Test: Kletterschuhe 2015

16 aktuelle Kletterschuhe im Test - Gute Ware für alle, die Kletterschuhe kaufen möchten


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Kletterschuhe 2015
Foto: Magazin klettern

 

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Ihr wollt Euch neue Kletterschuhe kaufen? Von der kondomartig sitzenden Gummisocke für Boulderspezialisten bis zum kantenstabilen Kletterschuh für jede Lage ist 2015 alles dabei. Wir haben 16 Kletterschuhe für euch probegeklettert.
Zu den getesteten Produkten

Der Schuhjahrgang 2015 ist ein sehr guter, zum Teil sogar ein ausgezeichneter geworden - Topprodukte für alle, die sich jetzt neue Kletterschuhe kaufen möchten. Die Performance der Kletterschuhe liegt durchweg auf hohem bis sehr hohem Niveau, einige spielen sogar in der Spitzenklasse.

Komfort und Passform der Kletterschuhe sind ebenfalls sehr ordentlich, allerdings in manchem Detail noch ausbaufähig. Und selbst das Bouquet blieb über die rund dreimonatige Testphase erträglich – ohne Garantie für die weitere Entwicklung jedoch.

Dass viele der getesteten Kletterschuhe überzeugen konnten, liegt zum einen daran, dass es sich teils um verbesserte Klassiker oder Varianten von solchen handelt (wie bei Boreal, Ocun, Scarpa oder Wild Climb). Wenn der Hersteller ein gut gehendes Kletterschuh-Modell überarbeitet, kommt selten etwas Schlechtes heraus. Und die großen Neuigkeiten stammen fast durchweg von den alteingesessenen Schuhherstellern, die wissen, worauf es bei einem guten Kletterschuh ankommt.

Allerdings ist bei der Slipperkonstruktion, die sich 2015 in vielen neuen Modellen findet, manchmal der Spann sehr eng. Wer seinen Schuh etwas knapper mag, hat dann Probleme, in einen neuen Kletterschuh überhaupt hineinzukommen.

Die ungewöhnlichen Drei

Die drei auffälligsten Kletterschuh-Neuheiten in diesem Test stammen von Five Ten, La Sportiva und Scarpa. Wobei die Krone dem Team VXi von Five Ten gebührt. Er ist mit Abstand der weichste (funktionierende) Slipper, den die Kletterwelt bisher erblickt hat. Und er hat mit dem Mi6 einen der besten Gummis.

Ja, auch der Vibram Grip ist sehr gut, Boreal hat seinen Zenith-Gummi noch mal verbessert und spielt ebenfalls in der Oberliga. Und Five Tens Stealth Rubber genießt ja schon lange einen guten Ruf. Doch der Kletterschuh Team VXi hält noch mal besser, nicht unbedingt auf kleinsten Tritten, aber auf Strukturen, auf Reibung, auf so ziemlich allem. Wobei hier die weiche Konstruktion des Schuhes ebenfalls hilft.

Von La Sportiva kommt mit dem Genius der dritte Kletterschuh der NoEdge-Reihe. Dessen Erfolgskonzept lautet: weich, dünner Gummi, sensibel und keine Kanten. Scarpas Furia ist dann der Dritte im Bund der Softies. Er ist aber weniger extrem abgestimmt als die beiden anderen und eignet sich deshalb bestens für alle, die sich besonders vielseitige Kletterschuhe kaufen möchten.

Denn das ist bei den ganz weichen Slippern zu bedenken: Das Stehen in solchen Kletterschuhen braucht viel Zehenkraft. Und beim Team VXi können größere Tritte sogar schmerzhaft durch die Sohle drücken. Diese Kletterschuhe eignen sich daher eher fürs Bouldern als für lange Seillängen auf kleinen Tritten. Das trifft sich insofern gut, als die sehr dünnen Sohlen auf der kurzen Strecke weniger verschleißen und der Schuh so hoffentlich etwas länger hält.

Kletterschuhe kaufen wird teurer

Die hohe Qualität der Kletterschuhe hat mehr denn je ihren Preis. Lagen in den letzten Jahren die Spitzenmodelle preislich bei rund 130 Euro, so werden dieses Jahr bis zu 160 Euro als Preisempfehlung aufgerufen. Da empfiehlt sich ausführliches Anprobieren vor dem Kauf, denn für so viel Geld sollte der Kletterschuh dann auch wirklich perfekt sitzen.

Worauf achten beim Kletterschuh-Kauf?

Details im Blick

Kleine Ursache, große Wirkung: wie manche Konstruktionsdetails den Komfort und die Performance beeinflussen.

Slipper-Konstruktion: Einige Schuhe im Testfeld weisen statt einer klassischen Zunge über dem Rist einen elastischen Einsatz auf. Der hilft, den Fuß im Schuh zu fixieren. Allerdings erschwert diese Konstruktion bei vielen Modellen das Anziehen.

Sohlen-Aufbau: Bei Highend-Modellen kombinieren manche Hersteller in der Sohle Gummis mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, um zum Beispiel die Spannung im Schuh dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Runde Kanten: Die Idee bei den „NoEdge“-Modellen von La Sportiva ist, dass ohne Sohlenkante der Fuß näher am Fels ist und somit den Tritt besser fühlen kann. Dazu wird die sehr dünne Sohle über den Schuhrand nach oben gezogen.

Leistenformen: Es gibt im Vorderfuß breitere und schlankere Leistenformen. Welche am besten zur eigenen Fußform passt, lässt sich nur durch Anprobieren herausfinden.

Update: Hier gibt's unseren aktuellen 2016er Kletterschuh-Test zu kaufen - 14 Kletterschuhe im Vergleich

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Kletterschuhe aus dem Test:

03.08.2015
Autor: Burmester / Stöhr
© klettern
Ausgabe 05/2015