Knowhow: Klettern am Fels

Schlechte Sicherungen

Klettern am Fels bedeutet, die volle Verantwortung fürs eigene Tun zu übernehmen. Denn es gibt niemand sonst, der dies hier übernimmt.

Anders als in der Kletterhalle gibt es am Fels keinen „Betreiber“. Hier fehlt ein Verantwortlicher, der Haken prüft und Exen und Karabiner austauscht, wenn diese eingeschliffen oder aufgescheuert sind.

Ein tödlicher Unfall in einem Schweizer Klettergarten lag darin begründet, dass ein scharfkantig eingeschliffener Karabiner einer fix belassenen Express-Schlinge bei einem Sturz zum Seilriss führte.

Schlecht gesetzte Bohrhaken, selbstgebaute Haken ohne Festigkeitsnachweis, alte rostige Bohrhakensysteme, vergammelte Fix-Exen, eingeschliffene Karabiner oder billiger Baumarktschrott sind Zeitbomben, die zwar relativ selten zu Unfällen führen, doch sollte man beurteilen können, woran man sich sichert und in welches Material man reinspringt.

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10.07.2015
Autor: Chris Semmel
© klettern
Ausgabe 04/2015