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Schlafsäcke im Test

Draußen schlafen bis -10 Grad

Wärme bei unterschiedlichsten Bedingungen versprechen "Dreijahreszeiten-Schlafsäcke". Wir haben zwölf Modelle getestet.

Frühling, Sommer, Herbst und gelegentlich auch Winter: Dreijahreszeiten-Schlafsäcke haben es schwer. Denn während die ultradicken Kollegen von der Expeditionsfraktion wirklich nur dann zum Zuge kommen, wenn es bitterkalt ist, müssen die Allrounder den Spagat zwischen lauer Sommernacht und heftigem Frost schaffen. Von den zahlreichen Modellen, die sich dieser Aufgabe stellen, haben wir acht Daunen- und vier Kunstfaserschlafsäcke ausgewählt und zusammen mit den Kollegen von unserem Schwestermagazin outdoor unter die Lupe genommen. Das Testfeld wurde so zusammengestellt, dass die Schlafsäcke ungefähr bis minus zehn Grad ausreichend Isolation bieten. Der Preisbereich reicht dabei von 130 Euro für das günstigste Kunstfasermodell bis 500 Euro für die Hightech-Teile mit Daunenfüllung.

Theorie und Praxis

Alle zwölf Schlafsäcke wurden von outdoor im Labor und auf Tour getestet. Die Temperaturangaben werden dabei in einem aufwendigen Verfahren ermittelt. Dazu wird die Isolationsleistung der Schlafsäcke gemessen und die Atmungsaktivität der Stoffe überprüft. Denn nur, wenn die vom Schläfer über Nacht abgegebene Feuchtigkeit (über ein Viertelliter) auch aus dem Schlafsack entweicht, behält er seine volle Wärmeleistung. In der Praxis wird dann die Konstruktion des Schlafsackes bewertet: Passt die Kapuze? Liegt die Abdeckleiste gut an? Klafft eine Lücke im Wärmekragen?
Aus diesen Erfahrungen werden dann die Temperaturangaben ermittelt. Da jeder Mensch Temperaturen anders empfindet, werden zwei Temperaturwerte angegeben. Der Komfortwert (rot) gilt für alle, die schnell frieren; der Übergangs- oder Limitwert (orange) für Hitzköpfe. Diese Werte gelten aber nur, wenn die Kapuze bei Kälte bis auf eine kleine Atemöffnung geschlossen wird. Wem dies zu unangenehm ist, der sollte zusätzlich noch fünf bis zehn Grad Reserve einplanen.
In den Punkt Qualität fließt neben den verarbeiteten Materialien vor allem die Verarbeitung ein. So sind bei hochwertigen Schlafsäcken etwa die meisten Nähte von innen genäht. Bei dieser sogenannten versteckten Naht sind außen keine Fäden sichtbar, diese können somit auch nicht beschädigt werden.

Kunst oder Natur

Nicht nur im Preis unterscheiden sich Kunstfaser- und Daunenfüllung. Zwar haben es die Hersteller bei den Kunstfaserschlafsäcken geschafft, diese in den letzten Jahren immer leistungsfähiger zu machen, sie sind aber immer noch mindestens 50 Prozent schwerer als ihre auf Gewicht getrimmten Daunenpendants (bei ähnlichen Temperaturbereichen). Das liegt zum einen an der Daune selbst. Sie isoliert bei gleichem Gewicht nach wie vor besser als jedes andere Material. Zum anderen sind die extrem leichten Edelmodelle auch bis ins Detail ausgeklügelte Konstruktionen, um mehr Isolation bei weniger Gewicht zu erreichen. Hier setzt vor allem Valandré Maßstäbe, aber auch der Mammut Sphere Winter und der Western Mountaineering Antelope glänzen mit einem hervorragenden Wärme-Gewichtsverhältnis. Bei den Kunstfaserschlafsäcken hat der Snowshoe von The North Face die Nase vorn. Beim Packmaß ist der Unterschied zwischen Kunst und Natur ebenfalls sehr deutlich.
Der Nachteil der Daune liegt in der recht hohen Feuchtigkeitsempfindlichkeit. Gefahr droht nicht nur durch Nässe von außen, sondern auch durch Körperfeuchtigkeit. Sammelt sich diese über Tage im Schlafsack, verliert er mehr und mehr an Isolation. 30 bis 60 Minuten Lüften am Morgen gehört deshalb zum Tagesprogramm bei Daunenschlafsäcken. Im Gegensatz dazu isolieren nasse Kunstfasern immer noch einigermaßen. Stark wasserabweisende Außenmaterialien, etwa bei Western Mountaineering, Mountain Equipment oder Yeti, schützen vor Tau oder Kondenswasser. Mit komplett wasserdichtem Außenmaterial und verklebten Kammerstegen sind der Swan WB von Exped und der Banshee von Mountain Hardwear erste Wahl für alle, die oft in feuchten Gegenden unterwegs sind und ohne Zelt oder Biwaksack nächtigen.

Fazit und Empfehlungen

Aus unserem breitgefächerten Testfeld sollte jeder einen passenden Schlafsack für seinen Einsatzzweck oder Geldbeutel finden. Bei den Kunstfasermodellen hat uns der Deuter Exosphere überzeugt. Der Artic Extrem von Lestra erhält einen Preistipp. Dass hochwertige Daunenschlafsäcke auch zu günstigeren Preisen machbar sind, zeigen Yeti und Mountain Equipment. Spitze in Sachen Isolation und Qualität sind der Bloody Mary von Valandré und der Western Mountaineering Antelope.

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Checkliste für den Schlafsackkauf

Ein Schlafsack muss passen. Er sollte so breit wie nötig und so schmal wie möglich sein. In einem zu engen Schlafsack fühlt man sich wie in einer Sardinenbüchse, in einem zu weiten friert man schneller. Falls möglich wählt man die Länge so, dass die Füße gerade nicht anstoßen. Im Zweifelsfall aber lieber die längere Version kaufen.

Kapuze
Eine gute Kapuze hat enorm großen Einfluss auf die Wärmeleistung des Schlafsacks. Sie muss überall anliegen, prall gefüllt sein und sie darf nirgends drücken. Eine zusätzliche Kammer entlang des Schnürzugs (Wärmewulst) schützt Wangen und Nase vor eisiger Luft.

Wärmekragen
Der Wärmekragen legt sich wie ein Schal um den Hals und verhindert, dass die warme Luft aus dem Schlafsack entweicht. Personen, die nachts aus Platzangst die Kapuze nicht bis auf eine kleine Öffnung schließen, brauchen einen besonders dicken Wärmekragen.

Abdeckleiste
Die Abdeckung auf der Innenseite des Reißverschlusses hält die Wärme im Schlafsack – vorausgesetzt, sie ist schön dick und liegt sauber an. Kalte Stellen entstehen auch, wenn die Anti-Klemm-Leiste, die verhindert, dass der Reißverschluss den Stoff einklemmt, zu breit ausfällt.

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