Die Gewinner der Piolets d'Or 2013 in Bildern

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Foto: Piolets d'Or Piolets d'Or 2013

Baintha Brakk alias Ogre (7285 m), Südostgrat/Südwand, Pakistan

Der auch als "Menschenfresser" bekannte Ogre gilt als einer der schwierigsten Berge der Welt und war bis 2012 erst zweimal bestiegen worden. 1977 durch Doug Scott und Chris Bonington, 2001 durch Thomas Huber, Urs Stöcker und Iwan Wolf. Im vergangenen Jahr eröffneten nun die Amerikaner Kyle Dempster, Hayden Kennedy und Josh Wharton eine neue Route. Ihre Linie folgt erst dem Südostgrat und quert dann auf etwa zwei Drittel Wandhöhe durch die gesamte Südostwand zum oberen Teil der Südwand, wo sie anspruchsvolle Mixedkletterei zu bewältigen hatten. Von einem Biwak auf 6900 Meter erreichten Dempster und Kennedy den Gipfel, es folgte ein schwieriger Abstieg mit dem erkrankten Wharton.

Kamet (7756 m), Südwestwand, Indien

Von allen Bergen Indiens ist der Kamet der höchste, der derzeit bestiegen werden darf. Bis zum Vorjahr hatte sich aber noch niemand an der 2000 Meter hohen Südwestwand versucht. In fünf Tagen kletterten die Franzosen Sébastien Bohin, Didier Jourdain, Sébastien Moatti und Sébastien Ratel im Alpinstil eine logische Linie über steile Schneefelder und teils senkrechte Eisseillängen. In der Wand trafen die Franzosen exzellente Bedingungen vor, nach einem Biwak am Südgrat auf 7500 Meter stießen sie dafür auf unerwartete Schwierigkeiten am Gipfelgrat. Nach einer weiteren Nacht im gleichen Biwak stiegen das Quartett über die ebenfalls noch unbegangene Südwand ab.

Kyashar (6770 m), Südpfeiler, Nepal

Bereits sieben Expeditionen hatten sich vergeblich am eindrucksvollen, 2200 Meter hohen Südpfeiler des Kyashar versucht. Im vergangenen Herbst gelang nun den Japanern Tatsuya Aoki, Yasuhiro Hanatani und Hiroyoshi Manome in sechs Tagen und in reinem Alpinstil die Erstbegehung dieser anspruchsvollen Linie – und die zweite Besteigung des Berges überhaupt. Die klettertechnische Schlüsselstelle wartete am fünften Tag an einer Gratpassage auf das Trio, danach war ein Rückzug nicht mehr möglich. Beim Abstieg über den Westgrat mussten die Japaner ein weiteres Mal biwakieren.

Muztagh Tower (7284 m), Nordostpfeiler, Pakistan

17 Tage benötigten die Russen Dmitry Golovchenko, Alexander Lange und Sergey Nilov für die Erstbegehung des 2000 Meter hohen Nordostpfeilers des prominenten Karakorum-Gipfels. Dabei kletterten sie im Alpinstil, hatten aber einen großen Haulbag mit Brennstoff und Essen dabei, um auch schlechtes Wetter in der Wan aussitzen zu können. Die größten Schwierigkeiten warteten an dem steilen Felsriegel zwischen 6600 und 6900 Meter. Kurz bevor sie den Gipfel erreichten, ging ihnen der Proviant aus. Zudem ließ schlechtes Wetter den geplanten Abstieg über den Nordwestgrat nicht zu und so mussten die drei Russen über die Nordwand absteigen und abseilen.

Nanga Parbat (8125 m), Mazeno Ridge, Pakistan

Mit einer Länge von über zehn Kilometern ist die Mazeno Ridge der längste Grat aller Achttausender und wurde dementsprechend schon von vielen Bergsteigern versucht. Eine Begehung des kompletten Grats war aber niemand geglückt, bis 2012 den britischen Himalaya-Veteranen Sandy Allan und Rick Allen die Mammuttour gelang. Bei der Überschreitung aller acht Gipfel der Mazeno Ridge wurden sie von Cathy O'Dowd (Südafrika), Lhakpa Rangdu Sherpa, Lhakpa Zarok Sherpa und Lhakpa Nuru Sherpa (Nepal) begleitet. Nach einem Biwak auf 7200 Metern und einem erfolglosen Versuch, über den letzten, noch unbegangenen Gratabschnitt direkt den Gipfel zu erreichen, stiegen O'Dowd und die drei Nepali nach Süden ab. Die beiden Briten setzten ihren Weg nach oben fort, traversierten unterhalb des Grats die Nordflanke und erreichten schließlich den Gipfel des Nanga Parbat. Nach einem schwierigen Abstieg über die Normalroute nach Norden erreichten sie 18 Tage nach ihrem Aufbruch wieder sicheren Boden.

Shiva (6142 m), Nordostkante, Indien

Zehn Jahre nach ihrem ersten Piolet d'Or wurden die Briten Mick Fowler und Paul Ramsden 2013 erneut mit einem Goldenen Pickel ausgezeichnet. Ihre Erstbegehung der großartigen Nordostkante des Shiva im indischen Transhimalaya ist sicher die eleganteste Linie unter den sechs prämierten Unternehmungen. An der anhaltend schwierigen Kante wechselten sich vereiste Risse in bestem Granit mit schlecht abzusichernden Seillängen auf mit einer dünnen Eisschicht überzogenen Platten ab. Der Abstieg erfolgte über den Südgrat, womit Ramsden und Fowler auch die erste Überschreitung des Berges glückte. Ihr Rundtrip dauerte neun Tage.

Spezielle Erwähnungen für Kruk, Kennedy und Lama

Anfang 2012 gelang Jason Kruk und Hayden Kennedy eine Begehung des Südostgrats am Cerro Torre, ohne die Bohrhaken Maestris zu benutzen. Im Abstieg schlugen sie dann in mehreren Seillängen der umstrittenen "Kompressorroute" die Haken ab. Mit der Auszeichnung dieser Aktion sorgte die Jury der Piolets d'Or für eine weitere umstrittene Entscheidung. Unstrittig ist dagegen die spezielle Erwähnung David Lamas, dem wenige Tage nach der Ausnagelung die erste Rotpunktbegehung des Südostgrats am Cerro Torre gelang, ohne zusätzliche Bohrhaken zu setzen.
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