KL Everest-Doku Team

Everest-Doku vom Discovery-Channel: Das Team

2007 begleiten Kameras eine kommerzielle Expedition auf den Everest. Das Ergebnis: "Everest - Rückkehr in eisige Höhen" läuft Sonntags auf dem Discovery Channel. Das Expeditionsteam.

Was sind das für Leute, die auf den Everest steigen? Oder, zumindestens wollen? Die Dokumentation "Everest - Rückkehr in eisige Höhen" wird nicht nur Eis, Schnee und Berg zeigen, sondern auch so manche Innenansicht der Expeditionsteilnehmer. Einige der Gruppe waren beim ersten Versuch (siehe Everest - Spiel mit dem Tod) schon dabei, andere sehen den Everest als ultimative Herausforderung. Und was ist mit dem Multimillionär, der mit dem Everest-erfahrenen Phurba Tashi die Doppeltraverse versuchen will?

"Everest - Rückkehr in eisige Höhen" ab Sonntag, den 27. April um 21:05 Uhr auf Discovery Channel

Monica Piris und Rod Baber

MONICA PIRIS (Expeditionsärztin aus Großbritannien)

„Es gibt keinen Grund für mich, den Gipfel zu besteigen. Was wäre ich für eine Hilfe, wenn ich hypoxisch würde?”

Monica Piris beherrscht Englisch und Spanisch fließend, da sie als Tochter spanischer Eltern in Großbritannien aufwuchs. Den Sommer verbringt sie mit Bergsteigen im spanischen Teil der Pyrenäen, den Winter mit Skifahren und Eisklettern. In der Zeit dazwischen arbeitet sie vertretungsweise als Ärztin in Notaufnahmen englischer Krankenhäuser, um das Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Hobbys finanziert. Als 31-Jährige absolvierte sie 2006 erfolgreich einen Lehrgang in Höhenmedizin. Mit der Reise zum Everest kommt sie ihrem ehrgeizigen Ziel, Fachärztin auf dem Gebiet Höhenluft zu werden, wieder ein Stückchen näher. Sie wird Russell bis zum Nordsattel begleiten. Von hier aus kann sie den Gesundheitszustand des Teams am besten überwachen.
„Es gibt keinen Grund für mich, den Gipfel zu besteigen”, erklärt sie. „Was wäre ich schließlich für eine Hilfe, wenn ich hypoxisch würde? Meine Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass alle gesund und fit bleiben.” Vor Ort wird sie auch Bergsteiger anderer Expeditionen betreuen, die auf ihrem Weg zum Gipfel erkranken.

KL Monica Piris
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Monica Piris
KL Rod Baber
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Rod Baber

ROD BABER (Bergsteiger aus Großbritannien)

„Ich möchte der erste Mensch sein, der den höchsten Punkt in jedem Land der Welt erreicht hat.”

Rod Baber (36) sicherte sich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, indem er schneller als jeder zuvor 47 Gipfel Europas erklomm und den seinerzeit seit viereinhalb Jahren bestehenden Rekord brach.

„Ich möchte der erste Mensch sein, der den höchsten Punkt in jedem Land der Welt erreicht hat”, erklärt Baber. „Bisher habe ich die höchsten Punkte in allen Ländern Europas erklommen. Da ist es nur logisch, dass ich mir jetzt die höchsten Punkte auf allen anderen Kontinenten vornehme.”

Zwischen seinen Gipfelerstürmungen arbeitet Baber als Betreiber einen Hochseilgarten im Westen Englands. Zurzeit plant Baber, vom Gipfel des Everest aus den allerersten Anruf mit einem Mobiltelefon zu tätigen. Er wird dann versuchen, seine dreijährige Tochter Sacha zu erreichen, die zwar Klettern hasst, aber ihren Papa liebt und erst kürzlich gelernt hat, „Everest” zu sagen.

Mogens Jensen und Tim Medvetz

MOGENS JENSEN (Bergsteiger aus Dänemark)

„Fast zwei Wochen lang war meine Sicht verschwommen und mein Gleichgewicht gestört.”

Der ehemalige Ironman-Spitzensportler Mogens Jensen leidet an chronischem Asthma und ist trotzdem fest entschlossen, den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen. Aus dem Lehrer aus Dänemark – einem Land ohne Berge – wurde ein professioneller Bergsteiger. 2006 versuchte Mogens den Aufstieg zusammen mit Russell Brice. Doch als sie in die „Todeszone” gelangten, erkrankte Mogens an der Höhenkrankheit. Schwindel und Übelkeit wurden so stark, dass er befürchtete, den Abstieg nicht mehr zu schaffen. Einen Monat später versuchte er es erneut und scheiterte ein viertes Mal.

„Meiner Meinung nach muss damals auch mein Gehirn leicht beschädigt worden sein”, sagt er. „Noch fast zwei Wochen, nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war, litt ich unter einer verschwommenen Sicht und einem gestörten Gleichgewicht.” Und als ob die Dinge nicht schlimm genug gewesen wären, musste Mogens bei seiner Rückkehr feststellen, dass ihn seine Verlobte verlassen hatte. Doch nun ist er zurück und entschlossener als je zuvor, den Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff zu bezwingen, auch wenn er damit Russell Brice zunehmend frustriert. Letzterer möchte nämlich Mogens von diesem Plan abbringen. Doch Mogens beabsichtigt, den Berg schneller und mit weniger Gepäck zu besteigen und die Gruppe dabei hinter sich zu lassen.

KL Mogens Jensen
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Mogens Jensen
KL Tim Medvetz
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Tim Medvetz

TIM MEDVETZ (Bergsteiger aus USA)

"Für diesen Berg war ich einfach zu groß.”

Tim Medvetz entwirft in Hollywood Harley-Davidson-Motorräder. Er ist fast 1,96m groß. Als Folge eines schweren Motorradunfalls muss sein Rückgrat heute von einem Metallkäfig gestützt werden, in seinem Kopf befinden sich Metallplatten, und sein linkes Bein wird mit Nägeln und Stäben zusammengehalten.

Letztes Jahr sorgte Tim für eine Überraschung, als er es bis zum Camp IV auf 8400 Metern Höhe schaffte. Er kletterte zu langsam und hatte nur noch wenig Sauerstoffreserven, als er mit Russell Brice in eine heftige Auseinandersetzung geriet und dieser ihm den Abstieg befahl. Russell ist davon überzeugt, dass Tim gestorben wäre, wenn er den Aufstieg fortgesetzt hätte. Doch Tim hält daran fest, dass er es geschafft hätte und ist entschlossen, sein Ziel in diesem Jahr unter allen Umständen zu erreichen.

„Dieses Mal bin ich leichter”, erläutert Tim. „Im letzten Jahr wog ich noch 114 kg und heute nur noch ungefähr 104 kg. Ich meine, bei meinem Gewicht und meiner Größe – da war ich für diesen Berg einfach zu groß.”

"Everest - Rückkehr in eisige Höhen" ab Sonntag, den 27. April um 21:05 Uhr auf Discovery Channel

Betsy Huelskamp und Katsusuke Yanagisawa

BETSY HUELSKAMP (Bergsteigerin aus USA)

„Wer sich nie an den Rand traut, der verpasst die beste Aussicht.”

Die 46-jährige Betsy ist eine Journalistin aus Los Angeles und führte im letzten Jahr ein Interview mit Tim Medvetz, nachdem sein Besteigungsversuch 2006 gescheitert war. Dieses Interview inspirierte sie, den Aufstieg selbst zu versuchen. Ihr Motto lautete schon immer: „Wer sich in seinem Leben nie an den Rand traut, verpasst die beste Aussicht.” Am wohlsten fühlt sich Betsy auf ihrer alten, verrosteten und klapprigen Harley. Sie ist in mehreren Dokumentationen über Motorräder aufgetreten und schreibt Artikel für diverse Motorradmagazine. Zu ihren Hobbys zählen Eisklettern, Trekking, Bungee-Jumping, Tauchen und Kung Fu – sie ist Trägerin des schwarzen Gürtels. Außerdem arbeitet sie seit langem als private Fitnesstrainerin und fühlt sich mit ihren 46 Jahren sehr gut in Form.

„Das ist eine einmalige Gelegenheit, eine Chance, für die ich mein ganzes Leben trainiert habe.” Betsy ist überzeugt, dass ihr „waghalsiges und abenteuerlustiges Temperament ein Beispiel für Männer und Frauen auf der ganzen Welt ist.” Der Everest, so hofft sie, wird die absolute Inspiration für sie sein.

„Wenn ich mit dem Aufstieg zum Gipfel des Everest beginne, werde ich nicht nur darüber glücklich darüber sein, was ich für mich selbst erreichen kann, sondern auch über die Hoffnung, die ich dadurch Millionen von Frauen wie mir auf der ganzen Welt geben kann. Es ist eine riesige, überwältigende Herausforderung und meine einzige Strategie besteht darin, mich ihr Schritt für Schritt zu stellen.”

KL Betsy Huelskamp
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Betsy Huelskamp
KL Katsusuke Yanagisawa
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Katsusuke Yanagisawa

KATSUSUKE YANAGISAWA (Bergsteiger aus Japan)

„Ein Blick auf den Everest reichte aus und ich hatte einen neuen Traum.”

Katsusuke Yanagisawa, im Camp auch Yanagi genannt, ist ein 71-jähriger pensionierter Lehrer aus Zentraljapan. Den Aufstieg versucht er zusammen mit einer Gruppe anderer Bergsteiger aus Japan, die von einem eigenen Guide, Hiro, dem einzigen Mitglied der Gruppe mit Englischkenntnissen, angeführt wird. Katsusuke träumt davon, der älteste Mensch der Welt zu sein, der den Everest bezwingt. Inspiriert wurde er, als er den Cho Oyu, den sechsthöchsten Berg der Welt bestieg.

„Ich hatte immer davon geträumt, den Cho Oyu, einen Berg mit über 8000 Metern, vor meinem 70. Geburtstag zu besteigen.” Auf dem Gipfel des Cho Oyu erhaschte Katsusuke einen Blick auf den Everest. „Von diesem Moment an hatte ich einen neuen Traum.”

Schafft er es bis zur Spitze, bricht Katsusuke den Weltrekord von Takao Arayama, der den Berg im Alter von 70 Jahren bestiegen hatte.

"Everest - Rückkehr in eisige Höhen" ab Sonntag, den 27. April um 21:05 Uhr auf Discovery Channel

David Tait und Phurba Tashi

DAVID TAIT (Bergsteiger aus Großbritannien)

„Ich plane die erste Doppel-Traverse der Welt.”

Den ersten Aufstiegsversuch unternahm David Tait 2004, doch sein Körper hielt die extreme Höhe nicht aus. Als Mitglied des Teams von Russell Brice schaffte er es dann 2005 bis zum Gipfel. Im gleichen Jahr durchlebte Davids Kletterpartner Brett Merrell die gleiche Enttäuschung wie David im Jahr zuvor. Besser als die meisten anderen Menschen konnte David Bretts Enttäuschung nachvollziehen und bot ihm an, die Kosten für einen erneuten Versuch zu übernehmen. Daraufhin trat Brett 2006 in der ersten Staffel von Everest: Beyond the Limit auf.

In den Genuss von Davids Großzügigkeit kommen jedoch nicht nur Bergsteiger. Als Millionär und Fondsmanager ist er Vorstandsmitglied des britischen Kinderschutzbundes National Society for Prevention of Cruelty to Children (NSPCC). David wurde in seiner Kindheit selbst misshandelt und diese Organisation, für die er Spenden sammeln möchte, liegt ihm daher um so mehr am Herzen. „Ich plane die allererste Doppel-Traverse am Everest.” Sein Ziel ist es, gemeinsam mit Phurba Tashi von der Nordseite aus den Gipfel zu besteigen und dann auf der Südseite abzusteigen. Von hier aus wird er den Berg erneut besteigen, um dann wieder an der Nordseite herunterzusteigen. Während seines Aufstieges 2005 sammelte er für die Wohltätigkeitsorganisation Spenden in Höhe von ca. 260.000 Euro. Er hofft, dass er durch diesen Aufstieg mindestens genauso viel Geld sammeln wird. Eine solche Traverse hat bisher niemand vor ihm versucht.

KL David Tait
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David Tait
KL Phurba Tashi
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Phurba Tashi

PHURBA TASHI (Sherpa und Bergsteiger aus Nepal)

„Ich war bereits zehnmal auf dem Gipfel des Everest.”

Phurba Tashi ist Russells Sherpa mit der meisten Erfahrung: Er hat den Gipfel des Everest bereits unglaubliche zehn Mal bestiegen. Auf dem Berg verkörpert er Russells Augen, Ohren, Arme und Beine. Aufgrund seiner auch in extremen Höhen unglaublichen Kräfte wurde ihm die Sicherheit der Bergsteiger anvertraut. Als im letzten Jahr zwei der Bergsteiger am Tag der Gipfelerstürmung fast einen Aufruhr begannen, konnte Phurba umgehend beruhigend auf die beiden einwirken.

Dieses Jahr wird Phurba gemeinsam mit David Tait die Doppel-Traverse versuchen – ein Everest-Novum. Angeregt, ermutigt und unterstützt in diesem Vorhaben hat ihn Russell, der hofft, dass Phurba auf diese Weise endlich die Anerkennung als Ausnahmebergsteiger bekommt, die ihm zusteht.

"Everest - Rückkehr in eisige Höhen" ab Sonntag, den 27. April um 21:05 Uhr auf Discovery Channel

Darius Vaiciulis und Fred Ziel

DARIUS VAICIULIS (Bergsteiger aus Litauen)

„Meiner Familie sage ich, es ist mein Traum – ich muss einfach gehen.”

Darius Vaiciulis ist Händler für Mobiltelefone aus dem litauischen Kaunas, der beruflich in ganz Europa unterwegs ist und vor drei Jahren den Cho Oyu mit Russell Brice erklomm. Als er den Gipfel erreichte, so beschreibt er, fühlte er sich stolz, „höher zu sein, als ein Vogel fliegt und fast nicht mehr einzuatmen als ein Fisch.” Er räumt jedoch ein, dass er den Aufstieg an sich gar nicht genießt, sondern nur die Belohnung danach. Für ihn wird der Aufstieg auf den Everest weniger eine physische als eine psychische Herausforderung sein.

Darius ist verheiratet und hat von zwei Kinder im Alter von drei und elf Jahren. Seine Familie macht sich zwar aufgrund seines neuesten Abenteuers Sorgen, unterstützt ihn aber sehr.

KL Darius Vaiciulis
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Darius Vaiciulis
KL Fred Ziel
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Fred Ziel

FRED ZIEL (Bergsteiger aus USA)

„In dieser Phase meines Lebens ist es in vielen Hinsichten einfacher, sich auf eine Expedition zu begeben, als einen Wochenendausflug zum Herumklettern zu unternehmen.”

Fred ist Arzt und Familienvater aus South Pasadena in Kalifornien, wo er das örtliche Diabetesprogramm leitet. Seit über 30 Jahren ist er leidenschaftlicher Bergsteiger und Kletterer und hat in Nordamerika und Asien erfolgreich eine Vielzahl von Aufstiegen – im Fels und im Eis – absolviert. Dabei gelingt es ihm, seine Karriere, Familie und sein Hobby Bergsteigen unter einen Hut zu bringen.

„Am Anfang verbrauchte ich nur viele Wochenenden mit Bergsteigen und unternahm dann Ausflüge zum Klettern im Fels oder gelegentlich auch zum Eisklettern. Später wurden daraus längere Reisen ins entfernte Alaska oder das Himalaja-Gebirge”, erklärt er.

Im Jahr 2003 bestieg Fred den Gipfel des Everest auf der Südroute. Eine schwierige Angelegenheit, die sich zudem lange hinzog, da der erste Versuch, den Gipfel zu bezwingen, wegen Höhenwinden auf dem Südostgrat abgebrochen werden musste. 2005 versuchte er dann den Aufstieg auf der Nordseite, musste jedoch aufgrund einer Lungenentzündung auf einer Höhe von 8300 Metern umkehren.

Wenn jemand Monate damit verbracht hat, diverse Ausrüstungsgegenstände auf der Südseite des Berges hinauf zu transportieren und sich an die Höhenluft zu gewöhnen und dann ein paar Meter vom Gipfel entfernt unter einer kombinierten Wind- und Schneeblindheit gelitten hat, könnte man sich die Frage stellen, warum Fred zu diesem Berg zurückkehren möchte. Für ihn lässt sich seine Entscheidung jedoch einfach erklären: „Ich persönlich denke, dass die Nordseite des Everest ein vollkommen anderer Berg ist als seine Südseite.”

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