KL Kletterrucksack-Test 2-2019 teaser Hersteller / www.klettern.de

Kletter-Rucksäcke im Test

Von Arc'teryx bis Salewa: Kletter-Rucksäcke

Von 28 bis 42 Liter Volumen, von hochtechnisch bis simpel konstruiert: Wir haben 10 aktuelle Kletterrucksäcke getestet.

Von 28 bis 42 Liter, von Seilsack bis Alpin-Rucksack, von Kletterhalle bis Gebirge: In diesem Rucksack-Test haben wir die unterschiedlichsten Kletter-Rucksäcke geschultert und geschunden.

Rucksäcke mit Eckdaten im Überblick

Rucksack Volumen Gewicht Preis
Arc'teryx Alpha AR 35 35l 1170g (745 reduziert) 300€
Deuter Gravity Rock&Roll 28 SL 28l 690g 100€
Exped Whiteout 30 30l 695g 280€
Gregory Alpinisto 35 35l 1641g (reduziert 964g) 200€
Mountain Equipment Ogre 42+ 42l 960g (reduziert 710g) 160€
Ortlieb Atrack 35 35l 1470g 190€
Osprey Mutant 38 38l 1280g (reduziert 830) 160€
Patagonia Cragsmith 32L 32l 1195g 150€
Petzl Kliff 36l 784g (ohne Plane 506g) 50€
Salewa Apex 38 38l 1044g (770g reduziert) 160€

Rucksäcke im Test (2019)

Welche Rucksäcke haben wir getestet?

Die Rucksäcke aus dem Testfeld sind alle in den letzten Monaten auf den Markt gekommen. Der Petzl Kliff und der Alpha AR 35 von Arc‘teryx kamen Anfang 2019 heraus, und die Modelle von Exped und Salewa im März. Womit die Hälfte unserer Auswahlkriterien benannt wäre: neu, egal ob für den Sportkletter- oder Alpingebrauch. Wobei nicht alle Modelle gänzlich Neuentwicklungen sind: der Gregory Alpinisto 35, der Cragsmith 32L von Patagonia und der Osprey Mutant 38 sind Neuauflagen, der Deuter Gravity Rock&Roll 28 SL ist die Damenversion des Rock&Roll 30.

Zweites Kriterium war das Fassungsvermögen: von knapp 30 bis knapp über 40, also das passende Spektrum von einem Tag am Fels bis zur großen Nordwand samt Biwak. Wer in anderen Dimensionen unterwegs ist, bekommt sieben Modelle auch kleiner oder größer: den Arc‘teryx-Rucksack gibt es auch mit 20 Litern, den Exped Whiteout mit 45 und 55 Litern, das Gregory-Modell mit 50, den Ogre von Mountain Equipment mit 33, den Osprey-Klassiker auch mit 22 und 52 Litern, den Patagonia Cragsmith mit 45 und den Salewa-Neuling mit 32 Litern. Bei den Ruck­säcken von Gregory, Mountain Equipment, Ortlieb, Osprey, Patagonia und Salewa kann man zwischen verschiedenen Farben wählen.

Bei sieben Modellen handelt es sich um reinrassige Alpinrucksäcke, dazu kommen zwei eben­so eindeutige Sportkletter-Modelle sowie der Ortlieb Atrack 35, ein Reise- und Multi­sport­­rucksack, der sich an jeden Einsatzzweck anpassen lassen soll. Angesichts der unterschiedlichen Ausrichtungn haben wir selbstverständlich auch unterschiedliche Kriterien angelegt und jeden Rucksack hinsichtlich seines avisierten Einsatzzweckes beurteilt.

So haben sich die Rucksäcke im Test geschlagen - Material

Gültig für alle Kletter-Rucksäcke, egal ob fürs Sportklettern oder den Berg, ist, dass sie dem Kontakt mit rauem Fels möglichst lange standhalten sollten. Arc‘teryx hat einen Webprozess entwickelt, bei dem Kevlar mit einem hochfesten Nylongarn verwebt wird. Ihr Ripstop-Gewebe N315R LCP preisen die Kanadier als das „derzeit robusteste leichte Rucksackmate­rial“, das dank einer wetterfesten Ausrüstung zudem auch gut vor Feuchtigkeit schützt.

Zwei Hersteller gehen beim Wetterschutz noch einen Schritt weiter. Der Ortlieb Atrack 35 ist komplett wasserdicht, beim Exped Whiteout 30 ist es „nur“ das Hauptfach. Dazu versehen die Schweizer den Rucksack mit einem Rollverschluss, einer Beschichtung innen und Tapes an allen Nähten. Beim Gewebe selbst wird ein 150d-Polyester auf ein Dyneema-Gitter laminiert. Laut Exped ist diese Neuentwicklung 10 Prozent leichter und dünner sowie 30 Prozent stärker als vergleichbare High-End-Nylongewebe. Superlative und Prozente können wir im Praxistest nicht überprüfen, bestätigen können wir, dass die Materialien von Arc‘teryx und Exped extrem robust sind. Ähnliches gilt für das Robic-Material von Salewa, aber auch alle anderen Modelle gaben sich sehr robust.

Check: Tragesysteme der Alpinrucksäcke

Auch bei den Tragesystemen gibt es Neues zu vermelden. Der Salewa Apex Wall 38 besitzt geteilte Schulterträger, die schweißtreibende Auflagefläche wird so deutlich minimiert. Einen „Lüftungsschlitz“ haben auch seine Hüftpolster, ihre Demontage ge­staltet sich aber recht kompliziert. Dagegen sind die funktionalen Hüftpolster des Mountain Equipment Ogre 42+ schnell entfernt.
Fix angenäht sind die Hüftfossen beim Ortlieb Atrack 35, beim Osprey Mutant 38 und beim Arc‘teryx Alpha AR 35 – der Zugriff auf die Materialschlaufen des Klettergurts bleibt bei allen drei versperrt. Arc‘teryx und Osprey haben immerhin die Flossen mit zwei Materialschlaufen ausgestattet – für Hochtouren ausreichend, nicht aber für ein alpines Fels-Rack mit Exen, Keilen, Cams und Standplatz-Gear.

Hinsichtlich der Befestigung von Seilen, Eisgeräten und weiterer Hardware am Rucksack-Korpus reicht das Spektrum bei den sieben Alpin-Rucksäcken von Feature-reich wie beim Gregory Alpinisto 35 bis zu einem Hauch von nichts à la Exped Whiteout 30. Doch ob üppig oder spartanisch – die Funktionalität passt im Großen und Ganzen bei allen Alpinrucksäcken im Testfeld.

4 intelligente Detaillösungen

kl-rucksacktest-details-mountain-equipment-ogre-hueftflossen (jpg)
Outdoor-Gear

Fazit

Auch für die Sportkletter-Modelle lassen sich gut schultern. Während Patagonia außer beim Deckelfach des Crag­smith 32L auf Komfort setzt, übt sich Petzl beim Kliff in Minimalismus – der sich auch im günstigen Preis widerspiegelt. Trotzdem bietet der Kliff alles Nötige für Halle oder Fels. Den zweiten Preistipp bekommt Deuters Frauenmodell Rock&Roll 28 SL. Wie das Männer-Pendant ist der Rucksack ein feiner, unauffälliger Begleiter bei alpinen Felsklettereien.

Unsere Empfehlungen gehen an den Whiteout 30 von Exped und den Mountain Equipment Ogre 42+, die sich durch eine tolle Performance beim Klettern, geringes Gewicht und sinnvolle Features auszeichnen. Der Whiteout von Exped punktet zudem mit einem wasserdichten Hauptfach, der Ogre von Mountain Equipment mit erstaunlich gutem Tragekomfort.

Überblick: Test Alpinrucksäcke (2017)

Alpinrucksack / Link zum Testbericht Preis
Arc'teryx Alpha FL 30 170 Euro
Black Diamond Blitz 28 100 Euro
Crux RK40 279 Euro
Deuter Gravity Rock & Roll 30 99,95 Euro
Exped Serac 45 189,95 Euro
Lowe Alpine Ascent Superlight 30 99,95 Euro
Mammut Trion Light 28 130 Euro
Marmot Eiger 42 200 Euro
Millet Prolighter 38 149,90 Euro
Montane Ultra Alpine 38+5 199,95 Euro

Überblick: Test Alpinrucksäcke (2017)

Die neuen Kletter-Rucksäcke aus diesem Test im Einzelnen:

kl-kletterrucksack-test-2019-patagonia-cragsmith-WBS19_48056_TATE (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-deuter-gravityRocknRoll28SL-3329-w18 (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-exped-whiteout-30-jpg
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-gregory-Alpinisto35_LichenGreen_front (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-MountainEquipment_Ogre_42_Acid (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-ortlieb-atrack_r7102_front (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-osprey-mutant-38 (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-arcteryx-Alpha_AR_35_Backpack_Beacon_S19 (jpg)
Kletter-Gear
kl-kletterrucksack-test-2019-petzl-kliff-S010AA01-KLIFF_HighRes (jpg)
Kletter-Gear
Zur Startseite
Gear Kletter-Gear Rückruf: Helm Mulaz von La Sportiva Rückruf La Sportiva Mulaz Helm

Der italienische Hersteller La Sportiva ruft den Helm „Mulaz“ vom Markt...

Mehr zum Thema Alpinklettern
KL Uruca II animated Alpine Climbing Bugaboos Edition teaser
Szene
KL No country for old Bolts: Le Rocher Crespin in Südfrankreich teaser
Szene
KL Babsi Zangerl & Jacopo Larcher klettern Odyssee 8a+,1400m an Eiger Nordwand
Szene
kl-klettern-bouldern-unfallstatistik_2017-9 (jpg)
Szene