Gefährliche Fehler beim Sichern

Großer Gewichtsunterschied

Ab einem Gewichtsunterschied von 10 Kilogramm zwischen Kletterer und Sicherndem wird das Sichern zur anspruchsvollen Unternehmung. Tipps zum Sichern mit Gewichtsunterschied.

Ein zu großer Gewichtsunterschied wirkt sich besonders in Kletterhallen gravierend aus. Denn anders als am Fels entsteht bei den exakt gerade übereinander gesetzten Sicherungspunkten nur wenig Seilreibung. Das Ergebnis: Sturzenergie und Gewicht des Kletterers kommen mit fast voller Wucht beim Sicherer an. Entweder es drohen Kollisionsunfälle oder der (oft: die) Sichernde wird bis zur ersten Zwischen­sicherung hochgerissen. Wehe, man verliert dabei die Kontrolle über das Bremsseil und verwendet ein dynamisches Sicherungsgerät!

Sandsäcke als Ballast sind eher ungünstig, da der Sichernde dadurch an seinem Standort festgepinnt ist und sich nicht aus dem Fallraum bewegen kann. Besonders die Kombination Tube und Sandsack bei geringerem Körpergewicht ist fatal. Denn die Handkraft korreliert mit dem Körpergewicht. Ob ein schwerer Vorsteiger dann ohne die Körperdynamik noch gehalten werden kann, ist fraglich.

Was hilft:
Bei großem Gewichtsunterschied sollte der leichtere Kletterer besser mit einem Halbautomaten sichern. Der erste Haken sollte ausgehängt werden, falls der Sichernde beim Sturz weit nach oben gezogen wird. Bei großen Unterschieden sollte ein Z-Clip genutzt werden (s. Bild unten).

Foto: Ralph Stöhr

Der sogenannte Z-Clip verringert über mehr Reibung die Sturz-Energie.

Auf der nächsten Seite: Risiko Nummer Sechs - Fehlender Partner- und Selbst-Check

Mehr zum Thema:

11.02.2015
Autor: Ralph Stöhr
© klettern