Teil des
KL Cogne 1 François Damilano

Topos zum Eisklettern im Val di Cogne

Das Val di Cogne gehört zu den besten Eiskletterspots der Alpen. Kurze Zustiege und Einsteigerrouten finden sich hier genauso wie Klassiker.

Valnontey
Der Ausgangspunkt für die verschiedenen Wasserfälle ist die Ortschaft Valnontey. Das Auto lässt man am besten beim Parkplatz am Beginn der Langlaufloipe.

MUR DE LA GROTTA DEGLI
Eine halbe Stunde hinter Valnontey finden sich hier auf der orographisch rechten Talseite drei rund 100 bis 130 Meter hohe Wasserfälle, die sich aber selten bilden: Doccia Fredda, Licieu Gallucciu und Sentinel Ice. Alle weisen den Grad 5 und damit längere senkrechte Abschnitte auf und sind nach Nordwesten ausgerichtet.

MUR DE PATRI
Etwas länger ist der Zustieg zur Mur de Patri, dafür finden sich hier auch leichtere Wege. Zur Mur de Patri bleibt man im Aufstieg auf der orographisch rechten Talseite bis zur ersten Brücke über den Bach. Von hier im Aufstiegssinn linkshaltend hinauf, Gesamtdauer rund 1,5 Stunden.

Patri de Gauche (II, 4, 250 m)
Schöne Kletterei über mehrere Aufschwünge, eine der meistbegangenen Routen des Tals. Die zweite Länge weist einen kürzeren, fast senkrechten Abschnitt auf. Im oberen Teil gibt es zwei Varianten, die linke ist die
klassische und leichtere. Abstieg durch Abseilen oder rechtshaltend zu Fuß zurück ins Tal.

MUR DE REPENTANCE
Diese eisdurchzogene Felswand mit rund 200 Metern Höhe liegt noch etwas weiter talaufwärts, der Zustieg dauert rund zwei Stunden.

Repentance Super (II, 6, 220 m)
Sehr schöner Extremklassiker mit langen senkrechten Passagen. Einige Standplätze sind eingerichtet, über sie wird auch abgeseilt.

KL Cogne Übersicht2
Johanna Widmaier
KL Val di Cogne Etoiles et Soleil
Godefroy Perroux
1. La Salsa du Soleil (III, 5+, M8+, 120 m); 2. Etoiles et soleil (II, 5, 100 m); 3. Etoiles et soleil direct (II, 4); 4. Dry Queen (III, 5+, M7+, 100 m).

Fuimana di Money (II, 3, 180 m)
In dieser nach Norden ausgerichteten Eisroute hält sich das Eis gut und lange. Dem unten breiten Eisfall folgt oben ein engeres und steileres Couloir, maximal bis etwa 80 Grad. Abstieg durch Abseilen über die Route, teils im Eis, teils sind Standplätze und Abseilstellen eingerichtet.

Die orographisch linke Talseite beheimatet ebenfalls einige lohnende Klettereien, ist aber generell stärker
lawinengefährdet. Wir stellen hier nur eine Route vor, es folgen aber talaufwärts noch etliche meist anspruchsvollere Fälle.

Thoule (II, 3+, 100 m)
Etwa 45 Minuten oberhalb des Ortes Valnoney liegt dieser einsteigertaugliche Wasserfall. Ein Standplatz ist eingerichtet, die anderen lassen sich an Bäumen beziehen. Der Abstieg erfolgt durch Abseilen über die Route.

Valeille
Dieses bei der Ortschaft Lillaz, wenige Kilometer östlich von Cogne beginnende Tal beherbergt schöne Klassiker der unteren Grade ebenso wie die modernsten und schwersten Mixed-Kreationen der jüngsten Vergangenheit.

MUR DE CASCADE DE LILLAZ
Der kurze Zustieg von nur 15 Minuten und die kletterbaren Schwierigkeiten sorgen hier für steten Andrang.

Cascade de Lillaz (II, 3, 250 m)
Dieser lange Wasserfall schwingt sich mehrmals zu einer Neigung von etwa 70 bis 80 Grad auf, mit etwas gutem Willen lassen sich auch noch steilere Passagen rauskitzeln. Zwischen den Aufschwüngen folgt man dem Bach bergauf. Vorsicht: Im Winter 1999 ertrank ein Eiskletterer, der durch die dünne Eisschicht über dem stellenweise recht tiefen Wasser brach. Der Abstieg erfolgt zu Fuß auf gutem Weg.

Chandelle de Lillaz (I, 4, 10 m)
Hübscher und harmloser kleiner Trainingsfall rechts des Einstiegs der Cascade de Lillaz.

MUR DE LILLAZ GULLY
Diese schließt sich talaufwärts der Cascade de Lillaz an, ebenfalls auf der orographisch rechten Talseite.

Lillaz Gully (II, 4, 200 m)
Schönes Couloir mit abwechslungsreicher Kletterei, in der fünften Länge sogar eine Mixedpassage im oberen vierten Grad mit zwei Haken, ansonsten viele Passagen bis etwa 80 Grad. Der Abstieg erfolgt entweder zu Fuß auf dem markierten Weg zum Lac de Loie oder durch Abseilen über die Route.

Der Kerzenständer des Koyoten

KL Cogne 2
Godefroy Perroux
1 Stella Artice (II, 5, 180 m); 2 Variante, falls die erste Länge von Inachevée Conception kein Eis aufweist; 3 Inachevée Conception (II, 5+, 150 m); 4 The Empire Strikes Back (M11, 80 m)

SEKTOR HARD ICE IN THE ROCK
Neben der namensgebenden Route von Gian Carlo Grassi, Hard Ice in the Rock (III, 4, 300 m) lassen sich hier auch Stevie Hastons berühmte X-Files (M10) studieren. Für Normalsterbliche eher geeignet ist die links der vorgenannten Routen gelegene Pattinaggio Artistico (II, 3, 180 m). Dabei umgeht man linkerhand einen
Steilaufschwung, um darüber im mäßig steilen Eis zu steigen. Der unterste, 50 Meter hohe Aufschwung läuft unter 5+ und bringt 30 senkrechte Meter.

MUR DE STELLA ARTICE
Ebenfalls auf der orographisch rechten Talseite gelegen, lockt dieser Sektor vor allem den erfahrenen Eiskletterer, den die Stunde Zustieg nicht schreckt. Unter dem fünften Eisgrad ist nichts zu holen, und wer möchte, kann sich hier an Stevie Hastons The Empire strikes back (M11) versuchen. Wer’s nicht ganz so hart braucht, wird eher an Stella Artice (II, 5, 180 m) Gefallen finden: Vier schöne Längen mit einem längeren senkrechten Abschnitt und eingerichteten Abseilstellen.

MUR DE COLD COULOIR
Nicht viel weiter als die vorgenannten Fälle findet sich an der Mur de Cold Couloir die längste Route des Tales. Cold Couloir (III, 4+, 600 m) Sehr langes, kaltes Couloir, bei stärkeren Schneefällen lawinengefährdet. Wem die Puste ausgeht, kann nach der siebten Länge abseilen, bis dorthin sind Abseilstände vorhanden. Ansonsten weiter bis zum Gipfel, dann zu Fuß Richtung Col de l’Arollaz absteigen. Die Fälle der orographisch linken Talseite von Valeille bieten weitere, schöne Möglichkeiten:

Tuborg (II, 4+/5-, ca. 5,7 %, 200 m) Der Fall mit dem einladenden Namen ist von Lillaz in 40 Minuten zu erreichen. Wer hier die Morgensonne genießen will, darf sich auf zwei schöne, steile Aufschwünge freuen. Abseilstellen sind eingerichtet.

Il Candelabro del Coyote (II, 4+/5, 180 m) Der Kerzenständer des Koyoten wartet ebenfalls mit eleganter Steileiskletterei in stellenweise senkrechtem Gelände auf. Auch hier sind Abseilstellen eingerichtet.

Grand Val (II, 3+, 80 m)
Weiter hinten im Tal gibt es an der Mur du Grand Val nochmals vier sehr schöne, kleinere Fälle mit etwas moderateren Schwierigkeiten. Grand Val ist davon die leichteste, eine massive Eiswand, die mehrere Aufstiegslinien erlaubt. Die Eisstreifen links und rechts davon spielen sich ebenfalls zwischen dem dritten und vierten Eisgrad ab.

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