Aus dem Kletterleben

Lektionen: Vorsteigen und Sichern

Du glaubst also, es sei selbstverständlich, dass man nicht hochschauen soll, wenn von oben der Ruf "Stein!" schallt? Meine Erfahrung sagt anderes. Aber: ja, es sollte selbstverständlich sein.
Foto: Sarah Burmester

Beim Vorsteigen bringt es was, wenn man mit Herz und Verstand bei der Sache ist.

Vorsteigen

- Es ist alles in Deinem Kopf.

- Außer dem nächsten Haken, der ist immer zu weit weg.

- Mit Helm stößt man grundsätzlich häufiger an den Fels als ohne.

- Tritte müssen nicht unbedingt wie ein Tritt aussehen, um zu funktionieren.

- Atmen hilft.

- Angst nicht.

- Routen, die sich leicht für den Grad anfühlen, sind es auch. Routen, die sich hart für den Grad anfühlen, sind es meist nicht.

- Je schwerer die Route, desto besser ist sie abgesichert (meistens).

Foto: Jack Geldard

Wer früh aufsteht, wird mit grandiosen Ausblicken belohnt. Wer das nicht tut, ist dafür ausgeschlafen.

Sichern / Spotten

- Beim Sichern sollte man aufrecht stehen. So ist es deutlich einfacher, sich aus dem Weg zu bewegen, sollte der Kletterer fallen, als wenn man am Boden sitzt.

- Je mehr Finger man beim Spotten abspreizt, desto mehr kann man sich brechen, wenn der Boulderer tatsächlich darauf fällt.

- Wenn Du den Ausruf "Stein" hörst, nicht hochschauen.

- Beim Sichern besonders weit weg von der Wand zu stehen, hat nur einen Vorteil: Der Kletterer fällt die enorm weite Strecke etwas langsamer, als wenn man grundlos meterweise zu viel Seil ausgegeben hat, und der Sicherer hat ebenso gute Chancen, sich zu verletzen.

- 'Dynamisch sichern' ist kein Ausdruck aus der Finanzbranche, sondern schont im Sturzfall das Seil und die Wirbelsäule des Kletterers.