Klettern: Olympischer Modus

So funktioniert Olympic Combined

Klettern wird olympisch – aber wie? Hier erklären wir den neuen Wettkampf-Modus Olympic Combined. So funktioniert die Kombi-Wertung in Tokio 2020.

Olympic Combined heißt das neue Wettkampfformat für Tokio 2020.
Noch sind nicht alle Details bis ins Letzte geklärt (Stand September 2017), doch die grundlegenden Regeln für den olympischen Dreikampf in Tokio stehen inzwischen. Alle Athleten (20 Frauen und 20 Männer) nehmen in Tokio an der Qualifikation teil. Die besten Sechs kommen ins Finale. Sowohl in der Qualifikation als auch im Finale werden alle drei Disziplinen geklettert.

Foto: IFSC | Eddie Fowke Kletter-Wettkampf / Klettern bei Olympia

Margo Hayes ist bislang eher mit Spitzenleistungen am Fels aufgefallen. Aber wer weiß, wenn sie Olympia als Projekt sieht, was dann passiert?

Und so führt der Weg zum Olympiasieg:

Lead
Der Lead-Wettkampf wird weitgehend nach den bestehenden Wettkampfregeln ausgetragen werden. Das neue Zeitlimit von 6 Minuten, im Worldcup bereits gültig ab 2017, wird in Tokio gelten. An bestehenden, hohen Wettkampfwänden bedeutet das, dass entweder die Routen etwas leichter und schneller werden oder dass nicht die gesamte Wandhöhe genutzt wird.

Bouldern
Das Format beim Bouldern ist derzeit noch in der Prüfung. Grundsätzlich wird wohl wie im Worldcup gebouldert werden, das Zeitlimit von punktgenau 4 Minuten soll auch in Tokio gelten. Das führt in langen Bouldern dazu, dass die Athleten weniger Versuche setzen können und mit etwas Pech direkt vor dem Topgriff abgepfiffen werden. Die Ergebnisermittlung ist derzeit noch in der Diskussion. Es kann sein, dass die Angaben der Versuchszahl für Bonusgriffe und Topgriffe entfällt und stattdessen ein Punktesystem kommt, bei dem ein gehaltener Bonusgriff eine (niedrige) Punktzahl bekommt und ein Topgriff eine hohe Punktzahl. Ebenso ist in der Überlegung, Boulder mit zwei Bonusgriffen auszustatten.

Speed
Der Speedwettkampf findet an der 15-Meter-Normspeedroute nach den bekannten Regeln statt. Eine Modifikation des Starts der Route ist in der Diskussion, weil momentan beide Starter mit Blick nach links starten – das heißt, der rechte Starter kann den linken beim Start beobachten. Und der linke Starter durch ein frühzeitiges Zucken einen Fehlstart provozieren. Diese Möglichkeit wird vermutlich noch ausgeschaltet werden.

Ranking – so wird gewertet

Um die Rangfolge im Olympic Combined zu ermitteln, werden die Ergebnisse (Plätze) der Starter aus den verschiedenen Diszplinen multipliziert. Wer dabei auf die kleinste Zahl kommt, hat gewonnen. Wenn also jemand in allen drei Disziplinen auf den ersten Platz klettern würde, käme der oder die in der Multiplikation auf 1 (und wäre sowieso Olympia-Sieger). Wer drei mal Zweiter wird, kommt auf 8, wer zwei mal Erster und einmal Zehnter wird, auf 10. Dieses System der Multiplikation bevorzugt die Spezialisten der Einzeldisziplinen gegenüber einem Ranking, bei dem das arithmetische Mittel aller Platzierungen genommen wird.

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08.11.2017
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 06/2017