KL Barbara Zangerl Portrait Ibo Güngör

Interview

Barbara Zangerl im Interview

Die Österreicherin Barbara Zangerl war eine der acht Frauen, die im Februar 2008 beim Bronx Rock Invitational Boulderwettkampf mitgemacht haben. Danach hat sie uns einige Fragen beantwortet.

Der erste Boulder-Trip ins Tessin war für die damals 14-Jährige Barbara Zangerl „besser als Weihnachten und Ostern zusammen“. Seitdem ist die junge Tirolerin nicht mehr wegzudenken aus der Welt der Blöcke und harten Züge. Mit ihren erst 19 Jahren gehört sie schon seit einiger Zeit zu den stärksten Frauen am Fels und ist eine der ganz wenigen, die sich auch gerne mal an einem Highball, einem extrahohen Boulder, einen besonderen „Kick“ holt. Ohnehin ist Bouldern für die sympathische Tirolerin mehr eine Lebenseinstellung als der Wettlauf um Zahlen und Preise. Dass sie sich aber auch ab und zu für Wettkämpfe motivieren kann, und das auch noch ziemlich erfolgreich, zeigte ihre Teilnahme beim italienischen Melloblocco: zweimal hat sie teilgenommen, zweimal gewonnen. Trotzdem werden wir Barbara Zangerl wohl auch in Zukunft häufiger an den Leisten, Löchern und Kanten der Felsen dieser Welt anfinden, als beim Kräftemessen nach Regeln.

geboren: 24.05.1988
Wohnort: Strengen
Klettert seit: 2001

Stärken: Motivation

Schwächen: viele

Lieblingsgebiete: Rocklands, Bleau, Magic Wood, Silvretta, Tessin

Das klettere ich am liebsten: neue beeindruckende Boulder oder Routen

Nächstes Kletterziel: Rocklands (SA)

Schwierigste Route: Boulder bis Fb 8a+, Routen bis 7c+

Größte Wettkampferfolge: 1. Platz beim Melloblocco 2006 und 2007

Sponsoren: adidas, Five Ten, Black Diamond

KL Barbara Zangerl in Niviuk
Radovan Capek
Harte Boulder draußen sind ihr Ding: Barbara bei der zweiten Begehung von "Niviuk" (8a+) in der Silvretta.

Barbara, wie sieht dein perfekter Klettertag aus? Es ist kühl, trocken und ich bin fit. Am schönsten ist ein neues Gebiet mit unzähligen Blöcken, die ich am liebsten alle klettern will, und wenn mir dann vielleicht noch ein schöner Boulder gelingt, dann bin ich happy.

Was bedeutet dir das Klettern und was gibt es sonst noch wichtiges im Leben für dich?
Ich liebe es, in der Natur zu sein, gemeinsam mit Freunden zu reisen und die Grenzen meiner Fähigkeiten auszuloten. Ich kann mich mit diesem Sport identifizieren, es ist ein Teil von mir. Ganz speziell ist das Gefühl beim Klettern: Du konzentrierst dich nur auf die Bewegung, kommst gar nicht zum Denken, und plötzlich stehst du oben – das motiviert mich! Am wichtigsten ist aber, dass ich immer Spaß am Leben habe. Was nützen dir Erfolg und Geld, wenn du keine Freunde hast und mit deinem Leben unzufrieden bist?

Wo siehst du Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Klettern?
Ich denke, dass bei den Frauen die Kraft begrenzt ist – aber eigentlich ist das nicht wichtig. Entscheidend ist nur, dass jeder seine eigenen Ziele erreicht.

Du bist viel mehr draußen unterwegs als bei Wettkämpfen. Was reizt dich so am Bouldern draußen? Und was fehlt dir bei den Wettkämpfen?
Das Bouldern am Fels macht mir einfach viel mehr Spaß. Dort finde ich immer wieder neue Boulder, die mich faszinieren, die ich einfach klettern möchte – draußen ist das Klettern vielseitiger! Es gibt so viele geniale Klettergebiete, die ich noch sehen möchte: Abenteuer, Reisen … life is outside! Mir macht es aber auch Spaß, bei Wettkämpfen mitzumachen, da kann man viel lernen.

Wirst du denn in Zukunft auch mal die eine oder andere schwere Sportkletterroute in Angriff nehmen?
Auf jeden Fall! Ich bin sehr gern beim Routen klettern, das gefällt mir auch sehr gut. Aber momentan bin ich noch zu sehr dem Boulderrausch verfallen.

Woher kommt deine Faszination für Highballs?
Für mich ist es ein besonderer Kick. Wenn die Highballs schwer sind, kommt man kaum zum Nachdenken. Darum denkt man nicht ans Stürzen. Es ist für mich die absolute Konzentration und eine mentale Herausforderung.

Wie hat dir das Bronx Rock Invitational gefallen?
Sehr gut. Das Wettkampfprinzip war super. Es gab es keinen Sechs-Min-Modus, keine Isozone, kein Konkurrenzdenken. Es glich eher einem Bouldertreffen. Nur die After-Party ließ zu wünschen übrig.

Und wie war es, die Boulder selbst zu schrauben?
Die 60 Minuten Schrauben und Probieren waren ziemlich anstrengend, aber auch cool mit der Auswahl an Griffen und dem zugelosten Wandteil.

Und wann kletterst du deine erste 9a-Route?
Mit den entsprechenden Hilfsmitteln … morgen!

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