KL_Quotable_Jack_JACK_Petrohrad_141489 (jpg) Sarah Burmester

Besser klettern: Klettertipps von guten Kletterern

Besser werden beim Klettern mit diesen Tipps

Wer mit besseren Kletterern unterwegs ist, bekommt prima Tipps. Die wichtigsten haben wir hier gesammelt.

Wenn Du ein guter und kompletter Kletterer werden möchtest, reicht es nicht, immer in der gleichen Kletterhalle oder im gleichen Klettergebiet zu klettern. Es ist wichtig, sich ein großes Bewegungsrepertoire anzueignen. Daher sollte man so oft es geht neue Herausforderungen suchen: neue Routen, Bouldern statt Klettern, eine andere Kletterhalle, ein neues Klettergebiet. Übe hin und wieder auch Sachen, die Dir nicht so furchtbar viel Spass machen.

Du bist stärker als Du denkst. Um das Beste aus sich herauszuholen, braucht man den festen Willen, sein Bestes zu geben. Willst Du schwerer klettern, musst Du auch schwere Sachen probieren. Wer nicht alles gibt, kommt nicht weiter. Daher gilt: Keine halbherzigen Sachen machen. Wenn Du einsteigst, gib alles. Das heißt nicht, sich zu verkrampfen - sondern nur eben mit voller Konzentration und so gut zu klettern, wie man es kann.

Im Zweifel ist Technik wichtiger als Kraft. Denn: Wenn man bereits stark ist, gestaltet es sich viel schwieriger, Klettertechniken zu erlernen - man kann sich ja immer schnell mit einem Klimmzug aus der Misere retten. Daher sollte man lieber leicht und dafür aber flüssig und "schön" klettern üben, und sich das Krafttraining für später aufheben (Achter Grad und aufwärts).

Thema Schwierigkeitsbewertungen: Was in Kletterhalle A eine Sechs ist, kann in Kletterhalle B als Fünfer daherkommen. Was im ersten Gebiet leicht geht, kann im nächsten Klettergebiet weit weg sein. Grade sind relativ. Betrachte Deine Stärken und Schwächen. Suche Dir Routen, die Dir liegen, wenn Du ein Erfolgserlebnis brauchst. Suche Dir Routen, die Dir nicht liegen, wenn Du besser werden willst.

Scheitern gehört zum Klettern dazu. Wer scheitert, hat sich aufgemacht, die persönliche Grenze zu suchen - und wenn es gut läuft, zu verschieben! Daher sollte man das Scheitern nicht verteufeln, ja, es noch nicht einmal bewerten. Es ist nur ein Feedback, dass man gerade einen Fehler gemacht hat, eine erforderliche Fähigkeit nicht beherrscht oder eben (noch) zu schwach ist. Scheitern birgt das Potenzial für Fortschritt, weil es etwas zu lernen gibt!

Die richtige Einstellung: Die meisten Menschen klettern zum Spaß. Klar: Sich verbessern ist cool. Aber: Es geht um nichts. Manchmal ist es wichtig, dass man sich nicht zu verbissen auf vermeintlich wichtige Grade oder Projekte versteift. Wer sein Wohlbefinden vom Kletter-Erfolg abhängig macht, legt die Basis für eine schlechte Psyche. Gut klettern kann man nur mit freiem Kopf. Wie soll das gehen, wenn Erfolg oder Misserfolg so furchtbar schwer wiegen?

Nichts ist selbstverständlich. Wenn Du gestern oder letzte Woche eine Sieben klettern konntest, erwarte nicht, dass Du es heute wieder kannst. Selbst wenn es die gleiche Route ist. Die Tagesform, die Motivation, die Bedingungen - ja sogar das Schlafpensum haben einen enormen Einfluss auf die Kletterperformance. Wer sich nicht selbst enttäuschen will, erwartet nichts. Und gibt aber trotzdem sein Bestes!

Verletzungen beim Klettern: Wer viel klettert, riskiert auch Überlastungsprobleme. Wer häufiger als zwei Mal pro Woche klettert, sollte dringend auch ein paar Übungen zum Ausgleich trainieren. Hilfreich ist hierfür ein Theraband und vor allem das regelmäßige Nutzen desselben! Faustregel: Muskeln passen sich binnen weniger Wochen an neue Belastungen an. Sehnen, Bänder und Gelenkstrukturen brauche dafür Monate, wenn nicht Jahre.

Projektieren von schweren Routen hilft, um besser zu werden. Wer seinem Körper nicht ab und zu zeigt, was er später mal können soll, kommt nicht weiter. Dazu gehört Ausbouldern, Vorbereitung, Timing und Durchstiegsversuche. Beim Ausbouldern ist wichtig, viele verschiedene Möglichkeiten zu beachten. Vorbereiten ist wichtig: Sich vorher schon ansehen, wo es langgeht, erspart späteres Suchen. Timing umfasst, dass man sich gut aufwärmt und gut erholt ist, wenn man Leistung abrufen möchte. Und für Durchstiegsversuche siehe Punkt 6 (die richtige Einstellung).

Strebe nicht an, einen Grad, Route, oder Boulder "sicher" zu klettern. Wenn man einen Grad (eine Route) sicher klettern kann, fühlt es sich leicht an. Wer hingegen versucht "auf Nummer sicher" zu klettern, verballert nur unnötig viel Kraft und lernt nicht, sich souverän an der Sturzgrenze zu bewegen. Das ist aber eine wichtige Fähigkeit, die nötig ist, um sein persönliches Kletterpotenzial auszuschöpfen. Mit der Klettererfahrung kommt dann das "sicher" Klettern von ganz allein.

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