Studie: Angst beim Klettern

Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Angst-Studie

Hier gibt es die Ergebnisse und einige praktische Schlussfolgerungen aus der Studie.

Bei der Studie zur Angst vor dem Stürzen beim Sportklettern hat Pirmin Bertle einige interessante Ergebnisse zu Tage befördert. Hier geht es noch einen Schritt weiter; die Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gibt es gleich noch dazu.

Im Einzelnen:

So reagiert der Körper bei Angst

Maßnahmen gegen die Angst

Im konkreten Fall agieren

Foto: Pirmin Bertle Studie: Angst beim Klettern

Eindeutige Ergebnisse beim Experiment an der Pont de Pérolles in Fribourg.

Angst und Klettern

Wer Angst hat, klettert schlechter. Wie ihr die typischen Angst-Symptome vermeiden könnt, steht hier.

Die Angst-Symptome:

  • Erhöhter Puls, erhöhtes Schwitzen der Handflächen
  • Verkrampfung der Muskulatur, Einschränkung des Technik­reportoires, Verharren, über­triebene Kraftaufwendung
  • Fixierung auf Unten statt Oben, Fixierung auf einen möglichen Sturz statt aufs Weiterklettern (Vermeidung einer noch exponierteren Position, wenn Flucht – Abklettern – nicht möglich)

Generelle Maßnahmen 
gegen Angst:

  • Sturztraining (Systematische Desensibilisierung in vivo)
  • Projektieren (Gewöhnen an Sturzsituationen, Durchstieg – sportlicher Erfolg – als „höheren“ Wert als Sturzvermeidung herausbilden)
  • Partnercheck und Materialprüfung, um Materialzweifeln in der akuten Angstsituation vorzubeugen; bekannte Sicherer in exponierten Routen

Was bei einer Angst-
Situation hilft:

  • positiver innerer Dialog („Es ist auch nur ein Sturz ins Seil, keine echte Gefahr“)
  • Konzentration auf die nächste Bewegung, nicht auf den nächsten Haken und erst recht nicht auf den letzten
  • Beruhigung der inneren Aufwallung (Arousal) durch Kontrollieren der Atmung
  • Wenn nichts anderes hilft: Kontrollierte Flucht nach vorne
02.02.2017
Autor: Pirmin Bertle
© klettern
Ausgabe 03/2016