Alex Honnold klettert El Capitan free solo

Foto: Honnold Media Assets/Andrew Burr Alex Honnold
Am 3. Juni kletterte der US-Spitzenkletterer Alex Honnold als erster Mensch einen der großen Bigwalls am El Capitan im kalifornischen Yosemite Valley free solo. In nur 3 Stunden und 56 Minuten kletterte Honnold frei und ohne Seil durch die 1000-Meter-Route 'Freerider' (5.12d oder UIAA 9/9+).

Was bisher nur wenige Kletterer zu träumen wagten und was allen anderen schon in der Vorstellung Alpträume beschert, hat der Solo-Spezialist Alex Honnold am 3. Juni 2017 verwirklicht. Ohne Sicherung kletterte er die 1000 Meter hohe Südwestwand des El Capitan frei. Er folgte der Route Freerider, die Alexander Huber anlässlich der Rotpunktbegehung der Salathé-Wall 1995 entdeckt und 1998 mit seinem Bruder Thomas erstbegangen hatte.


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The perch below the Boulder Problem - the last place to chalk up before doing the hardest 12 moves of the route. This was probably the most intense position on all of El Cap, not that I remember it that way since I just chalked up and climbed. This was taken by the remote cameras filming @freesolofilm - there weren’t any camera men there because it seemed like too much for all involved. For those that haven’t see it yet, Free Solo expands to 400 theaters around the country this weekend which is it’s widest reach yet. For those in Europe and the rest of the world: have patience, it’s rolling out over the next few months. And it will eventually show on the @natgeochannel and then be online in some way. Sorry I don’t have more details, I honestly don’t know what the whole plan is. I’ve tried to focus on the climbing and let the rest of the team work on the rest... @chaivasarhelyi @jimmy_chin @natgeo @cheynelempe

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Honnolds Free-Solo-Begehung einer großen Freikletterroute am El Capitan gehört sicher zu den größten Leistungen im Klettern überhaupt. Zum einen, weil es am El Cap keine Freikletterroute unter dem neunten Schwierigkeitsgrad gibt (von den kürzeren Routen am ganz linken und rechten Ende der Wand, dem Westface und East Pillar, einmal abgesehen). Zum zweiten, weil 1000 Meter Wandhöhe ein unglaubliches Level an Konzentration verlangen. Zum dritten, weil die Ausgesetztheit am El Capitan nach oben hin atemberaubend ist. Um zum vierten natürlich, weil es bisher – aus naheliegenden Gründen – noch nie jemand versucht hatte.

Während die Zuschauer alle aufatmeten, nachdem Alex Honnold über die letzten Meter zum Gipfelplateau ausgestiegen war, fand Alex in einem Interview für National Geographic diese Worte: „Es war viel weniger beängstigend als viele andere meiner Solobegehungen. Wahrscheinlich als alle. Ich hatte soviel Vorbereitung in diese Begehung gelegt. Ich hatte es perfekt einstudiert.“

Honnold hatte den Freerider vor der Solobegehung bereits einige Male mit Seil geklettert und die schwierigsten Stellen gecheckt. Zuletzt kletterte er im Mai mit Tommy Caldwell durch die Wand, um einige der harten Züge zu markieren. Dessen Kommentar übrigens: „Das ist die Mondlandung im Free-Solo-Klettern. Aber ich bin echt froh, dass es vorbei ist!“

Bilder des Fotografen Tom Evans findet ihr unter http://elcapreport.com

Video: Alex Honnold Late Night




Kleiner Eindruck gefällig? Alex Honnold free solo in Freerider - Video:




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05.06.2017
Autor: Ralph Stöhr
© klettern