Klettern in Zeiten von Corona
Klettern in Zeiten von Corona
Schema eines Virus www.infektionsschutz.de CC BY-NC-ND

Corona-Virus und Klettersport

Tipps und Infos fürs Klettern in Zeiten von CoVid-19

Kletterfirmen produzieren Schutzausrüstung, harte Zeiten für Kletterhallen und mehr: Felssperrungen, Hallenschließungen, Trainingstipps und sonstige Aufmunterungen gibt es hier. Plus: Was Kletterer tun können – und was nicht.

In diesem Artikel (aktualisiert am 31. März):

Klettern am Fels in Bayern eindeutig verboten und wird geahndet

(Stand 31. März) In Bayern zählt das Klettern am Fels nicht zum erlaubten "Individualsport an der frischen Luft" sondern fällt unter die Ausgangssperre. Der Donaukurier berichtet, dass einige Kletterer mit einer Anzeige rechnen müssen, weil sie am Samstag (28.03.) an an den Felsen in Dollnstein und Wellheim von der Polizei angetroffen wurden. Das Klettern wurde von den Behörden nicht als "triftiger Grund" eingestuft, der das Verlassen der eigenen Wohnung rechtfertige.

In der Nähe des österreichischen Bad Ischl fand während des Lockdowns ein schwerer Unfall beim Klettern statt. In der Berichterstattung vom ORF heißt es, dass beide Kletterer mit einer Anzeige rechnen müssen, da der Klettergarten im Rettenbachtal als Sportstätte betrachtet wird, die der Sperrung unterliegen.

Harte Zeiten: Viele Felsen gesperrt, Olympia wird verschoben, Hallen darben, Outdoor-Messe abgesagt

Klettern am Fels ist nicht mehr angesagt

(Stand 25. März) Klettern in vielen Gebieten ist mittlerweile verboten. Während in Italien und Tirol die Ausgangssperre jegliches Klettern verhindert, gibt es in Deutschland einen Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen.

In folgenden Gebieten ist das Klettern mittlerweile konkret verboten: Buntsandstein Eifel (Nideggen), Schriesheim im badischen Odenwald (Hessen), Holzberg (Halle), Kleinziegenfelder Tal (Franken) und weitere.

Die Pfälzer Felsen sind betroffen von der lokalen Ausgangssperre Landau / Südliche Weinstraße, wobei dies wohl in erster Linie für die Fahrt zum Fels gilt. Ähnliches gilt für die bayerischen Klettergebiete Frankenjura, Altmühltal und Fichtelgebirge – da man sich (außer man wohnt daneben) nicht legal zum Fels bewegen kann, entspricht die Ausgangseinschränkung einem de facto Verbot. In der Gemeinde Weismain (Bamberg) hat der Bürgermeister in der Lokalzeitung an die Kletterer appelliert, jetzt nicht am Fels klettern zu gehen. Vom Klettern in Löbejün (Halle) wird von der lokalen IG dringend abgeraten.

Absolutes Kletterverbot wurde außerdem ausgesprochen in : Fontainebleau (FR), gesamt Spanien, den Tessiner Gebieten (CH), Yosemite Nationalpark (US) und weiteren.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) und die IG Klettern raten dringend davon ab, derzeit klettern zu gehen.

Tokio 2020 goes Tokio 2021

Nun wurde auch bekannt, dass die Olympischen Spiele verschoben wurden. Tokio 2020 wird keinesfalls stattfinden, mittlerweile ist Tokio 2021 geplant. Die Olympischen Spiele sollen nächstes Jahr im Sommer (23. Juli bis zum 8. August 2021) in Tokio gehalten werden. Das IOC hatte sich schließlich der Bitte des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe Folge geleistet und die Verschiebung der Spiele verkündet.

Kletterhallen in Not – Kletterer zeigen sich solidarisch

Viele Kletterhallen nähern sich der Existenznot: Einnahmen sind durch die Schließungen weggefallen, wähend Fixkosten wie Miete und auch Kredite weiter bezahlt werden müssen. Dies stellt gerade kleinere Hallen vor ernsthafte Schwierigkeiten. Viele Kletterer zeigen sich solidarisch, indem sie ihre Abos weiter laufen lassen und weiter bezahlen – die meisten Hallen haben angeboten, die fragliche Zeit anschließend ans Abo anzuhängen. So können Kletterer ihrer eigenen Kletterhalle sozusagen unkompliziert Kredit geben. Auf eine weitere Art lassen sich die Hallen zu supporten, wenn man jetzt Gutscheine kauft oder Trainings bucht und bezahlt, die man erst später in Anspruch nimmt. Diese Option eignet sich für alle Kletterer, die selbst keine Einkunftseinbußen erleiden und ihre Halle erhalten helfen möchten. Manche Boulderhallen haben auch Gewinnspiele und Supporter-Shirts aufgelegt, um ihre Kunden zu binden und ihren Dank für die Unterstützung auszudrücken.

Für selbstständige Trainer und Routenbauer hat der Verein Hoch Hinaus unter Federführung der Kletterin Jule Wurm einen Spendenaccount aufgesetzt. Hier könnt ihr spenden, um die Leidtragenden der Kletterszene zu unterstützen:

https://www.gofundme.com/f/support-your-local-climber

OutDoor-Messe 2020 abgesagt

Am 27. März teilte die Messe München mit, dass wegen der Corona-Situation die Entscheidung gefallen ist, die OutDoor by ISPO 2020 nicht stattfinden zu lassen. Dieser Schritt erfolgte in Absprache mit dem Branchenverband European Outdoor Group. Die nächste OutDoor by ISPO soll im Sommer 2021 vom 20. bis zum 23. Juni 2021 stattfinden.

Kletterfirmen helfen

(Stand 30. März) Den Anfang machte die familiengeführte Oberalp Group, das Südtiroler Unternehmen, zu dem u.a. die Bergsportmarken Salewa, Dynafit und Evolv gehören. Am Standort in Montebelluna produziert Oberalp medizinische Schutzausrüstung. Rund 50.000 Mundschutzmasken und 800 wasserabweisende Schutzmäntel konnten so in der ersten Woche ausgeliefert werden. Oberalp-Präsident Heiner Oberrauch erklärt: "Wir haben gemeinsam mit weiteren Südtiroler Betrieben einen Krisenstab gegründet und überlegt, was wir tun könnten. Wir haben dann schnellstmöglich unsere Nähbetriebe in Montebelluna umgestellt. Und so wurden statt Goretex-Jacken waschbare Schutzmasken und Schutzmäntel produziert."

Auch die Firma Ocùn stellt mittlerweile Atemschutzmasken her. Zwar sind diese nicht Viren-dicht, doch helfen die Masken trotzdem, Tröpfchen-Infektionen zu verringern und damit Ansteckungen zu vermeiden, wenn sie von vielen Menschen getragen werden.

Am 30. März vermeldete auch La Sportiva, dass die Produktion umgestellt worden ist. Bereits eine Woche vor dem entsprechenden Ministerialerlass, der die Schließung von Fabriken für nicht lebensnotwendige Waren vorgeschrieben hat, hatte La Sportiva seine Produktionsanlagen vollständig stillgelegt. Nun wurde ein Teil der Schneide- und Nähmaschinen für die Herstellung von Atemschutzmasken und Kitteln umfunktioniert. So sollen am Tag bis zu 3.000 Atemschutzmasken für den Zivilschutz Trento entstehen.

Update: Auf den Hallenbesuch verzichten

Nachdem in vielen Städten das allgemeine öffentliche Leben massiv heruntergefahren wurde, stehen auch die Kletterhallen vor der Frage, ob es gerechtfertigt ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Viele Kletterhallen haben geschlossen (siehe unten). Kurse und Veranstaltungen wurden in den meisten Fällen gestrichen. Viele Sportangebote und Yoga-Studios schließen derzeit vorübergehend ihre Angebote, um dabei mitzuhelfen, die Verbreitung des Virus zu bremsen. Um die Gesundheitssysteme nicht zu überfordern, wird eine Verlangsamung der Ausbreitung als bestes Mittel angesehen.

Stand am Mittag des 16. März: Europa ist derzeit das Zentrum der Virusinfektionen. Bei den weltweit 173,171 registrierten Fällen von CoVid-19 gibt es derzeit 6.664 Tote und 77.789 Menschen, die wieder genesen sind. Um die schnelle Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, haben die Behörden nahezu überall das öffentliche Leben zusammengestrichen. Sportstätten und damit auch Kletterhallen sind fast überall auf Anordnung geschlossen.

Mit Hände waschen ist es nicht getan: Wir raten derzeit dringend davon ab, Kletterhallen aufzusuchen, selbst wenn sie noch geöffnet sind.

Sportler fühlen sich unverwundbar

Im Deutschlandfunk weist der Psychologe Andreas Kappes von der Universität London darauf hin, das Sportler sich eher unverwundbar fühlten als Nichtsportler. Demnach nähmen Sportler Krisenzeiten wie die aktuelle Corona Pandemie anders wahr als ein Großteil der Menschen und seien daher "in gewisser Weise ein Albtraum für jeden Epidemologen. Sportler seien optimistisch, hätten starke Kontrollüberzeugungen und ein besonders starkes Gefühl der Unverwundbarkeit," so Kappes. Sie seien der "Überzeugung, dass ihnen nichts zustoßen könne, dass sie nicht erkrankten, wenn sie sich richtig verhalten oder vorbereiten würden." Dadurch, dass der Sport von sehr optimistischen Menschen besetzt sei, habe es wahrscheinlich etwas länger gedauert, bis man eingesehen habe, wie brenzlig die Situation mit der Ausbreitung des Coronavirus eigentlich sei und welche Verantwortung man habe. Auch weist er darauf hin, wie sehr das Wohlbefinden der Sportler an ihrem Sport hängt.

Natürlich ist Klettern nicht irgendein Sport, und der Fels ja auch keine Sporthalle. Trotzdem ist es mehr oder minder unverantwortlich, zum jetzigen Zeitpunkt (Mitte März) noch klettern zu gehen. Auch in Deutschland steuern die Gesundheitssysteme direkt auf eine Überlastung zu, und jeder von uns sollte alles tun, um die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen, so gut es geht. Dazu gehört leider nun mal, zu Hause zu bleiben und möglichst wenig Kontakt zu anderen zu pflegen.

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Update: Geschlossene Kletterhallen

Seit 13. März haben Kletterhallen in Tirol geschlossen, zum Beispiel die Bergstation in Telfs, die Kletterhalle Wörgl und das KI Innsbruck. Die Schließung soll bis vorläufig 14. April andauern. Auch die Kletterhalle Südstadt in Wien ist zu.

Seit dem 14. März sind auch die Kletterhallen in Stuttgart (Rockerei, DAV-Kletterzentrum, Vels) geschlossen. In Berlin wurde ebenfalls am 14. März beschlossen, alle Sportstätten zu schließen. Das DAV-Kletterzentrum Karlsruhe hat vorerst bis zum 19. April geschlossen. Die Kletterhalle Berchtesgaden schließt ab Montag, den 16. März. Das Mandala Dresden will hoffentlich am 30. März wieder öffnen.

Folgende weitere Hallen haben die Schließung verkündet (Stand 14. März): Blockwerk Mainz, Studio Bloc Darmstadt / Mannheim, Griffreich Hannover, DAV-Kletterzentrum Schweinfurt, Kletterwelt Hersbruck, Boulder Island Mannheim, Boulderhaus Darmstadt / Heidelberg / Mannheim, Kletterhalle Weimar, Kletterhalle Dellbrück (Köln), Boulderkitchen Freiburg und weitere.

Auch das Bloc House in Luxemburg sowie das Karma in Fontainebleau sind geschlossen.

Update: Gesperrte Klettergebiete

Nach der Sperrung der katalonischen Klettergebiete Margalef und Siurana im Norden Spaniens wurde nun in ganz Spanien eine Ausgangssperre verhängt. Auch in Italien besteht eine Ausgangssperre, die sich selbstverständlich auf die Klettergebiete erstreckt.

Wir raten dazu, das Klettern im Interesse der Gesundheit aller vorerst einzustellen. Wer dennoch draußen klettern geht, sollte mit maximal drei Leuten losziehen und trotzdem dringend die Hygiene-Empfehlungen beachten.

Richtig Händewaschen

Beim Händewaschen sollte man darauf achten, die gesamte Hand inklusive Fingerspitzen, Fingerzwischenräumen und Handoberseite gründlich erst mit Wasser, dann mit Seife und dann wieder mit Wasser abzureiben. Das Reiben hilft, Viren und Keime von der Haut zu lösen. Der Waschvorgang sollte mindestens eine halbe Minute lang durchgeführt werden, um möglichst viele Erreger abzuspülen.

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Maßnahmen, die vor einer Ansteckung schützen können

Auch Kletterer sollten Rücksicht nehmen und folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Hände regelmäßig und gründlich mit Seife und sauberem Wasser waschen
  • Möglichst zu Hause bleiben und keine anderen Menschen treffen
  • Keine Begrüßung mit Handschlag, Umarmung o.ä., stattdessen lieber herzliches Lächeln oder notfalls mit Fäustchen ("Fistbump") arbeiten
  • Wer sich angeschlagen fühlt oder kränkelt, sollte aus Rücksicht zu Hause bleiben (gilt nicht nur in Corona-Zeiten, sondern immer)
  • Nies-Etikette beachten: Beim Niesen und Husten abwenden, Mund und Nase nicht mit der Hand, sondern mit der Armbeuge bedecken, nach dem Naseputzen Hände waschen
  • nicht ins Gesicht fassen
  • Kontakt zu Personen meiden, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind und
  • einen Mindestabstand von 1-2 Metern einhalten zu erkrankten oder erkrankungsverdächtigen Personen
  • Immunsystem stark halten: Angemessen anziehen, Hände gründlich waschen, gesund und ausgewogen ernähren, im öffentlichen Verkehr nichts anfassen und Abstand halten.

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Wärme oder Kälte?

Viren mögen es warm, um sich zu vermehren. Zugleich hoffen die Experten, dass sich mit milderem Wetter und steigenden Temperaturen die Verbreitung des Corona-Virus abschwächt. Wie geht das zusammen?

In der Kälte umhüllen sich die Viren mit einem schützenden, Gel-artigen Überzug. So kann ihnen Kälte nichts anhaben. Bei niedrigen Temperaturen sind sie also ebenso angriffslustig wie bei warmen Temperaturen. Unser Immunsystem hingegen funktioniert bei Kälte anscheinend nicht so gut wie im Warmen. Die herabgesetzte Durchblutung von außenliegenden Körperteilen (wie Nase oder Finger) geht mit verminderter Immunabwehr einher, so passiert eine Ansteckung schneller, als wenn es warm ist und die Immunabwehr rundum funktioniert.

So können Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, also auch dazu beitragen, eine Ansteckung zu verhindern. Dazu gehören beispielsweise ausreichend Schlaf, warme Kleidung, wenig Stress und ausgewogene Ernährung.

Update (16. März): Mittlerweile rechnen die Experten nicht mehr mit einer Abschwächung der Infektionswelle bei wärmeren Temperaturen.

Bouldern & Klettern Vokabular
Ralph Stöhr
Klettergriffe, hygienisch bedenklich?

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Kletter-Reisen in Zeiten des Corona-Virus

Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, wird derzeit geraten, Reisen bleiben zu lassen und nur absolut notwendige Reisen vorzunehmen. Viele Reiseziele sind mittlerweile gesperrt oder nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen (s.u.).

Update 16: März: Da die deutschen Grenzen für alle nicht notwendigen Reisen geschlossen sind, sind Klettertrips ins Ausland wohl auch für Ostern nicht realisierbar. Zwar sind deutsche Klettergebiete derzeit noch offen, allerdings sollte man sich gründlich überlegen, ob es derzeit nicht sinnvoller ist, sich bedeckt zu halten und Klettertrips zu verschieben. (Zur Entscheidung: Fels oder nicht Fels...)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat über Twitter alle Rückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz dazu aufgerufen, zunächst zwei Wochen zu Hause zu bleiben – auch wenn man keine Symptome zeigt.

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Welt

Der DAV verweist in dieser Frage ausschließlich auf die offiziellen Stellen, also das Auswärtige Amt und das Bundesgesundheitsministerium. Sollte man aus Vorsicht eine DAV-Veranstaltung oder Ausfahrt absagen, liegt es im Ermessen der jeweiligen Sektion, ob und wieviel des Beitrags erstattet werden kann. Erst wenn das AA eine Reisewarnung ausspricht, entsteht ein Storno-Recht für die Teilnehmer. Dies ist derzeit im gesamten Alpenraum (noch) nicht der Fall.

Aktuelle Reisewarnungen werden hier auf der Website des Auswärtigen Amtes aufgelistet

Podcast: Reisemediziner Prof. Dr. Tomas Jelinek über die Frage "Was bedeutet Corona für Outdoor-Sportler?"

Unsere Kollegin Kerstin Rotard vom OUTDOOR Magazin hat per Telefon mit dem wissenschaftlichen Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf, Prof. Dr. Tomas Jelinek, über viele Fragen rund um Corona, Outdoor-Sport und Reisen gesprochen: Hier ihr Podcast (natürlich auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar):

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Stefano Ghisolfi über die Situation in Italien und als Kletterer während Corona

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

È un momento difficile per l'Italia e gli unici che possono fare qualcosa siamo noi. Dobbiamo smetterla di sottovalutare il problema Corona Virus pensando di essere immuni o che non arriverà mai dove viviamo, purtroppo il problema è più grave del previsto e dobbiamo cercare di arginarlo adesso, per difendere noi stessi e gli altri. Sara fa parte della categoria a rischio essendo immunodepressa per il trapianto di rene, ammalarsi per lei la metterebbe in pericolo di vita, ma tutti noi rischiamo perché gli ospedali e le terapie intensive sono al collasso. Dobbiamo fare qualcosa adesso e la cosa migliore da fare é stare a casa, dobbiamo sforzarci di vedere meno persone possibili e seguire tutte le indicazioni che ci hanno dato, non perché ci sono state imposte ma perché le abbiamo comprese e le abbiamo accettate per il bene comune. Stare a casa per uno scalatore è difficile, le palestre sono chiuse, andare in falesia penso possa andare bene a patto che non sia affollata, sia vicino a casa e si faccia più attenzione del solito, perché se capita un incidente vorrebbe dire aggiungere lavoro agli ospedali che sono già al limite. Se avete un trave a casa che avete appeso per bellezza sopra la porta (come ho fatto io), è il momento di usarlo! Se non avete ancora visto Free Solo o The Dawn Wall, o non avete ancora letto il libro di Jerry Moffatt o Ben Moon, è arrivato il momento di scalare con la fantasia e farsi sudare le mani leggendo. La cosa più importante è evitare le altre persone (sembra brutto, ma è un occasione per stare più con se stessi e i propri familiari).

Ein Beitrag geteilt von Stefano Ghisolfi (@steghiso) am

Die Partnerin des italienischen Topkletterers Stefano Ghisolfi gehört zur Risiko-Gruppe. Sara Grippo hatte 2018 eine Niere transplantiert bekommen und nimmt daher Medikamente, die ihr Immunsystem beeinflussen. Damit gehört sie zu den Menschen, die bei einer Virus-Infektion potenziell schneller in Lebensgefahr schweben – ebenso wie ältere Menschen oder Menschen, die bereits anderweitig krank und daher geschwächt sind.

Stefano sagt:

"Es ist eine schwierige Zeit für Italien und wir sind die einzigen, die etwas tun können, um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Wir müssen aufhören, diese Krise zu unterschätzen und zu denken, dass wir immun sind oder dass der Virus uns nicht erreichen wird. Unglücklicherweise ist das Problem weit ernsthafter als anfangs gedacht und wir müssen versuchen, es jetzt zu stoppen, um unserer selbst und aller anderen willen.

Sara gehört zur Risikogruppe, da sie wegen ihrer Nierentransplantation immunosuppressiert ist. Krank werden könnte lebensgefährlich sein, aber wir alle sind gefährdet, weil Krankenhäuser und Intensivstationen am Rande des Kollaps sind.

Wir müssen jetzt etwas tun und das beste, was wir tun können, ist zu Hause zu bleiben. Wir müssen einen gemeinsam die Mühe auf uns nehmen, so wenig Menschen wie möglich zu treffen und die Leitlinien sorgfältig beachten, nicht weil sie verordnet wurden, sondern weil wir verstanden haben, wie wichtig sie sind und wir sie fürs Gemeinwohl akzeptieren. Als Kletterer ist es hart, zu Hause zu bleiben, die Hallen sind geschlossen. Vielleicht ist es in Ordnung, an den Fels zu gehen, solange es nicht zu voll ist, und man noch vorsichtiger als sonst ist. Denn jeder Unfall würde nur die Krankenhäuser unter noch größeren Druck bringen, während sie bereits im Grenzbereich arbeiten.

Wenn du für die Optik ein Trainingsboard über dem Türrahmen hast, jetzt ist der Moment gekommen, es zu nutzen! Wenn du Free Solo oder Dawn Wall noch nicht gesehen hast, oder wenn du die Bücher von Jerry Moffat oder Ben Moon noch nicht gelesen hast, jetzt ist der Moment gekommen, in der Fantasie zu klettern und dir schwitzige Hände von der Lektüre zu holen. Das wichtigste überhaupt ist jetzt allerdings, andere Menschen zu meiden (das klingt hart, aber bietet die Gelegenheit, mehr Zeit mit dir selbst und deinen Nächsten zu verbringen)."

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Kletter-Wettkämpfe und Olympia

Die Coronakrise erschwert schon jetzt den Zeitplan, weil die Vorbereitungen in Japan sich verzögern, aber auch weil Qualifikationswettbewerbe nicht planmäßig stattfinden können. Das Nachrichtenmagazin Spiegel schrieb in seiner Ausgabe vom 14. März, dass den Olmpischen Spielen eine Verschiebung in den Herbst oder gar auf 2022 droht.Laut dem Sender RBB hat sich der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann dahingehend geäußert, dass es eine schnelle Entscheidung über die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio geben könnte.

Die für April 2020 geplanten Weltcups in China hat der Verband IFSC vorerst verschoben. Auch die Asia-Meisterschaften, die vom 27. April bis 3. Mai in Chongqing, China, stattfinden sollten, wurden abgesagt. Die Sieger der Asia-Meisterschaften sollten die Olympia-Qualifikation erhalten. Da die Gewinner nun nicht rechtzeitig feststehen, wurden nun Jongwon Chon (KOR) und Chaehyun Seo (KOR) aufgrund ihrer Ergebnisse bei der WM in Hachioji ausgewählt.

Mittlerweile hat die IFSC mitgeteilt, dass die Europameisterschaften in Moskau von Ende März auf Mitte Juni verschoben wurden. Sie sollen vom 15. bis 22. 6. stattfinden. Der für Anfang April geplante Boulderweltcup in Meiringen in der Schweiz wurde auf den Herbst verschoben. Ebenso der Weltcup in Seoul in Korea, der für Anfang Mai geplant war. Weitere europäische Cups und Jugendcups, die für April und Mai vorgesehen waren, sollen ebenfalls verschoben werden.

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Und Tokio?

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus waren zuletzt einige Sportereignisse abgesagt worden. Am 26. Februar wurden die German Open, ein internationales Badmintonturnier, das am 3. März 2020 in Mülheim an der Ruhr beginnen sollte, abgesagt und auf einen unbestimmten späteren Termin verschoben. Ebenfalls fand am 8. März der Engadin Skimarathon nicht statt, die größte Skilanglaufveranstaltung der Schweiz. Am 19. Februar gab der Virologe Hitoshi Oshitani von der japanischen Universität Tōhoku eine erste Einschätzung in Bezug auf die Olympischen Sommerspiele 2020 ab: Er betonte, wie wichtig es sei, die Infektionsketten schnell zu stoppen, ansonsten sehe er die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio in Gefahr.

"Weder das Wort Absage noch das Wort Verschiebung wurden während der Vorstandssitzung erwähnt", sagte der Präsident des Olympischen Kommittees, Thomas Bach, Anfang März. Demnach sollen die Olympischen Spiele wie geplant vom 24. Juli bis 9. August in Japans Hauptstadt stattfinden. Einige Tage zuvor hatte es Spekulationen über eine Verlegung gegeben, nachdem Japans Sportministerin Seiko Hashimoto darauf hingewiesen hatte, dass laut den Verträgen mit dem IOC eine Verschiebung der Sommerspiele in Tokio nur innerhalb des Jahres 2020 möglich sei.

Der DAV verweist bei der Frage, ob Veranstaltungen wie Kletterwettkämpfe stattfinden können, auf die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.

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Weitere Informationen rund um CoVid-19 hier:

Übersicht des Robert-Koch-Instituts zum Corona-Virus

Was jede/r jetzt tun kann

Während die meisten Kletterer fit sind und vermutlich nicht zu den am stärksten Leidtragenden der Corona-Krise gehören, ist allerorten die Rede von Verantwortung und Solidarität. Diese beziehen sich in erster Linie darauf, sich an die Vorgaben der offiziellen Stellen zu halten, um andere nicht zu gefährden und damit letztlich das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Das heißt konkret, möglichst zu Hause zu bleiben und möglichst wenig Risiken einzugehen, nicht (nur) um seiner selbst willen, sondern um der Schwächeren willen. Der Verzicht aufs Klettern ist also das Opfer, das wir bringen können, um unseren Teil beizutragen.

Als Kletterer haben wir noch mehr Möglichkeiten, uns solidarisch mit den Leidtragenden zu zeigen. Denn den Kletterhallen, die nun geschlossen haben, fällt von heute auf morgen jegliche Einnahme weg, während die Kosten weiterlaufen. Dies stellt für viele Hallen kein kleines Problem dar. Des weiteren sind viele Routenbauer, Trainer und sonstige Hallenmitarbeiter selbstständig und auf regelmäßige Einnahmen angewiesen, die nun auch wegbrechen.

Die meisten Kletterhallen freuen sich, wenn man das Abo erst einmal weiterlaufen lässt, da die meisten bei weiterlaufenden Kosten nun keine Einnahmen mehr haben. Auch der lokale Bergsporthandel zeigt sich flexibel. Wenn Ihr lokal die Kletterläden und Hallen unterstützen wollt, schaut auf ihren Webseiten und Facebook-Seiten, wie ihr sie supporten könnt, und ihnen in dieser unverschuldeten Krise helfen könnt.

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Wer immer noch Klettern geht, beachte folgende Maßnahmen:

  • Hände regelmäßig und gründlich mit Seife und sauberem Wasser waschen (vor und nach dem Klettern)
  • maximal drei Leute sollten zum Klettern gehen, keine Gruppen-Treffen
  • Keine Begrüßung mit Handschlag, Umarmung o.ä., stattdessen lieber herzliches Lächeln oder notfalls mit Fäustchen ("Fistbump") arbeiten
  • Beim Vorstieg keinesfalls das Seil in den Mund nehmen
  • Wer sich angeschlagen fühlt oder kränkelt, sollte aus Rücksicht zu Hause bleiben (gilt nicht nur in Corona-Zeiten, sondern immer)
  • Nies-Etikette beachten: Beim Niesen und Husten abwenden, Mund und Nase nicht mit der Hand, sondern mit der Armbeuge bedecken, nach dem Naseputzen Hände waschen
  • nicht ins Gesicht fassen
  • Kontakt zu Personen meiden, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind und
  • einen Mindestabstand von 1-2 Metern einhalten zu erkrankten oder erkrankungsverdächtigen Personen
  • sich die Hände waschen, bevor sie mit Klettergriffen in Kontakt treten.
  • Des weiteren kann Sport und Anstrengung das Immunsystem temporär schwächen. Daher sollte man darauf achten, während der Klettersession sowie in der Stunde danach kein Risiko einzugehen: Warm anziehen, Hände gründlich waschen, sich mit einem Snack stärken, im öffentlichen Verkehr nichts anfassen und Abstand halten.

Älterer Artikel von Anfang März:

Vor dem Klettern Händewaschen

Corona-Virus hin, Pandemie her, über die allgemeine Lage muss man nicht mehr viel sagen, außer vielleicht, dass sie sich jederzeit wieder ändern kann. Da Viren weder vor der Kletterhalle noch vor Kletterwettkämpfen halt machen, haben wir die wichtigsten Informationen für Kletterer im Zusammenhang mit CoVid-19 hier zusammengestellt. Wichtigste Maßnahme gegen die Verbreitung des Virus ist gründliches Händewaschen.

Mit weiteren CoVid-Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen muss in Deutschland gerechnet werden. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers ist zu erwarten.

TLDR: Grundlegende Hygienemaßnahmen wie Händewaschen sind auch in der Kletterhalle wirksam!

(Zur Übersicht)

Übertragungswege bei Atemwegs-Infektionen: Die Erreger reisen auf winzigen Tröpfchen durch die Luft oder über Berührungen zum nächsten Menschen.

Corona-Virus: Übertragungswege und Gegenmaßnahmen

Die Übertragung der Coronaviren erfolgt primär über Sekrete des Atemtraktes. Also über Tröpfchen- oder Schmier-Infektion. Deshalb gilt wie bei Erkältungskrankheiten auch die Hände-Hygiene als wichtigstes Mittel zur Vermeidung einer Ansteckung.

Beim Händewaschen wird durch die Lauge der Seife die Hülle des Virus aufgebrochen und dadurch die Virus-DNS zerstört. Deshalb kann sorgfältige Handhygiene mit Seife eine Übertragung verhindern. Desinfektionsmittel sind nicht nötig – tatsächlich ist übertriebener Einsatz von Desinfektionsmitteln ungünstig, da sich dann schneller resistente Keime entwickeln.

Das Auswärtige Amt (AA) informiert Reiselustige:

"Aufgrund der Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, kommt es in sehr vielen Ländern zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen zur Identifizierung erkrankter Reisender und Auftreten von Krankheitsfällen im Land bis hin zu Quarantänemaßnahmen und Einreisesperren. Änderungen erfolgen teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Zudem ist die Zahl der Flugverbindungen erheblich reduziert."

Des weiteren fordert das AA auf: "Überprüfen Sie kritisch, ob Ihre geplante Reise ins Ausland derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann."

Hier nachlesen: Corona Info für Reisende vom Auswärtigen Amt

Derzeit gelten folgende Gebiete laut Robert-Koch-Institut als Sperrgebiete, in die man weder reisen darf noch sollte:

Internationale Risikogebiete

  • Italien
  • Tirol
  • Spanien
  • Iran
  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan)
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • In Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne); das AA nennt weiterhin "besondere Einstufungen" für die Departements Aude, Calvados, Haute-Savoie, Haut-Rhin, Oise, Morbihan, Corse du Sud, Hérault. Zusätzlich sollen Bewegungen im Land auf das Notwendige beschränkt werden.
  • Die USA hat für Europäer ein Einreiseverbot für einen Monat ausgesprochen
  • Polen führte an der Grenze zu Deutschland Kontrollen mit Temperaturmessungen ein.
  • Einreiseverbote verhängt haben unter anderem die USA, El Salvador, Jamaika, Guatemala, Argentinien (ab 17.03.), Peru (ab 16.03.), Tschechien, Slowakei, Kosovo, Ukraine, Kasachstan, Kirgistan, Israel, Jordanien (ab 16.03.), Oman (ab 15.03.), Saudi-Arabien, Libanon, Indien, Bhutan, Nepal, Singapur, Kiribati, Marshallinseln, Samoa, Trinidad und Tobago. Zum Teil kann in speziellen Sonderfällen – wie einem beigefügten negativen Covid-19-Test – eine Ausnahmeregelung beantragt werden.
  • In eine zweiwöchige Quarantäne müssen sich Reisende aus Deutschland utner anderem in Norwegen, Malta, Zypern, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, in der russischen Hauptstadt Moskau, Georgien, Aserbaidschan, Usbekistan, Tadschikistan, Thailand, Australien, Mosambik, Liberia, Malawi, Tschad, Ruanda, Uganda und Chile begeben.

Nationale Risikogebiete

  • Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen)

Auch Nepal hat Maßnahmen ergriffen: Derzeit bekommen Chinesen, Iraner, Italiener, Koreaner und Japaner keine Einreisegenehmigung. Update: China hat bekannt gegeben, dass dieses Jahr keine Permits für die Nordseite des Everest erteilt werden, um eine potenziell dramatische Situation im Everest Basecamp zu vermeiden. Am 13. März hat auch Nepal alle Expeditionen in den Himalaya abgesagt, lokal werden bis vorerst 30. April keine Visa mehr ausgestellt.

Hier geht es zu den allgemeinen Empfehlungen und Informationen des AA zu einzelnen Ländern

Corona-Viren auf Oberflächen oder Klettergriffen

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen. Laut dem KLEVER-Kletterhallenverband "gelten Klettergriffe und Oberflächen in Trainingsbereichen bezüglich ihres Übertragungspotentials nicht als anfälliger als andere Oberflächen".

Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen sei bisher nicht dokumentiert. Eine Infektion mit CoVid-19 über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines erkrankten Patienten gehören, sei eher unwahrscheinlich.

Die Überlebenszeit der Viren auf Oberflächen hängt laut KLEVER von einigen Faktoren ab:

  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit (je wärmer und feuchter, desto besser für die Viren)
  • Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung tötet Viren)
  • grundsätzliche Hygiene (je dreckiger, desto größer die Kulturen)

Update: Mittlerweile (Stand 13. März) wird vermutet, dass der Corona-Virus rund 2 bis 3 Tage auf glatten Oberflächen aus Plastik und Stahl überleben kann. Die mit Corona verwandten Viruse, die SARS und MERS verursachen, können anscheinend bis zu 9 Tage auf Oberflächen wie Glas oder Metall überleben, während ein Grippevirus nur 48 Stunden überlebt.

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