Test: Hardshells

Regenjacke, Windjacke, Alleskönner: Dreilagenjacken im Vergleich


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Hardshell Jacken im Test
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Dreilagenjacken im Vergleich: Wir haben 8 aktuelle Hardshells fürs Klettern und Bergsteigen getestet.
Zu den getesteten Produkten

Wozu braucht man eigentlich eine aktuelle Dreilagenjacke? Tut es nicht auch die Regenjacke vom Discounter oder die ältere Funktionsjacke aus dem Schrank? Tja, vielleicht. Doch eigentlich will man beim Klettern und am Berg doch nicht den Elementen ausgeliefert sein und sich mit Nässe und Wind herumschlagen - schließlich haben wir besseres zu tun.

Egal ob man nun geplant bei schlechtem Wetter unterwegs ist oder von diesem überrascht wurde: Wenn es richtig regnet, stürmt oder schneit, dann helfen nur noch die sogenannten Hardshells, die zudem auch robust genug sind, um dem Kontakt mit Fels und Eis standzuhalten.

Um euch die Auswahl beim Kauf einer neuen Jacke zu erleichtern, haben wir zusammen mit den Kollegen vom outdoor-Magazin acht aktuelle Hardshells unter die Lupe genommen.

Hardshells: leicht versus robust

Das Testfeld reicht von der ausgesprochenen Leichtjacke von Adidas bis zum fast dreimal so schweren Arbeitstier von The North Face. Im Schnitt wiegt eine gute, robuste Hardshell heute knapp über 400 Gramm. Die Preisspanne in unserem Test variiert zwischen 250 und 550 Euro. Auch bei den verwendeten Materialien ist eine große Bandbreite vertreten. Marmot, Patagonia und Mammut setzen auf das neue C-Knit von Gore-Tex, das sich weicher anfühlt als die Pro-Varianten von Arc‘teryx oder Black Diamond.

Adidas verwendet Clima-proof, Mountain Equipment Drilite und The North Face kommt mit einer völlig neuen Konstruktion mit DryVent-Membran, was sich in unterschiedlichen Ergebnissen beim Klimakomfort niederschlägt. Eine Sonderstellung im Test nimmt das Terrex Agravic Jacket von Adidas ein. Auf geringes Gewicht getrimmt, muss die Jacke in Sachen Robustheit natürlich zurück stecken. Sie bietet aber soliden Wetterschutz und ein gutes Klima und ist damit eher der Typ Jacke, den man für Notfälle immer unten im Rucksack mit dabei hat.

Wetterschutz und Komfort

Durch die Materialvielfalt ergeben sich im Klimatest Unterschiede, aber keine Jacke gibt sich eine wirkliche Blöße. Alle punkten im outdoor-Labor mit einer guten bis überragenden Atmungsaktivität. An der Spitze liegt das DryVent-Material von The North Face, dicht gefolgt von den Gore-Tex Pro Laminaten von Arc‘teryx und Black Diamond. Das neue C-Knit von Gore kann da nicht ganz mithalten. Zusätzlich besitzen unsere Testmodelle bis auf Adidas gut funktionierende Belüftungen in Form von Unterarmreißverschlüssen.

Ebenfalls gut fürs Klima: möglichst wenig Tapes und doppelte Materiallagen wie etwa bei den Taschen. Dieser Faktor sollte nicht unterschätzt werden. Arc‘teryx zeigt hier, was durch einen aufwendigen Schnitt und die Verwendung schmaler Tapes möglich ist. In derselben Liga spielt die Summit L5. The North Face verwendet zwar ein breiteres Nahtband, kommt aber durch die Fuse-form-Konstruktion, bei der im Stoff die Webart geändert wird, mit nur sechs Metern Nahtlänge aus.

Normal sind acht bis zehn Meter Naht in einer Jacke. Eine möglichst dauerhafte Imprägnierung hat ebenfalls großen Einfluss auf die Atmungsaktivität, denn diese bleibt besser erhalten, wenn der Oberstoff sich nicht vollsaugt. Hier haben Marmot und Black Diamond die Nase vorn. Das sonst überragende Material von The North Face zeigt hier leichte Schwächen. Die Jacke sollte somit gelegentlich nachimprägniert werden.

In erster Linie sollen die Jacke aber dicht sein. Zwar überstehen alle die Powerberegnung, ohne baden zu gehen, doch hier und da gibt es doch ein paar Stellen, an denen Feuchtigkeit nach innen zieht (Saugeffekte). Einzig die Kapuze von Patagonia lässt sich nicht ganz optimal anpassen. Hier kann Wasser ins Jackeninnere laufen. Echte Bollwerke gegen Wind und Wetter sind das Alpha AR Jacket von Arc‘teryx und die Summit L5 von The North Face. Aber auch die anderen Jacken sind durchweg dicht.

Hardshells im Test: fürs Klettern geeignet?

Im täglichen Einsatz beim Klettern zählt vor allem, wie viel Bewegungsfreiheit die Hardshell lässt. Hier glänzen die Jacken von Adidas und Mountain Equipment. Bei diesen Modellen rutscht der Saum mit den Armen überm Kopf nur minimal nach oben. Aber auch bei den anderen Modellen im Test bremst nichts den Bewegungsdrang. Und das obwohl sie, wie etwa die Sharp End Shell von Black Diamond oder das Teton Jacket von Mammut, teilweise sehr körpernah geschnitten sind. Oft kritsch: die Helmtauglichkeit der Kapuzen.

In diesem Punkt haben die Hersteller inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht. Bis auf die Jacke von Adidas haben alle eine helmtaugliche Kapuze. Bei Black Diamond wird es mit einem voluminösen Helm aber etwas eng. Mit die besten Kapuzen liefern Arc‘rteryx und Mountain Equipment. An der Spitze steht in diesem Punkt aber die Haube von The North Face.

Zum Schluss steht die Handhabung auf der Checkliste: Laufen beispielsweise Züge und Zipper gut? Kann man sie auch mit dicken Handschuhen einfach bedienen? Sind die Taschen auch mit Klettergurt oder Rucksack zugänglich? Diese Punkte fließen beim Komfort und der Qualität in die Wertung mit ein.

Hardshells im Vergleich - Test-Fazit:

Von geringen Schwächen abgesehen leisten alle Jacken das, was von ihnen erwartet wird. Überragend, was den Klimakomfort angeht, ist die extrem robuste Summit L5 von The North Face. Ebenfalls an der Spitze liegt das Alpha AR Jacket von Arc‘teryx. Das sind zwar auch die teuersten Jacken im Feld, dafür hat man mit ihnen für ein paar Jahre ausgesorgt. Das Pumori Jacket von Mountain Equipment bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und hat sich einen Preistipp verdient.


16.02.2016
Autor: Volker Leuchsner
© klettern
Ausgabe 01/2016