Klettergriffe richtig greifen

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Foto: Ralph Stöhr Klettergriffe richtig greifen

Klettergriffe greifen

Grundsätzlich versucht der Kletterer, auf einem Griff möglichst viele Finger unterzubringen. Dabei kommt es darauf an, wie die Finger den Griff fassen: Hier sind die Finger viel zu weit auseinander.

Optimaler Formschluss

Gemeinsam sind sie stark: Griffe lassen sich viel besser belasten, wenn die Finger eng beieinander sind (= Formschluss) und ihre Kraft gemeinsam auf den Griff übertragen.

Leisten halten

Beim Halten von Leisten gibt es im Prinzip zwei Extremvarianten: Die Finger abhängen (wie hier im Bild): Die hängende Haltung ist schonend für Ringbänder und Knorpel im Finger, bringt aber auch weniger Druck auf die Fingerspitzen. Die Alternative...

Finger aufstellen = ungesund

... sind extrem aufgestellte Finger (wie in diesem Bild). Ganz kleine Leisten lassen sich häufig nur mit agressiv aufgestellten Fingern halten, wobei dann oft zusätzlich der Daumen eingesetzt wird. Diese Haltung bringt viel Druck auf die Fingerspitzen, „Wer stellt, der hält“ heißt es deshalb auch. Dieser Druck wirkt aber auch auf die Gelenke! Aber es gibt eine Zwischenvariante...

Halb aufgestellte Finger

Nur leicht aufgestellt: Nicht so belastend wie voll aufgestellte Finger, aber trotzdem gute Lastübertragung bringen halb aufgestellte Finger.

Fingerlöcher halten

Fingerlöcher werden meist hängend gehalten. Dabei „stopft“ man so viele Finger wie möglich in das Loch. Bei Zwei-Finger-Löchern kann mal die Kombination aus Ring- und Mittelfinger, mal die aus Zeige- und Mittelfinger besser sein. Bei den meisten Kletterern ist die Kombi- nation aus Ring- und Mittelfinger am stärksten.

Fingerloch aufgestellt

Je nach Lochgröße und -tiefe stellen Kletterer die Finger aber auch in Löchern manchmal auf

Sloper halten

Großer runde Griffe (Sloper oder Aufleger genannt) hält man quasi auf Reibung. Das geht am besten, wenn der Körperschwerpunkt direkt unter dem Griff platziert ist.

Zangengriff halten

Da Kunstgriffe fast immer aus der Wand herausragen, lässt sich oft der Daumen benutzen, um den Griff in die Zange zu nehmen. Solche Zangengriffe sind mit Daumenunterstützung recht stabil zu halten. Draußen kommen Zan- gengriffe häufig an Sintersäulen im Kalk vor.

Seitgriff halten

Bei schrägen Griffen ist es optimal, wenn die Zugrichtung senkrecht zur Griff-Fläche ist. Manchmal...

Seitgriff halten

... muss an schrägen, seitlich zu belastenden Griffen auch der Körper entsprechend positioniert werden.

Knubbel halten

Auch häufig in der Kletterhalle: Hervorstehende Knöpfe oder Knubbel (Tritte?) lassen sich manchmal mit der Hand umfassen, die dabei senkrecht zur Wandfläche steht. Die Hand "hakt" sich praktisch ein.

Griffwechsel

Das Umgreifen an einem Griff nennt man Griffwechsel. Bei Griffen, die breit genug sind, geht es recht einfach vonstatten: Die erste Hand geht an den Griff, wobei sie gleich so platziert wird, dass noch Platz für die zweite Hand bleibt. Dann kommt die zweite dazu, danach greift die erste Hand weiter. Fertig. Komplizierter ist es, wenn der Griff zu klein ist...

Matchen

...dann muss die erste Hand Finger für Finger Platz ma-chen für die nacheinander aufgelegten Finger der zweiten Hand. Manchmal muss man Finger für Finger Platz machen. Mancherorts hat sich auch das englische Wort "matchen" für den Griffwechsel eingebürgert.
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