alpenverein in München erstmals in seiner Geschichte eine gezielte Förderung durch das Bundesministerium des Inneren (BMI), die aber jenen Athleten vorbehalten ist, die für eine Olympiateilnahme in Frage kommen.

Alpenverein in der Kritik

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IFSC Eddie Fowke
Ashima Shiraishi (USA) ist eine der stärksten Kletterinnen der Welt und definitiv Olympia-Anwärterin.

Dafür steht der DAV auch vor gewaltigen Aufgaben, wie Ressortleiter Matthias Keller berichtet: "Wir profitieren finanziell massiv von dem Ganzen, aber wir müssen auch Strukturen aufbauen, die andere Sportverbände schon seit zig Jahren haben. Wir haben ja nicht einmal Zugriff auf eine eigene leistungssportliche Infrastruktur, sondern müssen unsere Leute im Breitensporttrainingsbetrieb in den Hallen unterbringen. Hier in München gab es schon fast einen Faustkampf, weil der Kader da trainiert und Routen belegt hat."

"2018 wird es einen Deutschen Meister Olympic Combined geben" – zum Interview mit Matthias Keller vom DAV zu Olympia

Alexandra Albert, die als Sportmentaltrainerin beim DAV die Expeditionskader betreut und eine sportsoziologische Arbeit über "Die Versportlichung des Bergabenteuers im Deutschen Alpenverein e. V." geschrieben hat, sieht den DAV nicht richtig auf Olympia vorbereitet: "Der DAV hat zu lange gewartet, sich mit dem Klettersport als Sportsystem zu beschäftigen. Als über 20-jähriges Mitglied im DOSB und Mitglied im IFSC hätte längst ein struktureller Umbau auf den Weg gebracht werden können."

Mehr geschätzt und sexier

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IFSC Eddie Fowke
Deutsche Nachwuchshoffnung für Olympia: Hannah Meul (Mitte), 16, aus Köln.

Matthias Keller vom DAV sieht das allerdings anders: "Wir sind im Vergleich mit den Kletterverbänden anderer Länder schon ziemlich gut aufgestellt." Weist aber auch darauf hin, dass sich "Lifestyle-Sportarten wie Surfen, Skaten oder eben Klettern, die als Gegenentwurf zum Leistungssport entstanden sind, schwerer tun, sich hier einzupassen.

Bei einem Leichtathletik-Verband ist klar, es geht um Wettkampf. Wenn du Kugelstoßen gehst, ist klar, dass du Wettkämpfe machst. Kein Mensch geht Kugelstoßen im Garten. Beim Klettern gibt es mit dem Felsklettern eine Nicht-Wettkampf-Sparte, die mindestens genauso viel Berechtigung hat wie die Wettkampfsparte, und in der Szene wahrscheinlich sogar noch mehr geschätzt wird und sexier ist. Und in dem Spannungsfeld bewegen wir uns, auch als Verband. Wobei ich schon den Eindruck habe, dass die verbandsinterne Kritik an dem Thema schwächer wird."

Geben tut es sie aber schon noch. So finden manche Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle des DAV in München: "Der DAV hat Wichtigeres zu tun als Olympia." Auch in der Kletterszene gibt es immer noch Widerstand, wie er sich zum Beispiel jüngst auf den auf der OutDoor-Messe verteilten Aufklebern formulierte: "Climbing is not about Olympics" stand da. Etliche Kletterer befürchten die Kommerzialisierung des Sports, sehen Olympia als korrupten Doping-Sumpf an und beklagen die Kosten und den Aufwand, der letztlich nur einer Handvoll Spitzenkletterer zugute kommt. Kurzum: Es besteht die Befürchtung, im olympischen Feuer verbrannt zu werden.

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Olympia-Kandidat im Olympia-Stadion: David Firnenburg beim Boulder-Weltcup in München 2016.

Matthias Keller steht wie der DAV als Ganzes hier im Zwiespalt: "Wir befürworten in unserem Grundsatzprogramm Klettern als olympische Disziplin, sehen aber das IOC kritisch und wollen aktiv einwirken, dass die Werte, die der DAV vertritt, auch Eingang finden in diesen ganzen IOC-Kontext. Was aber sehr schwierig ist, wenn man es realistisch betrachtet. Du lässt dich da auf ein Spiel ein, wo du relativ wenig Gestaltungsspielraum hast, zumal als nationaler Mitgliedsverband. Wenn du dich dem System Leistungssport unterwirfst, dann geht das nur ganz oder gar nicht."

Dennoch hoffen Verbände wie der DAV und die IFSC, dass sich Olympia durch das Klettern verändern könnte: Klettern ist bisher weitgehend frei von Dopingproblemen und Korruption, lebt von einer locker-sympathischen Szene und könnte die ursprüngliche olympische Idee des freundschaftlichen sportlichen Wettbewerbs wieder mehr in den Vordergrund rücken.

Die Erfindung des Combined-Modus

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Die Kletter-Wettkämpfe sollen Zuschauer unterhalten: zum Beispiel wie von Alex Puccio beim Boulder-Weltcup in Vail 2017.

Dass sich der Sport wegen Olympia verändert, spüren Athleten und Zuschauer aber schon jetzt. Da gibt es beim Bouldern und im Lead neue Zeitlimits, um die Wettkämpfe für die TV-Übertragung besser planbar zu machen. Da ist das neue Format "Olympic Combined", der Dreikampf aus Lead, Speed und Bouldern, der bereits ab 2018 bei nationalen und internationalen Wettkämpfen geklettert werden wird. Dessen Geburt geht übrigens auf die Vorgabe des IOC zurück, dass für Sport Climbing in Tokio nur sechs Medaillen (Gold, Silber, Bronze jeweils für Frauen und Männer) vergeben werden dürfen, aber trotzdem alle drei Disziplinen des Kletterns vertreten sein sollen. Dem Wunsch der IFSC, alle drei Disziplinen einzeln zu werten, entsprach das IOC nicht, weil das mehr Teilnehmer bedeutet hätte und der zeitliche Aufwand dafür als zu hoch eingeschätzt wurde.

Zunächst wurde die Idee des "Olympic Combined" von vielen Kletterern rundheraus abgelehnt. Die meisten wollten mit Speedklettern – einer Domäne der osteuropäischen und asiatischen Kletterer – nichts zu tun haben. Inzwischen, weiß Jorg Verhoeven, Sprecher der Athlete‘s Commision bei der IFSC, hat sich das aber gelegt: "Man muss dazu sagen, dass viele Kritiker nicht die ganze Situation und die Beweggründe der IFSC gekannt haben, und dass sich jetzt einige Kletterer sehr wohl mit der Kombiwertung angefreundet haben."

Olympic Combined erklärt: So funktioniert der olympische Kletter-Modus

Die Akzeptanz steigt langsam

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Speedklettern fristet in Europa ein Schattendasein. Je weiter östlich man schaut, desto größer das Interesse an und die Dominanz im Speed.

Auch Adam Ondra, einer der aussichtsreichsten Kandidaten für eine olympische Medaille in Tokio, hat sich inzwischen mit dem Format abgefunden und seine Teilnahme in Tokio angekündigt. Kritik äußert er dennoch: "Es wird so aussehen, dass die Speed-Spezialisten keine Chance beim Bouldern und im Lead haben. Das heißt, ins Finale kommen Leadkletterer und Boulderer, die im Speed keine gute Figur machen. Unter diesen wird dann relevant sein, wer im Speed halbwegs gut ist. Es wird also im Finale einen drittklassigen Speedwettkampf mit Boulderern und Leadkletterern geben, was meiner Ansicht nach dämlich ist. Das Publikum will schließlich eine Weltklasse-Leistung sehen und nicht die einer Kreisliga."

Neben der Änderungen an den Wettkampfformaten selbst ändert sich durch Olympia auch das Umfeld. Der Versuch, die Wettkämpfe nicht nur TV-fähiger, sondern auch kommerziell ergiebiger zu machen, führte für die IFSC im Frühjahr 2017 allerdings zu einem veritablen Shitstorm in den sozialen Medien. Die IFSC hatte einer Nacht- und Nebelaktion die Übertragungsrechte für die Livestreams von den Worldcups an einen kommerziellen Vermarkter, die Firma Flosports in den USA, übertragen wollen. Die wiederum wollte 20 Dollar pro Monat für die Live­streams, die bis dahin gratis gewesen waren. Der Aufschrei der Szene und der nationalen Verbände erfolgte prompt und führte rasch zu einem Rückzieher vom Pay-TV-Deal. Gerüchte, dass China für teures Geld eine größere Zahl erfahrener Klettertrainer suche, um seine Medaillenchancen zu erhöhen, gehen in eine ähnliche Richtung: Der Druck im Kessel steigt.

Olympia verändert Kletter-Wettkämpfe

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IFSC Eddie Fowke
Zeitlimits und Show-Business: Die Routen im für Olympia müssen viele Ansprüche erfüllen.

Fest steht: Der Olympia-Zug ist angerollt. Ob er in Tokio 2020 schon seine Endstation erreichen wird, bleibt abzuwarten. Vorläufig ist die Aufnahme ins olympische Programm ja nur einmalig und auf Wunsch der Ausrichter in Tokio erfolgt, die sich angesichts starker japanischer Boulderer große Medaillenhoffnungen machen. Ob Klettern 2024 wieder dabei sein wird, hängt auch vom Erfolg der Sportart in Tokio ab. Dass die Spiele in Deutschland ausschließlich auf Eurosport zu sehen sein werden, ist allerdings schon ein erster kleiner Dämpfer.

Schließlich bleibt auch abzuwarten, wie es Funktionären und Athleten gelingen wird, Publikum und Sponsoren mitzunehmen auf den olympischen Trip. Wir vermuten aber: Die Chancen stehen ganz gut. Wenn erst einmal in Tokio nach dem olympischen Format gestartet wird, werden viele Kletterer mitfiebern. Denn das tun sie jetzt bei den Worldcups und Meisterschaften ja auch schon.

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