Klettern Schwäbische Alb

Leicht und schön: Reußenstein, Schlupffels, Neuffener Parkplatzfels

Am Reussenstein wird der Fels von einer prächtigen Ruine gekrönt, am Schlupffels warten kurze und gut gesicherte Routen, am Neuffener Parkplatzfels gibt's den kürzesten Zustieg der Alb.

Hier gibt's die wichtigsten Infos zum Klettern am Reußenstein, Schlupffels und Neuffener Parkplatzfels, die zu den besten Massiven des Klettergebiets Schwäbische Alb gehören.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Ruine am Reußenstein.

Klettern am Reußenstein

Ausrichtung: West, Süd, Ost
Wandhöhe: 10 bis 25 Meter
Routen & Grade: 11 Routen im 4. und 5. Grad, 44 Routen im 6. und 7. Grad, 14 Routen von 8 bis 9-

Die Ruine auf dem Hauptfels des Reußensteins ist eines der Wahrzeichen der Mittleren Alb und als Ausflugsziel extrem beliebt. Der große Parkplatz mag als Beleg dafür dienen. Wer hier in aller Ruhe klettern will, muss unter der Woche und am besten vormittags einsteigen. Das aus drei Felsen bestehende Ensemble wird auch von Kletterern gern goutiert. Eine Vielzahl mittelschwerer Routen, meist guter Fels und prima Absicherung sowie die Möglichkeit, am Mittelfels einfach und schnell ein Toprope einzurichten, tragen zur hohen Klettererdichte bei. Zudem ist Sehen und Gesehenwerden angesagt: Die Aussicht vom Fels und noch mehr von der Ruine Reußenstein ist famos, und staunende Zuschauer am Ausstieg sind garantiert. Bedauerlicherweise ist der Hauptfels nach einem Felssturz zur Zeit gesperrt.

Charakter: Oft fester, stellenweise etwas brüchiger Fels, manchmal mit vielen kleinen Griffen und Tritten, in den einfachen Routen mit gröberen Strukturen. Die Klassiker am Fels sind gut abgeklettert. Vorteil: Lose Blöcke sind längst ausgeräumt. Nachteil: Stellenweise ist der Fels etwas abgeschmiert.

Lage: Zwischen Neidlingen und Schopfloch über dem Neidlinger Tal. Vom großen Wanderparkplatz ist man in fünf Minuten am Fels.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Kilian Geiger an der Crux des Klassikers 'Sultans of Swing' (8). Erstbegeher Achim Pasold sichert.

Klettern am Schlupffels

Ausrichtung: West, Südwest
Wandhöhe: 10 bis 15 Meter
Routen & Grade: 13 Routen im 4. und 5. Grad, 21 Routen im 6. und 7. Grad, 3 Routen von 8 bis 8+

Klein aber recht fein lautet das Motto am Schlupffels. Von den vier Felsen der gesamten Felsengruppe sind leider die beiden größten dauerhaft gesperrt. Die knapp 40 Routen an den noch offenen Wänden bieten allerdings mehr als genug Stoff für einen erfüllten Klettertag. Der sogenannte Fels D lockt mit einer Vielzahl kurzer, sonniger und gut gesicherter Routen vom vierten bis zum oberen sechsten Grad vor allem Klettereinsteiger. Der raue, löchrige Fels erinnert manchmal fast an Sandstein. Am Fels C, der insgesamt steiler ausfällt, warten mehr oder weniger griffige Einstiegsüberhänge auf kräftige Bewerber. Carbonara (7-/7) und Sultans of Swing (8) sind inzwischen über ein Vierteljahrhundert alt und immer noch große Klasse.

Charakter: Zwei relativ kleine Felsen, die mit ihren 10 bis 15 Meter langen Routen auch Kletteranfängern einen übersichtlichen Einstieg ins Klettern draußen erlauben. Am Fels C kommen auch Sportkletterer auf ihre Kosten.

Lage: Der Schlupffels steht in sonniger Südwestlage über der Straße Beuren/Erkenbrechtsweiler. Vom Wanderparkplatz Heidengraben in Erkenbrechtsweiler erreicht man die Wände in rund 20 Minuten.

Foto: Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag Klettern Schwäbische Alb, Lenninger Tal / Uracher Alb

Griffig und senkrecht: Der Direkte 'Katerkiller' (6) erfreut Anna Rösch.

Klettern am Neuffener Parkplatzfels

Ausrichtung: Süd, Südwest
Wandhöhe: 10 bis 20 Meter
Routen & Grade: 30 Routen im 3. bis 5. Grad, 28 Routen im 6. und 7. Grad, 3 Routen im 8. Grad

Feierabend-Kletterer, die nach der Arbeit noch „schnell gschwind“ (wie der Schwabe sagt) ein paar Routen ziehen, wollen ihre wertvolle Zeit nicht mit einem langen Zustieg verplempern. Deshalb hat uns die Geologie den Neuffener Parkplatzfels geschenkt: Vom besagten Parkplatz sind es wenige Schritt zum Albtrauf, und schon steht man auf dem Felskopf. Die Wände darunter sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, und das nicht nur bei eiligen Zeitgenossen. Auch am Wochen- ende tummeln sich hier Familien und Gruppen, was vor allem der großen Zahl an relativ leichten Routen zu verdanken ist. Wobei eben auch die Qualität stimmt: Eine Route wie Razzia (5+) gehört zu den schönsten Fünfern der Mittleren Alb. Die prima Lage und die Aussicht aufs Albvorland und auf die Burg Hohenneuffen – wo nach dem Klettern ein kühles Getränk genossen werden kann – runden das Klettererlebnis ganz vortrefflich ab.

Charakter: Die drei 10 bis 20 Meter hohen Felsen bieten eine Vielzahl an ganz unterschiedlichen Routen. Risse, Verschneidungen, griffige Wände und kleine Leisten: Hier gibt es alles, wobei die Grade 4 bis 7 dominieren.

Lage: Der Neuffener Parkplatzfels befindet sich direkt am Albtrauf beim Wanderparkplatz Hohenneuffen, oberhalb der Kleinstadt Neuffen.

28.04.2017
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 03/2017