Knowhow: Klettern am Fels

Seilreibung - Fluch oder Segen

Seilreibung kann heikel sein, aber auch ein Segen. Die Situation richtig einschätzen zu können, ist daher um so wichtiger.

Seilreibung kann heikel sein, aber auch ein Segen. Gefährlich ist Seilreibung, weil sich dadurch die Belastung in der Sicherungskette bei einem Sturz erhöht und der Anprall an der Wand härter wird. Natürlich ist es auch unangenehm, wenn man auf einer Reibungsplatte steht und das Seil kaum mehr hochgezogen bekommt.

Ein Segen kann Seilreibung sein, wenn ein weiter Sturz gehalten werden muss und der leichte Sicherungspartner ohne viel Seilreibung aus dem Stand gerissen und vor Schreck das Bremsseil loslassen würde. Auch das Sicherungsgsgerät sollte auf die Seilreibung abgestimmt sein.

In der Kletterhalle ist diese gering, weshalb hier relativ viele Bodenstürze zu beobachten sind, dafür erstaunlich wenig Anprallverletzungen. Hier bieten sich zum Sichern Halbautomaten oder Auto-Tuber an. Draußen kann die Reibungssituation stark variieren.

In Routen mit geradem Seilverlauf und großen Hakenabständen sind Halbautomaten oder Auto-Tuber perfekt. In Routen mit sehr großer Seilreibung (Seilverlauf im ZickZack oder über Felskanten), sollte man die Zwischensicherungen verlängern und gegebenenfalls ein dynamisches Bremsgerät verwenden. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass dieses auch perfekt beherrscht wird. Im Zweifel sollte man immer das bekannte Sicherungsgerät wählen.

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10.07.2015
Autor: Chris Semmel
© klettern
Ausgabe 04/2015