Teil des
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Fingerspitzengefühl

Die liebe Haut

Rosarote Fingerspitzen und Risse in der Haut – wer heftig klettert, bezahlt meist nicht nur mit müden Muskeln, sondern auch mit Haut. Mittelchen und Geheimtipps gibt es zuhauf, doch was hilft nun wirklich für eine widerstandsfähige Haut?

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Sarah Burmester
Nach dem Bouldern ist vor dem Bouldern...

Reibung ist ja schön – solange nicht zu viel Haut abgerieben wird. Unter Kletterern wird gern am Abend der Vergleich angestellt, wer die rosigsten (=blutigsten) Fingerspitzen aufzuweisen hat. Eines ist klar: Der Gewinner hat schlechte Karten. Ist die Haut einmal runter, benötigt sie Tage und Wochen, um wieder nachzuwachsen. Denn Haut braucht deutlich länger als Muskeln, um zu regenerieren. Daher gilt für das Kletter-Kapital Haut: Lieber Vorsorge als Nachsorge. Das heißt, ist die Haut schon arg beansprucht, sollte man lieber einen Ruhetag einlegen – sonst wird‘s mit richtig Festhalten schnell schwierig.

Hautpflege

Je nach Hauttyp gestaltet sich die Hautpflege unterschiedlich. Wer relativ trockene und empfindliche Haut hat oder sehr oft und viel Chalk benutzt, sollte die Haut regelmäßig eincremen, damit sie elas­tisch und flexibel bleibt. Dann reißt sie nicht so schnell ein. Dabei sollte man fetthaltige Cremes nicht verachten: Ganz ohne Fett kann die Haut die Feuchtigkeit nicht binden. Wer von Natur aus relativ viel schwitzt, muss vielleicht nicht viel cremen, sondern sollte darauf achten, dass die Haut gut trocken ist, bevor sie raue Griffe festhalten soll. Schwitzen weicht die Haut auf. Dann ist sie weniger widerstandsfähig gegen­über scharfen Kanten und grobkörnigen Auflageflächen. Nicht nur die oberste Hautschicht kann schmerzen: Was sich wie tausend pieksende Nadeln anfühlt, ist zumeist ein Schmerz in den unteren Hautschichten. Der tritt ein, wenn wir die Hände belasten und im Gewebe kleine Mikro-Verletzungen entstehen. Das Gute: Davon kommt mehr Haut (auf der letzten Seite erklären wir, wie Hornhaut entsteht).

Waschen hilft

In jedem Fall gilt: Saubere Haut regeneriert am schnellsten! Das heißt, Chalk und Dreck sollten nach dem Klettern so bald wie möglich gründlich abgewaschen werden. Apropos Abwasch: Duschen und Geschirr abwaschen schaden der Haut nicht, solange man es nicht übertreibt. Der optimale Hautschutz bleibt nach wie vor: nicht abrutschen!

Hautpflege für Kletterer

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Pflegeprodukte für die Haut

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Sarah Burmester

Cremes wie Climb On, Arnika- oder Ringelblumensalbe: Helfen in Maßen, die Haut geschmeidig zu halten. Das ist gut, weil elastische Haut mehr Belastung aushält als spröde Haut. Wichtig: Je weniger und je natürlicher die Inhaltsstoffe, desto besser. In üblichen Kosmetika und Cremes enthaltene Weichmacher stehen im Verdacht, die Haut zu versiegeln und dadurch die natürliche Regeneration zu beeinträchtigen.

Hirschtalg Creme soll rissige und spröde Haut geschmeidig machen. Creme mit Linolsäure (ohne Abbildung) soll besonders bei der Regeneration helfen, weil sie Fette enthält, die als Zellbaustein in der Haut vorkommen. Benzoe-Tinktur (erhältlich in der Apotheke) soll helfen, Hautzellen zu regenerieren, sowie antiseptisch und beruhigend wirken.

Fettcreme: Nach Chalk und Wasser-Einfluss (trocknen die Haut aus) hilft auch Standard-Creme, der Haut Elastizität zurück zu geben.
Calendumed Creme (apothekenpflichtig; ohne Abb.) ist ein pflanzliches Arzneimittel, in dem Calendula (Ringelblume) enthalten ist. Es soll Spannungsgefühle lindern sowie die Wundheilung beschleunigen.

Antihydral Creme (apothekenpflichtig, ohne Abb.) ist ein Arzneimittel zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen. Kann maßvoll dosiert helfen, das Schwitzen beim Klettern zu reduzieren. Enthält Methenamin. Nichts für Menschen, die zu trockener Haut neigen!

Schmirgelpapier, Glasfeile, Hornhautraspel und andere Feilen helfen, den Überschuss an Hornhaut zu begrenzen. Wer dicke Schwielen aufbaut, muss eventuell mit Druckschmerz rechnen. Wer dann pausiert, reißt die Schwielen danach schnell ab („Flapper“), weil die Haut darunter eher weich nachwächst. Reißt die Haut auf, ist es sinnvoll, mit dem Knipser die Hautfetzen zu entfernen und die Ränder abzufeilen, damit sie nicht weiter einreißen.
Spülhandschuhe schützen vor dem Kontakt mit Spülmittel. Das hat den Vorteil, das man mit den fettlösenden Substanzen nicht in Berührung gerät. Andererseits badet man in den Handschuhen dafür meist im eigenen Schweiß, der die Haut auch durchweicht.

Hautpflege für Kletterer

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Wie entsteht eigentlich Hornhaut?

Wie Hornhaut entsteht

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Jack Geldard
Rauer Granit tut gut - solange man nicht abrutscht.

Bei Druck- oder Reibungsbelas­tung entstehen in der Haut minimale Verletzungen. Als Reaktion darauf und zum Schutz des darunter liegenden Gewebes wandeln sich die in der obersten Hautschicht („Epidermis“) liegenden hornbildenden Zellen in harte Hornzellen um. Sie werden zu der Hautschicht, die wir als „Hornhaut“ kennen. Sie enthält kein Wasser mehr; Fette halten die Zellen zusammen. Es dauert circa einen Monat, bis aus einer normalen Hautzelle der Epidermis eine harte und widerstandsfähige „Hornzelle“ wird.

Wenn es schon zu spät ist...

Die Kuppen sind schon durch, der Cut ist tief und blutet – aber einen letzten Versuch wollt ihr noch machen? Eine Möglichkeit ist es, die blessierten Stellen zu tapen. Leider hält Tape nicht so gut wie Haut, aber im Zweifel besser als blutende Haut. Manche Spezia­listen schwören auch auf Sekundenkleber, um offene Fingerspitzen oder Risse kurzfristig zu schließen – zu Risiken und Nebenwirkungen sagen wir dabei lieber nichts.

Hautpflege für Kletterer

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