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Klettern Schwäbische Alb

10 Top-Felsen der Alb

Nahe Stuttgart liegt die Schwäbische Alb. Im Lenniger Tal und auf der Uracher Alb reiht sich Fels and Fels, die besten 10 präsentieren wir hier.

Zwar sind die Hügel in der Pfalz lieblicher und der Fels in Franken meist besser, dafür sind die Wände der Schwäbischen Alb oft größer und manchmal auch alpiner.

Klettern auf der Schwäbischen Alb

Die Felsen am sogenannten Albtrauf sind so vielfältig und abwechslungsreich und zudem so offensichtlich und landschaftsprägend, dass man als Kletterer einfach daran klettern will. Die Felsen sind recht vielseitig.

Am Rutschenfels bei Bad Urach ist bei 80 Metern Wandhöhe richtiges Mehrseillängen-Klettern angesagt, und auch an vielen anderen Wänden hat man einen freien Blick ins Tal und oft auch ins idyllische Vorland der Schwäbischen Alb.

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Johanna Widmaier
Die besten Klettermöglichkeiten auf der Schwäbischen Alb.

Die Kletterfelsen des Schwabenlands

Insgesamt 43 Felsgruppen beschreiben die beiden aktuellen Kletterführer für die Lenninger und die Uracher Alb. Das ist aber nur ein Teil des Felspotenzials, denn in Baden-Württemberg wurden mit Inkrafttreten des Biotopschutz-Gesetzes viele gute Wände fürs Klettern gesperrt.

Für manche der noch offenen Felsen gelten zeitliche Beschränkungen, der Ausstieg auf viele Felsköpfe ist zum Schutz der Felsflora inzwischen verboten. Doch die Kletterer haben gelernt, sich mit den Einschränkungen zu arrangieren und aus den erlaubten Felsen das Beste zu machen. Und genau das präsentieren wir euch hier: 10 der besten Felsen vor den Toren Stuttgarts.

Allgemeine Infos zum Klettergebiet Schwäbische Alb

Lage und Anreise:
Die beschriebenen Felsen liegen rund 50 Kilometer südöstlich von Stuttgart. Das Lenninger Tal erreicht man von der Auto
bahn A8 kommend über die Ausfahrt Kirchheim Ost, dann nach Lenningen
 und weiter ins Lenninger Tal. Das Gebiet der Uracher Alb reicht von Reutlingen bis nach Bad Urach und umfasst auch das Ermstal, Herrenberg Münsingen nach Metzingen verläuft. Die B28 führt von Reutlingen nach Bad Urach, die B312 vom Süden Stuttgarts nach Metzingen.

Charakter:
Die Felsen liegen am Albtrauf, der Hangoberkante der Schwäbischen Alb. Die Wandhöhen reichen meist von 10 bis 30 Metern, höhere Wände sind die Ausnahme. Die Felsqualität reicht von phantastisch bis bescheiden, die Klassiker sind aber in der Regel gut ausgeräumt oder von Haus aus richtig fest. Ein Helm ist dennoch dringend anzuraten, zumal man selten alleine am Fels ist.

Beste Jahreszeit:
Frühjahr bis Herbst. Die Traufkante liegt auf einer Höhe von 700 bis 800 Metern, da wird es im Winter richtig kalt.

Unterkunft und Verpflegung:
Das Harpprechtshaus bei Schopfloch bietet als DAV-Hütte schöne Zimmer und ist bekannt für seine gute Küche. Der Campingplatz Lauberg in Römerstein liegt sehr ruhig auf der Albhochfläche zwischen Ermstal und Lenninger Tal.

Kletterregelungen:
Die vorgestellten Felsen sind mit den beschriebenen Einschränkungen frei bekletterbar. Beschilderung vor Ort bitte beachten. Weitere Infos zu aktuellen Sperrungen zur Brutzeit der diversen Vögel findet ihr unter felsinfo.alpenverein.de. Vor Ort kümmern sich die AKNs Lenninger Tal und Reutlingen um die Abstimmung zwischen Kletterern und Naturschutzbehörden.

Kletterführer:
Kletterführer „Lenninger Alb“ von 2014; Kletterführer „Uracher Alb“ von 2012, beide inklusive Downloadcode für die Vertical-Life App erschienen beim Panico Alpinverlag und erhältlich im klettern-shop.de für jeweils 19,80 Euro.

Ansehen und bestellen: Alle Führer zur Schwäbischen Alb im klettern-Shop

Leicht und schön: Reußenstein, Schlupffels, Neuffener Parkplatzfels

Hier gibt's die wichtigsten Infos zum Klettern am Reußenstein, Schlupffels und Neuffener Parkplatzfels, die zu den besten Massiven des Klettergebiets Schwäbische Alb gehören.

Klettern auf der Schwäbischen Alb

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Klettern am Reußenstein

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Ruine am Reußenstein.

Ausrichtung: West, Süd, Ost
Wandhöhe: 10 bis 25 Meter
Routen & Grade: 11 Routen im 4. und 5. Grad, 44 Routen im 6. und 7. Grad, 14 Routen von 8 bis 9-

Die Ruine auf dem Hauptfels des Reußensteins ist eines der Wahrzeichen der Mittleren Alb und als Ausflugsziel extrem beliebt. Der große Parkplatz mag als Beleg dafür dienen. Wer hier in aller Ruhe klettern will, muss unter der Woche und am besten vormittags einsteigen. Das aus drei Felsen bestehende Ensemble wird auch von Kletterern gern goutiert. Eine Vielzahl mittelschwerer Routen, meist guter Fels und prima Absicherung sowie die Möglichkeit, am Mittelfels einfach und schnell ein Toprope einzurichten, tragen zur hohen Klettererdichte bei. Zudem ist Sehen und Gesehenwerden angesagt: Die Aussicht vom Fels und noch mehr von der Ruine Reußenstein ist famos, und staunende Zuschauer am Ausstieg sind garantiert. Bedauerlicherweise ist der Hauptfels nach einem Felssturz zur Zeit gesperrt.

Charakter: Oft fester, stellenweise etwas brüchiger Fels, manchmal mit vielen kleinen Griffen und Tritten, in den einfachen Routen mit gröberen Strukturen. Die Klassiker am Fels sind gut abgeklettert. Vorteil: Lose Blöcke sind längst ausgeräumt. Nachteil: Stellenweise ist der Fels etwas abgeschmiert.

Lage: Zwischen Neidlingen und Schopfloch über dem Neidlinger Tal. Vom großen Wanderparkplatz ist man in fünf Minuten am Fels.

Klettern am Schlupffels

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Kilian Geiger an der Crux des Klassikers 'Sultans of Swing' (8). Erstbegeher Achim Pasold sichert.

Ausrichtung: West, Südwest
Wandhöhe: 10 bis 15 Meter
Routen & Grade: 13 Routen im 4. und 5. Grad, 21 Routen im 6. und 7. Grad, 3 Routen von 8 bis 8+

Klein aber recht fein lautet das Motto am Schlupffels. Von den vier Felsen der gesamten Felsengruppe sind leider die beiden größten dauerhaft gesperrt. Die knapp 40 Routen an den noch offenen Wänden bieten allerdings mehr als genug Stoff für einen erfüllten Klettertag. Der sogenannte Fels D lockt mit einer Vielzahl kurzer, sonniger und gut gesicherter Routen vom vierten bis zum oberen sechsten Grad vor allem Klettereinsteiger. Der raue, löchrige Fels erinnert manchmal fast an Sandstein. Am Fels C, der insgesamt steiler ausfällt, warten mehr oder weniger griffige Einstiegsüberhänge auf kräftige Bewerber. Carbonara (7-/7) und Sultans of Swing (8) sind inzwischen über ein Vierteljahrhundert alt und immer noch große Klasse.

Charakter: Zwei relativ kleine Felsen, die mit ihren 10 bis 15 Meter langen Routen auch Kletteranfängern einen übersichtlichen Einstieg ins Klettern draußen erlauben. Am Fels C kommen auch Sportkletterer auf ihre Kosten.

Lage: Der Schlupffels steht in sonniger Südwestlage über der Straße Beuren/Erkenbrechtsweiler. Vom Wanderparkplatz Heidengraben in Erkenbrechtsweiler erreicht man die Wände in rund 20 Minuten.

Klettern am Neuffener Parkplatzfels

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Griffig und senkrecht: Der Direkte 'Katerkiller' (6) erfreut Anna Rösch.

Ausrichtung: Süd, Südwest
Wandhöhe: 10 bis 20 Meter
Routen & Grade: 30 Routen im 3. bis 5. Grad, 28 Routen im 6. und 7. Grad, 3 Routen im 8. Grad

Feierabend-Kletterer, die nach der Arbeit noch „schnell gschwind“ (wie der Schwabe sagt) ein paar Routen ziehen, wollen ihre wertvolle Zeit nicht mit einem langen Zustieg verplempern. Deshalb hat uns die Geologie den Neuffener Parkplatzfels geschenkt: Vom besagten Parkplatz sind es wenige Schritt zum Albtrauf, und schon steht man auf dem Felskopf. Die Wände darunter sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, und das nicht nur bei eiligen Zeitgenossen. Auch am Wochen- ende tummeln sich hier Familien und Gruppen, was vor allem der großen Zahl an relativ leichten Routen zu verdanken ist. Wobei eben auch die Qualität stimmt: Eine Route wie Razzia (5+) gehört zu den schönsten Fünfern der Mittleren Alb. Die prima Lage und die Aussicht aufs Albvorland und auf die Burg Hohenneuffen – wo nach dem Klettern ein kühles Getränk genossen werden kann – runden das Klettererlebnis ganz vortrefflich ab.

Charakter: Die drei 10 bis 20 Meter hohen Felsen bieten eine Vielzahl an ganz unterschiedlichen Routen. Risse, Verschneidungen, griffige Wände und kleine Leisten: Hier gibt es alles, wobei die Grade 4 bis 7 dominieren.

Lage: Der Neuffener Parkplatzfels befindet sich direkt am Albtrauf beim Wanderparkplatz Hohenneuffen, oberhalb der Kleinstadt Neuffen.

Schön: Schwarze Wand, Römerstein, Kunstmühlefels, Wiesfels

Die wichtigsten Infos zum Klettern an der Schwarzen Wand sowie Römerstein, Kunstmühlefels und Wiesfels, die zu den schönsten Felsen der Schwäbischen Alb gehören.

Klettern auf der Schwäbischen Alb

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Klettern am Schwarze Wand

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Feinste Plattenkletterei: Christoph Schmidt in 'Herr der Ringe' (8).

Ausrichtung: West, Südwest
Wandhöhe: 15 bis 30 Meter
Routen & Grade: Keine Routen im 3. bis 5. Grad, 22 Routen im 6. und 7. Grad, 11 Routen von 8 bis 9-

Die Schwarze Wand ist quasi die kleine Schwester der Kesselwand. Sie steht direkt neben dieser, ist aber kompakter – was sowohl die Felsqualität als auch die Zahl der Routen betrifft. Die 30 existierenden Kletterwege spielen in den Graden 6 bis 9-, die Kletterei ist also durchweg anspruchsvoll. Aber eben auch durchweg interessant: Ganz links erlauben einige gehobene Klassiker wie Kokresepten (7-) ein gründliches Aufwärmen. Es folgen einige harte Plattenklettereien mit kleinen Löchern und Leisten in allerbestem Fels und mit Extremklassikern wie Herr der Ringe (8), ehe es im rechten Teil wieder löchriger, aber auch nicht mehr ganz so fest zugeht. Dazwischen gibt es noch ein paar saftige Überhänge für wohltrainierte Oberarme. Die Schwarze Wand ist extrem sonnig und damit ein gutes Frühjahrsziel.

Charakter: Gut 30 Meter hohe Wand mit ebenso vielen Routen. Der Fels ist teilweise sehr kompakt, nur im rechten Teil wird er etwas knuspriger. Insgesamt ein guter und abwechslungsreicher Sportkletterfels.

Lage: Die Schwarze Wand steht in der Draufsicht links der Kesselwand. Vom Wanderparkplatz Kreisler südlich von Schopfloch erreicht man sie in wenigen Minuten.

Klettern am Römerstein

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Fritz Miller
Sahnefels und harte Züge: Lukas Binder in 'X-Wing' (8-).

Ausrichtung: Südost
Wandhöhe: 10 bis 20 Meter
Routen & Grade: 3 Routen im 5. Grad, 23 Routen im 6. und 7. Grad, 6 Routen von 8 bis 8+

Ab vom Schuss über einem stillen Tal, dem Blick durch Bäume verborgen: Der Römerstein wurde von Kletterern viele Jahre übersehen. Um so beliebter wurde er nach seiner Entdeckung und Erschließung bei regen Sportkletterern. Auch wenn manch brüchiger Einstieg erst mal abschreckt: Die löchrigen Wände darüber sind erste Sahne. Das Gros der Routen siedelt im siebten und achten Grad, die wenigen Sechser dienen als Aufwärmrouten. Der für Albverhältnisse angenehm ebene Wandfuß, die gute Absicherung, bei der man trotzdem auch mal zwischen den Haken klettern muss, und die homogen anstrengende Kletterei kommen auch Hallenkletterern entgegen. Ob Das Gelbe vom Ei (6+), die Esslingerinvasion (7+), X-Wing (8-) oder die Schreibtischleiche (7): Diese Routen muss man als Albkletterer gemacht haben. Einzige, aber wichtige Einschränkung: Zum Schutz brütender Vögel ist der Römerstein von Januar bis zum Brutzeitende (meist im Juni oder Juli) gesperrt.

Charakter: Rund 20 Meter hohes, langgestrecktes Massiv mit vielen Lochklettereien von leicht geneigt bis leicht überhängend.


Lage: Der Römerstein liegt zwischen Ermstal und Lenninger Tal oberhalb von Bad Urach. Vom Parkplatz an der Rietenlauhalle in Hülben ist er in einer Viertelstunde zu erreichen.

Klettern am Kunstmühlefels

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Vor großer Kulisse: Heike Faber am Ausstieg von El Magico (7-).

Ausrichtung: Südwest, Südost
Wandhöhe: 5 bis 25 Meter
Routen & Grade: 4 Routen im 5. Grad, 18 Routen im 6. und 7. Grad, 13 Routen von 8 bis 9-

Hoch überm Ermstal und gerade noch mit Blick auf Bad Urach steht der Kunstmühlefels hart am Trauf. Von der langgestreckten Felsgruppe sind leider nur die beiden rechten Wände – Hauptfels und Nebenfels – zum Klettern freigegeben. Der Zustieg ist relativ lang, aber schön, die Einstiege sind ein bisschen bröselig. Ihr merkt schon: Es sind ein paar Einstiegshürden zu nehmen, ehe sich einem die wahre Schönheit des Kunstmühlefels erschließt. Entsprechend ist der Andrang am Fels trotz der feinen und sonnigen Lage bescheiden. Doch wer dranbleibt, bei dem rufen Routen wie Genug ist nicht genug (7+), El Magico (7-) oder das Släble (6+) am Hauptfels Begeisterung hervor. Am Nebenfels warten dann noch einige extrakleingriffige Sportkletterhämmer im achten und neune Grad auf Wiederholer.

Charakter: Rund 25 Meter hohe Wand, in der der Fels nach oben hin immer besser und kompakter wird. Rund 35 Routen, überiwegend zwischen 6 und 9.

Lage: Der Kunstmühlefels liegt im Ermstal oberhalb der Straße von Bad Urach nach Münsingen. Der Zustieg von einem Parkplatz oberhalb von Bad Urach führt schön am Albtrauf entlang und dauert rund eine halbe Stunde.

Klettern am Wiesfels

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Sebastian Hoerz klettert durch den Regenbogen (6+).

Ausrichtung: West
Wandhöhe: 15 bis 20 Meter
Routen & Grade: 18 Routen im 3. bis 5. Grad, 23 Routen im 6. und 7. Grad, 4 Routen von 8 bis 8+

In Sichtweite der „Outlet-City Metzingen“ am Fuß der Schwäbischen Alb – wo sich die Schnäppchenjäger jeden Samstag gegenseitig auf die Füße treten – liegt der Wiesfels am Rand des sogenannten Rossfelds, einem Segelflugplatz auf der Albhochebene. Und wie unten im Tal geht
es auch am Wiesfels am Wochenende hoch her. Die recht niedrige und gut gegliederte Wand hat Generationen von Kletterkursen über sich rutschen lassen. Nicht ohne Grund: Die Felsqualität ist gut, und so viele schöne Vierer und Fünfer findet man an kaum einem anderen Fels der Alb. Dazu lädt noch eine große Grillstelle direkt hinterm Ausstieg zum Vesper. Kein Wunder, dass Familien, DAV-Gruppen und Kurse gerne hierher kommen. Wer etwas höher hinaus will, findet am nahe gelegenen Rossfels ähnliche Verhältnisse, nur in etwas größer und höher.

Charakter: Mit rund 10 bis 20 Metern Wandhöhe eher gemütliche, dafür recht breite Wand. Der Fels ist nicht nur in den leichten Anstiegen etwas abgeklettert, dennoch sind die meisten der 45 Routen wirklich zu empfehlen.

Lage: Der Wiesfels liegt oberhalb von Glems (bei Metzingen). Vom Parkplatz Hohe Warte vor dem Gestüt St. Johann führt ein schöner Weg in gut 15 Minuten zum Fels.

Schön und schwer: Kesselwand, Geschlitzter Fels, linke Wittlinger

Alle wichtigen Infos zum Klettern im Kessel, am Geschlitzten Fels und den Linken Wittlingern, die vermutlich die besten Felsen auf der Schwäbischen Alb darstellen.

Klettern auf der Schwäbischen Alb

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Klettern am Kesselwand

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Löchrig und steil, typisch Arena: Thomas Shorty Tauporn wärmt sich in der 'Vergessenen Wand' (8+) auf.

Ausrichtung: West, Südwest, Südost
Wandhöhe: 10 bis 45 Meter
Routen & Grade: 8 Routen im 5+ Grad, 81 Routen im 6. und 7. Grad, 39 Routen im 8. bis 10. Grad

Die Kesselwand ganz hinten im Lenninger Tal ist sicher das vielfältigste Felsmassiv in der Region. Mit rund 130 Routen ist es auch von der Routenzahl die größte Wand der Mittleren Alb. Eine Reihe ganz unterschiedlicher Sektoren sorgt dafür, dass Plattenschleicher, Lochzieher und Freunde langer, fast alpin anmutender Felsfahrten gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Als extrem beliebtes Sportkletterziel hat sich in den letzten Jahren die sogenannte Arena etabliert, wo ein gutes Dutzend steiler Lochklettereien zwischen 8 und 10 für dicke Unterarme sorgen. Links davon darf auf der Sylphenplatte etwas albtypischer an kleinen Dellen und Löchern geschlichen und gezogen werden. Der namengebende Felskessel weiter rechts bietet lange und sehr abwechslungsreiche Routen. Die teils brüchig erscheinende Wand ist es stellenweise auch, meist ist der Fels aber sehr gut und die Routenauswahl überzeugt in Qualität und Quantität.

Charakter: Lange, plattige bis löchrige Klettereien. Einige brüchig aussehende Partien entpuppen sich als überraschend gut kletterbar, die Absicherung ist fast durchweg sehr gut. Ein Helm ist im Kessel Pflicht!

Lage: Die Kesselwand erhebt sich über der Straße von Gutenberg nach Schopfloch. Vom Parkplatz in Schopfloch erreicht man die Wände in wenigen Minuten.

Klettern am Geschlitzter Fels

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Jonas Junker spreizt durch das Grande Finale (7).

Ausrichtung: Süd, West, Nord
Wandhöhe: 10 bis 30 Meter
Routen & Grade: 12 Routen im 4. bis 5. Grad, 26 Routen im 6. und 7. Grad, 26 Routen im 8. bis 10. Grad

Weit hinten im Ermstal steht mit dem Geschlitzten Felsen eines der Highlights des Gebiets. Die Qualität des Kalks ist hier besonders gut, die Wände sind unglaublich kompakt und fest. Als ganz großer Klassiker durchzieht die Plattenführe (7) in zwei Seillängen die Talseite des Hauptfels und verbreitet dabei pure Kletterfreude. Die meisten anderen Routen am Hauptfels fallen deutlich härter aus, und mit der von der Szene jahrelang berannten Snail (10) findet sich hier auch das lange Zeit schwierigste Testpiece im Ermstal. Die Erstbegehung gelang 2008 Tom Thudium. Der ebenfalls recht große Nebenfels ist im rechten Teil stärker gegliedert, hier durchziehen einige sehr lohnende Fünfer und Sechser die Wand. Im linken Wandteil herrscht wieder pures Sportklettern, und Routen wie Schmarotzer (7+), Freak Out (8+) oder Heilige Drei Könige (9) fordern selbst von geübten und starken Albkletterern vollen Einsatz.

Charakter: Über 60 Routen an zwei größeren Massiven. Die Kletterei ist plattig bis leicht überhängend und technisch meist sehr anspruchsvoll.

Lage: Der Geschlitzte Fels liegt im Ermstal zwischen Bad Urach und Münsingen und kurz vor Seeburg. Der Zustieg vom Parkplatz dauert rund 10 Minuten.

Klettern am linke Wittlinger

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Ronald Nordmann / Panico Alpinverlag
Das 80er-Jahre Testpiece Black out, fall out, alles out (9) ist für den starken Nachwuchs wie Fabian Bosler kein Problem.

Ausrichtung: Südwest
Wandhöhe: 20 bis 40 Meter
Routen & Grade: 18 Routen im 3. und 5. Grad, 58 Routen im 6. und 7. Grad, 33 Routen im 8. bis 10+ Grad

Mit über 100 Routen gehören die Linken Wittlinger zu den ganz großen Wänden der Region. Früher waren sie sogar noch größer, denn 2008 wurde bei Straßensiche- rungsmaßnahmen ein Bereich der Wand gesprengt, rund zehn schöne Klettereien fanden sich als Blockwerk am Wandfuß wieder. Zum Glück ist die Wand so breit, dass die hässliche Attacke heute kaum noch auffällt. Die Wittlinger bieten vom Genuss-Vierer bis zur härtesten Route der Mittleren Alb, Criptomanie (10+), alles, was das Klettererherz begehrt. Viele Routen sind große Klassiker. Ein Handriss wie die Lange Felsenwand (6+), ein Leisten- und Rissroute wie der Tägliche Wahn (8) oder ein Uracher Pfeiler (9-) wären auch in jedem anderen Gebiet hochbegehrt. Die Nacherschließung bescherte dem Massiv dann weitere Genussbonbons wie Bonny & Clyde, Nur zur Übung oder den Geizhals (alle 6+). Kurzum: Wer im Ermstal klettert, muss an die Linken Wittlinger.

Charakter: Bis zu 40 Meter hohe, sonnige Wand mit vielen sehr festen Wandteilen und einigen brüchigen. Im 6. und 7. Grad gibt es besonders viel zu tun.

Lage: Die Linken Wittlinger liegen oberhalb der Wittlinger Steige. Der Zustieg vom Wanderparkplatz an der Abzweigung der Steige von der B465 dauert rund 20 Minuten.

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