KL Monte Garzo Maggialore Steffen Kern

Alpin im Tessin: Die Gneisklassiker des Monte Garzo

Das Ambiente im Maggiatal ist nicht sehr alpin – trotzdem gibt es hier Routen mit bis zu 600 Metern Länge. Und das türkis-klare Wasser der Maggia lädt zum Baden ein.

Nach zwei Monaten WM-Kaiserwetter verabschiedet sich Anfang August 2006 das fette Hochdruckgebiet über Mitteleuropa – pünktlich zum Beginn unseres "Gebirgsurlaubs". Auf der Alpennordseite Dauerregen, am Hauptkamm Neuschnee, selbst in den Dolomiten und in der Dauphiné ist das Wetter zu instabil für größere Unternehmungen. Was tun?

Wir entscheiden uns fürs Maggiatal. Auch wenn das Ambiente nicht gerade alpin ist, gibt es hier Routen mit bis zu 600 Metern Länge – und angeblich soll es sich dabei nicht nur um Reibungsplatten handeln. Immerhin gilt die Alhambra als schönste Route des Tessins! Und sollte das Wetter mal nicht halten, ist man dank der Bohrhaken schnell wieder unten.

Sechs Tage später haben wir uns mit unserem "Notnagel" recht gut angefreundet. Mehr als 50 Monte-Garzo-Seillängen mit schöner, teils großartiger und überraschend steiler Kletterei liegen hinter uns. Und inzwischen wissen wir auch das wenig alpine Ambiente zu schätzen: kein frühes Aufstehen, kurzer Zustieg, leichtes Gepäck – und nach dem Klettern das Bad in der Maggia.

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