KL Kletterhallen-Experte Elias Hitthaler Archiv Hitthaler

Neue Kletter-Regeln

Kletterhallen-Experte Elias Hitthaler im Interview

Die Zeit der Empfehlungen ist vorbei. Stattdessen setzt der DAV beim Hallenklettern künftig auf Regeln. Wir haben bei Elias Hitthaler nachgefragt, wie es dazu kam und was das bedeutet.

Einmal im Jahr treffen sich im DAV Kletterzentrum Darmstadt auf Einladung des Deutschen Alpenvereins Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um Erfahrungen auszutauschen und sich über neue Erkenntnisse der Sicherheitsforschung zu informieren.

Beim letzten Kletterhallentreffen im November waren es rund 350 Hallenbetreiber, Wandhersteller sowie Expertinnen und Experten der Branche, die sich in Darmstadt über Trends, Produkte und Ideen unterrichteten.

Wir haben Elias Hitthaler, Kletterhallen-Experte beim Deutschen Alpenverein, einige Fragen zu den neuen Kletterregeln vom DAV gestellt. Der Bauingenieur und Zimmermeister hat jahrelang selbst Kletterhallen gebaut. Beim Alpenverein ist er als Hallenexperte tätig und berät die Sektionen beim Bau und Betrieb der Kletterhallen. Daneben ist er Vorsitzender der europäischen Normungskommission für Kletteranlagen.

Hier zeigen wir die 10 Kletter-Regeln vom DAV im Detail (Fotostrecke)

Der DAV hat die Empfehlungen fürs Hallenklettern überarbeitet. Was ist neu?

Bisher gab es nur Empfehlungen für das Klettern mit Seil, jetzt sind es verbindliche Kletterregeln. Neu dazugekommen sind zwei weitere Bereiche. Einmal die Regeln zum generellen Verhalten in der Kletterhalle, hier geht es um Verantwortung, Fairness und Rücksichtnahme. Und die Boulderregeln, die dem starken Zuwachs beim Bouldern Rechnung tragen. Beim Bouldern passieren nämlich mehr Unfälle als beim Seilklettern.

Was hat den DAV bewogen, von Empfehlungen auf Regeln umzustellen?

Das Klettern soll und muss ein eigenverantwortlicher Sport bleiben; die neuen Regeln sollen genau das gewährleisten. Wir wollen den Hallenbesuchern noch stärker bewusst machen, was Klettern und Sichern heißt, nämlich Verantwortung übernehmen, nicht nur für sich, sondern auch für den Kletterpartner und auch für die anderen Hallenbesucher.

Wie werden diese Regeln kommuniziert?

Nachdem wir sie auf dem Kletterhallentreffen in Darmstadt Mitte November vorgestellt haben, werden alle Hallen und Sektionen über die neuen Regeln informiert. Wir haben einen Flyer vorbereitet, den die Hallen mit ihren Logos versehen und ausdrucken und auch als Online-Version auf ihre Homepage stellen können. Die Plakate mit den Motiven können gegen Versandkosten beim DAV bestellt werden. Und natürlich werden sie in allen einschlägigen Medien veröffentlicht.

Hier gibt's die neuen Kletterregeln des DAV:

Wie verbindlich sind sie?

Die Regeln werden Bestandteil der Benutzungsordnungen. Damit werden sie verbindlich. Es ist anzunehmen, dass sie auch für Versicherungen und Gerichte Grundlage ihrer Beurteilungen werden.

KL Klettern in der Kletterhalle
Sicherheit

Werden diese Regeln auch kontrolliert?

Nein. Im normalen Kletterbetrieb wäre die Überwachung aller korrekten Partnerchecks und Sicherungsvorgänge gar nicht möglich. Die Hallenverantwortlichen sind aber gefordert, in ihren Anlagen eine Kultur des Hinschauens und so eine bessere soziale Kontrolle zu etablieren. Für Anfänger gilt nach wie vor: Einstieg über einen Kurs und danach üben, üben, üben.

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