Klettern Schwäbische Alb

Schön: Schwarze Wand, Römerstein, Kunstmühlefels, Wiesfels

Auf der Schwäbischen Alb warten geniale Kletterfelsen. An den hier gelisteten Felsen findet man gute Auswahl in den mittleren Schwierigkeitsgraden.

Die wichtigsten Infos zum Klettern an der Schwarzen Wand sowie Römerstein, Kunstmühlefels und Wiesfels, die zu den schönsten Felsen der Schwäbischen Alb gehören.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Feinste Plattenkletterei: Christoph Schmidt in 'Herr der Ringe' (8).

Klettern am Schwarze Wand

Ausrichtung: West, Südwest
Wandhöhe: 15 bis 30 Meter
Routen & Grade: Keine Routen im 3. bis 5. Grad, 22 Routen im 6. und 7. Grad, 11 Routen von 8 bis 9-

Die Schwarze Wand ist quasi die kleine Schwester der Kesselwand. Sie steht direkt neben dieser, ist aber kompakter – was sowohl die Felsqualität als auch die Zahl der Routen betrifft. Die 30 existierenden Kletterwege spielen in den Graden 6 bis 9-, die Kletterei ist also durchweg anspruchsvoll. Aber eben auch durchweg interessant: Ganz links erlauben einige gehobene Klassiker wie Kokresepten (7-) ein gründliches Aufwärmen. Es folgen einige harte Plattenklettereien mit kleinen Löchern und Leisten in allerbestem Fels und mit Extremklassikern wie Herr der Ringe (8), ehe es im rechten Teil wieder löchriger, aber auch nicht mehr ganz so fest zugeht. Dazwischen gibt es noch ein paar saftige Überhänge für wohltrainierte Oberarme. Die Schwarze Wand ist extrem sonnig und damit ein gutes Frühjahrsziel.

Charakter: Gut 30 Meter hohe Wand mit ebenso vielen Routen. Der Fels ist teilweise sehr kompakt, nur im rechten Teil wird er etwas knuspriger. Insgesamt ein guter und abwechslungsreicher Sportkletterfels.

Lage: Die Schwarze Wand steht in der Draufsicht links der Kesselwand. Vom Wanderparkplatz Kreisler südlich von Schopfloch erreicht man sie in wenigen Minuten.

Foto: Fritz Miller Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Sahnefels und harte Züge: Lukas Binder in 'X-Wing' (8-).

Klettern am Römerstein

Ausrichtung: Südost
Wandhöhe: 10 bis 20 Meter
Routen & Grade: 3 Routen im 5. Grad, 23 Routen im 6. und 7. Grad, 6 Routen von 8 bis 8+

Ab vom Schuss über einem stillen Tal, dem Blick durch Bäume verborgen: Der Römerstein wurde von Kletterern viele Jahre übersehen. Um so beliebter wurde er nach seiner Entdeckung und Erschließung bei regen Sportkletterern. Auch wenn manch brüchiger Einstieg erst mal abschreckt: Die löchrigen Wände darüber sind erste Sahne. Das Gros der Routen siedelt im siebten und achten Grad, die wenigen Sechser dienen als Aufwärmrouten. Der für Albverhältnisse angenehm ebene Wandfuß, die gute Absicherung, bei der man trotzdem auch mal zwischen den Haken klettern muss, und die homogen anstrengende Kletterei kommen auch Hallenkletterern entgegen. Ob Das Gelbe vom Ei (6+), die Esslingerinvasion (7+), X-Wing (8-) oder die Schreibtischleiche (7): Diese Routen muss man als Albkletterer gemacht haben. Einzige, aber wichtige Einschränkung: Zum Schutz brütender Vögel ist der Römerstein von Januar bis zum Brutzeitende (meist im Juni oder Juli) gesperrt.

Charakter: Rund 20 Meter hohes, langgestrecktes Massiv mit vielen Lochklettereien von leicht geneigt bis leicht überhängend.?

Lage: Der Römerstein liegt zwischen Ermstal und Lenninger Tal oberhalb von Bad Urach. Vom Parkplatz an der Rietenlauhalle in Hülben ist er in einer Viertelstunde zu erreichen.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Vor großer Kulisse: Heike Faber am Ausstieg von El Magico (7-).

Klettern am Kunstmühlefels

Ausrichtung: Südwest, Südost
Wandhöhe: 5 bis 25 Meter
Routen & Grade: 4 Routen im 5. Grad, 18 Routen im 6. und 7. Grad, 13 Routen von 8 bis 9-

Hoch überm Ermstal und gerade noch mit Blick auf Bad Urach steht der Kunstmühlefels hart am Trauf. Von der langgestreckten Felsgruppe sind leider nur die beiden rechten Wände – Hauptfels und Nebenfels – zum Klettern freigegeben. Der Zustieg ist relativ lang, aber schön, die Einstiege sind ein bisschen bröselig. Ihr merkt schon: Es sind ein paar Einstiegshürden zu nehmen, ehe sich einem die wahre Schönheit des Kunstmühlefels erschließt. Entsprechend ist der Andrang am Fels trotz der feinen und sonnigen Lage bescheiden. Doch wer dranbleibt, bei dem rufen Routen wie Genug ist nicht genug (7+), El Magico (7-) oder das Släble (6+) am Hauptfels Begeisterung hervor. Am Nebenfels warten dann noch einige extrakleingriffige Sportkletterhämmer im achten und neune Grad auf Wiederholer.

Charakter: Rund 25 Meter hohe Wand, in der der Fels nach oben hin immer besser und kompakter wird. Rund 35 Routen, überiwegend zwischen 6 und 9.

Lage: Der Kunstmühlefels liegt im Ermstal oberhalb der Straße von Bad Urach nach Münsingen. Der Zustieg von einem Parkplatz oberhalb von Bad Urach führt schön am Albtrauf entlang und dauert rund eine halbe Stunde.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Sebastian Hoerz klettert durch den Regenbogen (6+).

Klettern am Wiesfels

Ausrichtung: West
Wandhöhe: 15 bis 20 Meter
Routen & Grade: 18 Routen im 3. bis 5. Grad, 23 Routen im 6. und 7. Grad, 4 Routen von 8 bis 8+

In Sichtweite der „Outlet-City Metzingen“ am Fuß der Schwäbischen Alb – wo sich die Schnäppchenjäger jeden Samstag gegenseitig auf die Füße treten – liegt der Wiesfels am Rand des sogenannten Rossfelds, einem Segelflugplatz auf der Albhochebene. Und wie unten im Tal geht?es auch am Wiesfels am Wochenende hoch her. Die recht niedrige und gut gegliederte Wand hat Generationen von Kletterkursen über sich rutschen lassen. Nicht ohne Grund: Die Felsqualität ist gut, und so viele schöne Vierer und Fünfer findet man an kaum einem anderen Fels der Alb. Dazu lädt noch eine große Grillstelle direkt hinterm Ausstieg zum Vesper. Kein Wunder, dass Familien, DAV-Gruppen und Kurse gerne hierher kommen. Wer etwas höher hinaus will, findet am nahe gelegenen Rossfels ähnliche Verhältnisse, nur in etwas größer und höher.

Charakter: Mit rund 10 bis 20 Metern Wandhöhe eher gemütliche, dafür recht breite Wand. Der Fels ist nicht nur in den leichten Anstiegen etwas abgeklettert, dennoch sind die meisten der 45 Routen wirklich zu empfehlen.

Lage: Der Wiesfels liegt oberhalb von Glems (bei Metzingen). Vom Parkplatz Hohe Warte vor dem Gestüt St. Johann führt ein schöner Weg in gut 15 Minuten zum Fels.

28.04.2017
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 03/2017