Gefährliche Fehler beim Sichern

Falsch Klippen

Selbst wenn der Ablauf des Seil-Einhängens flüssig funktioniert, kann man beim Klippen einiges falsch machen. Hier erläutern wir die richtige Klipp-Position.

Ja, es sind die ersten fünf Haken, die besonders gefährlich sind. Beim überstreckten Klippen der ersten drei Haken liegt der Kletternde zwingend auf dem Boden. Das Gleiche gilt, wenn nicht überstreckt geklippt, aber mit Schlappseil gesichert wird.

Beim Einhängen des vierten und fünften Hakens beginnt das Seil zwar vor dem Boden zu bremsen, durch den Bremsweg schlägt der Stürzende dennoch auf – oder er kollidiert mit dem Sichernden. Denn dessen Kopf befindet sich anderthalb bis zwei Meter über dem Boden!

Wer’s nicht glaubt, testet seine Sturzweite mal aus, indem er sich im Toprope und parallel im Vorstieg sichern lässt. Er zieht das Seil zum Klippen aus und setzt sich dann in das Toprope. Der Vorstiegssichernde ändert seine Position nicht mehr, und der Kletterer wird am Toprope abgelassen. Strafft sich das Vorstiegsseil, muss man noch den Bremsweg dazurechnen, also die Strecke, um die der Sichernde angehoben wird und die Menge an Seil, die durch das Sicherungsgerät läuft. Beim Klippen der ersten drei Haken ist man quasi „solo“ unterwegs, beim vierten und fünften Haken hat man gute Chancen, mit seinem Sicherungspartner zu kollidieren, um dann leicht gebremst auf dem Boden aufzuschlagen.

Was hilft:
In Bodennähe und vor allem beim Einhängen der ersten fünf Haken sollte man keinen Sturz riskieren. Der Sichernde sollte seitlich versetzt zum Fallraum des Kletternden stehen. Im Zweifel lieber einen guten Griff einer anderen Farbe nutzen oder notfalls die Exe greifen, um das Seil zu klippen.

Foto: Ralph Stöhr

Lieber nicht überstreckt weit oben das Seil einhängen. Besser ist, auf Hüfthöhe zu klippen.

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11.02.2015
Autor: Ralph Stöhr
© klettern