Toprope Klettern

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Foto: Volker Leuchsner Toprope Klettern

Ohne Toprope: Umlenken zum Abbauen - Sauschwanz

Wenn es nur darum geht, nach dem Vorstieg abgelassen zu werden und die Expressen auf dem Runterweg wieder einzusammeln, muss das Seil direkt durch den Umlenker laufen. Mancherorts findet man den sogenannten Sauschwanz (siehe Bild) oder ...

Ohne Toprope: Umlenken zum Abbauen - Fixer Karabiner

... einen fixen Karabiner (Bild). Dann ist kein Ausbinden und Umfädeln notwendig. Dies ist zum Ablassen ideal. An diesem fixen Material sollte nicht getoproped werden, um es nicht vorschnell abzunutzen.

Ohne Toprope: Umlenken zum Abbauen - Bohrhaken

Wenn nur eine geschlossene Öse oder ein Ring als Umlenkpunkt zur Verfügung stehen (Bild), muss sich der Vorsteiger ausbinden und das Seil durchfädeln. Alle hier gezeigten Beispiele zeigen einzelne, geklebte Umlenker. Sie sind mit großer Sorgfalt gesetzt worden und daher sicher. Im Sinne der Redundanz sind trotzdem Umlenker mit zwei Bohrhaken besser. Häufig sind diese dann mit einer Kette verbunden, an der sich entweder ein Ring zum Durchfädeln oder ein fixer Karabiner zum Einhängen des Seils befindet. Keinesfalls das Seil einfach hinter der Kette durchfädeln!

Umlenken zum Topropen - Redundanz

Wenn eine Umlenkung zum Topropen eingerichtet wird, sollte immer auf Redundanz geachtet werden. Sofern das Seil nicht durch einen besonders gesicherten Verschlusskarabiner (Safe-Lock-Karabiner), sondern nur durch einen normalen Schraubkarabiner geführt wird, gehört immer eine zusätz­liche Expressschlinge dazu (Bild).

Umlenken zum Topropen: Zweiter Sicherungspunkt

Auch zwei gegengleich eingehängt Expressschlingen sind eine sichere Möglichkeit. Wie schon erwähnt, sind die hier gezeigten Umlenkungen sicher. Besser ist im Normalfall dennoch die Redundanz durch einen zweiten Sicherungspunkt (Bild).

Umlenken zum Topropen - über eine Kante

Hat man einen sicheren Fixpunkt oberhalb einer Felskante, empfiehlt es sich, diesen mit einer Schlinge so zu verlängern, dass die eigentliche Umlenkung unterhalb der Felskante zu liegen kommt (Bild). Dies verringert die Seilreibung. Sollte der Felskopf scharfe Kanten haben, muss die Schlinge an dieser Stelle geschützt oder anders gelegt werden. (Siehe auch: Bild 18)

Umlenken zum Topropen - am eigenen Material

Wenn die Umlenkkarabiner nicht aus Stahl und damit besonders resistent gegen das Einschleifen durchs Seil sind, sollte ein eigener Verschlusskarabiner eingehängt werden, durch den das Seil läuft (Bild). Wenn möglich, sollte dies grundsätzlich gemacht werden, damit das fixe Material und die Haken nicht über Gebühr abgeschliffen werden.

Topropen - das richtige Seilende

Die wohl häufigste Situation beim Topropen ist, dass zunächst einer oder eine vorsteigt, das Seil in die Zwischensicherungen und die Umlenkung einhängt, abgelassen wird und dann weitere Aspiranten im Toprope folgen. Dabei gibt es für die Toproper zwei Möglichkeiten, sich einzubinden. Einmal an dem Seilende, an dem der Vorsteiger zuvor eingebunden war (Bild)....

Topropen - welches Seilende

... oder am anderen, dem Nachsteiger-Ende (Bild), wobei dann vorher das noch am Boden liegende Restseil durchgezogen werden muss. Sofern die Route relativ direkt nach oben führt und nicht zu sehr überhängt, ist das Topropen am Vorsteiger-Ende eine bequeme Variante. Man muss kein Seil durchziehen und der Kletternde muss unterwegs keine Zwischensicherungen aushängen.

Topropen - welches Seilende

Wenn die Route schräg verläuft oder stark überhängt, kommt zum Topropen nur das Nachsteiger-Ende in Frage (Bild). Ein Sturz des Kletternden würde sonst zu einem Pendler führen. Damit ist zum einen Verletzungsgefahr verbunden – so würde hier "das grüne Männchen" beim Sturz "das blaue Männchen" wegkegeln, wenn das Seil nicht durch die Zwischensicherungen laufen würde. Aber auch wenn keine Verletzungsgefahr besteht, bleibt das Problem, dass der Kletternde nach so einem Pendler nicht mehr in die Route oder an den Fels kommt. Wollen mehrere Personen eine solche Route topropen, müssen beim Ablassen die Zwischensicherungen jeweils wieder eingehängt werden.

Topropen - Achtung, Risiko

Generell sollte beim Topropen die Umlenkung nicht überklettert werden. Es besteht je nach Umlenkvorrichtung dabei die Gefahr, dass sich das Seil dabei aus der Umlenkung aushängt. Es haben sich schon tödliche Unfälle auf diese Weise ereignet. Andererseits gibt es Fälle, wo das Überklettern des Umlenkers sein muss oder einfach geschickt ist. Wenn wie im hier gezeigten Beispiel der Umlenker auf dem Felskopf sitzt, dann bietet es sich an, dass der letzte Kletterer oben aussteigt und die Umlenkung abbaut.

Topropen - Achtung, Risiko

Um beim Aussteigen nicht ausschließlich an der Umlenkung gesichert zu sein, wird das nach unten zum Sichernden führende Seil in die letzte Zwischensicherung unterm Umlenker eingehängt, nachdem man das eigene Seil ausgehängt hat (Bild).

Topropen - Achtung, Risiko

Dann sind wieder zwei Sicherungspunkte vorhanden. Diese Methode empfiehlt sich auch dann, wenn der Vorsteiger das Seil am Umlenker nicht redundant eingehängt hat, es also nur durch einen Karabiner läuft. Das kann ja mal vorkommen, wenn zum Beispiel der Sichernde erst selbst vorsteigen wollte, es sich dann aber überlegt und doch topropen möchte. Wenn er nun beim Topropen alle Sicherungen aushängt, ist er am Schluss nur noch am Umlenker gesichert. Deshalb in diesen Fällen unbedingt das zum Sichernden führende Seil in die letzte, eventuell auch schon die vorletzte Zwischensicherung einhängen.

Topropen - Seildehnung bedenken

Auch beim Topropen will man in den seltensten Fällen die Wand hochgezogen werden, sondern selbst klettern. Dennoch: Beim Sichern im Toprope sollte man Schlappseil vermeiden und das Seil straff einziehen. Besonders auf den ersten Metern der Route ist das wichtig (Bild). Kletterseile dehnen sich im Sturzfall, um den Fangstoß abzumildern. Da das Seil einmal die Route hoch und wieder herunter läuft, kann es im Sturzfall mit Schlappseil passieren, dass der Kletternde auf den Boden fällt. Also: Aufpassen!

Toprope-Klettern - Tödliche Gefahren

Nie Seil durch Schlinge (Bild): Dieser Fehler ist absolut tödlich! Durch die Reibungshitze beim Ablassen schmilzt die Schlinge im ungünstigsten Fall so schnell, dass sie schon nach wenigen Metern reißt. Also: Niemals direkt durch eine Schlinge fädeln zum Topropen oder Ablassen. Wenn ihr nur abseilt (das Seil sich in der Schlinge also nicht bewegt), kann das Seil direkt durch eine Schlinge laufen (wie bei einem Rückzug aus einer Gebirgswand). Aber auch hier ist davon auszugehen, dass durch das Abziehen des Seils nach dem Abseilen die Schlinge beschädigt wird.

Toprope-Klettern - Tödliche Gefahren

Nie Seil auf Seil (Bild): Läuft ein Seil unter Belastung über ein anderes, kann es zu Schäden am Seil kommen. Wenn ihr euch also an einem Umlenker ablassen oder topropen wollt, in dem schon ein Seil hängt, dann muss unbedingt ein weiterer Verschluss-Karabiner (und eventuell eine zusätzliche Exe) dazu. Da auch nicht auszuschließen ist, dass die Seile trotzdem aneinander reiben, ist es am besten, solche Situationen komplett zu vermeiden.

Toprope-Klettern - Tödliche Gefahren

Nie an einer einzelnen Expressschlinge topropen (Bild): Beim Topropen ist das Umlenken an nur einer Exe lebensgefährlich. Beim Sichern im Toprope kann sich das Seil selbstständig aushängen. Die Folgen dürften klar sein.

Toprope-Klettern - Tödliche Gefahren

Seil nicht über Kanten laufen lassen (Bild): Über scharfe Kanten sowieso nicht, weil dann die Gefahr der Beschädigung bis hin zum Seilriss besteht.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Klettern im Toprope: Tipps, Tricks, Gefahren