KL-Kletterschuh-Vergleich (jpg) Sarah Burmester

Kletterschuhe 2009 im Test

Mach's mit Gummi

Gefühlsecht antreten und für alle Positionen zu gebrauchen sein - das sollen Kletterschuhe können. Welcher das wie gut kann, haben wir getestet.

Vorne exakt stehen, ohne zu drücken, hinten hooken, ohne zu rutschen, das Ganze noch in einer komfortablen und möglichst langlebigen Verpackung: An Kletterschuhe werden hohe Ansprüche gestellt. Als direktes Bindeglied zwischen Kletterer und Fels haben sie auch von allen Ausrüstungsgegenständen den größten Einfluss auf unsere Kletterperformance.

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Jede Saison werfen die Kletterschuhhersteller neue Modelle aus und verlängern unsere lebenslange Suche nach dem idealen Schuh. Insgesamt 17 neue Modelle fanden den Weg in die Redaktion und wurden von uns am Fels und in der Halle auf Herz und Nieren geprüft.

Manche der getesteten Treter sind allerdings nicht wirklich neu, sondern nur neu auf dem deutschen Markt. Mit Andrea Boldrini, Evolv und Wild Climb sind drei neue Marken im Spiel. Boldrini ist in Frankreich und Italien schon lange eine Größe, das Design ist italienisch, die Fertigung französisch. Die amerikanische Firma Evolv stattet als bekanntesten Kletterer Chris Sharma mit Schuhen aus. Wild Things ist eine deutsch-italienische Koproduktion, wobei die Schuhe in Italien hergestellt werden.

Nichts Neues gibt es dieses Jahr von Mammut und Bufo zu vermelden, ansonsten deckt unser Testfeld ziemlich alles ab, was an brandneuen Modellen zu haben ist. Zu erwähnen ist aber noch, dass einige Firmen ihre Schuhe einer intensiven Modellpflege unterzogen haben. Bei Scarpa wurden diverse Schuhe generalüberholt, bei Rock Pillars kommt für alle Schuhe ein neues Klebeverfahren zum Einsatz. Auch ein neues Topmodell steht bei Rock Pillars kurz vor der Fertigstellung, hat es aber nicht mehr in den Test geschafft. Sobald es verfügbar ist, reichen wir dazu einen Praxistest nach.

Neue Ansätze

Gerade Kanten, runde Kanten, Hanf im Schuh: Neben den üblichen Optimierungen fallen einige neue Ideen besonders auf. Bei Five Ten sind es die geraden Sohlenkanten beim Prism (siehe nächste Seite). Auf der OutDoor-Messe 2008 wurde sogar ein noch kantigerer Schuh, der "Rockwrench" gezeigt, der es aber bisher noch nicht ins Programm geschafft hat. Vielleicht will der Hersteller erst die Reaktionen auf den Prism abwarten. Radikal gerundete Sohlenkanten finden sich dagegen beim Speedster und beim Apache (siehe nächste Seite). La Sportiva hat den Begriff der Bouldersocke mit dem Speedster neu besetzt: extrem sensibel vermittelt er gefühlt den direkten Kontakt zum Fels. Ob die Konstruktionen (dünne Sohle beim Speedster, Stoßkante Sohlen- zu Randgummi beim Apache) auf die Langlebigkeit auswirken, lässt sich noch nicht sagen.

A propos Langlebigkeit: Kletterschuhe kann man wiederbesohlen, neuerdings auch selbst: Wer seine Schuhe reparieren will, kann es mit der neuen Stealth Paint von Five Ten versuchen: Dieser "Zwei-Komponenten-Gummi" wird angerührt und dann schichtweise auf Schadstellen aufgetragen. Mehr dazu hier.

Fazit und Empfehlung

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Der Trend geht zum Rot: Die meisten neuen Modelle haben Rot oder Gelb als Grundfarbe.

Das Testfeld deckt dieses Jahr einen sehr weiten Bereich vom Leihschuh bis zur High-End-Waffe ab. In unserer Tabelle auf der nächsten Seite findet ihr zu jedem Testmodell Hinweise zum bevorzugten Einsatz. Dabei teilt sich das Feld relativ gleich in eher bequeme Allrounder und scharfe Kletterwaffen. Nur der Rental und der Moab Go von Rock Pillars sind ausgesprochene Einsteigerschuhe.
Von den Allroundern haben uns der Scarpa Force und der Prism von Five Ten am meisten überzeugt. Beide kombinieren höchsten Komfort mit guter Performance.

Bei den schärferen Waffen fällt zunächst auf, dass unter den neuen Modellen keine extrem asymmetrischen Schuhe mehr sind. Auch Schuhe für Experten kommen offenbar mit einem nur mäßig nach innen gebogenen Leisten aus. Als erstklassige Boulderschuhe empfehlen sich Apache, Optimus und Speedster, wobei uns hier der Optimus und der Speedster noch eine Spur sensibler erschienen. Eher als Sportkletterwaffen sind Blade, Pontas Lace, Demon und Matador ausgelegt. Alle spielen auf einem sehr hohen Niveau, dennoch gibt es kleine Unterschiede. Für Freunde etwas härterer Schuhe empfehlen wir den Blade, wer es lieber sensibel, aber doch bissig mag, sollte zum Matador greifen.

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Die getesteten Kletterschuhe im Detail:

KL Kletterschuh Boldrini Apache
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Kletter-Gear

Sonderliche Sohlen: Besonderheiten

Als die Digitaluhr erfunden wurde, brach eine neue Ära an. Ob die im Folgenden vorgestellten Innovationen eine ähnliche Revolution auf dem Kletterschuh-Markt hervorrufen werden, bleibt abzuwarten. Ungewöhnlich sind sie allemal - hier gibt es die Details:

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Wer genau hinsieht, erkennt die geraden Kanten anstelle der sonst gerundeten Schuh-Front.

Ein Schuh mit Ecken und Kanten:
Für ihr Konzept der geradkantigen Sohle erhielt Five Ten in den USA im Dezember 2006 das Patent. Erstes Modell mit dieser Technologie ist der Prism. Die geraden Kanten sollen auf schmalen Leisten „mehr Gummi-zu-Fels-Kontakt als je zuvor möglich“ bieten. Das funktioniert, auf kleinen Granitkanten ließ es sich gut beobachten. Die Revolution des Kletterschuhs ist es aber nicht, und im Kletteralltag bemerkt man kaum etwas davon. Ein kleiner Knackpunkt ist dagegen die vorderste Ecke, wo die Kanten zusammenstoßen, denn auf dieser präzise zu stehen kostet einiges an Kraft.

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Die Front des Speedster: rund und weich.

Schuhe ohne Ecken und Kanten:
Ziemlich den entgegengesetzten Ansatz zum Prism verfolgen La Sportiva beim Speedster und Boldrini beim Apache: Bei beiden sind die Sohlenkanten innen stark abgerundet. Beim Speedster ist dazu die dünne Sohle etwas über den Rand gezogen. Beim Apache ist die Sohle rund geschliffen. Auf Reibung sind beide Schuhe spitze. Das Stehen auf Kanten geht ebenfalls, solange man ein wenig über der Kante antritt und den Schuh quasi auf die Kante walkt.

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Dicke Spitze: das Markenzeichen von Mad Rock.

Die Sohle mit der Struktur:
Die zweiteilige Sohle von Mad Rock kennt man inzwischen: Auf eine sehr dünne innere Sohle wird vorne ein weiterer Rand geklebt. Auf den großen Kunstgriffen in der Halle lässt sich die dadurch entstehende Innenkante sogar zum Hooken benutzen. Beim frontalen Antritt hat die Sohlenkante gefühlt etwas weniger Halt, weil die Sohle dahinter eben nicht durchgehend ist. Das merkt man aber nur, wenn man gezielt auf winzigen Tritte wippt, beim „echten“ Klettern im Frankenjura verlor sich der Eindruck.

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Einsteigerschuhe: "Die drücken aber auf die Zehen" – Anfänger empfinden Kletterschuhe meistens erst mal als unbequem. Um den Eindruck zu lindern, setzen die Hersteller auf gerade Leisten und verzichten auf allzu große Vorspannung – auch an der Ferse soll nichts drücken. Meist sind die Sohlen eher hart, um auf kleinen Tritten besser zu unterstützen.

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Allrounder: Leicht asymmetrisch, ausreichend sensibel, um ein gutes Klettergefühl zu geben, und vor allem bequem sein, das soll ein guter Allrounder leisten. Ein solcher Schuh ist deshalb keine Allzweckwaffe, eher ein bequemer Trainingsschuh, ein Aufwärmschuh oder einer zum Meterspulen in alpinen Felsfahrten.

Expertenschuhe: Bei den Experten gehen die Stile auseinander. Da gibt es weiche Boulderschlappen, die extrem sensibel sind und auch auf Reibung in Bleau perfekt stehen, Schuhe mit starkem Downturn (Zehen zeigen nach unten) für extrem überhängendes Gelände und pointierte steifere Schuhe, die auch auf kleinsten Tritten stabilen Halt bieten.

Alle Schuhe im Überblick:

KL Kletterschuhtest Tabelle
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