Mentaltraining Klettern

Interview mit Mentaltrainerin Alexandra Albert

Alexandra Albert betreut als Mentaltrainerin die Exped-Kader des Alpenvereins. Hier erklärt sie uns, wie sie das Mentale Training vermittelt.

Du verwendest im Mentaltraining neben anderen Übungen erst einmal Entspannungstechniken. Warum?

Entspannt sein ist die Grundlage für alle geistige Arbeit. Ich muss mich in einen entspannten Zustand begeben können, um mich konzentrieren lernen zu können, Bewegungen visualisieren zu können, oder auch um meine Emotionen zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Das geht gut über Atemübungen, auch Yoga und Meditation sind verbreitete und hilfreiche Techniken. Vor allem für die Regeneration ist dies wichtig. Das ist gerade ein ganz großes Thema.

Inwiefern?

Gerade im Leistungssport – oder auch beim Bergsteigen und Klettern – steht man unter großem Druck und ist unter Dauer-Stress. Sich erholen zu können, auch kurzfristig, ist aber grundlegend, um an die eigenen Ressourcen heranzukommen. Auch körperlich gesehen: Um besser zu werden, müssen wir uns Pausen gönnen. Mentaltraining verändert die Qualität des Sports.

Wie kann ich mir das vorstellen?

Es ist ein Training, kein Wunderwerk. Es hilft nichts, mal sporadisch oder vor einem Wettkampf zu sagen: „Jetzt mache ich mal eine Übung, das habe ich mal gelesen.“ Im Mentaltraining schauen wir uns evolutionäre oder persönliche Muster an und überprüfen, ob sie helfen oder schaden. Dann arbeitet man daran oder verstärkt die eigenen Stärken. Mit mehr Übung lässt sich dann Hilfreiches besser abrufen, und auch körperliche Effekte werden bemerkbar.

So geht's: Mentaltraining fürs Bouldern und Klettern

Was sind weitere zentrale Themen im Mentaltraining?

Neben der Entspannungs- und Konzentrationsfähigkeit? Sicherlich Motivation, aber auch eine positive Grundhaltung. Und zu lernen, was einem gerade gut tut und was man braucht. Da ist auch Eigenverantwortung ein Thema. Soziales Umfeld und Netzwerk sind zwar der zweitwichtigste Faktor, wenn es um Leistung geht – aber selbst die Verantwortung für sich und sein Handeln zu übernehmen, ist der wichtigste.

Was ist neben all diesen Aspekten noch wichtig, was kann jeder Kletterer für sich ausprobieren?

Zielarbeit ist so etwas. Wenn ich mich verbessern möchte, suche ich mir ein realistisches Ziel und schreibe das auf. Auch mit qualitativen Attributen arbeiten und einen Termin setzen, zum Beispiel so: „Heute klettere ich geschmeidig und bewusst“. Man weiß, dass Ziele eher erreicht werden, wenn sie konkret ausformuliert werden. Außerdem: sich selbst nicht zu ernst nehmen. Humor hilft immer.

Foto: Albrecht Haag Mentaltraining / Sportpsychologie Klettern & Bouldern

Mentaltrainerin Alexandra Albert.

Info zum Mentaltraining von Alexandra:
www.physiomental-training.de





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