Skitouren: 6 Touren-Tipps

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Foto: Wolfgang Ehn

Skitouren-Tipps von Wolfgang Ehn

Wir haben die Profis gefragt: Hier gibt's sechs Tourentipps für unschlagbare Skitouren.

Der Stuiben (1749 m) bei Garmisch ist nicht besonders hoch, aber hoch genug, um oberhalb der Baumgrenze zu gipfeln. Er ist nicht steil, oben sogar relativ flach, was ihn zu einem idealen Berg für Skitourenanfänger macht. Darüber hinaus gelten Touren dort als recht lawinensicher, und der Schnee ist meistens super. Das liegt an der Nordhanglage, die dank ihres sanften Gefälles auch noch Sonne abbekommt. Für ein besonderes Plus halte ich die Stuibenhütte (1640 m), eine urige kleine Alpenvereinshütte mit 30 Schlafplätzen. Man bringt sein Essen mit, und der Hüttenwirt Jochen Lingott kocht es – richtig gut! Die leichten Touren hier führen auf den Mauerschartenkopf (1919 m) und auf die Stuibenspitze (1908 m) und haben jeweils um die 500 Höhenmeter, wer etwas Anspruchsvolleres sucht, geht auf die Alpspitze (2628 m) oder die Grieskarscharte (2465 m). Da sollte man aber Lawinenrisiken einschätzen können.

Info: gapa.de/tourenplaner, alpenverein-gapa.de

Skitouren-Tipps von Caja Schöpf

Ich bin bei Schnee so viel wie möglich auf Skiern unterwegs, aus Spaß ebenso wie aus Trainingsgründen. Dafür will ich nicht lange Auto fahren – umso besser, dass meine bayerische Heimat Ohlstadt direkt unter dem Heimgarten (1790 m) und dem Herzogstand (1731 m) liegt! Obwohl auf Letzteren eine Bahn führt, sind beide Berge in puncto Skitouren noch nicht so überlaufen. Oben wartet ein unschlagbares Panorama auf die umliegende Seenlandschaft, auf das Karwendel und das Wettersteingebirge. Bei guter Sicht sieht man sogar die Zillertaler Alpen und den Großglockner. Wer einen gemütlichen Aufstieg auf den Herzogstand will, nimmt die Aufstiegsspur entlang der Piste. Das dauert etwa zwei Stunden, und auch weniger geübte Skitourengeher sind dann noch fit genug, um bei der Abfahrt ihre Freude an den teilweise ganz schön steilen Hängen zu haben.

Info: Unter alpenvereinaktiv.com finden sich Tourendetails für Herzogstand und Heimgarten.

Skitouren-Tipps von Franz Güntner

Der Rofanstock liegt als westlicher Teil der Brandenberger Alpen in Tirol und erhebt sich über dem Achensee und dem Inntal. Vielen mag er eher als Pistenskigebiet ein Begriff sein. Ich bin auch nur durch Zufall zum Skitourengehen dorthin gekommen und war überrascht, wie viel die Region auf kleinem Raum zu bieten hat. Auch die Aussichten hinüber ins Karwendel sind der Hit. Am Wochenende wird es oft voll, vor allem auf der Tour auf die Rofanspitze (2259 m), die sozusagen das Aushängeschild der Region bildet. Mit gutem Grund, denn auf das Panorama mit Berchtesgadener Alpen, Hohen Tauern, Zillertaler und Tuxer Alpen folgt eine Endlosabfahrt über 1630 Höhenmeter bis nach Wiesing. Mein Tipp: die ebenfalls wunderschöne, aber deutlich einsamere Tour von Achenkirch zum Kotalmjoch. Mit 1180 Höhenmetern und drei Stunden Gehzeit fordert sie etwas Kondition, ist aber technisch nicht zu hart.

Info: achensee.com/winter/skitouren

Skitouren-Tipps von Olaf Beck

Etwas oberhalb von Akureyri, Islands »Hauptstadt des Nordens«, liegt das Fischerdorf Dalvik. Zahlreiche lohnende Gipfel ragen hier, kurz vor dem Polarkreis, über dem Eyjaförður auf, dem mit 50 Kilometern längsten Fjord des Landes. Die meisten Berge sind 1200 bis 1500 Meter hoch, abgeschieden und überwiegend menschenleer. Die langen, meist nicht allzu steilen Aufstiege kann man durchaus als Genuss bezeichnen. Bis Ende April locken die Nordhänge noch mit Pulverschnee, während die Südhänge dann mittags schon in bestem Firn liegen. Kleines Wellness-Schmankerl: Auch einfache Unterkünfte besitzen in der Regel einen »Hot Pot«, einen heißen Pool, in dem man nach der Tour herrlich entspannen kann.

**Info:* visitakureyri.is, geführte Reisen zum Beispiel mit hauser-exkursionen.de

Skitouren-Tipps von Flory Kern

Für mich sind die Lyngen Alps in Norwegen das perfekte Skitourenrevier. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten für spannende Abfahrten in dieser Küstengebirgskette nordöstlich von Tromsø, auch Skidurchquerungen sind möglich. Neben wilder alpiner Szenerie ist es immer wieder der Blick hinunter aufs Meer, der dieses Revier so einzigartig macht. Was ich besonders liebe: den letzten Schwung direkt am Wasser machen und am Abend vor einer Blockhütte sitzen und den Blick über den Fjord schweifen lassen. Meine Lieblingstour führt auf den Kagentinden (1228 m). Auf dem windigen Gipfel fühlt es sich eher an, als wäre man auf 4000 Metern. Die unbeschreibliche Abfahrt führt durch steile Rinnen nordseitig und sogar über einen mächtigen Gletscher.

Info: visitlyngenfjord.com, flory-kern.de

Skitouren-Tipps von Dan Patitucci

Für mich sind und bleiben sie die schönsten Berge der Welt: die Dolomiten. Die verschneite Gipfelwelt mit all den wilden Zacken, Zähnen und Mauern, die zum meistens blauen Himmel streben, lässt nicht nur mein Fotografenherz höher schlagen. Skitouren gehören zu meinen größten Leidenschaften. Und ob Grödner-, Gader- oder Villnösstal, um nur ein paar zu nennen, Skitourengeher haben dort alle Möglichkeiten der Welt, vom leichten Einsteigerweg bis zum anspruchsvollen Skibergsteigen auf Dreitausender. Da es auch viele Pisten gibt, kommt man den Gipfeln per Seilbahn schon ein gutes Stück näher, wenn man will. Ein forderndes Abenteuer ist die Tour auf den Sas Dai Ciamorces (2999 m), wenn man beim etwa vierstündigen Aufstieg über den berühmten Pisciadù-Klettersteig geht. Auch die Abfahrt durch das steile Val Setus ist sehr anspruchsvoll.

Info: Kompass Skitouren-Atlas Dolomiten, Franco und Laura Gionto, 14,95 Euro
Mehr zu dieser Fotostrecke: Skitouren 2016: Tourenski-Test, Equipment, Tipps