Knowhow: Klettern am Fels

Runout, Bodensturzgefahr, Sicherungen selbst anbringen

Wenn die Haken weiter auseinander sind ("Runout"), besteht Bodensturzgefahr - außer, man legt selbst Zwischensicherungen.

Runout, Bodensturzgefahr, Sicherungen selbst anbringen: Diese drei Punkte hängen zusammen. In der Halle sind die Hakenabstände genormt, draußen nicht. Jeder muss also vor dem Einsteigen abschätzen, ob ihm die Hakenanzahl ausreicht und ob er der Route gewachsen ist.

Und sich folgende Fragen stellen: Sind die Abstände so groß oder ist der Weg zum ersten Haken so weit, dass Bodensturzgefahr besteht? Wenn ja, kann ich zusätzliche Sicherungspunkte anbringen (Keile, Schlingen, Cams)? Oder kann ich die Passagen zwischen den Haken sturzfrei klettern? Ist Spotten oder ein Crashpad vor dem ersten Haken hilfreich?

In vielen Klettergebieten gehören mobile Sicherungsmittel wie Sanduhrschlingen, Keile und Cams in den Rucksack. Wer draußen noch nicht so erfahren ist, sollte mit dem Schwierigkeitsgrad deutlich runtergehen. Ein Sturz darf draußen nur dann riskiert werden, wenn dieser vor dem Boden (oder einem Felsabsatz) in der Luft endet.

Die Einschätzung, ob Stürzen vom Gelände her erlaubt ist oder nicht, muss draußen ständig überprüft werden. In vielen Sportkletterrouten gibt es Passagen, in denen Stürze tabu sind, da man ansonsten am Boden oder auf einem Absatz aufschlägt. Dagegen hilft nur, zusätzliche Sicherungspunkte anzubringen oder nicht zu stürzen.

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10.07.2015
Autor: Chris Semmel
© klettern
Ausgabe 04/2015