Tipps vom Kletter-Coach

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Foto: Kletter-Werkstatt Kletter-Coaching: besser werden mit Trainer

Tipps der Kletter-Trainer

Hier haben wir die wichtigsten Zitate aus unseren Interviews mit vier Kletter-Trainern herausgesucht. Diese Coaching-Tipps bilden die Essenz – die volle Packung gibt es hier: 4 Kletter-Coaches beschreiben ihre Arbeit, geben Antworten auf die wichtigsten Fragen und teilen ihr Knowhow zum Besserwerden

Im Bild: Coaching am Fels – Beim Projektieren lässt sich viel lernen. Die Kletter-Werkstatt bietet mit ihren Kletter-Reisen eine Kombination aus Urlaub und Workshop an.

Tipp von Melanie, Kletter-Werkstatt

"Wenn ich besser werden will, muss ich brutal ehrlich sein und überlegen: Woran liegt es, dass ich nicht voran komme?"

Coaching-Tipp Nr. 1

Es gilt: Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Diesen Tipp (Bild) haben alle befragten Coaches geäußert. Doch es gehört einiges dazu, erklärt Melanie von der Kletter-Werkstatt. Denn sie stellt öfters fest:

Die Komfortzone verlassen

Diese Situation ist für die Trainer gewohnt, so Melanie: "Es gehört zu unserer Arbeit herauszufinden, wo Kletterer ihre Komfortzone verlassen und wo sie nur so tun als ob. (...) Ich muss nicht nur Experte in meinem Bereich sein, sondern ich brauche auch das Feingefühl, um mich auf die Kunden einzustellen und sie sozusagen liebevoll in den Hintern zu treten."

Tipp von Melanie, Kletter-Werkstatt

Doch natürlich sind auch die physischen Fähigkeiten wichtig. Melanie setzt Prioritäten: "Fürs Klettern sind neben Fingerkraft vor allem Körperspannung und Schulterkraft entscheidend." Sie empfiehlt fürs zusätzliche Training Schlingentrainer (Bild) und Gymnastikball.

Tipps von Tom Randall, Lattice Training

Dass die Schultern im Training nicht vernachlässigt werden sollten, sieht auch Tom Randall ähnlich: "Starke Schultern sind eine grundlegende Voraussetzung für schweres Klettern und hartes Training." Im Bild: Coach und Sportwissenschaftler Ollie Torr demonstriert an den Ringen die Superman-Übung...

Ollie Torr, Klettertrainer

... sowie das Ergebnis gezielten Schultertrainings. Neben Schulterstabilität, Fingerkraft und Körperspannung betonen die Lattice-Trainer aber noch die Relevanz von...

Tipp von Lattice Training

... Ausdauertraining: " Fast alle Boulderer würden profitieren, wenn sie ihre aeroben Fähigkeiten, also Kraftausdauer, trainieren würden. Das merkt man, wenn die ersten Züge gut gehen, aber es oben raus mit der Kraft knapp wird." Als Mittel der Wahl empfehlen die Lattice-Trainer längere Seil-Sessions mit sehr geringer Intensität – es sollte dabei so leicht geklettert werden, dass man sich dabei noch unterhalten kann.

Tipp von Coach Moritz Krämer

"Die meisten Kletterer haben Coaching-Bedarf im Bereich des Bewegungs-Verständnisses. (...) Geht mehr spielen! Macht Blödsinn. Albert rum. Macht zum Beispiel einen Koordinationsparcours auf dem Spielplatz. Klettert nur mit einem Arm oder versucht, so viele No-Hand-Rests wie möglich in einer Route zu dinen. Dadurch erlernt man spielend neue Bwegungsmuster. Diese machen mich zu einem insgesamt besseren Kletterer."

Tipp: Video-Analyse

Smartphone sei dank: Sich selbst filmen geht easy, wenn eine dritte Person sich zum Draufhalten bereit erklärt. Möglichst sofort nach dem Klettern ansehen und schauen, was man besser machen könnte.

Tipp von Christoph Gotschke

Um einen Coach zu buchen, muss man kein Profi sein: "Es ist nicht der beherrschte Schwierigkeitsgrad, der dazu qualifiziert, einen Trainer anzufragen, sondern das Interesse am Klettern und der Spaß daran! Mir ist vollkommen wurscht, wie schwer jemand klettert: wichtig ist, dass Motivation da ist."

Tipp: Routenlesen

Alle Trainer konnten sich auf diesen Tipp einigen: Routenlesen verbessert das Bewegungsgefühl.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Kletter-Coaching: Tipps vom Trainer