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Klettern - besser nicht, wenn...

7 Gründe, nicht klettern oder bouldern zu gehen

Obwohl wir nichts lieber tun als klettern - es gibt tatsächlich gute Gründe, es besser nicht zu tun. Sieben Gründe, nicht bouldern oder klettern zu gehen.

Es versteht sich von selbst: Klettern und Bouldern finden wir ziemlich gut. Aber es gibt tatsächlich gute Gründe, einmal nicht klettern oder trainieren zu gehen. Hier listen wir sie auf.

Du bist verletzt

Es gibt Menschen, die tapen die Finger bis zum Blutstau zu und bouldern trotz Ringbandriss munter weiter. Auch wurden schon Menschen mit Gips am Fuß in der Kletterhalle gesichtet. Nun, vielleicht ist es möglich, auch mit einer Verletzung zu trainieren. Aber ob es gut ist?

Wer ernsthaft verletzt ist, beschleunigt den Heilungsprozess nicht durch exzessives weiter Trainieren. Regeneratives, leichtes Bewegen kann hilfreich sein - aber sicherlich nicht die Art von Belastung, die zur Verletzung geführt hat.

Bei einer Verletzung: Lass' es ruhig angehen.

Du flüchtest

Klettern gehen (oder bouldern natürlich) eignen sich hervorragend, um den Kopf frei zu bekommen. Beim Klettern denken wir normalerweise nicht an den Alltag und die Sorgen, die wir gerade haben - sondern nur an den nächsten Zug, an den nächsten Griff, den nächsten Tritt.

Das ist natürlich einer der herausragenden Erholungs-Aspekte vom Klettern und Sport treiben generell. Wir können den internen Akku aufladen und fühlen uns nach einem schönen Klettertag mit Freunden am Fels oder auch nach einer Trainings-Session in der Kletterhalle einfach ent-stresst. Doch sollte dieser "mentale Neustart" nicht die Hauptmotivation sein, klettern zu gehen. Wenn es uns nur zum Klettern treibt, um unserem restlichen Leben zu entfliehen, ist Klettern nicht mehr Selbstzweck sondern Mittel zum Zweck.

Also: Bewahrt die Freude am Bouldern und Klettern, und nutzt es nicht zum "Ausblenden" von Sorgen. Sonst droht die Gefahr, klettern gehen zu "müssen"...

Es geht nur noch um Zahlen

Schwierigkeitsgrade gehören zum Spiel, und das ist natürlich auch in Ordnung. Doch wenn die Stimmung und gute Laune davon abhängt, dass wir Grad X oder Boulder Y schaffen, dann wird der Sport zur Last.

Denn damit baut sich ein Druck auf, der die schönste Nebensache der Welt in eine Leistungs-Maschinerie verwandelt. Wer sich vom Ergebnis seiner Kletter-Leistung abhängig macht, kann nicht mehr frei und ohne Druck klettern; es droht die Gefahr, dass der Spaß verloren geht. Mal im Ernst: Wenn das Klettern anstatt Freude zu bereiten zum Stressfaktor wird - warum sollte man dann hingehen?

Es ist toll, sich zu pushen und Erfolge einzuheimsen - doch seht den Erfolg lieber als Geschenk denn als Notwendigkeit.

Es gibt Besseres zu tun

Es ist natürlich eine Frage der persönlichen Prioritäten, als wie wichtig der Klettertag am Fels oder die Boulder-Session abends in der Kletterhalle eingestuft werden. Doch gerade wenn man im Rausch der Kletter-Begeisterung steckt und für nichts anderes mehr Zeit übrig hat, ist Vorsicht geboten.

Denn es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben. Freunde und Familie bekommen von ernsthaft Kletterbegeisterten vermutlich ohnehin nicht viel mit. Manchmal ist Zeit für soziale Kontakte oder gemeinsame Unternehmungen abseits der Kletterhalle indes wichtig für das Wohlbefinden (von einem selbst und dem des sozialen Umfeldes!).

Wenn die Oma ihren 80sten feiert, ist das vielleicht ein guter Anlass, den Fels-Ausflug einmal sausen zu lassen. Aber auch einfach mal wieder mit Freunden etwas zu unternehmen, kann besser sein als die dritte Trainingssession in der Woche.

Es fehlt ein guter Kletterpartner

Ein guter Kletterpartner motiviert uns und bringt Spaß und Freude ins Klettern - und auch ins Bouldern! Der richtige Kletterpartner kann also nicht nur unsere Leistung verbessern, sondern auch ein maßgeblicher Beweggrund sein, überhaupt den eigenen Leib in Richtung Fels oder Kletterhalle zu bewegen. Da kann es schon ungünstig sein, keinen Kletterpartner zu haben.

Natürlich ist ein fehlender Kletterpartner kein Freifahrtsschein, um sich überhaupt nicht zu bewegen. Doch wenn es darauf hinausläuft, dass man nachher allein und lustlos zwei Runden durch den Boulderbereich dreht und gelangweilt wieder von dannen zieht, ist nichts gewonnen.

Gerade beim Seilklettern ist die Situation heikel: Denn sich von Fremden auf gut Glück sichern zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Dann lieber nicht!

Keine Lust!

Wer ausnahmsweise mal keine Lust auf Klettern hat, sollte es auch nicht tun. Das heißt jetzt nicht, dass zur Faulheit neigende Couchpotatoes die perfekte Ausrede haben um liegen zu bleiben: davon wird man nicht stärker!

Doch wer deutlich spürt, dass keine Kletter-Lust vorhanden ist - hört lieber darauf. Denn akute Unlust hat meist einen Grund: Der Körper ist erschöpft und nicht leistungsbereit, es droht Übertraining oder es gibt andere triftige Gründe (zum Beispiel sozialer Natur, siehe auch Punkt 4).

Wer den eigenen Unlust-Impuls ignoriert, sei gewarnt: Wenn der Körper überlastet oder übermüdet ist, schwächelt auch die Koordination. Fahriges Klettern, Verletzungen und gar Unfälle können die Folge sein. Besser: richtig ausruhen, und das nächste Mal wieder hochmotiviert durchstarten!

Es macht keinen Spaß

Auf die Idee muss man erstmal kommen - aber es soll ja tatsächlich Menschen geben, denen das Klettern (oder Bouldern) keinen Spaß macht. Die vielleicht Freunden oder Familienmitgliedern zuliebe in die Kletterhalle oder an den Fels gehen, aber eigentlich gar keine Freude am Klettern und Bouldern finden.

Die Konsequenz ist einfach und logisch: lasst es bleiben. Das Leben ist zu kurz, um es zu verplempern. Ausnahme: Der Spaß wird von Sturzangst verdrängt: daran lässt sich arbeiten.

Und, sollten diese Gründe euch nicht betreffen:

Herzlichen Glückwunsch, und auf geht's!

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