Kletter-Lingo, Fachchinesisch Klettern & Bouldern Public Domain

Lexikon der Kletterbegriffe

Kletter-Vokabular

Ägypter, Toehook, Sloper, Runout,... hier gibt es den Überblick über das Fachvokabular der Kletterwelt.

Was meint der Typ bloß mit „mach einen Ägypter“? – Fragen dieser Art beantwortet dieses Kletter-Lexikon. Alle Formen von Kletter-Fachchinesisch erklären wir hier. In diesem Artikel: Kletterbegriffe von A bis Z.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z

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A

Abalakov-Schlinge Sicherungspunkt im Eis, wobei mit Eisschrauben eine Sanduhr gebohrt wird, durch die man eine Reepschnur fädelt. Kommt vor allem beim Abseilen an Eisfällen zum Einsatz.

Ablassen kontrolliertes Herunterlassen des im Seil hängenden Partners auf den Boden oder zum letzten Standplatz durch Seil ausgeben.

Abseilachter >Sicherungsgerät und Abseilgerät; heute selten gebräuchlich, da die Bremswirkung verhältnismäßig gering ist.

KL Prusikschlinge beim Abseilen
Sarah Burmester
Abseilen mit Prusikschlinge in der Pfalz.

Abseilen Abstieg am fixierten Seil. Dieses wird doppelt genommen oder zwei >Halbseile werden durch den Abseilhaken gezogen und zusammengeknotet. Mit Hilfe einer Seilbremse gleitet man am Seil nach unten.

Absprunggelände Fläche unter einem >Boulder, auf der die Landung erfolgt.

Afterwork-Route Wettkampfroute, in der sich die Akteure vor dem Wertungsdurchgang versuchen dürfen – das >Ausbouldern ist erlaubt.

Achter Kurzform für >Abseilachter

Achterknoten Knoten in Form einer 8, der doppelt gesteckt zum Einbinden, also Befestigen des Seils am Klettergurt verwendet wird.

Affenindex / Ape Index die Differenz von Körpergröße zu Spannweite. Beispiel: Bei einer Größe von 1,70 Metern und einer Spannweite von 1,78 Metern beläuft sich der Affenindex auf plus acht. Je positiver der Index, desto günstiger die Hebelverhältnisse fürs Klettern, so nimmt man jedenfalls an.

Ägypter starkes >Eindrehen, das wandnahe Knie wird nach innen heruntergedrückt, siehe auch >Dropknee.

Akklimatisation sukzessive Anpassung des Körpers an große Höhen (auf Expeditionen, bei Gipfeln ab 3500 Meter zu empfehlen).

Allez! Anfeuerungsruf, in etwa: Auf geht's! (französisch)

Allez! Anfeuerungsruf beim Klettern
Sarah Burmester
Allez! Anfeuerungsruf beim Klettern

Alpines Sportklettern Übertragung des Sportklettergedankens auf alpine Wände. Meist Absicherung durch >Bohrhaken.

Alpinstil sportlich hochwertiger Stil in mehrtägigen Routen. >Hochlager oder >Fixseile werden nicht verwendet, die Route wird in einem Zug (mit >Biwaks) durchstiegen.

am kurzen Seil Sicherungsmethode, die auf Gletschern, von routinierten Bergsteigern auch auf Graten angewandt wird.

am laufenden Seil zur Zeitersparnis klettern die Partner gleichzeitig, wobei das Seil durch >Zwischensicherungen läuft. Nur für Experten, da riskant.

A Muerte (wörtlich: bis zum Tod) spätestens seit Chris Sharma im Norden Spaniens lebt, gehört ein nachdrückliches A Muerte! zum regulären Repertoire der Anfeuerungsrufe und verbreitet sich rasant. Klingt ein bisschen weltläufiger als gib alles! und bringt‘s auch dann, wenn >Venga! nicht mehr wirkt.

aper schneefrei (verwendet für Gletscher sowie Eis- und Felswände). auschecken (auch ausbouldern) die einzelnen Passagen einer >Route probieren mit dem Ziel, die richtigen Bewegungsabläufe herauszufinden und einzustudieren.

ATC Sicherungsgerät („Air Traffic Control“) auf Tube-Prinzip

Aufleger >Sloper; runder Griff, der mit der offenen Hand auf Reibung gehalten wird.

Ausbouldern bezeichnet das Ausprobieren von Zügen bzw. verschiedenen Griffvarianten einer schwierigen Kletterpassage (Boulder oder Route), bis man sie klettern kann.

Ausgleichsverankerung Alternative Bezeichnung für >Kräftedreieck.

Autotuber >Sicherungsgerät mit Bremskraftverstärkung. Das >Bremshandprinzip gilt trotzdem.

B

Band mehr oder weniger schmaler, langgezogener Absatz in einer Wand.

Bandschlinge flaches, nicht elastisches Band aus Nylon mit Haltekräften von meist mehr als zwei Kilonewton. Oft zu Schlingen vernäht, aber auch von der Rolle erhältlich.

Baseclimb kurze Sportkletterroute, die nur den unteren Teil einer höheren Wand nutzt.

Basislager bei Expeditionen Ausgangspunkt für die eigentliche Besteigung eines Berges. **Begehungsstile** Art und Weise, unter welchen Bedingungen man eine Kletterei absolviert; siehe: >rotpunkt, >pinkpoint, >en libre, >flash, >onsight, >solo, >free solo, >toprope, >Vorstieg, >lead

Bergschrund Spalten am Übergang von flacherem Gletscher zu steiler (Eis-) Wand.

Beta Information zur Lösung einer Kletterstelle. Heute lässt sich fast jede Lösung bei Youtube ergoogeln. Auch zu Beginn des Sportkletter-Booms war ein Video der richtigen Bewegungssequenz schon wertvoll. So soll der Begriff Beta vom Video-Format Betamax herrühren. Ähnlich wie auch das VHS-Format ist die Technologie passé, doch um eine Lösung zu finden, dafür sorgt erklärende Beta (oder eben ein Video) heute immer noch.

Bigwall sehr hohe Wand, früher meist mit >technischer Kletterei. Für eine Durchsteigung sind in der Regel mehrere Tage nötig.

El Capitan im Yosemite Valley
David Iliff unter CC BY-SA 3.0
El Capitan, der berühmte Bigwall.

Bigwall-Technik der >Nachsteiger klettert nicht, sondern steigt mit Hilfe einer >Steigklemme am Seil nach oben (>jumarn) und sammelt das Material ein (>cleanen).

Biwak meist frostige Freiluftübernachtung.

Biwakschachtel kleine, alpine Notunterkunft, meist mit Matratzen und Decken.

Blankeis wadenmordender Untergrund, in Eiswänden ohne Schneeauflage zu finden.

blockieren 1. den Arm in angewinkelt fixieren, zum Beispiel zum Weitergreifen zum nächsten Griff. 2. das Seil im Sicherungsgerät arretieren (gegen Durchrutschen sichern).

Blumenkohleis Wassereis mit knollenartiger Struktur und Lufteinschlüssen.

Bohrhaken Haken, der in zuvor gebohrtem Loch befestigt wird. Man unterscheidet zwischen >Expansionsbohrhaken, zementierten Haken und >Klebehaken. Ersterer wird nur im Loch verdübelt, der zweite mit Zement, der dritte mit Zwei-Komponentenkleber fixiert und versiegelt.

Bolt (engl.) >Bohrhaken.

Bouldern klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Eigenständige Disziplin mit kurzer Kletterstrecke, aber höchsten Anforderungen an Maximalkraft, Körperspannung und Motorik.

Bouldermatte >Crashpad.

Bremshand die Hand, die das Seil unterhalb des Sicherungsgeräts bedient. Diese Hand sollte immer am Seil bleiben (>Bremshandprinzip)

Bremshandprinzip beschreibt die Notwendigkeit, dass das aus dem Sicherungsgerät kommende Seil immer von der Bremshand gehalten wird.

Brustgurt Ergänzung zum >Sitzgurt, die bei unkontrollierten Stürzen ein Kippen des Oberkörpers nach hinten verhindern soll.

Buildering klettern an Gebäuden, Bushaltestellen und Baustellenkränen.Campusboard überhängende Holzplatte mit Griffleisten, von Wolfgang Güllich erstmals zum spezifischen Krafttraining eingesetzt.

C

Campussen Die deutsche Entsprechung wäre Hangeln, also das Fortbewegen von Griff zu Griff ohne Fuß-Einsatz – genau wie beim Training am (namensgebenden) Campusboard. Zur Verwirrung trägt natürlich bei, dass Hangeln in manchen Regionen bedeutet, auf Gegendruck zu klettern, also zu >piazen oder >dülfern, wie man es in wiederum anderen Regionen nennt.

Bouldern & Klettern Vokabular
Ralph Stöhr
Beim Campussen werden die Füße nicht gesetzt.

Cams englischer Begriff für >Klemmgeräte

Chalk (englisch für Kreide) wird beim Klettern verwendet, um die Griffigkeit der Hände zu erhöhen und den auftretenden Handschweiß zu trocknen. Es ist in gepresster Blockform, als lockeres Pulver oder auch flüssig in Alkohol gelöst (der Alkohol verdunstet sofort) erhältlich. Im Klettersport wurde es erstmals von John Gill verwendet. >Magnesia.

Chalkbag umschnallbarer kleiner oder (beim Bouldern) großer standfähiger Beutel zur Aufbewahrung und Mitführen von Chalk.

Chalkball durchlässiges, mit Chalk gefülltes Stoffsäckchen zur sparsameren Dosierung.

Clean Climbing zur Absicherung werden nur mobile Sicherungsmittel eingesetzt (>Klemmkeile, >Friends etc.). Auch >Trad Climbing genannt.

cleanen Einsammeln der Metallwaren durch den >Nachsteiger beim >technischen Klettern an >Bigwalls.

Cliff gebogenes Häkchen zur Fortbewegung beim >technischen Klettern (auch >Hook, Skyhook).

Clipstick Teleskopstock mit Halterung für >Karabiner zum >Klippen von weit entfernten >Haken.

Copperheads kleine Kügelchen aus Weichmetall plus Drahtkabel, die beim >technischen Klettern in Felsvertiefungen gehämmert werden.

Couloir franz. Ausdruck für enge steile Rinnen, die oft mit Eis oder Firn gefüllt sind.

Crashpad gepolsterte, tragbare Matte zur Verletzungsprävention beim >Bouldern.

Crimp, crimpen Kleine Griffe zuballern kommt bei aller neumodischen Rumhüpferei (>Parkour-Style) vermutlich nie aus der Mode. Nur dass man eben auf Neudeutsch jetzt auch crimpen dazu sagt, von crimp (englisch), der >Leiste.

Crux schwierigste Stelle oder Passage einer Kletterroute >Schlüsselstelle).

D

Dach Überhang mit horizontaler Neigung.

deadpointen (im toten Punkt greifen) den nächsten Griff am Scheitelpunkt einer dynamischen Bewegung erwischen.

Direttissima Kletterroute, deren Verlauf annähernd der Gipfelfalllinie folgt.

Doppelseil Oberbegriff für alle Seiltypen, bei denen zwei Seilstränge verwendet werden.

Dropknee (engl.) nach unten eingedrehtes Knie, dient zum Verspannen zwischen den Haltepunkten (meist im überhängenden Gelände).

Drytooling das Klettern mit >Steigeisen und >Eisgeräten auf nacktem Fels.

Dynamo / Dyno schwungvolle, schnellkräftige Bewegung des Körpers hin zum nächsten Griff (vom kurzen Anziehen bis zum Megasprung). Wird mit beiden Händen gleichzeitig losgelassen, heißt es Doppeldyno.

dülfern auf Gegendruck klettern, nach dem in Frankreich berühmten deutschen Bergsteiger Hans Dülfer benannt. In Deutschland oft auch als >piazen bezeichnet oder in Sachsen als >hangeln.

E

Eindrehen Bewegungstechnik, bei der durch Drehen der Seite zur Wand in steilem Gelände eine bessere Hebelwirkung und eine größere Reichweite erreicht wird. Man verschraubt sich sozusagen zwischen Griff und Tritten.

Einfachseil einziger Seiltyp, der für den >Vorstieg im Einzelstrang ausgelegt ist. Beim Sportklettern kommt üblicherweise ein dynamisches Einfachseil zum Einsatz.

einhängen (auch >klippen oder >klinken) das Seil an >Zwischensicherungen in die >Expressschlingen einführen.

Eisgerät kurzer Pickel für steile Eis- und >Mixedklettereien, oft gebogener Schaft.

Eisschraube röhrenförmiges Sicherungsmittel im Eis: innen glatt gefräst, außen ein scharfes Gewinde und an der Spitze mehrere scharfe Zacken. Die Haltekraft einer Eisschraube hängt von der Eisqualität ab.

Expeditionsstil Vorgehensweise an hohen Bergen, bei der einzelne Etappen einer >Route mit >Fixseilen präpariert und >Hochlager eingerichtet werden. Sportlich weniger wertvoll als >Alpinstil.

Expressschlinge (auch Express, Runner, Exe, Pärchen) Bindeglied zwischen Seil und >Haken (zwei >Karabiner, verbunden durch eine kurze, abgenähte >Bandschlinge).

F

Fangstoß die bei einem Sturz über das Seil auf den Kletterer und die >Sicherungskette einwirkende Bremskraft.

Fiffi Häkchen zum Einhängen einer >Trittleiter in >Haken.

Figure of Four Kletterposition, bei der das entgegengesetzte Bein über einen Arm gelegt wird, um sich daran hinaufzuhebeln und eine größere Reichweite zu erzielen.

Mia Krampl demonstriert wegen Trittmangel eine Figure of Four im Boulder-Weltcup Vail 2019
IFSC Eddie Fowke
Mia Krampl nutzt eine Figure of Four beim Boulder-Weltcup in Vail 2019.

Fingerloch Griffart: löchrige Vertiefung, die nur mit wenigen Fingern gehalten werden kann. Kommt in verschiedenen Größen vom Einfinger- bis zum Dreifingerloch.

Firnanker Sicherungsmittel im Schnee (langer, schlanker Metallwinkel mit Bohrungen) für den Expeditionseinsatz. In den Alpen kaum üblich.

Fixieren einen Griff während einer Bewegungssequenz unter Belastung halten.

Fixpunktsicherung das >Sicherungsgerät ist direkt in einen >Haken oder sonstigen fixen Punkt (>Sanduhrschlinge) eingehängt.

Fixseil fix befestigtes Seil, das vor allem bei Expeditionen als Auf- und Abstiegshilfe fungiert (Sicherung mit >Steigklemmen).

Flash rotpunkt-Begehung einer Route oder Durchstieg eines Boulders im ersten Anlauf ohne vorheriges Auschecken. Im Gegensatz zum >Onsight sind Infos und Tipps aber zulässig, ebenso das Beobachten eines anderen Kletterers in der Route.

Foothook (auch >Hook) Einsatz des Fußes als Hangelhilfe, indem man in steilem Gelände entweder mit der Ferse (>Heelhook) oder mit der vorderen Fußinnenseite (>Toehook) am Fels einhakt, zieht oder den Fuß nach unten drückt.

free solo 1. Durchstieg einer Sportkletter- oder Alpinroute ohne Partner und ohne Seilsicherung. 2. Film über Alex Honnolds Free-solo-Begehung des Freerider am El Capitan.

Freiklettern (engl. Freeclimbing) zur Fortbewegung werden ausschließlich natürliche Strukturen benutzt. In Abgrenzung zum >technischen Klettern, bei dem >Haken und sonstige Sicherungsmittel auch zur Fortbewegung verwendet werden. Oft fälschlicherweise als seilfreies Klettern verstanden.

Friends mobile, in vielen Größen erhältliche >Klemmgeräte, zugleich der Name des ersten Geräts dieser Art auf dem Markt.

Froschtechnik ermöglicht einen wandnahen >Körperschwerpunkt, indem die Knie nach außen gedreht werden und der Oberkörper über den Füßen „absitzt“.

G

Gletscherbruch durch starkes Gefälle des Untergrunds bedingter, stark zerklüfteter Abschnitt eines Gletschers.

Go aus dem Englischen stammende Kurzform für Versuch. Beim nächsten Go klappt's.

Gouttes d‘eaux (franz.) >Tropflöcher, scharfkantige Formationen im Kalkgestein.

Grat nach beiden Seiten steil abfallender, scharf geschnittener Bergkamm.

Griff jegliche Struktur, an der man sich festhalten kann, siehe auch >Sloper, >Leiste, >Fingerloch, >Zange, >Seitgriff, >Untergriff, >Klemmer;

Grigri halbautomatisches >Sicherungsgerät für Einfachseile.

Griffwechsel Wechsel der Greifhand an einem Griff.

Grounder Sturz mit Bodenkontakt (engl. ground) oder Aufprall auf einem zwischengelagerten Band.

Gurt Kurzform für >Sitzgurt, >Hüftgurt.

H

Haken Oberbegriff für alles, was einen Schaft und eine Öse besitzt und in den Fels geschlagen oder gebohrt wird.

Halbautomat Kurzform für halbautomatisches >Sicherungsgerät wie zum Beispiel das Grigri oder das Lifeguard.

Halbseil zweisträngiges Seil mit einer Stärke von acht bis neun Millimeter. Anders als beim dünneren >Zwillingsseil darf an jedem Strang ein >Nachsteiger gesichert werden.

Halbseiltechnik vor allem im angelsächsischen Raum praktizierte Seiltechnik, bei der jeweils nur ein Strang in eine >Zwischensicherung eingehängt wird.

hangeln Klettern ohne Fuß-Einsatz oder auch klettern auf Gegendruck, siehe auch >piazen

hängende Finger (auch: abgehängt halten) das Gegenteil von >aufgestellten Fingern. Die Hand ist offen, die Finger sind relativ gestreckt.

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Ralph Stöhr
Offene Handhaltung am Trainingsboard.

Hardware in der Regel wird damit die gesamte Kletter- und Outdoorausrüstung außer der Bekleidung bezeichnet.

Haulbag robuster, schlanker Sack, in dem bei >Bigwalls das Gepäck transportiert und der an einem Seil nachgezogen wird.

Heelhook siehe >Hook, hakeln mit der Ferse

Helm vor Stein- oder Eisschlag schützende Kopfbedeckung, die auch bei unkontrollierten Stürzen den Kopf vor größeren Blessuren bewahrt. In alpinem Gelände Pflicht.

Henkel großer Griff

Hexcentric >Klemmkeil mit sechseckiger Form, meist für breitere Risse.

Highball sehr hoher >Boulder, bei dem Abspringen oder Stürzen ziemlich gefährlich sein kann.

HMS Abkürzung für >Halbmastwurfsicherung. Die Sicherung mit dem Halbmastwurf ist universell beim Sportklettern und Bergsteigen einsetzbar (auch mit Doppelseil). Sie erfordert neben dem HMS-Karabiner kein zusätzliches Gerät, verursacht aber beim Ablassen Krangel im Seil.

HMS-Karabiner >Verschlusskarabiner (>Schrauber, >Twistlock oder Mehrfachsicherung), der durch birnenförmige Konstruktion ein gutes Handling und Umspringen der >Halbmastwurfsicherung gewährleistet.

Hochlager Stützpunkt am Berg bei Besteigungen von hohen Bergen im >Expeditionsstil, der im Vorfeld der eigentlichen Besteigung eingerichtet wird.

Holzkeil antiquiertes Sicherungsmittel mit geringer Haltekraft, bestehend aus einem Holzstück mit Schlinge, das in den Riss geschlagen wird.

Hook 1. Hakeln mit dem Fuß, siehe auch >Foothook, 2. >Cliff.

kl-heelhook-teaser-n (jpg)
Ralph Stöhr
Beim Heelhook wird viel Last von den Armen aufs Bein transferiert.



Hüftgurt >Sitzgurt

I

Insert in die Wand eingelassener Griff

J

jumarn / jümarn mittels zweier >Steigklemmen (in der Regel mit Griff) an einem fixierten Seil aufsteigen. Der Name leitet sich von der ersten Klemme dieser Art namens „Jumar“ ab.

K

Kamin Felsspalt, in den der gesamte Körper des Kletterer hinein passt und wo dieser sich je nach Breite mittels >Stemmtechnik oder >Spreiztechnik höherarbeitet.

Kante einem >Grat ähnliche Geländeform, aber steiler bis hin zu überhängend (quasi das Gegenstück zu einer >Verschneidung).

Karabiner rundliches Metallkonstrukt mit Gelenk, das durch seine Öffnung die Verbindung zwischen Seil und >Haken herstellt.

Kevlarschlinge kevlarverstärkte und relativ steife >Reepschnur mit hohen Haltekräften, gut zum Fädeln von >Sanduhren geeignet.

Klebehaken siehe >Bohrhaken.

Klemmblock Felsklotz in jeder möglichen Größe, der sich in einem >Riss, >Kamin oder einer >Verschneidung verklemmt hat.

Klemmer beim >Rissklettern essentielle Halteform. Je nach Rissbreite vom Finger- über den Hand- bis zum Faustklemmer.

Klemmgeräte mechanische >Klemmkeile mit beweglichen Segmenten, die qua Kniehebelprinzip auch in parallelen Rissen halten.

Klemmkeil Metallklötze an Stahlseilschlaufen in unterschiedlichen Größen zur mobilen Absicherung (beim >technischen Klettern auch zur Fortbewegung), die in sich nach unten verjüngenden Rissen platziert und vom Nachsteiger wieder eingesammelt werden.

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DMM
Klemmkeil-Set zum selbst Absichern beim Tradklettern.

Klemmkeilentferner (auch >Nutkey) dünner, etwa 15 Zentimeter langer Metallstab mit gebogenem Haken an der Spitze zum leichteren Entfernen festsitzender >Klemmkeile.

Klettergarten Sportkletterfels mit meist niedriger Wandhöhe und guter Absicherung.

Klettertechniken Oberbegriff für alle erdenklichen Bewegungsmuster beim Klettern.

Klippen >Einhängen des Seils in eine Zwischensicherung. Auch als Klinken bezeichnet.

Knoten befestigt das Seil am Gurt und damit am Kletterer, bzw. ermöglicht die Sicherung in verschiedenen Positionen. Siehe auch >HMS, >Achterknoten, >Bulin.

Knotenschlinge im Elbsandstein verwendetes Sicherungsmittel, das anstelle von >Klemmkeilen oder >Klemmgeräten in Risse gelegt wird, wobei der Knoten klemmen soll.

kombiniertes Gelände Wechsel von Fels und Eis, ggf. auch Schnee in einer Seillänge, meist im alpinen Umfeld.

Körperschwerpunkt liegt meist eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels. Das Verlagern desselben ist notwendig, um sich an der Wand fortzubewegen.

Körpersicherung das >Sicherungsgerät ist direkt am >Gurt des Sichernden angebracht, dessen Körper beim Sturz des >Vorsteigers einen Teil der Energie abbekommt. Beim >Sportklettern übliche >Sicherungsmethode.

Körperspannung vor allem in überhängendem Gelände erforderliche Anspannung eines Großteils der Körpermuskulatur, um Druck auf die Füße zu bringen.

Kräftedreieck Verbindung von mindestens zwei >Haken oder sonstigen Sicherungen mittels Schlinge, in die ein Zentralkarabiner eingehängt wird und an dem >Selbstsicherung und >Sicherungsgerät angebracht werden. Vorteil: gleichmäßige Lastverteilung, deshalb gut bei schlechten >Haken.

Kratzer winziger Griff, meistens in Leistenform.

Kreuzzug Klettersequenz, bei der eine Hand über die andere greift (im waagerechten Sinn) und sich im Ergebnis die Arme überkreuzen.

künstliches Klettern >technisches Klettern.

L

Lead Klettern im >Vorstieg, Bezeichnung der Wettkampfdisziplin Sportklettern am Seil.

Leiste Griffart: Absatz für die vordersten Fingerglieder oder gar nur Fingerkuppen, wird je nach Größe halboffen oder mit aufgestellten Fingern gegriffen.

Linie durch die Strukturen von Fels, Eis oder Schnee vorgegebene Wegführung für eine >Route oder einen >Boulder.

Die Route Batman in der Pfalz ist eine attraktive Linie.

Low Percentage Move Wenn die Wahrscheinlichkeit des Gelingens bei einem Zug sehr gering ist. Oftmals gebraucht für bewegungstechnisch und krafttechnisch anspruchsvolle sowie präzisionslastige Züge, die man selbst mit gründlichem Ausbouldern und vielen Versuchen nur selten schafft.

M

Magnesia (auch >Chalk genannt) wirkt schwach basisch und neutralisiert dadurch den sauren Handschweiß.

Mantle >Klettertechnik, bei der eine herkömmliche Zugbewegung in eine Stützbewegung übergeht. Oft nötig beim Übergang von steilem in flacheres Gelände.

Match, matchen Ähnlich dem >Crimpen und >Pinchen bürgert sich mit dem Matchen eine englische Vokabel ein, die eben kürzer (und cooler?) ist als sein deutsches Gegenstück; in diesem Fall der Griff- oder Trittwechsel gemeint oder das entsprechende Verb.

Bouldern & Klettern Vokabular
Ralph Stöhr
Beim Matchen muss man manchmal alle Finger einzeln durchwechseln.

Mixedklettern Fortbewegung mit >Steigeisen und >Eisgeräten abwechselnd in Fels und Eis mit eigener Mixed-Bewertungsskala („M8“).

Move englisch für einen Zug oder eine Bewegungssequenz.

N

Nachsteigen dem Vorsteiger folgen, ergo mit Seilsicherung von oben und daher ohne Sturzgefahr. Eine Spezialform ist das >Toprope-Klettern.

Nähmaschine (auch Elvis) unkontrolliertes Zittern der Beine beim Klettern durch Kraftmangel, Aufregung oder Angst.

New School steht als Überbegriff für heute angesagte Klettermoves, wie sie im >Parkour-Style vorkommen. Umfasst meist bewegungstechnisch anspruchsvolle Züge wie Sprünge, >Run-ins, Schieberei an >Volumen oder auch schlichtweg stark überhängende Kletterei. Definiert sich auch aus dem Gegensatz zur Old School, bei der das Klettern hauptsächlich an senkrechten und kleingriffig-kompakten Wänden stattfand, die uns heute schon mal unverhältnismäßig schwer vorkommen und großteils unbeliebter sind als vor 20 Jahren. Außer natürlich bei Old-School-Kletterern.

No hand rest Rastposition in einer >Route, bei der man mit beiden Händen gleichzeitig längere Zeit loslassen kann.

Normalhaken alle >Haken, die nicht gebohrt, sondern in >Risse oder Löcher geschlagen werden. Gängige Typen: Längs- und Querhaken, Ring-, Profil-, Drehmomenthaken.

Normsturz Sturz mit definiertem Fallgewicht und >Sturzfaktor zur Ermittlung, wieviele (Norm-) Stürze ein Seil aushält.

Nutkey >Klemmkeilentferner

Nuts >Klemmkeile

O

Objektive Gefahren von der Kompetenz des Kletterers unabhängige Gefahren wie Stein- oder Eisschlag, Wettersturz, etc.

Offwidth unangenehm zu kletternde Rissbreite zwischen Faustriss und Kamin.

Offene Tür Problem, dass der Körper seitlich aus der Wand kippt oder zu kippen droht, bedingt wenn der >Körperschwerpunkt nicht in der Balance ist.

Onsight Freier Durchstieg einer Route oder eines Boulders ohne Belastung der Sicherungskette ohne jegliche Vorkenntnisse der Kletterei (es darf auch niemand anderer beim Durchstieg oder Versuch beobachtet werden).

P

Parkour-Style, auch Zirkus-Style genannt, bezieht sich der Begriff auf hauptsächlich beim Bouldern auftretende Bewegungsanforderungen, die meist dynamisch und hochkoordinativ sind, wie zum Beispiel >Run-ins oder >Weiterleiter. Diese >New School Moves kommen zwar auch gelegentlich am Seil vor, sind aber ob der spektakulären Bewegungen vor allem beim Boulderpublikum beliebt.

Partnercheck sinnvolle Erfindung zur Vermeidung von Flüchtigkeitsfehlern: Kletterpartner überprüfen sich vor dem Losklettern gegenseitig: Ist der Einbindeknoten korrekt geknüpft, ist der Gurt geschlossen? Ist das Seil korrekt ins Sicherungsgerät eingelegt, ist der Verschlusskarabiner geschlossen und befestigt? Knoten im Seilende?

Pfeiler vertikale freistehende oder hervor ragende Felsstruktur, oft ähnlich einer abgerundeten >Kante.

piazen (bei den Franzosen: >dülfern) sich auf Gegendruck hocharbeiten, indem man mit den Beinen stemmt, mit den Armen zieht und sich mit Schulter und Hüfte seitlich zum Fels dreht. Oft in Rissen erforderlich, wird in Sachsen auch als >hangeln bezeichnet.

Pinch, pinchen bezeichnet einen Zangengriff, oder eben das Festhalten einer >Zange, was vermutlich ob der Wort-Länge in gewissen Kreisen dem Pinchen weicht.

Bouldern & Klettern Vokabular
Ralph Stöhr
Ob Zange oder Pinch, Daumenkraft erfordern beide.

Pinkpoint (auch: en libre) bezeichnet das Klettern einer Route im Vorstieg, bei der die Expressschlingen schon in den Zwischensicherungen hängen. Siehe auch >Rotpunkt

Placement 1. Felsstruktur, die das Legen eines >Klemmkeiles oder >Klemmgerätes erlaubt. 2. Möglichkeit, beim technischen Klettern einen >Hook oder beim Mixedklettern das >Eisgerät zu verankern.

Plaisir -Klettern auf Jürg von Känels Kletterführer-Reihe „Schweiz Plaisir“ zurückgehender Begriff für gut abgesichertes Klettern mit geringen >objektiven Gefahren.

Platte mehr oder weniger geneigte, relativ glatte und griffarme Wandstruktur.

Portaledge quasi ein stabiles Feldbett (meist inklusive Zelt), das bei >Bigwalls in der Wand fixiert wird und als Nachtlager dient.

Problem >Boulder oder auch Bewegungssequenz.

Projekt noch nicht >rotpunkt gekletterte >Route oder nicht gekletterter >Boulder.

prusiken mittels zweier >Prusikknoten am Seil aufsteigen.

Q

Quergang horizontal (seitwärts) verlaufende Kletterpassage

R

Rack sämtliche Metallwaren, die ein Kletterer mit sich trägt.

Rampe steil ansteigendes Band.

Randkluft Spalt zwischen Gletscher und Fels am Fuß einer Wand.

Reepschnur dünnes Seilmaterial (ca. 4 bis 8 Millimeter). Die Festigkeit muss laut CE-Norm Durchmesser2 x 20 betragen.

Reibungsplatte quasi grifflose, geneigte Platte, bei der mit möglichst viel Sohlenfläche „auf Reibung“ gestanden wird.

Reihenschaltung Methode zum Standplatzbau bei guten >Haken. Partner- und >Selbstsicherung werden direkt in einen Haken eingehängt und dieser mit weiteren „in Reihe“ verbunden.

Rinne vertikale, schmale und langgezogene Einbuchtung, die durch Erosion entsteht.

Rippe stumpfer Grat, der zwei >Rinnen voneinander trennt.

Riss Felsspalt, vom Finger- über Hand-, Faust-, Schulter- bis zum Körperriss.

Rissklettern erfordert spezielle Techniken wie >klemmen, >piazen etc. Häufig im Granit oder Sandstein.
Rocks gebräuchlichste, vierkantige >Klemmkeile.

KL Klettern in den USA - Tradklettern - Sandstein teaser
Ralph Stöhr
Rissklettern kann von genüsslich bis garstig daherkommen.

Rotpunkt gängiger Freikletterstil, bei dem eine Route im Vorstieg von unten nur an Griffen und Tritten und ohne Ruhen in Zwischensicherungen sowie sturzfrei geklettert wird. Nach strenger Definition sind die Zwischensicherungen im Vorstieg einzuhängen.

Route (auch: Tour) gängigste Bezeichnung für alle Kletterwege, die mit Seil begangen werden – von zehn Meter bis zur 1000-Meter-Wand.

Run-in – Wer den Boulder-Weltcups folgt, weiß Bescheid: Beim Run-in wird die Startposition dynamisch eingenommen, sie erfolgt durch Anlauf oder Springen zu den Startgriffen. Ich habe Routenbauer auch schon von Rennern sprechen hören.

Runout weiter Abstand zwischen zwei >Zwischensicherungen.

Rurp kleiner Winkelhaken für schmalste >Risse beim >technischen Klettern.

S

Sanduhr greif- oder fädelbarer Felssteg oder auch zwei Löcher im Fels, die in im Innern verbunden sind.

Sanduhrschlinge bei ausreichender Festigkeit des Stegs einer >Sanduhr Möglichkeit, eine zuverlässige Sicherung zu basteln.

Sanierung Nachrüstung von >Routen mit neuen (Bohr-)Haken.

Sauschwanz (auch: Schweineohr) kringelförmiger >Umlenker, in den das Seil direkt eingelegt wird.

Scharte schmale Einbuchtung zwischen zwei Gipfeln.

Schlüssellänge schwierigste Länge einer >Route mit mehreren >Seillängen.

Schlüsselstelle schwierigste Stelle oder Passage einer >Route oder eines Boulders (>Crux).

Schnapper Schenkel eines >Karabiners, der sich mittels eines Scharniers öffnen lässt.

Schwierigkeitsgrade abgestuftes Bewertungssystem, um die ungefähre Schwierigkeit einer >Route oder eines >Boulders zu definieren.

Seillänge Längenmaß beim Klettern. Distanz zwischen zwei >Standplätzen respektive zwischen Boden und >Umlenker.

Seilschaft das Team beim Klettern besteht in der Regel aus zwei, öfter auch aus drei, selten aus vier oder gar mehr Personen.

Seitgriff wird auf seitlichen Zug gehalten.

Selbstsicherung Befestigung des Sichernden am >Standplatz.

Serac Gletscherabbruch in steilem Gelände. Oberhalb von >Routen sehr gefährlich, da weiteres Abbrechen kaum zu berechnen ist.

sichern die Tätigkeit des Seilausgebens und Einholens und im Falle eines Sturzes das Halten des Stürzenden mit Hilfe eines >Seils und eines >Sicherungsgeräts.

Sicherungsgeräte helfen dem >Sicherer, den Kletterer im Sturzfall mit Hilfe des Seils vor dem Boden zu bremsen und zu halten.

Sicherungskette alle mechanischen Bestandteile wie >Gurt, >Seil, >Standplatz, >Zwischensicherungen, die den Kletterer vom Boden trennen.

Sicherungsplatte >Sicherungsgerät, mit dem zwei >Nachsteiger parallel gesichert werden können, und das einen „Nachstiegssturz“ selbsttätig blockiert.

Sika spezieller Kleber für Stein und Beton.

Sinter (-Säulen) längliche, vertikale Felsstrukturen, die durch Kalkablagerungen (Tropfsteinprinzip) entstehen.

Sitzgurt feste Textilkonstruktion aus zwei Beinschlaufen, mit einem Gurt um die Hüfte verbunden. In diese Verbindung wird das Seil eingebunden (>Gurt, >Hüftgurt).

Sitzstart tiefer Beginn der Kletterstrecke von Bouldern. Das Gesäß verlässt dabei den Boden zuletzt.

Skyhook >Cliff, >Hook.

Sloper (engl.: slope = Hügel) Griffart: flache, mehr oder minder gewölbte Felsstruktur, die meist mit offener oder halboffener Hand auf Reibung gehalten wird (auch: Aufleger).

kl-tipps-klettern-sloper-halten-ksp-im-lot-dsc05214 (jpg)
Sarah Burmester
Um Sloper festzuhalten, muss man die beste Belastungsrichtung finden.

Softshell denglisch für Kleidungsschicht, die einen weichen, textilen Grip besitzt und Wetterschutz mit Isolation bei gleichzeitiger Atmungsaktivität verbindet.

solo Durchstieg einer Sportkletter- oder Alpinroute ohne Partner. Seilsicherung ist dennoch möglich, im Gegensatz zum >free solo.

Speedklettern Wettkampfdisziplin, bei der einzig die Klettergeschwindigkeit zählt und zwei Starter parallel zum Ausstieg sprinten.

Spindrift in der Wand befindlicher Schnee, der vom Wind aufgewirbelt wird und durch Bekleidungsöffnungen eindringt.

Sportklettern >Freiklettern in gehobenen Schwierigkeitsgraden mit meist guter Absicherung.

spotten aktives Aufpassen auf den Boulderer, wobei der Spotter den Kletterer bei einem Sturz so abfängt, das dessen Füße zuerst den Boden oder die Matte erreichen.

Spreiztechnik / (spreizen) vor allem in >Verschneidungen und >Kaminen zum Einsatz kommende >Klettertechnik, bei der die Beine weit ausgespreizt werden (oft auf Gegendruck).

Standplatz Ort, an dem bei Routen mit mehreren >Seillängen der >Vorsteiger den >Nachsteiger sichert und von wo aus der Vorsteiger in die nächste Länge startet.

Steigeisen gezackter Schuhuntersatz zum sicheren Fortbewegen in flachem ebenso wie in steilem Eis. Man unterscheidet zwischen Leichtsteigeisen für Gletscherwanderungen und Skitouren, Allroundsteigeisen, die robuster sind, und Extremsteigeisen fürs Wasserfallklettern oder steiles alpines Eis.

Steigklemme in eine Richtung selbsttätig blockierende Metallkonstruktion für den Aufstieg am Seil (siehe auch >jumarn).

Stemmtechnik Klettertechnik für >Kamine, bei man sich mit Füßen und Rücken auf Gegendruck höherarbeitet.

Stichtprinzip nach dem Prinzip der Stichtbremse (Knicksicherung) funktionieren viele Sicherungsplatten sowie >Tubes.

Stopper >Rocks, Nuts, zu deutsch auch >Klemmkeile genannt.

Sturzfaktor physikalische Größe, welche die Härte eines Sturzes angibt (Sturzhöhe dividiert durch Länge des ausgegebenen Seils gleich Sturzfaktor).

subjektive Gefahren Risiken, die aus mangelndem Können oder individuellen Fehlern resultieren.

T

T-Anker (auch Toter Mann) Sicherung im Schnee, bei der ein länglicher Gegenstand (Pickel, Ski etc.) im 90-Grad-Winkel zur zu erwartenden Sturzrichtung eingegraben wird.

technisches Klettern (engl. aid climbing) im Gegensatz zum Freiklettern werden hier nicht natürliche Strukturen, sondern >Haken und andere Hilfen zur Fortbewegung benutzt.

Tickmark Kennzeichnung von >Griffen mit Chalkmarkierung, um diese besser zu treffen. Sollte nur benutzt wenden, wenn der Zielgriff tatsächlich außerhalb des Sichtfeldes liegt. Und nach Beendigung der Versuche wieder weggebürstet werden.

Toehook Hakeln mit dem vorderen Fuß, siehe >Foothook.

kl-bouldertechnik-frieder-dynochrom-radfahren-c-bernardo-gimenez (jpg)
Bernardo Gimenez
Hakeln im Dach: Auf Gegendruck lässt sich der Griff am besten fixieren.

Toe-catch Der >Toehook hat sich schon etabliert, der Toe-catch ist sein dynamischer Bruder, also ein aus dem Schwung heraus geworfener Toehook. Ja: geworfen – denn zum Legen hat man nicht genug Zeit, bevor der Körper wieder zurückschwingt.

Top, toppen Wenn mit dem Top der abschließende Griff eines Boulders oder einer Route (auch Topgriff genannt) erreicht ist, lässt sich der Durchstieg auch mit Toppen beschreiben. Abgeleitet vom englischen to top erinnert die andere umgangssprachliche Bedeutung des Wortes im Deutschen (etwas oder jemanden übertreffen) passenderweise an triumphale Überlegenheit. Also schon in etwa so, wie sich der Durchstieg anfühlt. Meistens.

Topo Anstiegsskizze, die den Verlauf einer >Route mithilfe von Symbolen verdeutlicht.

Topout >Boulder mit Ausstieg auf einen Felsblock.

toprope Begehung einer Route mit Seilsicherung von oben; der Sichernde steht am Boden, das Seil läuft oberhalb des Kletterers durch eine Umlenkung, im Gegensatz zum >Vorstieg.

Tradclimbing (von „traditional“) Spielform des Kletterns, bei der nur mobile Sicherungsmittel zum Einsatz kommen.

Tricam kaum noch gebräuchliche Sonderform eines >Klemmkeils.

Tritt bezeichnet alles, worauf man stehen kann, und Druck auf die Wand übertragen kann.

Trittleiter flexible, kurze Sprossenleiter, die beim >technischen Klettern in >Haken und sonstiges eingehängt wird, um darauf ein Stück höher zu gelangen.

Tropflöcher (>Gouttes d‘eaux) durch Erosion im Kalk entstandene, nach oben offene, kleine Löcher, oft als >Griff brauchbar.

Tube, Tuber Sicherungsgerät auf Basis des >Stichtprinzip, durch doppelten Knick im Seil wird so viel Reibung erzeugt, dass das Bremsseil beim Sichern zu kontrollieren ist.

Try Hard Face Hat sich vor allem als Hashtag in diversen Netzwerken etabliert. Schriftliche Verlegenheitsgeste, die den von Anstrengung geprägten Gesichtsausdruck entschuldigt (oder auch feiert).

U

Umlenker >Haken (teils mit >Karabiner, >Sauschwanz oder ähnlichem) am Ende einer >Route, an dem man das Seil umlenkt und wieder zum Boden hinabschwebt.

Untergriff Griffart, bei der die Finger nach unten zeigen. Der Griff wird von unten nach oben belastet, der Kletterer verspannt sich zwischen Tritten und Untergriff.

V

Verhauer unbeabsichtigtes Abweichen von einer alpinen Route.

Verschlusskarabiner >Karabiner, bei dem der >Schnapper durch einen Verschlussmechanismus gegen selbsttätiges Öffnen gesichert werden kann (Schrauber etc.).

Verschneidung zwei aufeinanderstoßende Felswände, die eine „Ecke“ im Fels ergeben.

Venga Was in Frankreich >Allez!, zu Deutsch Auf geht’s! und auf Japanisch Gamba!, lautet auf Spanisch: Venga!

Volumen Aus modernen Boulderhallen nicht mehr wegzudenkende, vorübergehend angeschraubte Kisten, Kugeln, Prismen oder Pyramiden, die Topographie und Neigung der Wand verändern. Die auch Module genannten Volumen (oder englisch ausgesprochen Volumes) zählen grundsätzlich als Wand, dürfen also meist mitbenutzt werden. Oftmals muss man das auch.

Vorstieg (auch: vorsteigen) Klettern „am scharfen Ende des Seils“; das Seil läuft vom Vorsteiger nach unten und wird von diesem in >Zwischensicherungen eingehängt.

KL Deutsche Meisterschaft Lead 2017 Romy Fuchs
DAV Vertical Axis
Romy Fuchs im Lead (englische Bezeichnung fürs Vorstiegsklettern) bei der Deutschen Meisterschaft 2017.

W

Waben vor allem im Sandstein auftretende Felsstruktur aus vielen kleinen, nebeneinanderliegenden Löchern.

Wasserrillen durch Erosion entstehende vertikale „Wellen“ im Fels.

Wechselführung (auch überkreuz oder überschlagend klettern) die Partner einer Zweierseilschaft wechseln sich in einer Mehrseillängenroute mit dem >Vorsteigen ab.

Wechte auf der windabgewandten Seite eines Grats angehäufte, überhängende Schneemassen.

Weiterleiter Auch Mehrfach-Dynos genannte, spektakuläre Kunststücke aus dem modernen Bouldern und >Parkour-Style, bei denen der Sprung nicht vom einen zum nächsten, sondern vom einen Griff zum nächsten und über- oder überübernächsten Griff geht und der Schwung mitgenommen oder eben weitergeleitet werden muss. Weltcup-Kommentator Charlie Boscoe nennt sie auch gern One-two-three.

Whiteout völliges Verschwimmen der Geländekonturen bei Schneefall oder Nebel.

Workout-Route >Afterwork-Route.

Z

Zackenschlinge (auch Köpflschlinge) Schlinge, die über einen schmalen Felszacken oder ein „Felsköpfl“ gelegt wird.

Zange (auch Zangengriff) Griff, der zwischen Daumen und Fingern gehalten wird. Neudeutsch auch >Pinch genannt.

Zonengriff Griff bei einem Wettkampfboulder, für den der Kletterer wenigstens einige Punkte bekommt, falls er den Ausstiegsgriff nicht erreicht.

Zwillingsseil dünnes Doppelseil (7,5 bis 8 Millimeter stark), das auch im Nachstieg nur im Doppelstrang verwendet werden darf.

Zwischensicherung jede Sicherung (>Haken, >Klemmgerät >Sanduhrschlinge), die einen Sturz des Vorsteigers halten soll (in Abgrenzung zu Sicherungspunkten am >Standplatz).

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