Test: Acht Sicherungsgeräte

Bremskraftverstärker

Ob Halle, Klettergarten oder Gebirge: Im Fall des Falles bremst ein Sicherungsgerät den Sturz. Wir zeigen, was die neuesten Modelle sonst noch können.

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Camp Lotus Foto: Volker Leuchsner, Ralph Stöhr
Camp Lotus Foto: Volker Leuchsner, Ralph Stöhr
Camp Lotus Foto: Volker Leuchsner, Ralph Stöhr

 

Sichern Kletterhalle
Foto: Redaktion klettern

Runter kommen sie immer, weiß der Volksmund. Beim Klettern kommt es nun darauf an, dass das Runterkommen möglichst sicher geschieht. Ob Stürzen, Ablassen oder Abseilen: Ohne die geeignete Sicherungsmethode geht gar nichts. Inzwischen hängen an den meisten Klettergurten spezielle Sicherungsgeräte. Eine Umfrage auf unserer Homepage hat übrigens ergeben, dass es sich dabei zu fast zwei Dritteln um sogenannte Tubes handelt.

Die auf der letzten outdoor-Messe vorgestellten neuen Sicherungsgeräte kommen nun in die Läden. Wir haben sechs neue Tubes sowie einen neuen und einen überarbeiteten Halbautomaten unter die Lupe genommen und in fast allen Lebenslagen getestet. Wichtig war uns dabei vor allem die sichere Bedienung und das komfortable Handling der Probanden. Was die sichere Bedienung angeht, ist festzuhalten, dass mit steigender Komplexität der Geräte auch die potenziellen Fehlermöglichkeiten zunehmen.

Von simpel bis komplex

Insofern ist das neue ATC Sport von Black Diamond ein interessanter Ansatz: Wer mit der Einschränkung leben kann, dass das Gerät eben nur mit Einfachseil funktioniert (wie auch die meisten Halbautomaten), erhält ein unkompliziertes Sicherungsgerät fürs Sportklettern oder die Halle.

Das andere Ende der Skala stellen aufwendige Tubes wie das Toucan von Simond oder Halbautomaten wie das neue Zap-o-Mat von Edelrid dar. Wiewohl nicht wirklich schwierig zu bedienen, weisen sie eben doch Möglichkeiten auf, das Seil falsch einzulegen (Zap-o-Mat) oder das Gerät an der falschen Aluöse aufzuhängen (Toucan). So gilt bei allen Geräten weiterhin, dass der richtige Umgang damit erlernt und beherrscht werden will. Partnerkontrolle und ein Funktionscheck vor dem Losklettern sind nach wie vor sinnvoll und erhöhen die Sicherheit. Auf der anderen Seite bietet ein Toucan eben auch sehr vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, die vor allem beim alpinen Klettern zum Tragen kommen.

Gedanken über die Sicherheit des eigenen Tubes haben sich sicher schon viele gemacht, wenn das Gerät nach längerem Gebrauch starke Verschleißerscheinugen zeigt und die Kanten, an denen das Seil vorbeiläuft, langsam scharf werden. Wir haben dazu bei Österreichs Sicherheitsspezialisten Michael Larcher (von der Zeitschrift „bergundsteigen“) nachgefragt, der den Verschleiß so beurteilt: „Ja, die Alutubes werden abgeschliffen, aber das Risiko eines Seilrisses oder einer ernsthaften Seilbeschädigung besteht nicht. Bei starken Abnützungserscheinungen und Bildung von Graten und Kanten aufgrund der Seilreibung müssen die Geräte aber aussortiert werden.“

Die Vor- und Nachteile der gängigen Sicherungsmethoden im Überblick

Die Besten im Test

Drei der gestesten Geräte haben die klettern-Empfehlung bekommen. Bei den Tubes ist das zum einen das Simond-Toucan, das dem alpinen Spezialisten viele taugliche Funktionen bereitstellt. Ebenfalls sehr empfehlenswert finden wir das ATC Sport von Black Diamond, das durch einfache Bedienung überzeugt. Bei den zwei Halbautomaten geht eine Empfehlung an das Cinch von Trango, bei dem der große Schwachpunkt der Ursprungsversion (der zu unsensible Ablasshebel) inzwischen korrigiert wurde. Einen Preistipp verdient sich das Mammut Fuse, das kleinste und leichteste Gerät im Feld.

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09.04.2008
Autor: Ralph Stöhr
© klettern
Ausgabe 2/2008