Test: 24 Tourenski 2014

24 Tourenski im Skitest


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Skitouren Tourenski
Foto: Vaude/Attenberger

 

Foto: Contour

 

Foto: Scott

 

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Foto: Deuter
Skitouren boomen. Immer mehr Menschen genießen die Mischung aus Ausdauersport, Natur und Skifahren, die das Tourengehen bietet. Auch der Markt für Skitouren-Equipment boomt. Wir haben die Highlights getestet und verraten hier die Ergebnisse.
Zu den getesteten Produkten

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Nein, man muss wahrlich kein Marktforscher sein, um zu sehen, dass Skitouren gerade voll im Trend liegen. Dazu muss man sich nur an einen der gängigen Winterparkplätze im Sellrain begeben oder einen Skitourenabend besuchen.

Es ist schon faszinierend zu sehen, welchen Aufschwung das Skitourengehen genommen hat und wie viele Menschen sich für diese Art des Bergsports begeistern.

Noch mehr beeindrucken jedoch die unterschiedlichen Facetten der Tourengeher. Da gibt es den durchtrainierten Bergfex, der mit Leicht-Equipment zum Training den Berg hochsprintet, den Landschaftsgenießer, der auf langen Touren die Berge durchschreitet, oder den Freeridetourer, für den Anstiege als Zweck dienen, neue Abfahrten zu erschließen.

Diese Vielfalt gepaart mit dem Trend abseits gespurter Pisten auf Ski durch die Landschaft zu gleiten, führt dazu, dass sich im Skitouren-Markt das Innovationskarussell der Produkte zurzeit rasant dreht. Eine Neuheit folgt auf die andere – und das beschränkt sich nicht nur auf Ski, sondern schließt auch Schuhe, Bindungen, Bekleidung und Ausrüstung mit ein.

Ein gutes Beispiel ist die Erfolgsstory der neuen LVS-Rucksäcke, die die Sicherheit im Skitourensport auf ein neues Level heben. Auch bei dem elementarsten Ausrüstungsteil, dem Ski, dreht sich seit den letzten drei Jahren die Neuheitenspirale rasant und sie wird durch drei Schlagworte befeuert: Breite, Gewicht und Rocker-Technologie.

Fotostrecke: 5 Rucksäcke mit Lawinenairbag

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planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - Scott Air 30 R.A.S. Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - ABS Vario 30 S. E. Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - Ortovox Tour 32+7 Foto: Hersteller

Rocker-Ski dominieren das Testfeld

Rocker regieren die Welt, zumindest die Skitourenwelt, so das Ergebnis der Testfahrten. Nur zwei von 24 Modellen verzichten darauf, der Rest "rockt" – und das sehr erfolgreich. Binnen drei Jahren hat diese Bauart den Skitouren-Markt quasi revolutioniert. Die Rocker-Technologie stellt erst einmal nichts anderes dar als eine Ski-Aufbiegung, die sich weit von der Schaufel in Richtung Bindung zieht.

Doch die Auswirkungen sind frappierend. "Durch die Aufbiegung fahren sich Rocker-Ski im Gelände deutlich einfacher – speziell wenn die Verhältnisse anspruchsvoll sind. Sie drehen leichter, verschneiden nicht mit der Schaufel und gleiten geschmeidiger durch den Tiefschnee", erläutert Tester Michael Knab das neue Fahrgefühl. "Diese Technik hat Tourenski erst massenkompatibel gemacht."

Doch ob damit das Ende der Innovationen erreicht ist? Black Diamond geht nämlich noch einen Schritt weiter und zieht den Ski auch hinter der Bindung in Richtung Heck hoch. "Full-Rocker" nennt sich das Ganze. Ein Konstruktionsmerkmal, das im Freeski-Bereich gang und gäbe ist – und zur nächs­ten Evolutionsstufe werden könnte. Denn der Revert heimste im Test einen souveränen Tipp in der Kategorie "abfahrtsorientierte Tourer" ein.

Fotostrecke: 5 Rucksäcke mit Lawinenairbag

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planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - Scott Air 30 R.A.S. Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - ABS Vario 30 S. E. Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Rucksäcke Lawinenairbag - Ortovox Tour 32+7 Foto: Hersteller

Gewichtsersparnis bringt Fahrspaß bergab

Auch ein geringes Gewicht der Skitouren-Ausrüstung – speziell der bewegten wie Ski, Schuh und Bindung – steigert den Tourenspaß enorm. Man spart Kraft im Anstieg und hat so mehr Reserven und letztlich mehr Spaß in der Abfahrt. Besonders extrem betreiben Skitourenrennläufer die Suche nach jedem Gramm Gewichtsersparnis. Ihre Spezialski wiegen häufig weniger als 1.500 Gramm pro Paar! Fahrspaß vermitteln diese schmalen nur 160 Zentimeter langen Zahnstocher jedoch nicht.

Aber das Thema Gewichtsersparnis zieht sich durch alle Tourenski-Kategorien – von schmal bis breit. Das spiegelt sich auch im Testfeld wider. Das Durchschnittsgewicht ist merklich gesunken, sogar bei breiten Freeridetourern schaut man häufiger verwundert auf die Waage. Der leichteste Ski im Testfeld – nur 2.200 Gramm pro Paar – ist der Movement Response-X.

Erstaunlich dabei: Durch seine Breite von 89 Millimetern begeistert er nicht nur Speedtourer, sondern auch leichte Allround- und Abfahrtstourer. Doch selbst ein Freeride-Tourer wie der Kästle TX 97 bringt trotz einer Breite von 98 Millimetern unter der Bindung nicht mehr als 3.220 Gramm auf die Waage. Frei nach dem Motto: Ganz entspannt bergauf und mit sehr viel Fahrspaß bergab.

Fotostrecke: 9 Bindungen für Tourenski 2014

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planetSNOW Skitouren Special Tourenbindungen - Marker Tour F 12 EPF Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Tourenbindungen - Marker The Duke EPF Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Tourenbindungen - Hagan Z 01 All Mountain Foto: Hersteller

Immer breitere Ski bringen spürbare Vorteile

Der Rausch in die Tiefe wird stark von der Skibreite beeinflusst. Galt vor wenigen Jahren noch eine Skibreite von über 70 Millimetern unter der Bindung durchaus als üppig für einen Allroundtourer, so hat sich heute die goldene Mitte eher in Richtung 80-85 Millimeter verschoben. Die Vorteile des Breitenzuwachses liegen auf der Hand. Mehr Breite bedeutet mehr Auftrieb und letztlich mehr Fahrkomfort – auch im Bruchharsch. Wer noch größeren Wert auf eine gute Abfahrtsperformance legt, packt noch eine Schippe drauf.

87-95 Millimeter sind gute Maße für einen abfahrtsorientierten Tourenski wie zum Beispiel den Black Diamond Revert oder K2 Wayback. Sie fallen immer noch recht leicht aus, so dass auch 1.000-Höhenmeter-Anstiege locker drin sind, gleichzeitig erlauben sie flotte Geländeritte. Wobei sich das Surffeeling in der Abfahrt nach der Skitour durchaus noch steigern lässt – mit einem Freeridetourer wie dem Kästle TX 97 oder einem Völkl Nanuq. Mit diesem Skityp ist dem Fahrspaß keine Grenze gesetzt – eine entsprechende Fahrtechnik und gute Abstimmung des Materials vorausgesetzt. Gerade Letzteres ist bei dem neuen Skimaterial immer wichtiger. Schließlich sind Bindungen und Schuhe die direkte Verbindung zwischen Fahrer, Ski und Schnee.

So gehören zu einem sinnvollen Speedtouring-Setup Leichtbindungen und aufstiegsorientierte Schuhe, die neben niedrigem Gewicht auch mehr Beweglichkeit im Schaft bieten. Genauso sollten abfahrtsorientierte Fahrer auf verwindungssteife Bindungen und robuste Boots achten, um den großen Hebel der breiten Ski zu kompensieren. Tipp: Händler bieten das Ausstattungstrio oft zu einem deutlich günstigeren Setpreis an, so dass man ruhigen Gewissens seinen alten Schuh an den Nagel hängen kann. Und dann kann er ruhig kommen: der perfekte Skitourenwinter.

Fotostrecke: 9 Ski-Boots für Tourenski 2014

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planetSNOW Skitouren Special Tourenschuhe - Scarpa Freedom SL Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Tourenschuhe - Scott Delirium FR 130+ Foto: Hersteller
planetSNOW Skitouren Special Tourenschuhe - Scott Cosmos Foto: Hersteller

24 aktuelle Tourenski im Praxistest auf der Zugspitze

Um zu erfahren wie sich gerade diese drei Innovationen auf Fahreigenschaften und den Einsatzbereich auswirken, checkte das Testteam der Magazine outdoor, klettern und planet SNOW drei Tage lang auf der Zugspitze die Performance von 24 neuen Modellen.

Wie funktionieren die Ski im Anstieg, wie angenehm fahren sie sich in der Abfahrt und wo liegen ihre Einsatzschwerpunkte? Und natürlich auch: Wie wirken sich die neuen Trends aus?


Inhaltsverzeichnis


Die Ski in diesem Test:

25.02.2014
Autor: planetSNOW
© klettern