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Skitouren-Spezial: Die elf besten Touren im Detail

Weißer Rausch

Entdecken Sie die Faszination des Skiwanderns! outdoor zeigt die schönsten Touren und das beste Equipment. Plus: 17 Touren-Ski im Test.

Es ist die Welt des ewigen Eises. Die Route führt sanft steigend über den Gletscher. Unter der hoch stehenden Sonne glitzert und funkelt der Schnee, mächtige Eisblöcke schimmern in silbrigem Grau. Das Gefühl für Raum und Zeit geht bald verloren, es zählen einzig die Bewegung und der nächste tiefe Atemzug.

Später, auf dem Gipfelgrat, bleiben die Ski zurück, das letzte Stück zum höchsten Punkt geht man zu Fuß. Oben herrscht vollkommene Stille – und die Aussicht raubt selbst erfahrenen Alpinisten den Atem: dunkel heben sich steile Wände aus dem Weiß, von mächtigen Gletschern umflossen. In der Höhe reihen sich die schneebedeckten Spitzen aneinander wie die Perlen einer Kette. Ein unvergesslicher Moment, der aufregend und beruhigend zugleich ist.

Dann geht alles ganz schnell: Tourenstiefel in die Bindungen einrasten, ein letzter kontrollierender Blick auf die Ausrüstung, zwei, drei vorsichtige Stockschübe – schon gleitet man über die knirschende Schneedecke. Erst langsam, dann immer schneller geht es in weiten Schwüngen durch den stiebenden Pulver hinab ins Tal.

Kein Zweifel, der krönende Abschluss jeder Skitour ist die Abfahrt, da sind sich alle einig. Der Aufstieg hingegen bleibt eine Frage der persönlichen Vorliebe: Bei manchen beginnt die Skitour erst hinter der Bergstation; sie kürzen den Weg zum Gipfel mit dem Lift ab. Das spart Kraft und Zeit, und vor dem Tourenstart ist sogar noch ein gemütliches Frühstück drin! Eine deutlich bessere Kondition braucht man für eine klassische Skitour, zu der man frühmorgens im Schein der Stirnlampe aufbricht und bis zu 2000 Höhenmeter bewältigt. Ein echtes Abenteuer und ziemlich anstrengend! Doch das Gefühl, die erste Spur in den unberührten Tiefschnee zu legen, neue Wege zu beschreiten und eins zu sein mit der Natur, entschädigt für die Mühen allemal.

Doch ob aus eigener Kraft oder mit Lift: Auf die leichte Schulter nehmen darf man Touren abseits präparierter Pisten nie. Lawinenschaufel, -sonde sowie ein Verschüttetensuchgerät gehören auf jeden Fall ins Gepäck.

Allgäu – Schochen

Der Schochen ist, von Nordosten angegangen, geradezu ein Musterbeispiel für einen gemäßigten Skiberg. Von der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn aus müssen Tourengeher nur moderate Steigungen überwinden. Kniffliger ist nur der kurze Steilhang unter dem Gipfel. Der Rest sind 800 Meter mäßig steile Traumhänge und eine recht zügig zu fahrende Talabfahrt, für die man aber kein Ass sein muss. Durch die schattige, nordostseitige Lage hält sich hier der Pulverschnee besonders lange. Die alternative Abfahrtsmöglichkeit, die sich vom Gipfel nach Süden ins Oytal bietet, taugt allerdings eher für die Steilhangspezialisten und fordert durchaus Erfahrung.

Anspruch:
ca. 450 Hm, mittelschwer; Abfahrtsvariante ins Oytal schwieriger; sonst mäßig steil bis steil; am Gipfelbau jedoch kurzzeitig sehr steil.
Ausgangspunkt:
Oberstdorf/Parkplatz der Nebelhornbahn.
Aufstieg:
Von der Station Höfatsblick rechts haltend die Westhänge des Zeigers queren, bis in den Sattel zwischen Zeiger und Großem Seekopf. Danach kommt eine Abfahrt nach Osten, vorbei unter den Nordabbrüchen des Großen Seekopfs, bis man dessen Nordostgrat auf 1750 Meter Höhe nach Süden überschreiten kann. Weiter leicht fallend nach Süden queren und dabei auf eine ca. 1700 m hoch gelegene Hütte zielen, die auch Breitengehren genannt wird. Aufstieg in stets südwestlicher Richtung, über welliges Gelände, zum Schluss über den kurz sehr steilen Nordosthang direkt zum Gipfel.

Abfahrt:
Vom Gipfel aus immer in Nordostrichtung halten und an der Kuhplattenalpe (1493 m) vorbei ins Obertal. Durch das Tal, immer auf seiner linken Talseite, hinaus zum Giebelhaus. Mit der Buslinie der Firma Wimmer & Wechs weiter nach Hinterstein fahren.

Literatur:
Skitourenführer Allgäu, K. Rath, Panico 2006, 19,80 Euro.

Karte:
Bay. Landesverm.amt, UKL 8 Allgäuer Alpen, 1 : 50 000, 6,60 Euro.

Allgäu – Riedbergerhorn

Der höchste Gipfel der Hörnergruppe im Allgäu erhebt sich beim etwas abseits gelegenen Dörfchen Balderschwang: Das 1787 Meter hohe Riedbergerhorn erobern sich Skitourengeher auf einem gemütlichen Skispaziergang. Wer will, kann sich die Mühen des Aufstiegs sogar noch verkürzen: Ski-Plus-Fans nutzen die Grasgehrenlifte und sparen sich noch einmal 150 Höhenmeter im Aufstieg. Eine Variante, die Abfahrt durchs Bolgental nach Obermaiselstein, bringt es jedoch immerhin auf stolze 800 Höhenmeter. Für die Abfahrt ins Bolgen- oder Ostertal sollte man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Start nach Grasgehren fahren.

Anspruch:
ca. 350 Hm, südseitige Exposition, meist flach, Abfahrten je nach Route auch steiler.
Ausgangspunkt:
Sonthofen über die B 19 nach Fischen. Hier rechts ab und über Ofterschwang in Richtung Balderschwang zum Riedbergpass. Start ist an der Riedbergpasshöhe, Grasgehren (1447 m).
Aufstieg:
Vom Parkplatz Grasgehren links auf der Piste hinaufsteigen bis zur Bergstation der Grasgehrenlifte. Nun über den breiten Südgrat weiter hoch zum Gipfel. Oder aus der Grasgehrenmulde gerade hinauf zum Ostgrat, den man dort erreicht, wo der Wald zurückbleibt. Geradeaus über den Grat zum Gipfel.
Abfahrt:
Durch die mäßig steile bis steile Südflanke oder auf der Aufstiegsroute hinab nach Grasgehren.
Literatur:
Skitourenführer Allgäu, Kristian Rath, Panico Alpinverlag 2006, 212 Seiten, 19,80 Euro.

Karten:
Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts, UKL 8 Allgäuer Alpen, 1 : 50 000, 6,60 Euro, und Blatt 8525 Balderschwang, 1 : 25 000, momentan leider nur antiquarisch zu erwerben.

Bayerische Alpen – Abergeck

Dieses klassische Hochwintergebiet gehört zu den Hausbergen der Rosenheimer und Chiemgauer Tourengeher und ist an Wochenenden mit guten Schneeverhältnissen manchmal stark frequentiert. Kein Wunder, kommen hier doch Einsteiger und alte Skitourenhasen gleichermaßen auf ihre Kosten. Den Aufstieg zum Abergeck nutzen Könner oft als Zustieg in ein tolles Tourengebiet mit schier unzähligen Kombinationsmöglichkeiten. Auch wenn zum Beispiel der Hochriesgipfel von hier aus meist nur noch selten bestiegen wird, schätzen Kenner an der »Hochries« den berühmten Powder und die vielen lawinensicheren Möglichkeiten.

Ausgangspunkt:
Parkplatz bei der Lederstube, 1 km südlich von Frasdorf (Zufahrt von der Ortsmitte).
Aufstieg:
Kurz oberhalb des Parkplatzes beginnt links die Forststraße zur Frasdorfer Hütte. Man folgt ihr bis zum Waldrand beim Zeller Bauern. Hier rechts ab und rechts vom Bauernhof am Waldrand entlangsteigen, bis der Weg rechts durch den Wald hindurch zu den »Schmiedhängen« führt. Ein freier Rücken leitet nun nach Süden bis zu einem Wegkreuz, wo man sich nach links in einen Graben wendet. Durch den Wald schlängelt sich die Route entlang des Sommerwegs aufwärts bis zu einem markanten Abzweiger. Links zu einem Gatterl, die Senke des »Eiskellers« umgehen und zur Laubenstein-Alm. Rechts dem Rücken zum westlichen Gipfel des Abergecks folgen. Bis hier muss man sich kaum Gedanken um Lawinen machen.
Abfahrt:
Der Aufstiegsroute folgend. Es bietet sich aber auch ein Aufstieg auf die Hochries mit Einkehr in der Gipfelhütte an, von der man anschließend über die Riesenhütte nach Frasdorf abfährt.
Literatur:
Skitourenführer Bayerische Alpen, Markus Stadler, Panico Alpinverlag 2007, 22,80 Euro.

Karte:
Bayerisches Landesvermessungsamt, UKL 7 Chiemsee, 1 : 50 000, 6,60 Euro.

Kaisergebirge – Winkelkar

Im Kaisergebirge kann man nicht nur hervorragend klettern, sondern auch ganz ausgezeichnet Skitouren unternehmen. Am Zahmen Kaiser genießen vor allem der Heuberg und das Winkelkar einen ausgezeichneten Ruf als Tourenparadies. Denn das schattige Winkelkar unter den Nordwänden des Zahmen Kaisers bietet nicht nur eine lohnende Skitour für Einsteiger und Genießer, sondern verwöhnt auch mit hoher Schneequalität. Selbst nach längeren Schönwetterperioden im Hochwinter bleibt der feine Pulver oft tadellos und begeistert alle Skitourengeher. Erst im späteren Februar erreicht die Sonne die oberen Hänge des Kars und fabriziert manchmal lästige Harschdeckel.

Anspruch:
900 Hm, leicht.
Ausgangspunkt:
In Durchholzen am Walchsee – von Niederndorf kommend – an der 90-Grad-Kurve in Ortsmitte geradeaus; rechts vom Bach bis zum Parkplatz.
Aufstieg:
Vorerst auf der Straße bleiben und taleinwärts zur Großpoitneralm gehen, dann geradeaus weiter in den Karboden des Winkelkars. An der Winkelalm links vorbeisteigen, durch den lichten Wald in eine Mulde und durch sie links hinauf zur nächsten Stufe. Danach führt rechts ein steilerer Hang auf einen moränen­artigen Rücken, über diesen hinweg bis zur
obersten Geländeterrasse des Kars.
Wer möchte, kann noch nach rechts bis an die Felsen aufsteigen. Spätestens dort ist aber der Umkehrpunkt erreicht.
Abfahrt:
Entlang der Aufstiegsroute. Man kann auch links des Moränenrückens direkt zur Winkelalm abfahren und links an ihr vorbei einige Meter hinaufsteigen. Dort öffnet sich dann noch eine weitere Rinne hinab zur Großpoitneralm.
Literatur:
Skitourenführer Bayerische Alpen, Markus Stadler, Panico Alpinverlag 2007, 216 Seiten, 22,80 Euro.

Karte:
Alpenvereinskarte Nr. 8 Kaisergebirge, 1 : 25 000, 9,80 Euro.

Bregenzerwald – Hoher Ifen und Bizau

Im Talschluss der Bregenzer Ache im Bregenzerwald bestimmen steile Wälder den Charakter der Skitouren. Gute Alpwege überwinden aber problemlos diese eher schattigen Passagen. Und oberhalb der Baumgrenze erwartet den Skitourengeher dann ideales Gelände in beeindruckender alpiner Umgebung. Im Dreieck zwischen Reuthe, Riezlern und Schröcken locken um die 2000 Meter hohe Gipfel wie Steinmandel und Güntlespitze, aber auch die erstklassige Tour rund um den Hohen Ifen. Hier kommen vor allem Genuss-Skitourenfahrer voll auf ihre Kosten, denn schließlich nehmen einem die Bergbahnen sämtliche Aufstiege ab. Das heißt aber nicht, dass man im Gegenzug auf herrliche Abfahrten durch Tiefschnee verzichten müsste: Insgesamt 2200 Höhenmeter geht es durch frischen Pulver hinunter, und zum Schluss läuft die angenehme Skitour über Schönenbach (1025 m) in Bizau (681 m) ganz gemütlich aus.

Anspruch:
2200 Hm, leicht.
Ausgangspunkt:
Talstation der Diedamskopfbahn in Schoppernau.
Aufstieg:
Abfahrt ab der Diedamskopf Bergstation zur Kreuzlelift Talstation. Waagerecht zum Gerachsattel hinüber. Über Hänge zur Schwarzwasserhütte hinab (1620 m, bewirt.). Auf dem Hüttenzustieg über Weideflächen in die Melköde hinab und flach nach Osten talauswärts zur Auenhütte. Mit den Liften zur Hahnenköpfle-Bergstation und in wenigen Minuten zu dessen Gipfel (2158 m). Vom Hahnenköpfle am linken Rand des Gottesacker-Plateaus bis auf etwa 1900 Meter Höhe hinunter. Nach Westen den steilen Güntlerhang über der Kalbelegüntler-Alpe hinab und durch eine Lücke zwischen Felsen steil auf die unteren sanften Hänge nördlich der Tiefenifer-Alpe.
Abfahrt:
Rechts haltend über freie Alpflächen im Bereich des Güterwegs zur Iferwies-Alpe hinab und hinüber nach Schönenbach (1025 m). Auf der Straße nach Bizau (681 m) weiter.
Literatur:
Skitourenführer Bregenzerwald, A. und R. Kempf, Panico Alpinverlag 2006, 16,80 Euro.

Karte:
freytag & berndt, WK 364 Bregenzerwald, 1 : 50 000, 6,95 Euro.

Hochzillertal – Marchkopf

Eine Skitour auf den Marchkopf (2499 m) eignet sich bestens für Einsteiger – aber auch ideal als Vorbereitung auf anspruchsvollere Unternehmungen für Fortgeschrittene. Die Route führt vom bekannten Skiort Hochfügen im Hochzillertal über die Pfundsalm in knapp drei Stunden zum Gipfel mit seinem Panoramablick. Unterwegs bieten sich immer wieder traumhafte Aussichten auf die Tuxer Alpen; technische Schwierigkeiten gibt es keine. Und die Tour verwöhnt während des gesamten Winters mit besten Abfahrtsbedingungen.

Anspruch:
1025 Hm, leicht; west- bis südwestseitige Exposition, wenig steil, unterm Gipfel kurzzeitig felsig.
Ausgangspunkt:
Von Innsbruck über die A 12 bis zur Ausfahrt 39 Achensee–Zillertal. Dann über die B 169 nach Fügen und von dort weiter nach Hochfügen fahren.
Aufstieg:
Von Hochfügen über die Rodelbahn entlang des Firsingbachs bis zum Pfundsalm-Niederleger. Dann links halten, über eine Brücke und schließlich etwas steiler zum Viertelalm-Niederleger aufsteigen. Der Weg wendet sich nun ostwärts und führt, vorbei am Viertelalm-Hochleger, bis auf einen Bergkamm. Über diesen steigt man weiter ostwärts hinauf bis unter den Gipfelaufbau des Marchkopfs. Die letzten Meter führen über felsiges Gelände – wer ganz nach oben will, schnallt am besten ab und lässt hier die Ski zurück.
Abfahrt:
Ab dem Skidepot stets in westlicher Richtung über die weiten Hänge der Viertel- und der Pfundsalm zurück nach Hochfügen.

Karte:
Kompass-Wanderkarte, WK 28 Vorderes Zillertal–Rofan–Wildschönau, 1 : 50 000, 7,50 Euro.

Lechtaler Alpen – Galtjoch

Das Galtjoch (2109 m) ist der mit Abstand am meisten besuchte Skigipfel der Lechtaler Alpen. Die Tour über die Almsiedlung Rotbach kann man mit vernünftiger Spuranlage auch bei nicht ganz idealen Bedingungen unternehmen. Bei guten Verhältnissen lässt sich das Galtjoch mit der Hinteren Steinkarspitze verbinden. Ist am Galtjoch viel Betrieb, sollte man alternativ an der Reuttener Hütte vorbeigehend lieber den Rainberg (2020 m) besuchen. Er ist zwar 100 Meter niedriger als das Galtjoch, aber die Hänge lohnen sich genauso.

Anspruch:
1050 Hm, leicht.
Ausgangspunkt:
Rinnen, 1262 m.
Aufstieg:
Zuerst nach Rauth hinunter. Man wählt entweder den normalen Fahrweg oder folgt dem Weg, der nach dem Ortsausgang von Rinnen (Richtung Kelmen) an einigen Hütten vorbei direkt zu Punkt 1157 m hinunterführt. Hier über die Brücke und auf einer Forststraße zur Almsiedlung Rotbach. Über freie Hänge und lichten Wald, dem Sommerweg folgend, bis kurz vor die neue Ehenbichler Alm (1660 m). Nun auf der Südseite der Abendspitze vorbei über freies Gelände und den Rücken zum Gipfel.
Abfahrt:
Wie Aufstieg.
Variante:
Bei guten Verhältnissen geht man vom Gipfel südwestlich und fährt dann direkt nach Süden hinab bis fast zur Raaz-Galtalpe (1736 m). Von dort steigt man übers Steinkar auf die Hintere Steinkarspitze (2215 m). Die Abfahrt folgt zunächst dem Aufstieg, aber nicht hinab zur Alpe, sondern rechts zum Kelmer Jöchl (1852 m) und hinab nach Kelmen. Bei hoher Schneelage evtl. über Raaz-Galt­alpe und Rotbach-Tal hinab, bei den Almen Rotbach auf die Aufstiegsspur.
Literatur:
Skitourenf. Lechtal, D. Els­ner, M. Seifert, Panico, 17,80 Euro.

Karte:
Österr. Karte, 2215 Reutte, 1 : 25 000, 6,90 Euro.

Tannheimer Berge – Schönkahler

Die Tannheimer Berge mit ihren Gipfeln um die 2000 Meter gehören zu den Allgäuer Alpen. Ihre südseitigen Hänge sind im Sommer ein beliebtes Ziel bei Kletterern. Im Winter verwöhnen sie mit vielen interessanten Skitourengipfeln. Dabei reicht die Palette vom relativ einfachen, häufig besuchten Gipfel bis zur wenig befahrenen Steilrinne. Besonders beliebt ist hier der nur rund 1700 Meter hohe Schönkahler. Er gehört zu den einfachsten Touren in diesem Gebiet. Bei wohl überlegter Routenwahl können selbst Einsteiger ihn problemlos angehen. Vor allem im oberen Teil des Anstiegs ziehen sie auch bei viel Neuschnee relativ locker ihre Spuren. Von der recht freien Kuppe des Schönkahlers genießt man nach dem Aufstieg einen weiten Rundblick über die verschneiten Nachbargipfel und die wie mit Puderzucker überstäubten Tannen an den Hängen und in den Tälern tief unten.

Anspruch:
ca. 700 Hm, leicht.
Ausgangspunkt:
Gute Parkmöglichkeiten gibt es ungefähr einen Kilometer vor dem ehemaligen Zollhaus Enge. Hier beginnt auch die Tour.
Aufstieg:
Vom Parkplatz am Zollhaus Enge aus überquert man die Brücke des Kotbachs und steigt dann steil über einen kleinen Wiesenhang zum Waldrand. Der Weg folgt dem Sommerweg in südlicher Richtung. An einer kleinen Hütte stößt der Weg auf den neuen Fahrweg durch die Lichtung (Windbruch), erreicht so die freie Hochmulde bei der Pfrontner Alm und führt weiter über die freien Hänge zum schwach ausgeprägten Sattel zwischen Pirschling und Schönkahler. Über den breiten Rücken geht es dann in nördlicher Richtung weiter bis auf den Gipfel mit seinem Rundblick.
Abfahrt:
Wie Aufstieg.
Literatur:
Skitourenführer Lechtal, Dieter Elsner, Michael Seifert, Panico Alpinverlag 2006, 180 Seiten,
17,80 Euro.

Karten:
Topographische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts, Blatt 8429 Pfronten, 1 : 25 000, 5,40 Euro; Topographische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts, Blatt 10, Füssen und Umgebung, 1 : 50 000, 6,60 Euro.

Wetterstein – Mauerschartenkopf

In den Gebirgszügen des Wettersteins beziehungsweise der Mieminger Kette finden sich Tourenmöglichkeiten jeglicher Couleur. Der recht einfache Weg auf den Mauerschartenkopf führt als kurze Spritztour aus dem Osterfelder Skizirkus heraus. Sie ist besonders ideal, wenn in tieferen Lagen Schneemangel herrscht und deswegen keine der anderen Skitouren möglich ist. Außerdem steht sie im Zeichen des Genusses: Der schnelle Zugang per Alpspitzbahn macht sie zu einer typischen Ski-Plus-Tour. Und nach den Tiefschneehängen am Gipfel geht es über präparierte Pisten zum Ausgangsort zurück. Eine Einkehr bietet sich auch an: Die DAV Stuibenhütte (1640 m) am Weg hat von Weihnachten bis Ostern geöffnet, und der Hüttenwart kocht gegen ein geringes Entgelt mitgebrachtes Essen. Getränke kann man in der Hütte kaufen. Und eine Übernachtung im Lager rundet die Tour gelungen ab.

Anspruch:
440 Hm, leicht.
Ausgangspunkt:
Garmisch-Partenkirchen, Alpspitz-Seilbahn.
Aufstieg:
Mit der Gondel der Alpspitzbahn hinauf zur Bergstation Osterfelder (2020 m). Von dort auf der Piste hinunter, bis kurz (ca. 100 m) vor die Talstation des Bernadeinschleppers. Am rechten Pistenrand befindet sich an einem Baum ein Hinweisschild »Stuiben–Bockhütte–Reintal«. Anfellen und dem schmalen Sommerweg nach Osten folgen, bis man oberhalb der felsigen Stuibenwand auf eine Waldschneise trifft. Dann nach Süden (rechts) auf der sich ständig verbreiternden Schneise aufwärts zur Stuibenhütte (1640 m, www.stuibenhuette.de). Über den breiten Hang oberhalb der Hütte links haltend bergan. Man überwindet einen kleinen Kamm und gelangt unterhalb des Stuibenkopfs zu einem Flachstück. In Rechtsbogen entweder links (südlich) oder rechts (nördlich) der kleinen felsigen Rippe, die vom Gipfel herunterzieht, hinaufsteigen.
Abfahrt:
Wie Aufstieg, mit dem Bernadeinschlepplift hinauf und auf der Piste über Kreuzeck zur Talstation.
Literatur:
Skitourenf. Karwendel et al., Neumayr, Panico, 19,80 Euro.

Karten: AV-Karten, Nr 4/3 und 4/2, je 1 : 25 000 und 9,80 Euro.

Stubaier Alpen – Egger Berg

Eine perfekte Eingehtour zum Saisonstart bietet der Egger Berg am Ostrand der Stubaier Alpen, gut zu erreichen über die Brennerautobahn. Hier erwarten lichte Weite und eine Abfahrt mit niedriger Lawinengefahr den Tourengeher. Die Auffahrt übernehmen größtenteils die Steinacher Bergbahnen, und beim zweiten Frühstück in der Nösslachjoch-Hütte schweift der Blick über die Tuxer Berge und Zillertaler Alpen gegenüber. Ein breiter Rücken führt schließlich zum Gipfel. Zerklüftet erhebt sich der Serleskamm im Westen; im Süden sticht das Messer des Pflerscher Tribulauns in den Himmel. Entspannt schwingt man durch Wald und über Almbuckel hinab ins Obernbergtal.

Anspruch:
300 Hm, leicht bis mittel.
Ausgangspunkt:
Autobahn A 13 Richtung Brenner bis Ausfahrt Matrei-Steinach, parallel der Autobahn bis Steinach, am Dorfplatz (grüne Schilder) rechts zu den Steinacher Bergbahnen.
Aufstieg:
Mit Gondel und Sessellift kommt man bequem hinauf zur Bergstation Nösslachjoch (2025 m). Auf der ostseitigen Skitrasse umquert man das Nösslachjoch (2231 m) südwärts, und folgt nach der Kreuzung von Schlepplift und Piste südwestwärts dem breiten Kamm und der flachen Schulter hinauf. Über den Bergrücken steil westwärts hinauf zum Gipfel.
Abfahrt:
Über Südrücken zum Egger Joch (100 Hm), danach in der Bachmulde ostwärts. Ein bewaldeter Rücken führt zu kurzer Steilstufe. Dann quert man über eine Lichtung links zu einem Steilhang. Die Route führt hinab und quert den Wald. Man folgt dem Fahrweg zu einer Verzweigung und hält sich rechts bis oberhalb einer Almfläche. Hier rechts abwärts und bei einem Bauernhof über Bacheinschnitt. Über Almrücken hinab und rechts zu Fuß nach Vinaders. Mit dem Bus zur Talstation.

Literatur/Karte:
Kompass-Wanderkarte (mit Skirouten), Nr. 36 Innsbruck–Brenner, 1 : 50 000, 7,50 Euro.

Hohe Tauern – Großvenediger

Aus allen Winkeln der Ostalpen sichtbar ragt der Großvenediger als prächtige Firnpyramide in den Himmel. Am besten unternimmt man die Gletschertour im späten Frühjahr, wenn unten bereits die Blumen blühen, idealerweise Mitte April bis Mitte Mai. Dann ist die Kürsingerhütte bewirtet, und man kann sich per Taxi den Weg ins Obersulzbachtal hochfahren lassen. Die Tour windet sich wie eine Spirale um und auf den Gipfel des Großvenedigers. Bei klarem Himmel erstrahlen die umliegenden Gletscherberge von der Dreiherrenspitze in Südtirol bis zur Kristallwand vor dem Großglockner in makellosem Weiß, während im Norden die sonnenwarmen Kalkwände vom Wilden Kaiser bis zum Steinernen Meer locken.

Anspruch:
1120 Hm, mittel bis schwer; Lawinengefahr: mittel bis hoch; Skihochtour durch eine Firn- und Eislandschaft: Kondition, Gletschererfahrung und -ausrüstung nötig.
Ausgangspunkt:
Autobahnen A 8 und A 93/A 12 bis Ausfahrt Kufstein-Süd, Richtung St. Johann und davor rechts über Kitzbühel und Pass Thurn nach Mittersill. Rechts nach Neukirchen, dahinter links ins Obersulzbachtal zum Gasthaus Siggen (891 m)
und ab Mai per Taxi zur Postalm, 1699 m (Tel. 00 43/65 65/65 20).
Aufstieg:
Im Tal südwärts auf Fahrweg, dann weglos talein. Südostwärts über eine Geländestufe hinauf und weiter zur Gletscherzunge (ca. 2270 m). Danach hält man sich nordostwärts hinauf, quert links und kommt zur Kürsingerhütte (2558 m). Ostwärts ansteigen und queren und über eine Steilstufe zum Obersulzbachkees (anseilen!). Dem linken Rand hinauf folgen, durch die Wanne (2850 m), südostwärts aufwärts und hinauf zu Venedigerscharte (3407 m). In
einer Schleife rechts hinauf und über den Nordostrücken aufwärts zum Skidepot. Dann über Firn-/Eisgrat rechts hinauf zum Gipfel.
Abfahrt:
Wie Aufstieg.

Literatur/Karte:
Kompass, Wander-, Bike und Skitourenkarte, Nr. 38 Venedigergruppe–Oberpinzgau, 1 : 50 000, 7,50 Euro.

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