Kletterhelme

Im Vergleich: Kletterhelme

Klettern in Marokko
Foto: Jack Geldard

Im Quartzit von Marokko beim Tradklettern ist das Tragen eines Helms keine schlechte Idee.

Kletterhelme sollen nicht nur schützen, sondern auch komfortabel zu tragen sein. 12 Modelle im Vergleich.
Zu den getesteten Produkten

Nicht nur im alpinen Gelände, auch beim Sportklettern ist es oft sinnvoll, einen Helm zu tragen. Aktuelle Kletterhelme sind durchweg bequemer und besser anzupassen als noch vor wenigen Jahren.

Seit dem letzten Helmtest sind einige neue Modelle dazu gekommen und alte Bekannte wurden weiterentwickelt. Das Feld setzt sich zusammen aus acht Inmolding-Helmen, die wie Fahrradhelme aus einer dünnen, relativ weichen Außenschale und einem Styropor-Kern aufgebaut sind, und vier Hybridhelmen, bei denen in eine harte Schale über dem Kopf ein Styroporeinsatz zur Dämpfung eingebaut ist.

Die Ausrede, ein Helm beim Klettern sei zu schwer, zieht schon lange nicht mehr. Aktuelle Inmolding-Helme wiegen teilweise deutlich unter 300, die leichtesten sogar unter 250 Gramm. Allerdings sollte man mit diesen Leichtgewichten auch einen sorgfältigen Umgang pflegen. Mal eben in den Rucksack stopfen und sich dann womöglich noch draufsetzen tut nicht gut. Wer lieber einen robusteren Helm hat, greift zu einem der Hybridmodelle, muss allerdings auch rund 100 Gramm mehr Gewicht in Kauf nehmen.

Fotostrecke: Die aktuellen Kletterhelme 2011

12 Bilder
Kletterhelme Foto: Volker Leuchsner
Kletterhelme Foto: Volker Leuchsner
Kletterhelme Foto: Volker Leuchsner

Kletterhelme und Komfort

Der zweite, fast noch wichtigere Punkt beim Thema Komfort ist die Belüftung. Zwar fehlt beim Klettern der Fahrtwind, der auf dem Rad für Frischluft unter dem Helm sorgt, mit ihren vielen Lüftungschlitzen und Kanälen lässt es sich unter modernen Helmen aber auch im Sommer in einer Südwand aushalten. Besonders gutes Klima herrscht unter dem Tripod von Mammut, dem Meteor von Petzl oder dem Speed von Camp. Eine gute Polsterung trägt ein Übriges zu einem angenehmen Tragegefühl bei. Neben den Helmen von Mammut und Petzl sitzen auch der Pulse von Camp oder der Grid von Skylotec besonders angenehm auf dem Kopf.

Wenn ein Helm bei jeder Kopfbewegung verrutscht, ist das nicht nur lästig, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Deswegen sollte der Helm gut angepasst werden. Der Verschluss gehört dabei unter das Kinn. Die seitlichen Riemen, mit denen sich die Lage auf dem Kopf – vorn, mittig, hinten – regulieren lässt, sollten nicht über die Ohren laufen. Während sich die Hybridhelme mit ihrem umlaufenden Kopfband meist problemlos auf alle Kopfformen einstellen lassen, kann es bei den Inmolding-Modellen, die das Band in der Regel nur am Hinterkopf haben, vorkommen, dass ein Helm nicht auf alle Köpfe passt. Hier ist Probieren angesagt.

Sicherheit von Kletterhelmen

Maximal 10 kN (KiloNewton) an Kraft darf noch auf den Kopf einwirken, wenn ein fünf Kilo schwerer Brocken aus zwei Metern Höhe auf den Helm fällt. Das schreibt die Norm EN 12492 für Bergsteigerhelme vor, sonst darf ein Helm nicht in den Handel kommen. Etwas schärfer sind da die Anforderungen der UIAA, die maximal 8 kN zulässt. Bis auf den Pulse von Camp und den Helm von Skylotec (derzeit noch in der Prüfung) schmücken sich alle hier vorgestellten Helme mit dieser zusätzlichen Zertifizierung.
Zur Standardausstattung von Helmen gehört nach wie vor eine Stirnlampenhalterung. Bei unseren Helmen besteht sie meist aus drei oder vier Kunstoffclips, die die Lampen in allen Fällen sicher am Platz halten.

Der Tripod von Mammut und der Meteor 3+ von Petzl sind so leicht und bequem, dass man sich schon einmal auf dem Kopf vergisst. Wer einen robusten Hybridhelm bevorzugt, erhält mit dem Half Dome von Black Diamond ein leichtes, preisgünstiges Modell. Und wer sich jetzt für keinen der vorgestellten Helme erwärmen kann oder noch keinen neuen braucht, für den kommen im Frühjahr eine ganze Reihe neuer Kletterhelme in die Läden (siehe nächste Seite).

(UPDATE: Hier geht's zum Kletterhelm-Test 2013)


Kletterhelme im Detail:

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Inhaltsverzeichnis

Autor: Volker Leuchsner
© klettern
Ausgabe 9/2011