Klettern auf Teneriffa

Bouldern rund um Arico

Die Blöcke bei Arico bieten über 150 Probleme. Für Walter Goller war es Liebe auf den ersten Blick, er hat schon unzählige Boulder erschlossen.
Foto: Archiv Goller Klettern auf Teneriffa

Bouldern am Vulkangestein.

Walter Goller ist ein richtiger Kletterfreak. Vor Jahren inspirierte ihn ein Artikel im Magazin Rotpunkt zu einer Kletterreise nach Marokko und Teneriffa, von der er nie nach Tirol zurückkehrte, jedenfalls nicht dauerhaft. Stattdessen lebt er nun auf der Kanareninsel und klettert und bouldert, was das Zeug hält. Nebenbei entwirft er Kletterhosen, die so schräg sind, dass einen schon der Anblick high macht.

Mit seinem Boulderclub Rasclat-Team fördert Walter (Foto oben) das Bouldern auf den Kanaren nach Kräften. Zuerst einmal waren eine Reihe künstlicher Griffe aus Teneriffas erstem Bouldergebiet, der Schlucht von Arico, zu entfernen. An einem der vielen Blöcke dort hatte Toni Lamprecht vor Jahren mit Moro Directo (Fb8b+) die härteste Nuss der Insel geknackt. Leider verunstaltete danach jemand mit wenig Durchblick einige Überhänge mit geschlagenen Griffen. Inzwischen haben Walter und sein Team diesen Makel beseitigt und die Boulder ohne diese Hilfen geklettert. Herausgekommen sind Probleme wie das Vier-Meter-Dach von La Pasion: vorher mit fünf geschlagenen Griffen 6a, nachher 8a+.

Heute sind in Arico rund 50 kletterbare Boulder in den Graden 6a bis 8b+ zu finden. Die Hälfte davon sind Überhänge mit schöner, technischer Lochkletterrei ab 7a aufwärts. Der Fels ist wie auf der ganzen Insel ein Basalt, und zwar ein sehr löchriger.

Nicht weit entfernt liegt mit Arcio Nuevo ein weiteres Bouldergebiet, wo mit rasender Geschwindigkeit neue Boulder erschlossen werden. Mit über 100 Problemen ist es heute schon das größte Bouldergebiet Teneriffas. Die Kletterei dort ist sehr technisch mit großen Slopern und vielen Kanten.

Infos zum Bouldern auf den Kanaren findet ihr auf den Seiten von Walter Goller unter www.bouldercanarias.com. Im Kletterladen Tenerife Outdoor könnt ihr Crashpads leihen, das erspart den Transport der sperrigen Dinger im Flieger.

10.06.2009
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 4/2009