kl-training-am-campusboard-philipp-hans-sw-14-02-11-waldau-gimme-kraft-43bearb (jpg) Ralph Stöhr

Do's & Dont's: Campusboard-Training

Tipps fürs Training am Campusboard

Das große Holzboard mit den unterschiedlichen Leisten und Slopern macht stark - wenn man daran richtig trainiert. Hier gibt's die Do's und Dont's zum Campusboard-Training.

Do: Frisch ans Campusboard gehen

Das Campusboard erfordert viel Kraft, Kontrolle und Koordination. Wer nicht gut ausgeruht ist, bringt davon eventuell zu wenig mit und riskiert Verletzungen. Vom Klettern ermüdete Muskeln profitieren auch nicht mehr vom Trainingsreiz des Campusboards.

Dont: Nach dem Klettern am Campusboard "platt machen"

Besonders beliebt bei Kletter-Anfängern: Zwar vom Klettern schon ermüdet, aber doch noch einmal das Hangeln am Campusboard ausprobieren... testet nicht nur das Brett, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Gelenke und Strukturen. Wer nicht mehr frisch ist, hat am Campusboard nichts verloren: Die Verletzungsgefahr ist viel zu hoch.

Do: Aufwärmen

... und zwar gründlich. Auch wer noch nicht warm genug ist, riskiert Verletzungen. Beim Aufwärmen verfährt man von allgemein zu spezifisch, das heißt erst Herz-Kreislauf anregen, dann mit Seilspringen oder ähnlichem den Körper aktivieren, dann leicht klettern oder bouldern, und erst dann etwas mehr Gas geben. Auch am Campusboard selbst vorsichtig verfahren: Mit statischen Übungen beginnen und die Intensität langsam steigern.

Aufwärmen fürs Klettern und Bouldern - warum und wie?

Dont: zu früh anfangen

Für Kletteranfänger, Kinder und Jugendliche ist das Campusboard nicht oder nur bedingt geeignet, weil der Sehnen- und Bandapparat noch nicht an diese hohe Belastung gewöhnt ist. Bei Kindern und Jugendlichen besteht außerdem die Gefahr von Verletzungen der Epiphysen (Wachstumsfugen) mit bleibenden Schäden.

Do: Ans Campusboard gehen

Geeignet ist das Campusboard für Kletterer, die mindestens im achten UIAA-Grad unterwegs sind und schon einige Jahre klettern und bouldern. Doch auch dann sollte man sich langsam an die Belastung herantasten.

Do: Auf Signale des Körpers achten

Selbst bei anstrengendem und forderndem Training sollten wir unseren Zustand beobachten. Beim Campustraining kann sich schon einmal Schmerz melden. Bei ziehenden oder scharfen Schmerzen sollte man das Training sofort einstellen. Lieber eine Session vorzeitig beenden als eine längere Verletzungspause einlegen zu müssen.

Dont: Abwärts oder Überkreuzhangeln

Für Fortgeschrittene sind diese Varianten ok, gerade abwärts Hangeln bringt mit dem exzentrischen Reiz viel. Doch kommt eine enorm hohe Belastung auf Sehnen, Bänder und Muskeln. Deshalb gilt: Vorsicht beim Runterhangeln (dynamisch ebenso wie statisch). Es gibt viele Übungen, die auch effektiv sind, aber nicht dieses Verletzungsrisiko mitbringen.

Do: Systematisch Trainieren

Die Belastungen innerhalb der Trainingseinheit sollten "pyramidenartig" sein: erst steigernd, dann nachlassend.

Dont: Zuviel mit Schwung arbeiten

Zwar ist etwas Dynamik am Campusboard sinnvoll, doch zuviel Schwung steigert das Verletzungsrisiko und verringert den Kraftgewinn. Während es vermutlich gerade anfangs nicht möglich ist, statisch (also ohne Schwung) am Campusboard zu trainieren, sollte man trotzdem versuchen, den Körper möglichst gerade zu halten und möglichst sanft mit den Fingern auf der nächsten Leiste zu landen.

Do: Pausenzeiten beachten

Nach einer vollen Trainingseinheit am Campusboard sollte man mindestens zwei Tage Pause machen. Die Regenerationszeit beachten heißt, dem Körper genügend Zeit zur Anpassung zu lassen. Einsteiger sollten höchstens einmal die Woche ans Campusboard gehen.

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