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KL Klettern im Vorstieg Ralph Stöhr
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Richtig Vorsteigen

Vorsteigen lernen

Vorsteigen eröffnet beim Klettern eine neue Welt. Wer im Toprope einen Grad sicher beherrscht, kann sich ans nächste Level wagen: den Vorstieg. Hier beschreiben wir, wie's geht.

Das erste Mal ist immer aufregend.

Das Tolle am Vorstieg ist, dass auch das tausendste Mal noch aufregend sein kann. Doch bevor wir ins Schwärmen geraten, wollen wir die wichtigsten Punkte beim Vorsteigen aufzeigen. Rein theoretisch allerdings, was bei einer praktischen Übung nicht immer ohne Tücken ist. Schließlich ist, wer ein Medizinbuch gelesen hat, auch noch kein Chirurg. Dem entsprechend empfehlen wir jedem, diesen Artikel als Grundlagenwissen zu verstehen und einen qualifizierten Kurs beim Alpenverein oder der Kletterhalle Eures Vertrauens zu besuchen.

Wer sich zum ersten Mal an den Vorstieg wagt, sollte in einer sehr leichten, am besten schon bekannten Route beginnen. Denn dann kann man sich besser auf das richtige Einhängen und die Seilführung am Körper konzentrieren. Zu empfehlen ist beim ersten Vorstieg außerdem ein erfahrener Sicherer, der nicht nur perfekt Seil ausgibt, sondern wenn nötig auch mal verbale Unterstützung leisten kann. Wer zu dritt übt, kann sich zusätzlich zum normalen Toprope noch im Vorstieg sichern lassen, so lässt sich das Einhängen und die Seil-Logistik erst einmal ohne das tatsächliche Risiko üben.

KL Klettern im Vorstieg
Ralph Stöhr
Klettern im Vorstieg - die Königsklasse.

Außerdem gehört zum verantwortlichen Vorsteigen das nötige Wissen um die Risiken und Tücken, die das Vorsteigen anspruchsvoll machen sowie die Kenntnisse, wie man diese richtig umschifft. Auch beim Sichern sind einige Aspekte zu beachten. Auf diesen Seiten erklären wir, wie das Leadklettern richtig funktioniert und zeigen die gröbsten Patzer, die man vermeiden sollte.

Das Risiko beim Vorstieg

Im Vergleich zum Toprope, bei dem das Loslassen nur ein weiches Wegpendeln von der Wand mit sich bringt, birgt das Vorsteigen ein echtes Sturzrisiko. Dabei gibt es einiges zu beachten. Nach Angaben des Alpenvereins passieren die meisten Unfälle beim Vorstiegsklettern. Nur wer alles richtig macht, kann sorgenfrei im Vorstieg stürzen.

Wie beim Topropen auch sollte man vor dem Losklettern immer den Partnercheck machen.

Sicher klettern - Tipps der Alpenvereine

Partnercheck und Co - die wichtigsten Sicherheitstipps

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Der Partnercheck - warum er wichtig ist und wie er funktioniert

Es gibt keine Entschuldigung, den Partnercheck nicht zu machen. Man sollte ihn verinnerlichen wie das Anschnallen vor dem Losfahren mit dem Auto. Nur wenn man ihn immer macht, wirkt er. Und nur, wenn man ihn immer aufmerksam macht, wirkt er. Der Partnercheck basiert auf dem Vier-Augen-Prinzip.

Anfänger sollten den Partnercheck machen, damit keine Anfängerfehler passieren können, die sie das Leben kosten können (zum Beispiel: sich aus Versehen an einer Materialschlaufe einzubinden - Lebensgefahr!).

Fortgeschrittene Kletterer sollten den Partnercheck machen, damit ihnen keine Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, die sie das Leben kosten können (zum Beispiel: den Einbindeknoten falsch zu knüpfen).

Routinierte Kletterer sollten den Partnercheck machen, damit ihnen keine Fehler unterlaufen, mit denen sie nicht rechnen, wie zum Beispiel abgelenkt den
Einbindeknoten nicht zu Ende führen.

Vorstiegsklettern

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Ralph Stöhr
Partnercheck mit Anfassen, wie ihn der DAV empfiehlt.

Beim Partnercheck checken sich die Kletterpartner gegenseitig.

Der Kletterer überprüft, ob der Sicherungspartner den Gurt korrekt angelegt und verschlossen hat, ob das Sicherungsgerät bei verschlossenem Karabiner einsatzbereit ist (Funktionsscheck) und ob das Seil-Ende gesichert ist (Knoten drin?).

Der Sicherer überprüft, ob der Kletterpartner den Gurt korrekt angelegt und verschlossen hat, ob der Einbindeknoten korrekt geknüpft und an der richtigen Stelle sitzt (mehr dazu hier), sowie ob das Seilende weit genug aus dem Knoten herausschaut (mindestens eine Handbreit).

Gefahren beim Vorsteigen

Doch selbst wenn man den Partnercheck richtig gemacht hat und alle zu checkenden Elemente korrekt sind, birgt das Klettern im Vorstieg noch Risiken.

Welches diese sind und wie man mit ihnen umgeht, erklären wir auf der nächsten Seite

Sicher klettern - Tipps der Alpenvereine

Partnercheck und Co - die wichtigsten Sicherheitstipps

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Risiken beim Vorsteigen

Wer sich ans scharfe Ende des Seils begibt, muss sich auf alles gefasst machen. Griffe können ausbrechen (oder, in der Kletterhalle: sich unerwartet drehen), Karabiner blockieren, Schlingen können verdreht sein. Auch eine Wespe zur falschen Zeit am falschen Ort kann den Kletterfluss unterbrechen.

Doch wer die "objektiven" Risiken kennt, der kann zumindest damit anfangen, die Lage zu erfassen und einzuschätzen. Während man beim Draußenklettern noch den Zustieg, die Felsbeschaffenheit und die Wetterlage mit einschätzen können sollte, bietet auch der Beginn der Vorstiegskarriere in der Kletterhalle genügend Stolpersteine.

Risiken beim Vorstieg minimieren:

- Sicherungspartner: Wer jemanden im Vorstieg sichert, muss gut sichern können. Er sollte das Seil-Einholen und -Ausgeben (!) flüssig beherrschen. Nur wenn das Seil zügig und korrekt ausgegeben und eingeholt wird, kann der Vorsteiger ohne erhöhtes Risiko klettern. Der Sichernde muss einschätzen können, wann der Kletterer wieviel Seil braucht. Je nach Gewichtsverhältnissen wird der Sicherer im Sturzfall gegen die Wand gezogen oder nicht, muss schnell das Seil blockieren oder weich bremsen.

Vorstiegsklettern

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- Kletterer im Vorstieg: Auch der Vorsteiger muss alles richtig machen. Das Seil muss richtig herum in die Zwischensicherungen eingehängt werden. Das heißt, dass das vom Gurt kommende Seil immer oben/vorne aus dem Karabiner herauslaufen muss. Sonst besteht die Gefahr, dass sich das Seil wieder ausklippt.

Weiterhin sollte man nicht zu früh klippen. Denn je mehr Seil man herauszieht, desto tiefer endet der Sturz. Warum dies gefährlich ist und wann man am besten klippt zeigt das Video auf der nächsten Seite.

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Ralph Stöhr
Im Sturzfall gefährlich: das Bein hinter dem Seil.

Beim Vorsteigen sollten alle Zwischensicherungen eingehängt werden. Erst wenn eine stabile Position erreicht ist, sollte man klippen. Außerdem ist wichtig, dass man das Seil immer zwischen Wand und Körper entlangführt, es also vor sich behält. Wenn der Körper zwischen Wand und Seil gerät (siehe Bild rechts) besteht im Sturzfall ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko. Das berüchtigte "Bein hinterm Seil" kann sich verfangen und den Kletterer kopfüber stürzen lassen. Dabei besteht die Gefahr, dass man den Sturz nicht mit den Füßen an der Wand abbremst, sondern mit dem Kopf.

Wann ist der Moment zum Klippen?

Idealerweise klippt man, wenn sich die Zwischensicherung auf Hüfthöhe befindet.

Warum das so ist, erklärt das Video auf der nächsten Seite

Fehlerquellen beim Klettern

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Sicher klettern - Tipps der Alpenvereine

Partnercheck und Co - die wichtigsten Sicherheitstipps

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Video: Sichern in Bodennähe

In der Kletterhalle suggerieren viele Zwischensicherungen, dass man jederzeit stürzen kann. Doch gerade in Bodennähe ist das Risiko hoch, doch weiter unten zu landen als gesund ist. Auf den ersten acht Metern heißt es, beim Sichern extrem aufmerksam zu sein. Viel Schlappseil sollte man beim Sichern nie geben, doch in Bodennähe ist zu viel Schlappseil enorm gefährlich.

Auch wenn man nicht von einem Sturz ausgeht, sollte man nicht übermäßig viel Seil herausziehen. Wann man am besten klippt und warum, erklärt das Video.

Vorstiegsklettern

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Sicher vorsteigen - Video

Klettern: Sichern in Bodennähe - Sicher klippen
Richtig Klippen beim Klettern

Der Clip entstand in Kooperation mit dem DAV-Kletterzentrum Stuttgart.

Beim Vorsteigen kann man eine ganze Menge falsch machen. Die am häufigsten auftretenden Fehler zeigen wir auf der nächsten Seite

Fehlerquellen beim Klettern

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Sicher klettern - Tipps der Alpenvereine

Partnercheck und Co - die wichtigsten Sicherheitstipps

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Vorsteigen: häufig auftretende Fehler

  • Fehler: Ausrüstung nicht korrekt angelegt

Ob falsch eingebunden oder den Gurt nicht geschlossen, beim Anlegen von Gurt, beim Knüpfen des Einbindeknotens und beim Einlegen des Seils ins Sicherungsgerät können Fehler schlimme Folgen mit sich bringen.
Abhilfe: Der Partnercheck hilft, Fehler in der Sicherungskette zu bemerken und so zu vermeiden.

  • Fehler: Falsche Sicherungsposition

Wenn der Kletterer erst ein oder zwei Zwischensicherungen eingehängt hat, muss der Sicherne nah an der Wand stehen. Wer dann schon meterweit von der Wand wegsteht, riskiert, dass der Kletternde im Sturzfall auf dem Boden einschlägt und der Sichernde selbst kann gegen die Wand gezogen werden; ihm droht ebenfalls Verletzungsgefahr.
Abhilfe: Immer relativ nah an der Wand stehen; sich eventuell auf den ersten Metern mit einem Fuß an der Wand abstützen.

  • Fehler: Schlappseil beim Sichern

Zügig Seil ausgeben (und einnehmen) muss der Sichernde beherrschen. Gerade auf den ersten acht Metern ist jeder Meter Schlappseil einer zuviel. Denn mit Seildehnung und ein bisschen Pech landet der Kletternde sonst sehr schnell auf dem Boden.
Abhilfe: Eng und flexibel sichern.

  • Fehler: Hartes Sichern

Der Reflex beim Sichern geht dahin, "so zu wie möglich" zu machen, also sofort und mit aller Kraft das Seil zu blockieren. Was im Prinzip ja völlig richtig ist. Mit einer Einschränkung: Ist der Kletternde deutlich leichter als der Sichernde oder wenn durch den Seilverlauf viel Reibung entsteht, dann ist "weiches Sichern" angeraten. Damit wird verhindert, dass der Kletternde mit zu viel Wucht in die Wand einschlägt. Diese Sicherungtechniken lassen sich nur in der Praxis erlernen!
Abhilfe: Angemessen weich sichern. Am besten im Kurs erlernen.

  • Fehler: Zu schnell ablassen

Es mag lustig oder cool erscheinen, aber es birgt Risiken: dass sich der Sichernde übernimmt und nicht mehr bremsen kann. Oder dass man zu spät bremst, und der Kletternde einschlägt. Oder dass ein Mensch in die "Landezone" läuft und getroffen wird. Es gibt noch viele mehr. Also: lieber langsam.
Abhilfe: Langsam und kontrolliert ablassen, Kletterer im Blick behalten bis er komplett sicher am Boden ist.

Vorstiegsklettern

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Ralph Stöhr
Achtung Seilsalat!
  • Fehler: Falsch einhängen

Es ist schnell passiert, das Seil falsch herum in den Karabiner zu klippen. Oder aus Versehen das Seilende von unterhalb der letzten Exe hochzuziehen und einzuhängen (siehe Bild). Beides ist mehr oder weniger gefährlich.
Abhilfe: Beim Klippen immer das Seil vom Einbindeknoten her holen. Darauf achten, dass die Schlinge nicht verdreht ist und das Seil richtig nach oben läuft.

  • Fehler: Nicht vorsteigen

Vorsteigen ist anspruchsvoll, risikoreich und erfordert mentale Stärke. Trotzdem ist es der größte Spaß überhaupt. Wer sich diesen Spaß aus Angst oder Vorsicht oder aus anderen Gründen vorenthält, bringt sich selbst nicht nur um Spaß, sondern auch um die Chance, Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Also: auf geht's!
Abhilfe: Machen! Bucht einen Kurs, fragt erfahrene Kollegen, und tut es.

Fehlerquellen beim Klettern

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Sicher klettern - Tipps der Alpenvereine

Partnercheck und Co - die wichtigsten Sicherheitstipps

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