Hansjörg Auer und seine unglaubliche Abseil-Aktion

Er wollte die Südwand der Achplatte solo besteigen, verkletterte sich und kam nicht mehr vor oder zurück. So rettete er sich.

Hansjörg Auer ist ein erfahrener Alpinist und erfahrener Solo-Gänger. Kürzlich postete er auf Facebook allerdings eine Abseil-Aktion, die einen mit den Ohren schlackern lässt (mindestens!).

Der Tiroler Profi-Kletterer wollte an der Südwand der Achplatte in Österreich eine Eislinie solo klettern. Irgendwann fand sich Hansjörg allerdings in einer Position, aus der er weder vorwärts noch zurückklettern konnte.

Das untenstehende Video zeigt, wie er sich aus der Situation befreit hat. Diese unkonventionelle Notfall-Aktion ist gutgegangen.

Hansjörg Auer: Notfall-Abseilen




Ursprünglich, so Hansjörg, wollte er bei seiner Begehung einer Eisroute an der Achplatten-Südwand gar kein Equipment mitgenommen haben. Doch weil das Eis sehr dünn schien, nahm er Seil und Eisschrauben mit. Das Eis war eher gefrorener Schnee, so beschreibt er die Bedingungen. Die Kletterei war anspruchsvoll und die Wand steilte auf, und irgendwann fand sich Hansjörg auf einem Absatz, von dem er nicht mehr weiter- oder zurückkam. Er hatte sich gründlich verklettert.

Im Interview mit www.planetmountain.com erklärt er:
"For a short time the situation was pretty shitty. But sometimes you have no other choice in the mountains, and you can’t cancel a decision already made. This situation was simply the result of a wrong decision and in that instant you keep calm and find a way out. But it is precisely moments like these that make mountaineering off the beaten track and with a minimalist style, interesting in some ways."

Auf deutsch ungefähr:
"Für einen Moment war die Situation echt scheiße. Aber manchmal hat man in den Bergen keine andere Wahl, du kannst eine bereits getroffene Entscheidung nicht ohne weiteres rückgängig machen. Die Situation war schlicht das Ergebnis einer falschen Entscheidung. Und in dem Moment musst du cool bleiben und einen Ausweg finden. Aber es sind unter anderem genau diese Momente, die das minimalistische und etwas abgelegenere Bergsteigen interessant machen."

20.03.2018
Autor: Sarah Burmester
© klettern